Rücktritt vom Rentenantrag?

Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Berufsgenossenschaften, Renten, Schwerbehinderung ,Kranken- und Pflegeversicherung

Moderator: FDR-Team

normanescio
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Rücktritt vom Rentenantrag?

Beitrag von normanescio »

Kann man eigentlich, wenn man einmal einen Rentenantrag gestellt hat, davon wieder zurücktreten, wenn man es sich anders überlegt hat?

FM
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Re: Rücktritt vom Rentenantrag?

Beitrag von FM »

Ja, die DRV hat nichts dagegen, wenn sie keine Rente bezahlen muss.

Falls es aber gar nicht um die DRV sondern um das Jobcenter oder den Arbeitgeber oder die Arbeitsagentur geht ... aber dann hätte man das ja geschrieben.

Old Piper
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Re: Rücktritt vom Rentenantrag?

Beitrag von Old Piper »

Man kann einen Antrag wieder zurücknehmen, so lange darüber noch nicht rechtskräftig entschieden wurde. Geht also auch noch nach Bescheiderteilung, solange die Widerspruchsfrist noch offen ist.

Ausnahme: Wenn man von der Krankenkasse oder der Arbeitagentur in seinen Gestaltungsrechten eingeschränkt - also zur Rentenantragstellung aufgefordert - wurde, geht das nicht.
MfG
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FM
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Re: Rücktritt vom Rentenantrag?

Beitrag von FM »

Gehen tut es schon, nur entfällt dann aben auch der Anspruch auf Kranken- oder Arbeitslosengeld. Es kann auch zweckmäßig sein, z.B. wenn man wieder gesund wurde und nun wieder arbeitet.

normanescio
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Re: Rücktritt vom Rentenantrag?

Beitrag von normanescio »

Danke für die Antworten, aber unter welchen Voraussetzungen kann denn die Agentur für Arbeit bzw. Krankenkasse jemand in seinen Rechten einschränken?

Evariste
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Re: Rücktritt vom Rentenantrag?

Beitrag von Evariste »

normanescio hat geschrieben:
16.05.20, 20:38
Danke für die Antworten, aber unter welchen Voraussetzungen kann denn die Agentur für Arbeit bzw. Krankenkasse jemand in seinen Rechten einschränken?
Der Gesetzgeber hat halt eine bestimmte Rangfolge von Sozialleistungen festgelegt. Z. B. für Krankengeld finden sich die entsprechenden Vorschriften in § 51 SGB V.

normanescio
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Re: Rücktritt vom Rentenantrag?

Beitrag von normanescio »

Mich würde speziell der Fall der Arbeitslosenversicherung interessieren. Wenn man mit 61 Jahren arbeitslos wird, hat man dann nicht das Recht, sich einen neuen Job zu suchen, sondern wird gleich in Zwangsrente geschickt (im Fall einer vorliegenden Schwerbehinderung)?

FM
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Re: Rücktritt vom Rentenantrag?

Beitrag von FM »

Salamimethode.

Tastenspitz
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Re: Rücktritt vom Rentenantrag?

Beitrag von Tastenspitz »

normanescio hat geschrieben:
17.05.20, 14:44
hat man dann nicht das Recht, sich einen neuen Job zu suchen,
Wie lange möchten sie denn suchen dürfen? Solange die Bearbeitung des Antrags dauert?
Ich meine man wird nicht von heute auf morgen entlassen, es sei denn man stellt sich sehr dumm an. Schon gar nicht mit einer Behinderung. Was hindert einen daran während der Kündigungsfrist zu suchen.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
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winterspaziergang
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Re: Rücktritt vom Rentenantrag?

Beitrag von winterspaziergang »

normanescio hat geschrieben:
16.05.20, 20:38
Danke für die Antworten, aber unter welchen Voraussetzungen kann denn die Agentur für Arbeit bzw. Krankenkasse jemand in seinen Rechten einschränken?
gar nicht, steht einem frei sich einen neuen Job zu suchen oder auch ohne Job und ohne Rentenantrag zu leben.

Die AfA oder KK beruft sich lediglich auf ihre Rechte, die sie nicht eingeschränkt sehen möchte - womit bestimmte Konsequenzen der Auszahlung einher gehen.

Old Piper
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Re: Rücktritt vom Rentenantrag?

