Wer bezahlt Anwaltskosten ?

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killefiz
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Wer bezahlt Anwaltskosten ?

Beitrag von killefiz » 08.10.12, 14:47

Hallo Forum,
ich habe eine einfache generelle Frage.
Wer muß denn die Anwaltkosten bezahlen wenn man ständig unverschuldet gezwungen ist einen Anwalt zu nehmen ?

Bei einem Verfahren ist das einfach, hier zahlt in der Regel die unterlegene Partei.
Es gibt Mitmenschen, die zahlen gar nichts solange nicht ein Schreiben von einem Anwalt auf dem Tisch liegt.
Der Anwalt rechnet aber gegenüber mir ab, mit der Zeit geht das richtig ins Geld.

Zwei Beispiele:
1. Küchenmaschine gekauft, zweimal wieder nach Reparatur defekt, Verkäufer hat erst nach Schreiben vom Anwalt den Kaufvertrag gewandelt.

2. Miteigentümer über meiner Wohnung hat Überschwemmung verursacht, der Schaden wurde erst beglichen als ich einen Anwalt einschaltete.

JuraPunk
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Re: Wer bezahlt Anwaltskosten ?

Beitrag von JuraPunk » 08.10.12, 14:59

Sofern sich die andere Partei im Verzug befindet, kann man die Kosten der Rechtsverfolgung, zu denen grundsätzlich auch Anwaltskosten gehören, als Verzugsschaden mit geltend machen. Es wird Sie doch bestimmt schonmal ein Anwalt darauf hingewiesen haben?!

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juggernaut
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Re: Wer bezahlt Anwaltskosten ?

Beitrag von juggernaut » 08.10.12, 16:24

da wir uns hier im unterforum "verfassungsrecht" befinden: was hat das BVerfG denn in seinem urteil dazu gesagt?
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

spraadhans
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Re: Wer bezahlt Anwaltskosten ?

Beitrag von spraadhans » 09.10.12, 15:22

Da Anwaltskosten dann wohl in aller Regel als Schadensersatz geltent gemacht werden, ist das ganze wohl hier passender.

killefiz
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Re: Wer bezahlt Anwaltskosten ?

Beitrag von killefiz » 12.10.12, 08:52

Vielen Dank "spraadhans" und "JuraPunk" !!! :)
Dann sind die Anwaltskosten als Schadenersatzkosten geltend zu machen.
Der Verkäufer einer mangelhaften Küchenmaschine ist verpflichtet die Anwaltskosten der Gegenseite zu bezahlen, da er zuvor den Kaufvertrag ohne Anwalt nicht wandeln wollte ?

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Re: Wer bezahlt Anwaltskosten ?

Beitrag von jurahans » 25.10.12, 03:15

Der Auftraggeber zahlt halt den Anwalt, denn mit der Gegenseite hat der Anwalt keinen Vertrag und er vertritt diese auch nicht.

Die Kosten sind wie schon erklärt als Schadenersatz geltend zu machen.

Die Tätigkeit des Anwalts muss eine zweckentsprechende Massnahme der Rechtsverfolgung sein.
Das ist zB. grundsätzlich gegeben, wenn sich der Schuldner in Verzug befindet.

Das scheint grundsätzlich bezüglich beider Fälle gegeben zu sein:
1. Küchenmaschine gekauft, zweimal wieder nach Reparatur defekt, Verkäufer hat erst nach Schreiben vom Anwalt den Kaufvertrag gewandelt.
2. Miteigentümer über meiner Wohnung hat Überschwemmung verursacht, der Schaden wurde erst beglichen als ich einen Anwalt einschaltete.
Der Verkäufer einer mangelhaften Küchenmaschine ist verpflichtet die Anwaltskosten der Gegenseite zu bezahlen, da er zuvor den Kaufvertrag ohne Anwalt nicht wandeln wollte ?
Er muss eben genau gesagt durch das eigene Schreiben oder eine mündliche Aufforderung in Verzug gesetzt worden sein. Entsprechend muss man beweisen können, dass man diesen in Verzug gesetzt hat und somit zB. den Zugang des eigenen Schreibens an diesen nachweisen können.

Die Schadenersatzpflicht nutzt einem natürlich nicht, wenn der Schuldner mittellos ist. Da empfiehlt sich evtl. erst eine Recherche, weil man sonst zusätzlich Geld sinnlos ausgibt.
Egal wie klar die Sach- und Rechtlage ist, es besteht immer und stets ein Risiko. Etwa 10-15% aller gerichtlichen Entscheidungen sind objektiv grob Rechtsfehlerhaft. Die Erfolgsquote aller Zivilverfahren soll ca. 50% betragen. Es gibt in der Justiz keine Erfolgsquote von 100% egal wie sicher die Sach- und Rechtslage ist auch wegen der vorgenannten Beweislage.

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