Erziehungsauftrag der Lehrer

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angie27
Topicstarter

Erziehungsauftrag der Lehrer

Beitrag von angie27 »

Hallo zusammen,
dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum.
Ich hoffe auf ein paar gute Ratschläge denn ich weiß zur Zeit keinen Rat mehr.
Meine Tochter 13 Jahre geht auf eine Realschule plus in RLP, sehr gute Schülerin, geht gerne zur Schule nie Probleme gehabt, bis ein neuer Lehrer an die Schule kam das erste Halbjahr war noch ok ab dem zweiten ging es los. Jede Stunde steht sie wegen irgendwelcher Dinge im Klassenbuch, vorher hat sie noch nie einen Klassenbucheintrag gehabt. Dauernd muss sie vor die Tür zuletzt waren es 40 Minuten, weil sie einer Mitschülerin gesagt hat sie hat eine schöne Hose an hat bei Unterrichtsbeginn..... Permanent führt er vier Augengespräche mit ihr und versucht sie einzuschüchtern.
Er hat sie permanent auf dem Kicker. Hat sich aber nie mit uns in Verbindung gesetzt. Wir dachten nach diesem Jahr bekommt sie einen neuen Lehrer und blieben zu lange ruhig. Haben uns dann einen Gesprächstermin geben lassen. KATASTROPHE !!
So was habe ich noch nie erlebt. Wir teilten ihm mit das wir mit den vier Augengespräche nicht mehr einverstanden sind und er dies zu unterlassen hätte er sollte sich dann bitte an uns wenden. Er diskutiert mit uns das er 50% der Erziehung unserer Tochter übernommen hat davon lässt er auch nicht ab. Die Körpersprache unserer Tochter gefällt ihm nicht für ihn eine Provokation.....usw.
Die vorletzte Stunde vor den Ferien ist es nochmals eskaliert und er wollte sie wieder aus der Klasse zu einem vier Augengespräch holen daraufhin sagte meine Tochter das sie dies nicht wolle und es auch so mit uns abgesprochen war da wurde er richtig zornig.
Tags drauf ließ sich meine Tochter mit Bauchweh von mir aus der Schule abholen, vor seiner Stunde weil sie Angst vor einer weiteren Eskalation hatte. Am letzten Schultag bekamen wir einen schriftlichen Tadel. - Meine Tochter widersetzt sich der Anweisung ist unhöflich und möchte ihren Willen durchsetzten- .
Ich muss dazu sagen er hat nicht nur meine Tochter auf dem Kicker es sind noch ein paar Kinder mehr.
Wir hatten dann kurzfristig mit dem Stellvertretenden Direktor einen Termin der die Sache in meinen Augen nicht sehr ernst nahm. Der Lehrer ist nächstes Jahr mit noch einem zusätzlichen Fach gesetzt meine Tochter kann gerne die Klasse wechseln....
Wir haben jetzt in der letzten Ferienwoche nochmals einen Termin und ich würde mich jetzt gerne ein bisschen besser darauf vorbereiten.
Wer weiß Rat, hat Ideen und kann mir Tipps geben.
50% der Erziehung, vier Augengespräche....
Sorry für den langen Text. :D
Danke im voraus

Tastenspitz
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Re: Erziehungsauftrag der Lehrer

Beitrag von Tastenspitz »

Das mit den 50% ist natürlich Quatsch. Niemand kann sowas in Prozent beziffern. Bei 13 Jahren denke ich allerdings auch an Pubertät mit den damit verbundenen Veränderungen. Das sollte man nicht außer Acht lassen.
Grundsätzliches:
Der Auftrag ergibt sich erstmal aus dem Schulgesetz:
§ 25
Lehrkräfte
(1) Die Lehrkräfte gestalten Erziehung und Unterricht der Schülerinnen und Schüler frei und in eigener pädagogischer Verantwortung im Rahmen der für die Schule geltenden Rechts- und Verwaltungsvorschriften, der Anordnungen der Schulaufsicht und der Beschlüsse der Konferenzen. Sie sind verpflichtet, an der Schul- und Qualitätsentwicklung mitzuwirken. Unbeschadet des Rechts, im Unterricht die eigene Meinung zu äußern, sollen die Lehrkräfte dafür sorgen, dass auch andere Auffassungen, die für den Unterrichtsgegenstand unter Berücksichtigung des Bildungsauftrags der Schule erheblich sind, zur Geltung kommen. Jede einseitige Unterrichtung und Information ist unzulässig.