Beitrag von Old Piper »

normanescio hat geschrieben:
17.05.20, 14:44
Wenn man mit 61 Jahren arbeitslos wird, hat man dann nicht das Recht, sich einen neuen Job zu suchen, sondern wird gleich in Zwangsrente geschickt (im Fall einer vorliegenden Schwerbehinderung)?
Zum einen wird niemand in "Zwangsrente" geschickt. Zum anderen wird m.W. während der Anspruchsdauer des Alg I nur zur EM-Rentenantragstellung aufgefordert, wenn die Agentur das Vorliegen einer Erwerbsminderung vermutet. Zur Altersrentenantragstellung wird ggf. erst bei Alg II - Bezug aufgefordert (Ausnahme: Regelaltersrente, da endet der Anspruch auch auf Alg I)
MfG
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Evariste
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Re: Rücktritt vom Rentenantrag?

Beitrag von Evariste »

Tastenspitz hat geschrieben:
18.05.20, 07:11
Ich meine man wird nicht von heute auf morgen entlassen, es sei denn man stellt sich sehr dumm an. Schon gar nicht mit einer Behinderung. Was hindert einen daran während der Kündigungsfrist zu suchen.
Ich weiß nicht, was das immer soll. Wir kennen die Hintergründe nicht, aber im Zweifel unterstellt man mal, der TE stellt sich nur dumm an.

Fall aus der Praxis (nicht mein eigener): Arbeitgeber (deutsche Tochter eines amerikanischen Großunternehmens, mit Betriebsrat) schließt einen ganzen Bereich und verschickt in Rahmen dessen betriebsbedingte Kündigungen. Zustimmung des Integrationsamts für die Kündigung der behinderten Mitarbeiter wurde _nicht_ eingeholt (warum auch immer). Natürlich eine Steilvorlage für die betroffenen Arbeitnehmer, die gegen die Kündigung gerichtlich vorgehen. Am Ende gibt es eine Auflösungsvereinbarung mit Abfindung. Während des laufenden Verfahrens einen neuen Job zu suchen, macht irgendwie wenig Sinn, oder?

Es lassen sich viele andere Szenarien ausdenken, z. B. Vertrag war nur befristet und wird nicht verlängert,oder auch: Arbeitgeber wird insolvent. Gerade in Coronazeiten dürfte es ziemlich viele Fälle von "überraschender" Arbeitslosigkeit geben. Und die Suche nach einer neuen Stelle dürfte auch länger dauern.

Tastenspitz
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Re: Rücktritt vom Rentenantrag?

Beitrag von Tastenspitz »

Evariste hat geschrieben:
18.05.20, 10:59
aber im Zweifel unterstellt man mal, der TE stellt sich nur dumm an.
Wenn man den Satz im Ganzen liest, stellt es sich heraus, dass das hier nicht geschehen ist.
Ansonsten bleibe ich auch bei meinen Fragen um in Sachen
FM hat geschrieben:
17.05.20, 23:33
Salamimethode.
hier weiter zu kommen.
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normanescio
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Re: Rücktritt vom Rentenantrag?

Beitrag von normanescio »

Um es klarzustellen: Ich bin aktuell nicht arbeitslos. Dennoch besteht in der gegenwärtigen Situation ein gewisses Risiko der Firmen-Insolvenz.
In diesem Fall würde ich mir gerne einen neuen Job suchen. Ich habe allerdings Zweifel, dass die 3 Monate Insolvenzgeld in diesem Alter ausreichend sind, einen neuen Job zu finden. Deswegen würde ich gerne unter Bezug von Arbeitslosengeld (das mir grundsätzlich 2 Jahre zustehen würde) weitersuchen. Da bei mir eine 50% Erwerbsminderung besteht, hat mich der Satz
"Der Gesetzgeber hat halt eine bestimmte Rangfolge von Sozialleistungen festgelegt. Z. B. für Krankengeld finden sich die entsprechenden Vorschriften in § 51 SGB V." hellhörig gemacht.
Jetzt würde ich gerne wissen, wo sich die entsprechenden Vorschriften für das Arbeitslosengeld befinden (damit ich meine gegebenenfalls eintretende Situation im Vorfeld abschätzen kann.
Ist diese Frage so aus der Welt?

Celestro
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Re: Rücktritt vom Rentenantrag?

Beitrag von Celestro »

normanescio hat geschrieben:
20.05.20, 20:45

Ist diese Frage so aus der Welt?
Nein! Es ist nur unsagbar ätzend, wenn man im Verlauf einer Diskussion herausliest, dass ein Fragesteller etwas ganz anderes wissen will, als die Ausgangsfrage vermuten lässt.

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