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recht.de • Thema anzeigen - Schmerzensgeld - Wer trägt die Kosten? Mutter oder Vater?
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BeitragVerfasst: 11.03.18, 15:38 
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Moin,

mein Sohn hatte eine Schlägerei in der Schule. Bei dem er jemanden die Nase gebrochen hat.
Wie mir die Mutter meines Sohnes erzählt hat, haben die Eltern des anderen Jungen nun eine Strafanzeige gestellt und einen Anwalt eingeschaltet bezüglich Schmerzensgeld.

Die Mutter ist seit mehreren Jahren verheiratet und hat kein eigenes Einkommen, nur der neue Ehemann hat Einkommen.
Ich war mit der Mutter nie verheiratet und habe damals nicht das Sorgerecht für meinen Sohn erhalten, nur ein Umgangsrecht.
Mein Sohn lebt bei seiner Mutter und ihrem neuen Ehemann.

Jetzt sagte die Mutter, da sie kein Einkommen hat und ihr Ehemann nicht dafür aufkommen will, dass ich für den Schaden, den mein Sohn verursacht hat aufkommen muss und Schmerzensgeld an den anderen Jungen bezahlen muss. :?:


Zuletzt geändert von mr999 am 11.03.18, 15:52, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 11.03.18, 15:45 
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Der Junge haftet selbst, sofern er deliktfähig (>7J alt) war und sein Unrecht einsehen konnte.
Wenn der Anspruchsgegner es darauf anlegt bis zum Pfänden des ersten eigenen Einkommens, ggf. 30 Jahre ab gerichtlicher Feststellung (Titel).
Alternativ ggf. die Schule/Lehrer bei Nachweis einer vernachlässigten Aufsichtspflicht.

Wenn die Mutter es übernehmen möchte, ist das ihre Sache.
Die Forderung an den Kindsvater weiterzuleiten funktioniert nicht.


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BeitragVerfasst: 11.03.18, 15:52 
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Themenstarter
Ok, Danke.
Was meinst du mit "Wenn die Mutter es übernehmen möchte, ist das ihre Sache."


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BeitragVerfasst: 11.03.18, 16:07 
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Wenn die Mutter die Verpflichtungen Ihres Sohnes begleichen möchte, kann sie das ja gerne tun.
Das verpflichtet dann aber nicht im nächsten Schritt automatisch den Vater.


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BeitragVerfasst: 11.03.18, 16:09 
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Schmerzensgeld ist Schadensersatz, den kann jeder für jeden anderen begleichen.


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BeitragVerfasst: 11.03.18, 16:44 
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Interessant ist aber die Frage: angenommen, der Junge wird verklagt, wer kommt dann für die Prozesskosten auf?


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BeitragVerfasst: 11.03.18, 16:49 
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Dazu (für mich überraschend): http://www.anwalt-anger-jena.de/blog/fa ... ten-265954


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BeitragVerfasst: 11.03.18, 17:17 
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Evariste hat geschrieben:
Interessant ist aber die Frage: angenommen, der Junge wird verklagt, wer kommt dann für die Prozesskosten auf?
Wie immer bei einem Zivilprozess: der Verlierer. Die Prozesskosten als Rechtsverfolgungskosten teilen das Schicksal der Hauptforderung, sind also vom Schädiger zu begleichen. Es gilt also auch dafür die Anwalt von Gammaflyer:
Zitat:
Der Junge haftet selbst, sofern er deliktfähig (>7J alt) war und sein Unrecht einsehen konnte.
Wenn der Anspruchsgegner es darauf anlegt bis zum Pfänden des ersten eigenen Einkommens, ggf. 30 Jahre ab gerichtlicher Feststellung (Titel).
Alternativ ggf. die Schule/Lehrer bei Nachweis einer vernachlässigten Aufsichtspflicht.


Falls gemeint war: Wer zahlt dem Jungen den Anwalt, um sich gegen die Klage zu verteidigen? -> Die Unterhaltsverpflichteten, bzw. da der Junge minderjährig ist, können die Sorgeberechtigten in seinem Namen Prozesskostenhilfe beantragen.