(2) Lehrkräfte haben die Aufgabe, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern sowohl im Hinblick auf die individuelle Entwicklung und Förderung als auch im Hinblick auf die Schullaufbahn zu beraten. Sie werden dabei unterstützt durch die Schulleitung, die Schulaufsicht sowie Schulpsychologinnen und Schulpsychologen. Dabei arbeiten sie mit anderen fachkompetenten Stellen wie Agentur für Arbeit, Gesundheitsamt und Jugendamt zusammen und vermitteln Kontakte zu außerschulischen Beratungseinrichtungen.

(3) Das zwischen den Lehrkräften und den Schülerinnen und Schülern einer Schule bestehende Obhutsverhältnis verpflichtet Lehrkräfte zu einem verantwortungsvollen und vertrauensvollen Umgang mit Nähe und Distanz; sexuelle Kontakte zwischen Lehrkräften und Schülerinnen oder Schülern sind mit dem staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag unvereinbar und daher unzulässig. Dies gilt auch für das sonstige Personal in der Schule.
Was die 4-Augengespräche anbelangt sollte man darauf bestehen, dass eine dritte Person anwesend ist. Elternteil, Vertrauenslehrer, Klassenleiter, Mitschüler, Schülervertreter. Es wird sich jemand finden um ein weiteres Augenpaar dort dabei zu haben.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

angie27
Topicstarter

Re: Erziehungsauftrag der Lehrer

Beitrag von angie27 »

Erst mal vielen Dank für die rasche und kompetente Antwort.

Das mit dem vier Augengespräch hatten wir genauso angesprochen, eine dritte Person möchte die Lehrkraft nicht dabei haben. Da das vier Augengespräch in fast jeder Stunde stattfindet haben wir ganz deutlich gemacht das wir dies nicht wünschen und der Lehrer sich dann bitte mit uns in Verbindung setzten sollte. Was er aber auch nicht tut. Auch das Elterngespräch kam auf unseren Wunsch hin zu Stande, nachdem er in der Klasse zu meiner Tochter gesagt hatte auch ein Elterngespräch würde bei ihr nichts mehr nützen......
Es ist einiges vorgefallen was ich sehr fragwürdig finde, zB. hatten mehrere Kinder auch meine Tochter die Hausaufgaben nicht vollständig, diese Kinder mussten sich mit dem Gesicht zur Wand setzen..... Darauf angesprochen im Elterngespräch sagte der Lehrer unsere Tochter würde lügen, wir könnten einem ausgebildeten Pädagogen glauben oder unserer Tochter. Ich habe mir diese Geschichte von mehreren Kindern bestätigen lassen.....
Die Kinder haben teilweise Angst das es ihnen genauso ergeht und sagen nichts.
Genauso eine fragwürdige Aussage war im Elterngespräch ob er sich nicht einfach mal auf Augenhöhe mit den Kindern unterhalten kann, nein das will er nicht da er über den Kindern steht....
Da gehen uns als Eltern langsam die Ideen aus, das Elterngespräch hat genau das wieder gespiegelt was meine Tochter über diesen Lehrer erzählt.
Natürlich ist sie in der Pubertät und ich bin heilfroh das sie noch so "freundlich" bleibt und nicht das tut was er provoziert.
Aber sich aus Angst vor dem Lehrer von der Schule abholen zu lassen und man ist als Eltern so hilflos und machtlos finde ich erschreckend.

BäckerHD
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Re: Erziehungsauftrag der Lehrer

Beitrag von BäckerHD »

angie27 hat geschrieben:Das mit dem vier Augengespräch hatten wir genauso angesprochen, eine dritte Person möchte die Lehrkraft nicht dabei haben.
Es heißt "Vier-Augen-Gespräch", und wenn drei Personen teilnähmen, wären sechs Augen im Spiel. :wink:
angie27 hat geschrieben:Ich habe mir diese Geschichte von mehreren Kindern bestätigen lassen.....
Die Kinder haben teilweise Angst das es ihnen genauso ergeht und sagen nichts.
Ähm, was denn nun? :o
angie27 hat geschrieben:Genauso eine fragwürdige Aussage war im Elterngespräch ob er sich nicht einfach mal auf Augenhöhe mit den Kindern unterhalten kann, nein das will er nicht da er über den Kindern steht....
Ist das denn nicht so? Auf Augenhöhe kann er sich mit Erwachsenen unterhalten. :| Seine Funktion als Lehrer sollten Sie ihm schon noch zugestehen.

Altbauer
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Re: Erziehungsauftrag der Lehrer

Beitrag von Altbauer »

Offenbar läuft die ganze Sache auf eine Konfrontation hinaus.

