Handlung - Fahrlässigkeit?

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Beitragsschreiber

Beitrag von Beitragsschreiber »

@Dipl.-Sozialarbeiter

:lol:

Ja und... um es noch einmal auf den Punkt zu bringen.
Die Fälle "Biene im Auge" und "Fliege im Gesicht" unterscheiden sich (regelmäßig) in der Frage der Vermeidbarkeit des schädigenden Erfolges. Ohne Vermeidbarkeit keine Fahrlässigkeit.

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

botafoch hat geschrieben:...
*edit* ergänzend möchte ich darauf hinweisen, dass es sich in meinem Fall um einen Karton handelt :lol:
Gerade weil es um den Karton geht. Die Fliege wurde aber von Ihnen ins Spiel gebracht.

Ein Kartonwerfer, und da sind wir uns hoffentlich einig, ist weder eine Fliege, noch eine Biene. Obwohl, wenn die Biene laufen kann und zwei Beine hat ... :oops:

Also geht's wohl hier weiter?

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

botafoch hat geschrieben:Ok.. einigen wir uns darauf, dass in den Gerichtsurteilen (und auch daraufhin erstellten Unterlagen nur Murks steht)... :roll:
Nö - da sind wir nicht einig. Urteile betrachten immer einen Einzelfall. Eine kleine Änderung (Biene statt Fliege) kann eine große Wirkung haben. ;-)

botafoch
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Beitrag von botafoch »

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:
botafoch hat geschrieben:Ok.. einigen wir uns darauf, dass in den Gerichtsurteilen (und auch daraufhin erstellten Unterlagen nur Murks steht)... :roll:
Nö - da sind wir nicht einig. Urteile betrachten immer einen Einzelfall. Eine kleine Änderung (Biene statt Fliege) kann eine große Wirkung haben. ;-)
Ich wiederhole mich, wenn ich schreibe, dass in dem Urteil Insekten oder andere Fremdkörper steht :wink:

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

botafoch hat geschrieben:...
Ich wiederhole mich, wenn ich schreibe, dass in dem Urteil Insekten oder andere Fremdkörper steht :wink:
Statt vieler Worte:
Beitragsschreiber hat geschrieben:Ohne Vermeidbarkeit keine Fahrlässigkeit.

Beitragsschreiber

Beitrag von Beitragsschreiber »

botafoch hat geschrieben:
Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:
botafoch hat geschrieben:Ok.. einigen wir uns darauf, dass in den Gerichtsurteilen (und auch daraufhin erstellten Unterlagen nur Murks steht)... :roll:
Nö - da sind wir nicht einig. Urteile betrachten immer einen Einzelfall. Eine kleine Änderung (Biene statt Fliege) kann eine große Wirkung haben. ;-)
Ich wiederhole mich, wenn ich schreibe, dass in dem Urteil Insekten oder andere Fremdkörper steht :wink:
Das Unfehlbarkeitsdogma hat in der Rechtswissenschaft nichts verloren.
Und man sollte nicht jeden Satz in einem Urteil für sich gesehen als allgemeingültige Wahrheit begreifen. :roll:

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

Beitragsschreiber hat geschrieben:...
Das Unfehlbarkeitsdogma hat in der Rechtswissenschaft nichts verloren.
Und man sollte nicht jeden Satz in einem Urteil für sich gesehen als allgemeine Wahrheit begreifen. :roll:
:kopfstreichel: Vielleicht sollten wir die Gerichte durch Urteilsautomaten ersetzen. ;-)

Beitragsschreiber

Beitrag von Beitragsschreiber »

:liegestuhl: Machen wir das. Ich mache jetzt jedenfalls mal Pause. 8)

botafoch
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Beitrag von botafoch »

Gut. Dann will ich meine Meinung nun nochmal begründen :roll: :

Wenn ich mit offenem Fenster fahre, muss ich damit rechnen, dass was hereingeflogen kommt (und wenns ein rosa Elefant ist). Dh, wenn was hereinfliegt, dann hab ich vorher damit rechnen können und es vermeiden können, indem ich das Fenster schließe. Andernfalls ist mir zuzumuten, dass ich nicht überreagiere, wenn mir ein rosa Elefant auf der Nase sitzt.

Wie Sie innerhalb von Sekundenbruchteilen beurteilen können, welches Vieh auf Ihrer Nase sitzt (ok, bei einem rosa Elefanten könnts relativ einfach sein), ist mir schleierhaft, da man sich in der Regel erst erschreckt und dann guckt, was da sitzt und nicht umgekehrt.

