Geschäftsführerhaftung Ausgleich Gesamtschuldner Verjährung

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kuezi
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Geschäftsführerhaftung Ausgleich Gesamtschuldner Verjährung

Beitrag von kuezi » 20.12.18, 09:29

mal angenommen G1 und G2 waren 2014 beide GF und haben grob fahrlässig einen Schaden herbeigeführt.
Die GmbH fordert diese 2016 erstmalig zu Schadensersatz auf, da sie erst 2016 Kenntnis davon hatte.
G1 zahlt 2018 und verlangt nun von G2 Ausgleich.

Ist der Anspruch des G1 verjährt?
Lt. BGH ,entsteht der Anspruch mit Begründung der Gesamtschuld - also bereits 2014 als der Schadensersatzanspruch der GmbH begründet wird
Für die Kenntnis soll es nach BGH ( VII ZR 167/08) darauf ankommen, wann G1 von den Umständen Kenntnis hatte, die den Anspruch gegen ihn und G2 begründen. Das wäre ja 2014 der Fall, denn beide kannten die Umstände seither - wäre der Anspruch deswegen 2018 wirklich verjährt, obwohl doch der verein erstmals 2016 aufgefordert hatte?

hambre
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Re: Geschäftsführerhaftung Ausgleich Gesamtschuldner Verjähr

Beitrag von hambre » 20.12.18, 10:54

Lt. BGH ,entsteht der Anspruch mit Begründung der Gesamtschuld - also bereits 2014 als der Schadensersatzanspruch der GmbH begründet wird
Für die Kenntnis soll es nach BGH ( VII ZR 167/08) darauf ankommen, wann G1 von den Umständen Kenntnis hatte, die den Anspruch gegen ihn und G2 begründen. Das wäre ja 2014 der Fall, denn beide kannten die Umstände seither - wäre der Anspruch deswegen 2018 wirklich verjährt, obwohl doch der verein erstmals 2016 aufgefordert hatte?
Das ist dem zitierten BGH-Urteil so nicht zu entnehmen. Im Gegenteil beginnt nach meiner Auffassung die Verjährungsfrist mit der Geltendmachung der Forderung durch die GmbH, also im Jahre 2016. Aus dem zitierten BGH-Urteil ergibt sich für mich nichts anderes.
Das wäre ja 2014 der Fall, denn beide kannten die Umstände seither
Den Begriff "Umstände" hast Du hier zu sehr eingeengt.

kuezi
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Re: Geschäftsführerhaftung Ausgleich Gesamtschuldner Verjähr

Beitrag von kuezi » 20.12.18, 11:10

"b) Für eine Kenntnis aller Umstände, die einen Ausgleichsanspruch nach § 426 Abs. 1 BGB begründen, ist es erforderlich, dass der Ausgleichsberechtigte Kenntnisse von den Umständen hat, die einen Anspruch des Gläubigers gegen den Ausgleichsverpflichteten begründen, von denjenigen, die einen Anspruch des Gläubigers gegen ihn selbst begründen, sowie von denjenigen, die das Gesamtschuldverhältnis begründen, und schließlich von den Umständen, die im Innenverhältnis eine Ausgleichspflicht begründen."

aber der Umstand der Geltendmachung durch die GmbH ist doch kein Umstand, der den Anspruch des Gl. gegen den G2, den Anspruch des Gl. gegen G1 und die das Gesamtschuldverhältnis sowie die Ausgleichspflicht begründen?
Begründet werden die Ansprüche doch aufgrund der begangenen Pflichtverletzungen.

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