Sie müssen selbst entscheiden, ob Sie diese Konfrontation vermeiden wollen und das Angebot des Schulleiters
annehmen, die Klasse zu wechseln. Verwechseln Sie das bitte nicht mit Feigheit ! Man muss nicht jeden
Konflikt annehmen , selbst wenn man sich voll und ganz im Recht sieht.

Die Alternative :

Sie tragen den Konflikt mit dem Lehrer aus. Bedenken Sie aber, das dies zu einer ganz erheblichen Belastung
für Ihre Tochter werden kann! Das Verhalten des Lehrers deutet darauf hin !

Falls Sie der Schule ( also dem Lehrer und dem Schulleiter ) die klare Kante zeigen wollen, sollten Sie sich
zunächst einmal gut vorbereiten.
Ganz wichtig : gehen Sie mit Ihrer Tochter in aller Ruhe die Situationen noch mal durch und legen Sie
ein Tagebuch der Ereignisse an.
Bewegen Sie Ihre Tochter mit allem Verständnis dazu, Ihnen auch mitzuteilen, was gegen Ihre Tochter
sprechen könnte! Machen Sie Ihrer Tochter klar, dass es sehr wichtig ist, dies vor einer ernsten Konfliktlage
zu erfahren und nicht erst im Laufe eines formellen Beschwerdeverfahrens.

Danach sollten Sie vorab regeln, was regelbar ist.
Hier sehe ich in erster Linie die nicht mehr hinnehmbaren langen 4-Augen-Gespräche.
Schreiben Sie dem Schulleiter einen höflichen Brief, dass 4-Augen-Gespräche Ihrer Tochter mit dem Lehrer nicht
mehr stattzufinden haben. Fordern Sie stattdessen , dass bei Bedarf ein Elterngespräch stattzufinden hat . Sie müssen
dann allerdings dazu auch bereit sein. Seien Sie vorsichtig damit, sich mit der Anwesenheit von Drittpersonen
(Verbindungslehrer / Schulsprecher u.s.w. ) zufrieden zu geben ! Das kommt immer auf die konkreten Persönlichkeiten an!
(Schon manch einem Arbeitnehmer ist der Betriebsrat keine Hilfe im Gespräch mit dem Arbeitgeber gewesen)

Sollte nun nach einem solchen Brief an den Schulleiter dennoch eine weitere "Zwangsbesprechung" durch den Lehrer
angesetzt werden, so sollten Sie nicht zögern, eine Beschwerde formell an die vorgesetzte Dienststelle zu richten.

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie auch da abgewiegelt werden.
Bescheren Sie sich eine Stufe höher, dann halt mit Anwalt. Das wirkt zuweilen Wunder

FelixSt
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Beiträge: 2081
Registriert: 07.08.14, 18:05

Re: Erziehungsauftrag der Lehrer

Beitrag von FelixSt »

Altbauer hat geschrieben:Sollte nun nach einem solchen Brief an den Schulleiter dennoch eine weitere "Zwangsbesprechung" durch den Lehrer angesetzt werden, so sollten Sie nicht zögern, eine Beschwerde formell an die vorgesetzte Dienststelle zu richten.
"Ein Lehrer wagt es, mit unserem Kind zu sprechen!"
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

Kurt Knitz
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Re: Erziehungsauftrag der Lehrer

Beitrag von Kurt Knitz »

Wir haben jetzt in der letzten Ferienwoche nochmals einen Termin
Wer hat den Gesprächstermin mit welchem Ziel veranlasst?
Wer wird an dem Gesprächstermin teilnehmen?

meine Tochter kann gerne die Klasse wechseln
Um welche Klassenstufe geht es und wie viele Parallelklassen gibt es an der Schule?
Sind alle Klassen gleichwertig oder leistungsdifferenziert, so dass die Wechselmöglichkeiten eingeschränkt sind?
Möchte die Schülerin die Klasse wechseln, um dem Lehrer aus dem Weg zu gehen? Wenn nein, warum nicht?

bis ein neuer Lehrer an die Schule kam
Der Lehrer ist nächstes Jahr mit noch einem zusätzlichen Fach gesetzt
Ist oder wird das der Klassenlehrer in dieser Klasse?
Wenn nein, haben Sie schon mit dem Klassenlehrer über die Problematik gesprochen?

er hat nicht nur meine Tochter auf dem Kicker es sind noch ein paar Kinder mehr.
Haben sich die Eltern dieser Schüler an die Klassenelternvertreter gewandt?
Was haben die Klassenelternvertreter für einen Eindruck von diesem Lehrer?