_________________
Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 11.03.18, 18:35 
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SusanneBerlin hat geschrieben:
Falls gemeint war: Wer zahlt dem Jungen den Anwalt, um sich gegen die Klage zu verteidigen?

Ja, das meinte ich.


SusanneBerlin hat geschrieben:
Die Unterhaltsverpflichteten, bzw. da der Junge minderjährig ist, können die Sorgeberechtigten in seinem Namen Prozesskostenhilfe beantragen.

... und wenn der Vater genug verdient, wird der Antrag abgewiesen, oder?


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BeitragVerfasst: 11.03.18, 22:07 
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ich würd mal überlegen, ob da nicht die Schule ihre Aufsichtspflicht verletzt hat - dann muss die das Schmerzensgeld zahlen.

Mir fehlt noch die Angabe, wie alt der Sohn ist.

_________________
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.


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BeitragVerfasst: 11.03.18, 22:46 
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Themenstarter
15 ist er erst.


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BeitragVerfasst: 11.03.18, 22:52 
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Dann sollte er aber soweit einsichtsfähig sein, dass man Leuten nicht auf die Nase hauen darf und dass dadurch Verletzungen entstehen können. Insbesondere wenn man derart zulangt, dass das Ergebnis eine Nasenbeinfraktur ist.


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BeitragVerfasst: 13.03.18, 02:34 
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Wenn man schlau ist, einigt man sich mit der Gegenseite außergerichtlich, soweit es den zivilrechtlichen Teil angeht. Möglicherweise sogar ohne Anwälte. Dann muss man natürlich aufpassen, dass keiner den anderes über's Ohr haut. Eine Summe X aushandeln, mit der dann alle Schmerzensgeldansprüche abgegolten sind. Fährt man gegenseitig Anwälte auf und geht am Besten noch vor Gericht, freuen sich (idR. nur) die Anwälte (Honorar)

Hinsichtlich der Behandlungskosten kommt mglw. noch die Krankenversicherung auf den Sohn zu und verlangt Schadenersatz (muss aber nicht sein, ich kenne viele Fälle wo darauf verzichtet wurde, bei Jugendlichen)

PS:
Zitat:
Die Mutter ist seit mehreren Jahren verheiratet und hat kein eigenes Einkommen, nur der neue Ehemann hat Einkommen.

[...]

Jetzt sagte die Mutter, da sie kein Einkommen hat und ihr Ehemann nicht dafür aufkommen will


Ganz so einfach kann Muttern sich da auch nicht aus der Affäre ziehen. Ihr neuer Gatte ist ihr Unterhaltsverpflichtet. Somit hat sie "Einkommen"

_________________
Mit freundlichen Grüßen
J.A.
**************
OLG Hamm, 4 RVs 159/16 : "Bewusstes Ausbremsen von Radfahrern mit der Beifahrertür ist strafbar"
Ahja ?! ;-)


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BeitragVerfasst: 13.03.18, 11:36 
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Beiträge: 626
J.A. hat geschrieben:
Ganz so einfach kann Muttern sich da auch nicht aus der Affäre ziehen. Ihr neuer Gatte ist ihr Unterhaltsverpflichtet. Somit hat sie "Einkommen"


Hoffentlich keine doofe Frage: Ist das grundsätzlich so?

_________________
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BeitragVerfasst: 13.03.18, 12:45 
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Beiträge: 11933
gargamel111 hat geschrieben:
Hoffentlich keine doofe Frage: Ist das grundsätzlich so?
Ja es ist grundsätzlich so, dass Ehegatten gegenseitig unterhaltsverpflichtet sind. Wäre das nicht so, gäbe es weder Trennungsunterhalt noch nachehelichen Unterhalt und jeder könnte seinen nicht mehr geliebten Ehepartner einfach in die Wüste schicken ohne finanzielle Verpflichtungen.

Die Unterhaltspflicht entsteht aber nicht erst mit der Trennung, sondern mit der Eheschließung.

_________________
Grüße, Susanne


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