Witwenrente?

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Altbauer
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Witwenrente?

Beitrag von Altbauer »

Mal ein konstruierter Fall (am Stammtisch diskutiert)
Herr A, 70Jahre alt, Rentner, alleinstehend ,hat Mitleid mit seiner Nachbarin (25 Jahre alt, 1 Kind, gerade schwanger geworden, Ehemann 25-järiger Student gestern tödlich verunglückt). Er überlegt sich, der Nachbarin (wohlgemerkt ohne Hintergedanken ihr gegenüber) eine Eheschließung anzubieten, damit sie später von ihm eine Witwenrente bekommt.
Ihm ist bekannt, dass der Gesetzgeber einen Riegel vorgeschoben hat, aber auch ein Hintertürchen offen gelassen hat. Wenn die Nachbarin nach eiliger Eheschließung ihr Kind zur Welt bringt, dann gilt er als Vater und mit einer Wiwenrente für die Nachbarin sähe es dann besser aus.

Frage: Könnte jetzt z.B. irgendeine Behörde einen Vaterschaftsnachweis verlangen?
Old Piper
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Re: Witwenrente?

Beitrag von Old Piper »

Ein innerhalb einer Ehe geborenes Kind gilt bis zum Beweis des Gegenteils als das Kind der Eheleute, selbst wenn es ganz offensichtlich ist, dass das nicht so ist.
Mit welcher Begründung sollte sie (die Behörde) das also tun können? Um genau solche Eingriffe in die Privatsphäre zu vermeiden, gibt es ja diese Fiktion der Elternschaft.
MfG
Old Piper
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hambre
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Re: Witwenrente?

Beitrag von hambre »

Altbauer hat geschrieben:...eine Eheschließung anzubieten, damit sie später von ihm eine Witwenrente bekommt.
Das würde grundsätzlich klappen, jedoch sollte Herr A bedenken, dass die Nachbarin nur Anspruch auf die kleine Witwenrente hätte. Das Kind hätte dagegen Anspruch auf eine Halbwaisenrente.

Herr A möge aber bedenken, dass er nach Umsetzung seines Plans Unterhalt für Frau und Kind zahlen muss.
Altbauer hat geschrieben:Könnte jetzt z.B. irgendeine Behörde einen Vaterschaftsnachweis verlangen?
Nein, außerdem wären die aktuell zuständigen Behörden wohl froh, dass Herr A den Unterhalt bezahlt und die Nachbarin daher keine Sozialleistungen beziehen muss.
ExDevil67
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Re: Witwenrente?

Beitrag von ExDevil67 »

hambre hat geschrieben: 07.03.23, 18:07 Das würde grundsätzlich klappen, jedoch sollte Herr A bedenken, dass die Nachbarin nur Anspruch auf die kleine Witwenrente hätte. Das Kind hätte dagegen Anspruch auf eine Halbwaisenrente.

Herr A möge aber bedenken, dass er nach Umsetzung seines Plans Unterhalt für Frau und Kind zahlen muss.
Und das sein jüngstes Kind und seine neue Ehefrau gleichberechtigte Erben mit ggf vorhandenen Kindern aus einer früheren Ehe wären.
anderernutzer
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Re: Witwenrente?

Beitrag von anderernutzer »

Auf die Halbwaisenrente hat das Kind doch ab Geburt schon Anspruch durch den verunglückten Vater.
Diese würde ja für evtl. viele Jahre entfallen bis der neue Ehemann auch verstirbt.
ExDevil67
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Re: Witwenrente?

Beitrag von ExDevil67 »

anderernutzer hat geschrieben: 08.03.23, 07:33 Auf die Halbwaisenrente hat das Kind doch ab Geburt schon Anspruch durch den verunglückten Vater.
Grundsätzlich ja, allerdings berechnet sich die Waisenrente aus der Rente des Vaters. Und da dürfte Herr A mit abgeschlossenem Berufsleben die finanziell attraktivere Variante sein.
anderernutzer hat geschrieben: 08.03.23, 07:33 Diese würde ja für evtl. viele Jahre entfallen bis der neue Ehemann auch verstirbt.
Richtig, aber bis dahin wäre Herr A regulär unterhaltspflichtig.
Old Piper
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Re: Witwenrente?

Beitrag von Old Piper »

hambre hat geschrieben: 07.03.23, 18:07... dass die Nachbarin nur Anspruch auf die kleine Witwenrente hätte.
Nein - so lange sie ein Kind erzieht (egal ob eigenens oder ein Kind des Verstorbenen), ist sie eine große Witwe --> § 46 Abs. 2 SGB VI
anderernutzer hat geschrieben: 08.03.23, 07:33Auf die Halbwaisenrente hat das Kind doch ab Geburt schon Anspruch durch den verunglückten Vater.
Diese würde ja für evtl. viele Jahre entfallen bis der neue Ehemann auch verstirbt.
Vorausgesetzt der verunglückte Vater hat die allgemeine Wartezeit in der gesetzl. RV erfüllt. Lt. Eingangspost war er Student.
MfG
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