Eine weitere Rechtsgrundlage ist die "Übergreifende Schulordnung" (= Schulordnung für die öffentlichen Realschulen plus, Integrierten Gesamtschulen, Gymnasien, Kollegs und Abendgymnasien. Dort steht beispielsweise
§ 8 Zusammenwirken von Eltern und Schule

(1) Die gemeinsame Bildungs- und Erziehungsaufgabe verpflichtet Schule und Eltern zu vertrauensvoller Zusammenarbeit. Eltern sind die für die Person des Kindes Sorgeberechtigten (§ 37 Abs. 2 SchulG). Das Zusammenwirken von Eltern und Schule richtet sich nach § 2 SchulG.

(2) Die Eltern unterrichten im Interesse der Schülerin oder des Schülers die Schule, wenn besondere Umstände wie längere Krankheit, außergewöhnliche Entwicklungsstörungen oder besonders ungünstige häusliche Verhältnisse die schulische Entwicklung der Schülerin oder des Schülers beeinträchtigen; sie entscheiden im Rahmen ihres Erziehungsrechts, welche personenbezogenen Daten der Schülerin oder des Schülers sie insoweit übermitteln.

(3) Die Schule berät die Eltern in fachlichen, pädagogischen und schulischen Fragen, insbesondere im Zusammenhang mit der Wahl der Schullaufbahn und der Vorbereitung der Berufswahl einer Schülerin oder eines Schülers. Die Schule unterrichtet die Eltern möglichst frühzeitig über ein auffallendes Absinken der Leistungen und über sonstige wesentliche, die Schülerin oder den Schüler betreffende Vorgänge. Die Eltern haben Anspruch auf Unterrichtung über die Bewertungsmaßstäbe und auf Auskunft über den Leistungsstand. Sie haben Anspruch auf Einsichtnahme in die ihr Kind betreffenden Unterlagen und Anspruch auf Auskunft über die ihr Kind betreffenden Daten und die Stellen, an die die Daten übermittelt worden sind. Ausgenommen von diesem Einsichts- und Auskunftsrecht sind pädagogische Notizen der Lehrkräfte und den täglichen Unterricht begleitende Notizen. Die Schule richtet Elternsprechstunden und nach Möglichkeit Elternsprechtage ein. Der Termin des Elternsprechtags wird im Einvernehmen mit dem Schulelternbeirat festgelegt; der Elternsprechtag findet in der Regel in der unterrichtsfreien Zeit statt. Werden in der Schule mindestens einmal im Schuljahr protokollierte Gespräche mit Eltern und Schülerinnen und Schülern über das Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten sowie über die Lernentwicklung in den Fächern (Lehrer-Schüler-Eltern-Gespräche) geführt, kann auf Elternsprechtage verzichtet werden.

(4) In geeigneten Fällen können Eltern in Absprache mit der Lehrkraft im Unterricht und in Absprache mit der oder dem Verantwortlichen an sonstigen Schulveranstaltungen mitarbeiten.

(5) Die Kenntnisnahme von schriftlichen Mitteilungen der Schule sollen die Eltern schriftlich bestätigen.

(6) Alle allgemein zugänglichen Veröffentlichungen, über die die Schule verfügt, insbesondere die Bildungsstandards und schulart- und schulstufenspezifischen Vorgaben für die einzelnen Unterrichtsfächer und Lernbereiche, das Qualitätsprogramm sowie das Amtsblatt des fachlich zuständigen Ministeriums stehen den Eltern auf Wunsch zur Einsichtnahme zur Verfügung.

(7) Die Eltern volljähriger Schülerinnen und Schüler werden nach Maßgabe des § 4 SchulG unterrichtet.


§ 9 Eltern im Unterricht

(1) Die Eltern können in der Sekundarstufe I nach Maßgabe des § 2 Abs. 5 SchulG am Unterricht und an schulischen Veranstaltungen ihres Kindes teilnehmen. Die Schulleiterin oder der Schulleiter trifft nach Anhören der Gesamtkonferenz mit Zustimmung des Schulelternbeirats Regelungen für den Unterrichtsbesuch (§ 40 Abs. 6 Satz 1 Nr. 4 SchulG).

(2) Für den Unterrichtsbesuch gelten folgende Grundsätze:

1. Der Unterrichtsbesuch ist insbesondere im Blick auf die Zahl der teilnehmenden Eltern und die Häufigkeit der Unterrichtsbesuche in der Klasse so zu gestalten, dass die ordnungsgemäße Erteilung von Unterricht gesichert bleibt.

