Neubeantragung Entgelte Pflegeheim

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Czauderna
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Re: Neubeantragung Entgelte Pflegeheim

Beitrag von Czauderna »

FM hat geschrieben:
08.07.20, 10:46
Czauderna hat geschrieben:
08.07.20, 09:27
Ich persönlich z.B. sehe es auch nicht ein, dass es Eigenanteile, also Kostenbeteiligung der Bewohner für die Pflege selbst gibt - hier hat die Pflegeversicherung 100% zu übernehmen und da sollten die Pauschalbeträge für die Pflegekassen angepasst werden.
Das würde allerdings einen völligen Systemwechsel der Pflegeversicherung bedeuten, die anders als die Krankenversicherung nur gedeckelte Leistungen kennt - das ist in der häuslichen Pflege ja ähnlich, mehr als einen bestimmten Betrag je Pflegegrad darf es nicht kosten, bzw. es muss dann selbst oder von der Sozialhilfe gezahlt werden.

Eine Änderung ist aber nicht über Pflegesatzregelungen erreichbar, dazu müsste man politische Wege nehmen, also das Gesetz ändern.
Hallo,
das ist richtig, hier ist die Politik gefragt - sehe ich auch so und meinte ich auch, habe es leider nur nicht geschrieben.
Danke für die Ergänzung.
Gruss
Czauderna

s97446
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Re: Neubeantragung Entgelte Pflegeheim

Beitrag von s97446 »

Das sehe ich ja im Prinzip genauso ... nur wird die Politik natürlich auf die Schnelle nicht diese avisierten Erhöhungen verhindern oder schmälern.

Ich wäre ja für's Erste schon froh, wenn mir jemand erklären könnte, welche Personalkosten das sein sollen, die "von jetzt auf gleich" derart steigen sollen? Denn es ist ja jetzt nicht so, dass Pflegekräfte ab dem 01.08. +/- 20% mehr verdienen werden ...!? :roll:

Czauderna
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Re: Neubeantragung Entgelte Pflegeheim

Beitrag von Czauderna »

Hallo,
ich habe mal im Vertrag nachgeschaut, den ich damals für meinen Vater unterschreiben musste - leider kann ich die Originalseite nicht hierher kopieren, deshalb formuliere ich das mal selbst.
Im Vertrag steht das Ganze als § mit dem Titel Einrichtungsentgelte
Dort sind nacheinander aufgeführt die Beträge, die pro Tag von den Bewohnern selbst zu zahlen sind
1. Entgelt für Unterkunft und Verpflegung
2. Pflegevergütung für allgemeine Pflegeleistung (Personalkosten)
Hier wird unterschieden nach Pflegegraden (1 - 5)
beispielsweise bei Pflegegrad 1 = 37,45 € pro Tag und bei Pflegegrad 5 = 87,99 E pro Tag
In diesen Beträgen sind enthalten
Ausbildungszuschlag von 1,96 € sowie ein
Ehrenamtszuschlag von 0,28 €
Diese Beträge werden nicht einseitig vom Pflegeheim festgelegt, sondern müssen genehmigt werden.
In unserem Fall war es im Jahre 2017 so, dass wir schon bei der Aufnahme wussten, dass es zum 01.01.2018 eine Anhebung geben würde, die auch schon genehmigt war.
3. § 84 Abs. 1 Satz 3 SGB XI. -das ist der täglich Einrichtungseinheitlicher Pflegeanteil - betrug bei uns 22,07 €
4. Investitionskosten (§ 82 Abs. 3 und 4 SGB XI)
Alles in allem waren es bei uns ca. 88,00 € pro Tag, die für Unterkunft, Verpflegung und Personalkosten zu zahlen waren.
Diese Zahlen basieren auf einer Kalkulation für die Zukunft unter der Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Vergangenheit. Das ist bei Krankenhaussätzen ganz genau so, nur das dort eben der Patient nur seine 10,00 € pro Tag zahlt - bei der Pflegeversicherung ist es anders.
Gruss
Czauderna

FM
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Re: Neubeantragung Entgelte Pflegeheim

