Kindergeld wurde aufgrund von Krankheit von den Eltern gestoppt

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Lilieee
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Kindergeld wurde aufgrund von Krankheit von den Eltern gestoppt

Beitrag von Lilieee »

Lisa ist 22 Jahre alt und befindet sich seit dem September 2019 in der Ausbildung und wohnt seitdem auch nicht mehr zuhause. Das Kindergeld wurde in dieser Zeit an ihre Eltern gezahlt und ihr von diesen überwiesen. Seit dem Februar 2022 ist sie durchgehend krankgeschrieben.
Ihre Eltern meldeten sich bei ihr im Juli 2022 mir der dringenden Bitte ihre Atteste Ihnen zugänglich zu machen, da sie in Internetrecherche festgestellt haben, dass der Kindergeldanspruch nach sechs Monaten Krankheit, auch wenn man noch in dem Ausbildungsverhältnis steht, verfällt.

Da der Vater nun sehr besorgt war, dass er eventuell das Geld nachzahlen müsste, wenn es nach diesen sechs Monaten einfach weitergezahlt werden würde, drängten sowohl die Mutter und der Vater ( in Form von Nachrichten, Anrufen etc.)dazu, nun endlich die Atteste zu schicken, damit sie das Kindergeld einstellen würden. Das Argument war hier, dass die Ausbildung ja eh nicht vollendet werden würde. Zu diesem Zeitpunkt gab es allerdings kein Attest, dass die generelle Eignung für diesen Beruf in Frage stellte aber auch nichts dafür, dass es an dem oder dem Tag zu einer Gesundung kommen würde. Da ihr Zustand zu dem Zeitpunkt komplett in der schwebe war, war also gar nicht klar, wie es weiter gehen würde.

Seit August bekommt Lisa nun von ihnen kein Kindergeld mehr überwiesen, wobei sie nicht darauf vertraut, dass sie dieses tatsächlich auch eingestellt haben oder dies einfach nur ihr gegenüber behaupten und sich selbst in die Tasche stecken. Sie hat seit diesem Zeitpunkt keinen Kontakt mehr zu den Eltern, das Verhältnis war schon immer sehr schwierig, die Eltern sind auch beim Jugendamt bekannt und es besteht keine Möglichkeit, mit ihnen über die Problematik zu reden.

Nun läuft der Ausbildungsvertrag bald aus aus und Lisa wird in Teilzeit arbeiten. Sie hat mich dazu entschlossen zu studieren (ab Januar 2023) an einer Fernuniversität und hat sich hier auch bereits um eine Immatrikulation gekümmert. Aus gesundheitlichen Gründen hat sie sich vor kurzem schweren Herzens dazu entschieden, die Ausbildung nicht zu verlängern und zu studieren, wobei ihr Mann und sie darauf angewiesen sind, die Studiengebühren vorher bereits zumindest teilweise anzusparen. Sie befindet sich derzeit aber auch noch in ärztlicher Behandlung und kann daher nur in Teilzeit arbeiten und ist theoretisch auf das Kindergeld angewiesen. Da sie nun wieder arbeiten wird bezieht Lisa dann auch kein Krankengeld mehr und „wartet“ ja theoretisch auf einen Studienplatz und würde sich gerne über ihre Möglichkeiten informieren.