2. Über den Zeitpunkt des Unterrichtsbesuchs stimmen sich Eltern und Lehrkraft mindestens drei Unterrichtstage vorher ab.

3. Überprüfungen von Lehrkräften, Studienreferendarinnen und -referendaren sowie Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern, die im Rahmen des Unterrichts vorgenommen werden, sowie punktuelle schriftliche und mündliche Leistungsfeststellungen der Schülerinnen und Schüler sind vom Unterrichtsbesuch ausgenommen.

Die Eltern haben über personenbezogene Daten, die ihrer Bedeutung nach einer vertraulichen Behandlung bedürfen, Verschwiegenheit zu wahren.
Die Schulgesetze der einzelnen Bundesländer und vieles mehr kann man finden über den Deutschen Bildungsserver:
https://www.bildungsserver.de/Schulrecht-72-de.html#Schulrecht_der_Laender

angie27
Topicstarter

Re: Erziehungsauftrag der Lehrer

Beitrag von angie27 »

Kurt Knitz hat geschrieben:
Wir haben jetzt in der letzten Ferienwoche nochmals einen Termin
Wer hat den Gesprächstermin mit welchem Ziel veranlasst?
Wer wird an dem Gesprächstermin teilnehmen?

Wir baten um ein Lehrergespräch, der Lehrer selber hat uns nie informiert.
Wir baten um ein Gespräch mit dem stellvertretenden Direktor, da die Situation wieder eskaliert war weil meine Tochter ein vier Augengespräch mit dem Lehrer im Unterricht abgelehnt hat mit der Begründung: Das im Elterngespräch besprochen wurde er möchte uns doch bitte informieren bei Problemen und diese permanenten vier Augengespräche mit ihr unterlassen.
Das kommende Gespräch wurde mit uns und dem stellv. Direktor vereinbart, da sich jeder nochmals Gedanken machen sollte.
meine Tochter kann gerne die Klasse wechseln
Um welche Klassenstufe geht es und wie viele Parallelklassen gibt es an der Schule?
Sind alle Klassen gleichwertig oder leistungsdifferenziert, so dass die Wechselmöglichkeiten eingeschränkt sind?
Es gibt mehrere Parallelklassen aber nur ihre ist eine Sprachenklasse.
Jetzt nach den Ferien Klassenstufe 9

Möchte die Schülerin die Klasse wechseln, um dem Lehrer aus dem Weg zu gehen? Wenn nein, warum nicht?
Sie möchte nicht, zum einen sagt sie versteht sie das nicht sie hat nichts falsch gemacht, zum anderen sind dort ihre Freunde. Die Klasse ist über die Jahre zusammengewachsen.
bis ein neuer Lehrer an die Schule kam
Der Lehrer ist nächstes Jahr mit noch einem zusätzlichen Fach gesetzt
Ist oder wird das der Klassenlehrer in dieser Klasse?
Wenn nein, haben Sie schon mit dem Klassenlehrer über die Problematik gesprochen?
Er wird nicht Klassenlehrer er bekommt ein weiteres Fach dazu.
Nein mit der Klassenlehrerin haben wir nicht gesprochen, zum einen dachten wir nach dem Elterngespräch wäre alles geklärt. Zum anderen waren jetzt nur noch 3 Tage bis zu den Ferien und danach wechselt die Klassenlehrerin.
Wir haben das Ausmaß so gar nicht abgesehen.
er hat nicht nur meine Tochter auf dem Kicker es sind noch ein paar Kinder mehr.
Haben sich die Eltern dieser Schüler an die Klassenelternvertreter gewandt?
Was haben die Klassenelternvertreter für einen Eindruck von diesem Lehrer?
Drei dieser Schüler werden die Klassen nach den Ferien wechseln.
Wir haben jetzt selber mit 7 Kindern gesprochen unter anderen die Kinder die mit dem Gesicht zur Wand gesetzt wurden, drei werden wie gesagt die Klasse verlassen, die anderen möchte bei und vor dem besagten Lehrer nichts sagen, aber sie würden es dem stellv. Direktor sagen was im Unterricht los ist.
Elternvertreter ist diese Woche noch im Urlaub.

Kurt Knitz
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Re: Erziehungsauftrag der Lehrer

Beitrag von Kurt Knitz »

Es gibt mehrere Parallelklassen aber nur ihre ist eine Sprachenklasse.
Das ist doch ein wichtiger pädagogischer Grund, dass die Schülerin nicht aufgrund des seltsamen Verhaltens eines Lehrers die Klasse wechseln sollte. Könnten Sie es sich denn zeitlich leisten, mehrmals den Unterricht dieses Lehrers zu besuchen, so wie in der übergreifenden Schulordnung RLP vorgesehen?

