Schaden an Schuhen durch elektrischen Hubwagen im Supermarkt

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Silliumtausend
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Schaden an Schuhen durch elektrischen Hubwagen im Supermarkt

Beitrag von Silliumtausend »

Hallo Zusammen,

ich hoffe, ich habe das richtige Unterforum gewählt.. ich mache mir Gedanken über folgenden Fall:

Jemand geht in einem Supermarkt einkaufen. Eine Verkäuferinn ist mit einem elektrischem Hubwagen aus dem Laden unterwegs ins Lager. Sie übersieht den Kunden und fährt ohne das Tempo zu drosseln über dessen Fuss

Es gibt mehrere Augenzeugen und das Verhalten der Verkäuferinn ist als grob fahrlässig zu sehen. Obwohl die Sicht nach vorne nicht durch Ware blockiert war, sieht sie den Kunden nicht, weil sie mit etwas anderem beschäftigt ist.

Der Kunde verzichtet, nachdem er sich versichert hat, dass sein Fuss in Ordnung ist (vorübergehende leichte schwellung) dummerweise nicht zum Arzt. Allerdings wurde ein Schuh beschädigt (Riss) und diesen möchte er zumindest ersetzt haben. Der Filialleiter besteht auf die Originalquittung und die herausgabe des Beschädigten Schuhs..

Ist der Kunde hierzu verpflichtet? Die Quittung wurde leider nicht aufbewahrt... ist der Laden also aus der Sache raus??

A) Was kann der Kunde aus Kulanz erwarten?

B) Wozu ist der Supermarkt rechtlich verpflichtet?

Herzog, Jörg
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Beitrag von Herzog, Jörg »

Bevor man sich mit Frage A beschäftigt, sollte man sich die Antwort auf Frage B anschauen. Der Supermarkt ist verpflichtet, den Zeitwert des beschädigten Schuhs zu ersetzen. Es geht auch nicht um einen Schuh, sondern ein Paar Schuhe, weil ein Schuh ohne den anderen wertlos ist. Der Kunde K muss auch nicht eine Quittung über den Kauf vorlegen können. 99 % aller Schuhkäufer vernichten die Quittungen direkt nach dem Kauf oder nach Ablauf von ein paar Monaten. Erst recht muss der K dem Supermarkt S nicht das beschädigte Paar Schuhe ohne vorherige Regulierung zukommen lassen.

Anstelle von K würde ich mich nicht mehr mit dem Leiter von S rumärgern, sondern mich gleich mit der Zentrale des S in Verbindung setzen und dort meine Ansprüche, auch meinen Schmerzensgeldanspruch (ca. € 100,00 bis € 200,00), geltend machen. Erst danach kann man sich über Kulanz unterhalten, wenn dafür überhaupt noch Raum ist.

Silliumtausend
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Beitrag von Silliumtausend »

Danke erstmal für die Antwort!!

Schmerzensgeld ohne ärztliches Atest? Kann der Kunde sowas überhaupt in dieser Situation einfordern?

Was dem Kunden angeboten wurde ist die Ausgabe des Kaufpreises gegen die Herausgabe des beschädigten Schuhs bzw. der beschädigten Schuhe. Nicht die Herausgabe und anschließende Regulierung.

Aber die Herausgabe der beschädigten Schuhe empfinde ich in diesem Fall als reine Schikane. Die Supermarkt wird das Paar doch sowieso entsorgen. Der Kunde könnte diese Schuhe z.B. noch als Arbeitsschuhe verwerten oder z.B. für Waldspaziergänge..

FM
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Beitrag von FM »

Silliumtausend hat geschrieben: Aber die Herausgabe der beschädigten Schuhe empfinde ich in diesem Fall als reine Schikane. Die Supermarkt wird das Paar doch sowieso entsorgen. Der Kunde könnte diese Schuhe z.B. noch als Arbeitsschuhe verwerten oder z.B. für Waldspaziergänge..
Wenn er selbst sagt, daß sie noch eingeschränkt verwendbar sind, wird wohl kaum der volle Zeitwert als Schaden in Betracht kommen.

Der Supermarkt bietet hier aber sogar den Neupreis an - also vermutlich ein Vielfaches des aktuellen Wertes, wenn es nicht gerade sehr neue Schuhe waren. Das Angebot sollte man vielleicht einfach annehmen.

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