Verhalten bei Kündigung / Krankheit

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Moderator: FDR-Team

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ASchwiedy
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Verhalten bei Kündigung / Krankheit

Beitrag von ASchwiedy »

Hallo,

ich stelle diese Frage hier für eine bekannte Person A....

Diese wurde aufgrund Krankheit während der Probezeit (Frist 2 Wochen) zum 30.04. gekündigt und hat sich deshalb auch arbeitssuchend gemeldet. "A" ist nun die vierte Woche krank und ist auch noch die nächste Woche (letzte Arbeitswoche) krank geschrieben. Leider wird sich die Krankheit auch über die Kündigung fortsetzten. Warten auf MRT usw....
Wie soll sich A nun verhalten? Krankengeld erhält man ja erst nach 6 Wochen. Arbeitslosigkeit tritt ja aber schon nach 5 Wochen ein. Wird hier dann nur für eine Woche ALG1 bezahlt?

Gruß
Andi
Stefanie145
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Re: Verhalten bei Kündigung / Krankheit

Beitrag von Stefanie145 »

Hallo,

bei einer Kündigung auf Grund der Arbeitsunfähigkeit hat der Arbeitgeber 6 Wochen Entgeltfortzahlung zu leisten, auch wenn in der Zwischenzeit das Beschäftigungsverhältnis endet. (vgl. § 8 Abs. 1 EntgFG)
ExDevil67
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Re: Verhalten bei Kündigung / Krankheit

Beitrag von ExDevil67 »

Wobei sich das bei einer Kündigung in der Probezeit vermutlich nur schwer wird nachweisen lassen.
Evariste
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Re: Verhalten bei Kündigung / Krankheit

Beitrag von Evariste »

ASchwiedy hat geschrieben: 23.04.21, 06:00 Krankengeld erhält man ja erst nach 6 Wochen.
Ja und nein. Anspruch auf Krankengeld besteht ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit, der Anspruch ruht aber, solange der AG das Gehalt weiterzahlt. D. h. wenn der Entgeltfortzahlungsanspruch früher endet, gibt es ab dann Krankengeld.

Das wäre z. B. relevant, wenn ein AN erkrankt, nachdem das Arbeitsverhältnis bereits gekündigt ist. Im Extremfall kann das dazu führen, dass man schon nach wenigen Tagen Krankengeld bekommt. Oder - bei laufendem Arbeitsverhältnis - schon vom 1. Tag an, wenn die Wartezeit für die Entgeltfortzahlung noch nicht erreicht wurde.

Im vorliegenden Fall dürfte aber der Entgeltfortzahlungsanspruch weiterlaufen, außer der AG zieht einen anderen Grund aus dem Hut und kann ihn auch beweisen:
Wenn der Arbeitgeber behauptet, dass die Kündigung nicht wegen der Krankheit des Mitarbeiters erfolgte, muss er im Streitfall darlegen und nachweisen, dass die Kündigung aus einem anderen Anlass erfolgt ist. Gelingt dies nicht, hat der ehemalige Mitarbeiter Anspruch auf Entgeltfortzahlung auch über das Beschäftigungsende hinaus.
Wenn sich der AG weigert, weiter Entgeltfortzahlung zu leisten, muss man ihn aber nicht unbedingt verklagen:
Sollte der Arbeitgeber bei Erkrankung des gekündigten Mitarbeiters eine Entgeltfortzahlung verweigern, obwohl die Kündigungsfrist noch läuft und die sechs Wochen noch nicht abgelaufen sind, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Krankengeld. Die Krankenkasse muss also in Vorleistung treten, damit die wirtschaftliche Existenz des Versicherten gewährleistet ist. Der Vergütungsanspruch geht dann auf die Krankenkasse über; sie muss sich das ausgezahlte Krankengeld beim Arbeitgeber wiederholen und den Arbeitgeber dazu nötigenfalls auf Zahlung verklagen.
Ach ja, und noch etwas - ALG1 gibt es erst einmal nicht, weil man als Kranker nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Der ALG1-Bezug beginnt am ersten Tag, an dem man wieder arbeitsfähig ist (persönliche Arbeitslosenmeldung nicht vergessen).
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