Bisher scheint gar nicht klar zu sein, was der Lehrer immer an der Schülerin kritisiert. Ihr einziges Beispiel
Dauernd muss sie vor die Tür zuletzt waren es 40 Minuten, weil sie einer Mitschülerin gesagt hat sie hat eine schöne Hose an hat bei Unterrichtsbeginn.
vermittelt den Eindruck, als ob die Schülerin aus reiner Lust am Provozieren den Unterrichtsbeginn mit einer Bemerkung gestört hat, die in die Pause gehört hätte. Und Sie verschleiern auch noch die genauen Umstände, indem Sie "bei" Unterrichtsbeginn schreiben. Vor dem Unterrichtsbeginn hat eine solche Bemerkung den Lehrer nicht zu interessieren, ab dem Unterrichtsbeginn darf er erwarten, dass die Schüler sich auf den Unterricht konzentrieren.

Deshalb wäre es vielleicht ein anstrebenswertes, konkretes Ziel für das Gespräch, die Zahl der Besuche der Eltern im Unterricht dieses Lehrers zu vereinbaren. Dazu müsste der Lehrer allerdings natürlich bei dem Gespräch dabei sein!
Die Schulgesetze der einzelnen Bundesländer und vieles mehr kann man finden über den Deutschen Bildungsserver:
https://www.bildungsserver.de/Schulrecht-72-de.html#Schulrecht_der_Laender

Anton Reiser
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Re: Erziehungsauftrag der Lehrer

Beitrag von Anton Reiser »

angie27 hat geschrieben:Wer weiß Rat, hat Ideen und kann mir Tipps geben.
50% der Erziehung, vier Augengespräche....
angie27 hat geschrieben:Wir teilten ihm mit das wir mit den vier Augengespräche nicht mehr einverstanden sind und er dies zu unterlassen hätte er sollte sich dann bitte an uns wenden.
Es geht also um die grundsätzliche Frage, ob Eltern selbst niederschwellige erzieherische Maßnahmen eines Lehrers, wie ein Gespräch mit einer Schülerin, mit einer Art Vetorecht verhindern können. Die eingangs erwähnte "Einschüchterung" der Schülerin in diesen Gesprächen war offenbar in den bisherigen Gesprächen mit dem Lehrer und dem stellvertretenden Schulleiter kein Thema. Dieser Aspekt wäre allerdings interessant gewesen, insbesondere im Hinblick auf die Anwesenheit von Dritten.

Sofern der Lehrer mit seiner Äußerung zur hälftigen Erziehungsübernahme zum Ausdruck bringen möchte, dass er in der Schule damit auch eigene Erziehungsrechte ausüben darf, liegt er eher richtig als falsch. In der Tat sind die Erziehungsrechte der Eltern und der staatliche Bildungs- und Erziehungsauftrag in der Schule "einander gleichgeordnet". Für beide Seiten gilt allerdings die Verpflichtung zu einer "vertrauensvollen und partnerschaftlichen" Zusammenarbeit. Eltern sind darüber hinaus gehalten, die Schule zu unterstützen:
Schulgesetz (SchulG) Vom 30. März 2004
§ 2 Eltern und Schule
(1) Die Schule achtet bei der Erfüllung ihres Auftrags das natürliche und zugleich verfassungsmäßige Recht der Eltern, über die Erziehung ihrer Kinder zu bestimmen.

(3) Das Erziehungsrecht der Eltern und der staatliche Bildungs- und Erziehungsauftrag sind in der Schule einander gleichgeordnet. Die gemeinsame Erziehungsaufgabe verpflichtet zu vertrauensvollem und partnerschaftlichem Zusammenwirken, zu gegenseitiger Unterrichtung und Hilfe in allen für das Schulverhältnis bedeutsamen Fragen sowie zu Aufgeschlossenheit und Offenheit im Umgang miteinander. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen die Eltern die Schule; sie können schulische Vorhaben fördern und Aufgaben übernehmen.
Die Schülerin stört den Unterricht und der Lehrer schickt sie aus dem Unterrichtsraum. Hierbei handelt es sich bereits um eine Ordnungsmaßnahme, die nur erteilt werden darf, wenn "andere erzieherische Einwirkung" nicht ausreicht. Ordnungsmaßnahmen und erzieherische Einwirkung können aber auch miteinander verbunden werden. Gespräch und Ermahnung sind dabei laut o.g. Verordnung nicht bloß geduldet, sondern ausdrücklich normiert. Ein solches erzieherisches Gespräch wird selbstverständlich nur mit der Schülerin geführt. Weitere Gespräche gemeinsam mit den Eltern, der Schülerin und dem Schulleiter sind ja nicht ausgeschlossen.

