Handlung - Fahrlässigkeit?

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Vormundschaftsrichter
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Re: Handlung - Fahrlässigkeit?

Beitrag von Vormundschaftsrichter »

botafoch hat geschrieben:
Vormundschaftsrichter hat geschrieben: Wo sehen Sie denn bitte Fahrlässigkeit? Fahrlässig handelt, wer die erforderliche Sorgfalt nicht beachtet. Was kann denn A dafür, wenn er sich erschrickt und den Karton abwehrt?
Gegenfrage: Was kann der Autofahrer dafür, dem eine Biene ins Gesicht fliegt und das Steuer verreißt und jemanden umfährt? Der ist ja auch wg Fahrlässigkeit dran
Wohl kaum.
Gruß
Vormundschaftsrichter


der stellvertretende nimmt seine nightstick und beginnt das Schlagen der daylights aus der Anwalt

botafoch
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Re: Handlung - Fahrlässigkeit?

Beitrag von botafoch »

Vormundschaftsrichter hat geschrieben:
botafoch hat geschrieben:
Vormundschaftsrichter hat geschrieben: Wo sehen Sie denn bitte Fahrlässigkeit? Fahrlässig handelt, wer die erforderliche Sorgfalt nicht beachtet. Was kann denn A dafür, wenn er sich erschrickt und den Karton abwehrt?
Gegenfrage: Was kann der Autofahrer dafür, dem eine Biene ins Gesicht fliegt und das Steuer verreißt und jemanden umfährt? Der ist ja auch wg Fahrlässigkeit dran
Wohl kaum.
Haftung aus 823 (+)
Nachzulesen hier: http://www.staff.uni-marburg.de/~mand/M ... p05_05.pdf

Den passenden Strafrechtsfall hab ich in meinen alten Rep Unterlagen. Und nun?

Beitragsschreiber

Re: Handlung - Fahrlässigkeit?

Beitrag von Beitragsschreiber »

botafoch hat geschrieben:
Vormundschaftsrichter hat geschrieben:
botafoch hat geschrieben: Gegenfrage: Was kann der Autofahrer dafür, dem eine Biene ins Gesicht fliegt und das Steuer verreißt und jemanden umfährt? Der ist ja auch wg Fahrlässigkeit dran
Wohl kaum.
Haftung aus 823 (+)
Nachzulesen hier: http://www.staff.uni-marburg.de/~mand/M ... p05_05.pdf

Den passenden Strafrechtsfall hab ich in meinen alten Rep Unterlagen. Und nun?
Es dürfte schon ein Unterschied sein, ob dem Autofahrer eine Biene ins Auge fliegt oder eine Fliege ins Gesicht. Da vergleichen Sie doch recht verschiedene Fälle. Letztlich muss man sich den Einzelfall sehr genau anschauen. Kann der Autofahrer bei Anwendung der erforderlichen Sorgfalt einen Unfall vermeiden oder nicht?

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Handlung - Fahrlässigkeit?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

botafoch hat geschrieben:...
Haftung aus 823 (+)
Nachzulesen hier: http://www.staff.uni-marburg.de/~mand/M ... p05_05.pdf

Den passenden Strafrechtsfall hab ich in meinen alten Rep Unterlagen. Und nun?
Ich habe mir mal den Fall mit der "Fliege" durchgelesen. Wie sähe die Lösung des Falles denn nun aus, wenn es keine Fliege, sondern tatsächlich eine gemeine B i e n e in das Fenster geflogen wäre?

Ich sehe zwischen diesen beiden Tieren nämlich einen großen Unterschied:
  • Bienen können stechen, Fliegen nicht.

botafoch
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Re: Handlung - Fahrlässigkeit?

Beitrag von botafoch »

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:
Ich sehe zwischen diesen beiden Tieren nämlich einen großen Unterschied:
  • Bienen können stechen, Fliegen nicht.
nunja.. obs ne Biene oder Fliege ist, dürfte nach dieser Lösung wohl egal sein, da die Fahrlässigkeit bereits bei der FLIEGE bejaht wird..

es wird wohl darauf ankommen?!: --> "Der Taxifahrer hätte die Gefährlichkeit seiner Handlung erkennen und vermeiden können"

Beitragsschreiber

Beitrag von Beitragsschreiber »

botafoch hat geschrieben:nunja.. obs ne Biene oder Fliege ist, dürfte nach dieser Lösung wohl egal sein, da die Fahrlässigkeit bereits bei der FLIEGE bejaht wird..
Es ist manchmal müßig, das Offensichtliche im Einzelnen zu erklären, also denken Sie am besten selbst noch einmal darüber nach, ob ihr Argument wirklich logisch ist. Andersrum wird ein Schuh draus.

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Handlung - Fahrlässigkeit?

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

botafoch hat geschrieben:...
nunja.. obs ne Biene oder Fliege ist, dürfte nach dieser Lösung wohl egal sein, da die Fahrlässigkeit bereits bei der FLIEGE bejaht wird..

es wird wohl darauf ankommen?!: --> "Der Taxifahrer hätte die Gefährlichkeit seiner Handlung erkennen und vermeiden können"
Ein Bienenstich kann tödlich sein. Insbesondere dann, wenn der Taxifahrer eine Allergie hat. Daher haben wir m.E. bei den beiden Tieren zwei unterschiedliche Fälle. ;-)

botafoch
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Beitrag von botafoch »

Beim Fahren mit offenem Fenster hat der Fahrer stets mit dem Hereinfliegen von Insekten bzw. Fremdkörpern zu rechnen und sich dementsprechend darauf einzustellen und darauf zu achten, dass er nicht überreagiert; andernfalls hat er die Fenster geschlossen zu halten. OLG Hamm JZ 74, 716
WAS da nun reinfliegt, kann ich doch so schnell gar nicht erkennen.. ich lese daraus auch nicht, dass das Objekt bestimmte Gefährlichkeitskriterien erfüllen muss...