Da sie in ihrem vorher angestrebten Beruf nicht weiterarbeiten kann derzeit, ist auch keine Wiedereingliederungsmaßnahme möglich und daher ist in Teilzeit zu arbeiten die derzeit einzige Möglichkeit, um die laufenden Kosten zu decken und wieder ins Berufsleben einzusteigen.
Lisa weiß, dass ich ab Januar 2023 als offizielle Studentin ganz normal Kindergeld beantragen kann. Sie ist aber der Meinung, dass es ihr nun auch für die Übergangszeit von vier Monaten zusteht. Sie hat bereits versucht sich bei der Kindergeldkasse zu melden. Diese teilten ihr mit, dass sie ihr nicht helfen könnten, da ihre Eltern eventuell derzeit die Leistungsempfänger sind und sie daher kein Auskunftsrecht hat und solle einen Abzweigungsantrag ausfüllen. Dies kann Lisa aber nicht tun, da sie ja erstens gar nicht weiß, ob sie überhaupt Kindergeld bekommt (offiziell vom Amt) und zweitens nicht die nötigen Informationen hat (zum Beispiel die nötige Kindergeld Nummer).
Zudem hat sie folgendes Problem: Sie ist theoretisch ja berechtigt Kindergeld zu bekommen, da sie noch keine abgeschlossene Ausbildung habe und ja in vier Monaten studiert (Stichwort maximal vier Monate für Übergangsfrist). Lisa fällt hier ja aber praktisch raus, da ihre Eltern laut ihrer Aussage (ihres Erachtens unrechtmäßig)ihr Kindergeld vor zwei Monaten beendet haben. Das heißt, wenn sie es neu beantragen müsste, wäre sie ja zu diesem Zeitpunkt der Beantragung dann in keiner Ausbildung und keinem Studium und würde es nicht genehmigt bekommen.

Was hat sie für Möglichkeiten? Sie kommt weder mit den Anträgen auf der Website, noch mit der Hotline oder Interne Recherche weiter.
Wie ist die Rechtslage?
lottchen
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Re: Kindergeld wurde aufgrund von Krankheit von den Eltern gestoppt

Beitrag von lottchen »

Lilieee hat geschrieben: 07.09.22, 14:36 Abtrennungs-/abzweigungsantrag......Dies kann Lisa aber nicht tun, da sie ja erstens gar nicht weiß, ob sie überhaupt Kindergeld bekommt (offiziell vom Amt) und zweitens nicht die nötigen Informationen hat (zum Beispiel die nötige Kindergeld Nummer).

Da macht es sich Lisa ja nun etwas einfach. Wenn sie keinen Antrag stellt kann sie nicht erfahren ob sie was bekommt (wenn sie nicht mal telefonisch Auskunft erhält was mich sehr wundert) und wenn sie die Kindergeldnummer nicht hat dann muss sie diese entweder erfragen oder den Antrag ohne diese Nummer stellen. Kann man ja ein kurzes Anschreiben mit Erklärung dazu machen. Lisa ist ja nicht das einzige "Kind", was mit den Eltern über Kreuz liegt. Der Kindergeldkasse sind solche Fälle doch bekannt.
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Dummerchen
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Re: Kindergeld wurde aufgrund von Krankheit von den Eltern gestoppt

Beitrag von Dummerchen »

Lisa hat dereit aber keinen Kindergeldanspruch: Sechs Monate die Ausbildung wegen Krankheit unterbrochen und der Anspruch ist weg. Jetzt hat sie die Ausbildung abgebrochen und will erstmal arbeiten gehen, da hat sie ebenfalls keinen Anspruch. Sie wird wohl zu Beginn des Studiums einen neuen Antrag stellen und bis dahin ihren Lebensunterhalt selbst erarbeiten müssen.

Aber einen Lichtblick gibt es: wenn "ihr Mann" ein offizieller Ehemann ist, hat sie Unterhaltsansprüche gegen ihn.
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ExDevil67
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Re: Kindergeld wurde aufgrund von Krankheit von den Eltern gestoppt

Beitrag von ExDevil67 »

Lilieee hat geschrieben: 07.09.22, 14:36 Seit August bekommt Lisa nun von ihnen kein Kindergeld mehr überwiesen, wobei sie nicht darauf vertraut, dass sie dieses tatsächlich auch eingestellt haben oder dies einfach nur ihr gegenüber behaupten und sich selbst in die Tasche stecken.
Was aber Lisa relativ egal sein kann. Denn selbst wenn die Kindergeldkasse noch an die Eltern zahlt. Die spätere Rückforderung wenn die Kindergeldkasse mitbekommt das da Leistungen unberechtigt gezahlt wurden wird sich gegen die Eltern richten. D.h. wenn würden sich die Eltern das Geld nur temporär in die eigene Tasche stecken können.
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