Im Übrigen stellt der erwähnte Klassenwechsel aus rechtlicher Sicht kein Wahlangebot an die Schülerin (?) dar, sondern ebenfalls eine erzieherische Maßnahme. Zustimmung der Schülerin, aber auch die der Eltern ist dabei keine Voraussetzung:
§ 95 Verstöße gegen die Ordnung in der Schule
1) Bei Verstößen gegen die Ordnung in der Schule können Ordnungsmaßnahmen ausgesprochen werden.
(2) Verstöße gegen die Ordnung in der Schule liegen insbesondere vor bei Störungen des Unterrichts [...]

§ 96 Anwendung von Ordnungsmaßnahmen
(1) Ordnungsmaßnahmen können nur ausgesprochen werden, wenn andere erzieherische Einwirkungen nicht ausreichen. Als erzieherische Einwirkungen kommen insbesondere in Betracht: Gespräch, Ermahnung, [...]Überweisung in eine andere Klasse oder in einen anderen Kurs derselben Klassen- oder Jahrgangsstufe der Schule.

§ 97 Maßnahmenkatalog
(1) Es können folgende Ordnungsmaßnahmen gemäß § 53 Abs. 2 Nr. 7 SchulG getroffen werden:

1. Untersagung der Teilnahme am Unterricht der laufenden Unterrichtsstunde durch die unterrichtende Lehrkraft,[...]

Kurt Knitz
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Re: Erziehungsauftrag der Lehrer

Beitrag von Kurt Knitz »

Sofern der Lehrer mit seiner Äußerung zur hälftigen Erziehungsübernahme zum Ausdruck bringen möchte, dass er in der Schule damit auch eigene Erziehungsrechte ausüben darf, liegt er eher richtig als falsch.

Für beide Seiten gilt allerdings die Verpflichtung zu einer "vertrauensvollen und partnerschaftlichen" Zusammenarbeit.
Wenn ein Lehrer sich anmaßt, bei 13jährigen Schülern, die er als Fachlehrer frisch übernommen hat, gegenüber den Eltern im Elterngespräch zu behaupten, er müsse bei dieser Schülerin 50 % der Erziehungsarbeit leisten, dann ist er entweder den Propagandasprüchen von Lehrerverbandsvertretern auf den Leim gegangen, die in Pressemitteilungen und Talkshows gerne davon reden, sie könnten "nicht auch noch den Eltern die gesamte Erziehungsarbeit abnehmen", oder er ist persönlichkeitsgestört. Bei einer solchen Behauptung fehlt nicht nur der geringste Funke an Vertrauen in die Eltern, da fehlt auch jeglicher Anstand. Das ist die pure Kampfansage.

Oft wundert man sich, warum im Schulwesen so vieles bis in Kleinste juristisch reglementiert ist. Das kommt davon, dass anderenfalls solchen extremen Einzelfällen nicht beizukommen wäre.
Die Schulgesetze der einzelnen Bundesländer und vieles mehr kann man finden über den Deutschen Bildungsserver:
https://www.bildungsserver.de/Schulrecht-72-de.html#Schulrecht_der_Laender

fragenfueralle
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Re: Erziehungsauftrag der Lehrer

Beitrag von fragenfueralle »