Abgestellt wird mMn hauptsächlich auf die (vorwerfbare?) Handlung.

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

botafoch hat geschrieben:...
WAS da nun reinfliegt, kann ich doch so schnell gar nicht erkennen.. ich lese daraus auch nicht, dass das Objekt bestimmte Gefährlichkeitskriterien erfüllen muss...

Abgestellt wird mMn hauptsächlich auf die (vorwerfbare?) Handlung.
Dann siehe bezogen auf die Biene §§ 227 BGB ff. - Dies mal nur so als ein kleiner Tipp. ;-)

botafoch
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Beitrag von botafoch »

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:
botafoch hat geschrieben:...
WAS da nun reinfliegt, kann ich doch so schnell gar nicht erkennen.. ich lese daraus auch nicht, dass das Objekt bestimmte Gefährlichkeitskriterien erfüllen muss...

Abgestellt wird mMn hauptsächlich auf die (vorwerfbare?) Handlung.
Dann siehe bezogen auf die Biene §§ 227 BGB ff. - Dies mal nur so als ein kleiner Tipp. ;-)
227 (-), da kein Angriff von einem Menschen

228 (-), weil die umgefahrene Person keine Sache ist; und wenn man eine Sache umfährt, dann muss das geschehen UM die Gefahr abzuwenden....

:shock: :shock:

Beitragsschreiber

Beitrag von Beitragsschreiber »

Dipl.-Sozialarbeiter hat geschrieben:
botafoch hat geschrieben:...
WAS da nun reinfliegt, kann ich doch so schnell gar nicht erkennen.. ich lese daraus auch nicht, dass das Objekt bestimmte Gefährlichkeitskriterien erfüllen muss...

Abgestellt wird mMn hauptsächlich auf die (vorwerfbare?) Handlung.
Dann siehe bezogen auf die Biene §§ 227 BGB ff. - Dies mal nur so als ein kleiner Tipp. ;-)
Der Tipp ist hoffentlich nicht ernst gemeint.
WAS da nun reinfliegt, kann ich doch so schnell gar nicht erkennen.. ich lese daraus auch nicht, dass das Objekt bestimmte Gefährlichkeitskriterien erfüllen muss...
Es dürfte doch wirklich einleuchten, dass die ins Auge geschossene Biene schnell dazu führen kann, dass man ohne jegliches Verschulden das Steuer verreist, während jeder Autofahrer in der Lage sein sollte, den Wagen sicher an den Straßenrand zu fahren, wenn ihm eine Fliege im Gesicht sitzt.
(In einer Klausur kommt es darauf an, dass Sie überzeugend argumentieren und erklären, worin weshalb eine Fahrlässigkeit besteht ..oder eben nicht.)

botafoch
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Beitrag von botafoch »

Beitragsschreiber hat geschrieben: Es dürfte doch wirklich einleuchten, dass die ins Auge geschossene Biene schnell dazu führen kann, dass man ohne jegliches Verschulden das Steuer verreist, während jeder Autofahrer in der Lage sein sollte, den Wagen sicher an den Straßenrand zu fahren, wenn ihm eine Fliege im Gesicht sitzt.
Nö. Weil es a) nicht in dem zitierten Urteil so steht, dass es auf das Objekt ankäme b) in meinem Strafrechtsfall handelt es sich um eine BIENE und die Fahrlässigkeit wird trotzdem bejaht. Ich kann es gerne einscannen.

*edit* ergänzend möchte ich darauf hinweisen, dass es sich in meinem Fall um einen Karton handelt :lol:

Beitragsschreiber

Beitrag von Beitragsschreiber »

Dass ein Urteil Argumente nicht ersetzen kann, lernt man - wenn es gut läuft - im ersten Semester.
Eine Biene im Auge ist übrigens auch etwas anderes als eine Biene auf der Wange. Aber muss ich das wirklich erklären?

Dipl.-Sozialarbeiter
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Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter »

Beitragsschreiber hat geschrieben:...
Der Tipp ist hoffentlich nicht ernst gemeint.
...
:lol: Okey, der Wink mit dem Zaunpfahl war etwas derbe, aber Du hast mich ja verstanden. ;-)
Beitragsschreiber hat geschrieben:...
Es dürfte doch wirklich einleuchten, dass die ins Auge geschossene Biene schnell dazu führen kann, dass man ohne jegliches Verschulden das Steuer verreist, während jeder Autofahrer in der Lage sein sollte, den Wagen sicher an den Straßenrand zu fahren, wenn ihm eine Fliege im Gesicht sitzt.
(In einer Klausur kommt es darauf an, dass Sie überzeugend argumentieren und erklären, worin weshalb eine Fahrlässigkeit besteht ..oder eben nicht.)

botafoch
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Beitrag von botafoch »

Ok.. einigen wir uns darauf, dass in den Gerichtsurteilen (und auch daraufhin erstellten Unterlagen nur Murks steht)... :roll:

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