Folglich ist nach meinem Verständnis irrelevant, was hereingeflogen kommt, es kommt nur darauf an, ob es vorhersehbar (ja, weil Fenster offen) und vermeidbar war (ja, weil Fenster schließen) (<-- DAS habe ich schon ne Seite vorher vermutet/in Frage gestellt, dass nur darauf abzustellen ist...)

Jetzt gut???

Beitragsschreiber

Beitrag von Beitragsschreiber »

Doch noch keine Pause.
botafoch hat geschrieben:Wenn ich mit offenem Fenster fahre, muss ich damit rechnen, dass was hereingeflogen kommt (und wenns ein rosa Elefant ist). Dh, wenn was hereinfliegt, dann hab ich vorher damit rechnen können und es vermeiden können, indem ich das Fenster schließe. Andernfalls ist mir zuzumuten, dass ich nicht überreagiere, wenn mir ein rosa Elefant auf der Nase sitzt.
1. Es gehört sicher nicht zu der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt, im Hinblick auf das mögliche Eindringen eines stechenden Insekts mit geschlossenen Fenstern zu fahren.
2. Das Drogenthema ist ein völlig neuer Gesichtspunkt.
botafoch hat geschrieben:Wie Sie innerhalb von Sekundenbruchteilen beurteilen können, welches Vieh auf Ihrer Nase sitzt (ok, bei einem rosa Elefanten könnts relativ einfach sein), ist mir schleierhaft, da man sich in der Regel erst erschreckt und dann guckt, was da sitzt und nicht umgekehrt.
Machen Sie es sich doch nicht so schwer und prüfen Sie einfach die Vermeidbarkeit des schädigenden Erfolges.
Der Richter hat es da ggf. einfacher als der Student, denn er erforscht den Sachverhalt und nicht die Gedanken des Aufgabenstellers.
botafoch hat geschrieben:Folglich ist nach meinem Verständnis irrelevant, was hereingeflogen kommt, es kommt nur darauf an, ob es vorhersehbar (ja, weil Fenster offen) und vermeidbar war (ja, weil Fenster schließen) (<-- DAS habe ich schon ne Seite vorher vermutet/in Frage gestellt, dass nur darauf abzustellen ist...)
Es bleibt im Einzelfall bei der Frage der Vermeidbarkeit des Erfolges.
Wenn ich eine Biene im Auge habe, kann ich für wenig garantieren.

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

Beitragsschreiber hat geschrieben:...
Wenn ich eine Biene im Auge habe, kann ich für wenig garantieren.
... und ist sie obendrein noch hübsch, dann ... 8)

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

botafoch hat geschrieben:...
Wenn ich mit offenem Fenster fahre, muss ich damit rechnen, dass was hereingeflogen kommt (und wenns ein rosa Elefant ist). Dh, wenn was hereinfliegt, dann hab ich vorher damit rechnen können und es vermeiden können, indem ich das Fenster schließe.
...
Darum hat mein Wagen eine Klimaautomatik. Vorteil im Sommer:
  • Fenster bleiben geschlossen, und kein rosa Elefant kommt rein.
Abwandlung der Aufgabe:
  • Fahrer erleidet einen Herzinfarkt (nein, nicht wegen der Biene) und verreißt das Lenkrad. Er trifft das Auto der Operndiva D.

    Frage:
    • Unfall vermeidbar?

Vormundschaftsrichter
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Beitrag von Vormundschaftsrichter »

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:Abwandlung der Aufgabe:Fahrer erleidet einen Herzinfarkt (nein, nicht wegen der Biene) und verreißt das Lenkrad. Er trifft das Auto der Operndiva D.

Frage:Unfall vermeidbar?
Nein.

Weitere Abwandlung der Aufgabe:

Fahrer erleidet einen Herzinfarkt (nein, nicht wegen der Biene) und verreißt das Lenkrad. Er trifft das Auto des Büroangestellten B.
Frage:Unfall vermeidbar?
Gruß
Vormundschaftsrichter


der stellvertretende nimmt seine nightstick und beginnt das Schlagen der daylights aus der Anwalt

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

Vormundschaftsrichter hat geschrieben:... Er trifft das Auto des Büroangestellten B.
Frage:Unfall vermeidbar?
Vermeidbar ja, wenn der " Büroangestellte B" nicht zur falschen Zeit am falschem Ort gewesen wäre. 8)

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