Kurt Knitz hat geschrieben:Wenn ein Lehrer sich anmaßt, bei 13jährigen Schülern, die er als Fachlehrer frisch übernommen hat, gegenüber den Eltern im Elterngespräch zu behaupten, er müsse bei dieser Schülerin 50 % der Erziehungsarbeit leisten, ...... Bei einer solchen Behauptung fehlt nicht nur der geringste Funke an Vertrauen in die Eltern, da fehlt auch jeglicher Anstand. Das ist die pure Kampfansage.
Dem kann ich absolut beipflichten. Hierhinter steckt keine geringere Aussage des Lehrers, als dass er den Eltern Versagen in der Erziehung unterstellt. Solch unprofessionelles Verhalten muss mit dem Direktor besprochen werden.
Kurt Knitz hat geschrieben:Könnten Sie es sich denn zeitlich leisten, mehrmals den Unterricht dieses Lehrers zu besuchen, so wie in der übergreifenden Schulordnung RLP vorgesehen?
Zusätzlich könnte man als betroffene Eltern den schulpsychologischen Dienst der Stadt aufsuchen (zumindest gibt es den in meiner Heimatstadt), um eine weitere Einschätzung zu den Vorfällen im Unterricht und dem Verhalten der Tochter und des Lehrers zu erhalten. Der Dienst vereinbart zu diesem Zweck einen Besuch im Unterricht.
Möchte die Schülerin die Klasse wechseln, um dem Lehrer aus dem Weg zu gehen? Wenn nein, warum nicht?
angie27 hat geschrieben:Sie möchte nicht, zum einen sagt sie versteht sie das nicht sie hat nichts falsch gemacht, zum anderen sind dort ihre Freunde. Die Klasse ist über die Jahre zusammengewachsen.
Diese Begründung ist nicht zu unterschätzen. Den Klassenverband zu verlassen dürfte meiner Erfahrung nach für die betroffene Schülerin "gleich schlimm" empfunden werden wie Sitzenbleiben und eine andere Klasse besuchen zu müssen. Wenn dann Pädagogen der Ansicht sind, dass sich das schnell rauswächst, können sie dies bestenfalls nur oberflächlich beurteilen, auch wenn man beobachten mag, dass Kinder in dieser Situation i.d.R. neue Freunde finden werden.
BäckerHD hat geschrieben:
angie27 hat geschrieben:Ich habe mir diese Geschichte von mehreren Kindern bestätigen lassen.....
Die Kinder haben teilweise Angst das es ihnen genauso ergeht und sagen nichts.
Ähm, was denn nun? :o
angie27 hat geschrieben:Genauso eine fragwürdige Aussage war im Elterngespräch ob er sich nicht einfach mal auf Augenhöhe mit den Kindern unterhalten kann, nein das will er nicht da er über den Kindern steht....
Ist das denn nicht so? Auf Augenhöhe kann er sich mit Erwachsenen unterhalten. :| Seine Funktion als Lehrer sollten Sie ihm schon noch zugestehen.
@Bäcker: Sind Ihre Fragen und Antworten ernst gemeint?
Viele Menschen hinterlassen Spuren.
Nur wenige hinterlassen Eindrücke.

Manche aber hinterlassen nur beim Eindrücken Spuren.

angie27
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Re: Erziehungsauftrag der Lehrer

Beitrag von angie27 »

Vielen Dank für die kompetenten Antworten und Hilfestellungen.
Zwischenzeitlich hatten wir unser Gespräch beim Direktor. Auf das wir uns jetzt ganz anders vorbereitet haben.
Der Lehrer darf keine vier Augengespräche mehr mit unserer Tochter führen. Er muss jetzt einen gewisse Distance halten, wir führen nach einer gewissen Zeit ein Feedbackgespräch mit dem Direktor. Wir werden umgehend informiert wenn weiterhin Probleme auftreten. Diesmal fühlten wir uns ernst genommen. Wir hatten aber jetzt auch andere Eltern im Rücken und Mitschüler als Zeugen für das Verhalten des Lehrers.
Wir wissen jetzt auch das es noch weitere Eltern aus anderen Klassen gibt die ebenfalls ihre Probleme mit diesem Lehrer kund getan haben.
Sollten die Probleme weiter gehen, haben wir uns entschlossen eine Dienstaufsichtsbeschwerde einzureichen.
Wir wissen jetzt was wir tun müssen oder können daher kann das Thema jetzt gerne beendet werden.

Kurt Knitz
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Re: Erziehungsauftrag der Lehrer

Beitrag von Kurt Knitz »

Vielen Dank für die Rückmeldung!

Es ist immer sehr erfreulich zu lesen, mit welchen der hier erteilten Antworten die Fragenden etwas anfangen können!

An etlichen Schulen werden derzeit Beschwerdemanagementsysteme eingerichtet. Das klingt komplizierter als es ist. Es bedeutet einfach, dass Beschwerden nach einer bestimmten, für alle verlässlichen Richtlinie bearbeitet und dokumentiert werden. Gibt es von Ihrem Gespräch mit dem Schulleiter ein schriftliches Dokument?

Wenn nein, dann würde ich Ihnen empfehlen, eine Rückmelde-E-Mail zu schreiben, in der Sie ausdrücklich loben, dass Sie jetzt ernst genommen wurden. Das gibt Ihnen auch Gelegenheit, die getroffenen Vereinbarungen zu verschriftlichen, dann geht nichts versehentlich verloren.
Die Schulgesetze der einzelnen Bundesländer und vieles mehr kann man finden über den Deutschen Bildungsserver:
https://www.bildungsserver.de/Schulrecht-72-de.html#Schulrecht_der_Laender

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