Beitrag von FM »

Czauderna hat geschrieben:
08.07.20, 13:44
Das ist bei Krankenhaussätzen ganz genau so, nur das dort eben der Patient nur seine 10,00 € pro Tag zahlt - bei der Pflegeversicherung ist es anders.
Der Vergleich hinkt etwas, weil der KH-Patient gleichzeitig seine Wohnung, Heizung, Strom usw. zuhause auch weiterzahlen muss, für den Pflegeheimbewohner fällt das alles weg. Trotzdem sind um die 2000 Euro monatlich für allgemeinen Lebensunterhalt einschl. Wohnung schon deutlich mehr, als die meisten Rentner überhaupt zahlen könnten.

Czauderna
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Re: Neubeantragung Entgelte Pflegeheim

Beitrag von Czauderna »

FM hat geschrieben:
08.07.20, 13:59
Czauderna hat geschrieben:
08.07.20, 13:44
Das ist bei Krankenhaussätzen ganz genau so, nur das dort eben der Patient nur seine 10,00 € pro Tag zahlt - bei der Pflegeversicherung ist es anders.
Der Vergleich hinkt etwas, weil der KH-Patient gleichzeitig seine Wohnung, Heizung, Strom usw. zuhause auch weiterzahlen muss, für den Pflegeheimbewohner fällt das alles weg. Trotzdem sind um die 2000 Euro monatlich für allgemeinen Lebensunterhalt einschl. Wohnung schon deutlich mehr, als die meisten Rentner überhaupt zahlen könnten.
Hallo,
mir ginge es auch nicht um den Vergleich direkt, sondern um das Zustandekommen solcher "Sätze", und das im Pflegefall zu Hause alles wegfällt, das kann man pauschal auch nicht sagen, wenn es sich um Heimbewohner /in handelt, wo es eben zu Hause noch einen Ehemann oder Ehefrau gibt - da fällt eben nicht alles weg. Ich habe das in meiner Tätigkeit als Leistungsentscheider bei einer GKV-Kasse sehr häufig verfolgen können und müssen, was sich da für "Dramen" abgespielt haben bevor dann alles so weit weg war, bis das Sozialamt gezahlt hat und das erlebe ich gerade auch im näheren Umfeld.
Gruss
Czauderna

s97446
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Re: Neubeantragung Entgelte Pflegeheim

Beitrag von s97446 »

Czauderna hat geschrieben:
08.07.20, 13:44
Alles in allem waren es bei uns ca. 88,00 € pro Tag, die für Unterkunft, Verpflegung und Personalkosten zu zahlen waren.
Diese Zahlen basieren auf einer Kalkulation für die Zukunft unter der Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Vergangenheit. Das ist bei Krankenhaussätzen ganz genau so, nur das dort eben der Patient nur seine 10,00 € pro Tag zahlt - bei der Pflegeversicherung ist es anders.
Unterkunft und Verpflegung sind im konkreten Fall aber außen vor ... es geht nur um die Pflegekosten, die auf Grund gestiegener Personal(neben)kosten um 20% oder mehr steigen sollen - was de facto nicht nachvollziehbar ist.

FM
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Re: Neubeantragung Entgelte Pflegeheim

Beitrag von FM »

s97446 hat geschrieben:
08.07.20, 14:08
Unterkunft und Verpflegung sind im konkreten Fall aber außen vor ... es geht nur um die Pflegekosten, die auf Grund gestiegener Personal(neben)kosten um 20% oder mehr steigen sollen - was de facto nicht nachvollziehbar ist.
Klingt schon nach viel, lineare Gehaltssteigerungen liegen eher bei etwa 3 % im Jahr. Dazu können aber Stufenaufstiege kommen, eine Veränderung der Fachkraftquote, außerordentliche Personalkosten etwa wegen hoher Krankheitsquoten, Fortbildungskosten, ein neu gewählter Betriebsrat usw. Eben um das zu klären gibt es ja das Einsichtsrecht. Wobei die Daten wohl anonymisiert werden müssen.

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