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Finanzielle Ausgaben der Schüler für Projekte rechtens?

Verfasst: 11.01.18, 19:53
von Kazuto
Guten Abend,

Ich absolviere derzeit eine schulische Ausbildung als "Gestaltungstechnischer Assistent" in NRW.
Nun hatten wir die letzten Wochen die Aufgabe eine Präsentation der Photografie zu erstellen.
Diese bestand aus sieben Themen zu je 3 Fotos (Einzelner Schüler) oder 5 Fotos (Als Gruppe).
Diese Präsentation fand gestern statt.

Wie ich heute jedoch erfahren habe ist ein Teil dieser Aufgabe der Druck eines Fotobuches, doch auf Kosten der Schüler.

Ist es rechtens, dass der Schüler auf diesen Kosten sitzen bleibt oder kann man diese Kosten der Schule in Rechnung stellen? Dürfen Schulen so etwas überhaupt fordern?
Ein Fotobuch, abhängig von der Qualität und Seitenanzahl beläuft sich zwischen 20.00€ - 40.00€.

Da dieses Fotobuch ebenso benotet wird, wäre es daher eher kontraproduktiv eine günstige Variante drucken zu lassen.
Inwiefern die Druckqualität in die Benotung einfließt ist mir jedoch nicht bekannt, doch würde die Druckqualität nicht einfließen,
so würde kein Fotobuch gefordert sondern die Fotos selbst als Datei würden ausreichen, sind aber selbst nicht gefordert.

Lediglich Präsentation und Fotobuch.

Mit freundlichen Grüßen,
Kazuto

Re: Finanzielle Ausgaben der Schüler für Projekte rechtens?

Verfasst: 11.01.18, 20:30
von Kurt Knitz
Inwiefern die Druckqualität in die Benotung einfließt ist mir jedoch nicht bekannt, doch würde die Druckqualität nicht einfließen, so würde kein Fotobuch gefordert, sondern die Fotos selbst als Datei würden ausreichen, sind aber selbst nicht gefordert.
Das macht auf mich nicht den Eindruck, als ob Sie sich ausreichend Mühe gemacht hätten, die Aufgabenstellung zu klären.

Später wird es zu Ihren Aufgaben gehören, Kunden nach ihren tatsächlichen Anforderungen zu fragen und nicht irgendwas herbeizuspekulieren. Das lernen Sie, wenn Sie erst mal den Lehrer fragen, welche Anforderungen er tatsächlich an das "Fotobuch" stellt.

Ihre Unterstellung, er würde eine bessere Druckqualität als Leistung des Schülers bewerten, scheint mir völlig aus der Luft gegriffen. Der Lehrer wird bestimmt unterscheiden können zwischen den Leistungen des Schülers beim Gestalten des Fotobuchs und den Leistungen des Fotolabors beim Ausdruck. Es könnte schon sein, dass Ausdrucke vom Schuldrucker nicht reichen, sondern tatsächlich ein gebundenes Buch verlangt wird. Prinzipiell sollten Sie das auch selbst in Handarbeit machen dürfen, wenn dadurch die Kosten geringer sind.

https://www.schulministerium.nrw.de/doc ... lfreiheit/

https://www.schulministerium.nrw.de/doc ... O_96_5.pdf

Re: Finanzielle Ausgaben der Schüler für Projekte rechtens?

Verfasst: 11.01.18, 20:48
von Stan78
Kazuto hat geschrieben: Ein Fotobuch, abhängig von der Qualität und Seitenanzahl beläuft sich zwischen 20.00€ - 40.00€.
Allgemeine Kosten für Unterrichtsmaterial sind in allen Bundesländern von den Schülern zu tragen. Dazu gehört auch, dass man eine zu benotende Ersatzleistung in der erforderlichen Form abgibt, auch Facharbeiten oder ähnliches müssen oft gebunden werden. Wenn man einen Kunstkurs auf erhöhtem Niveau belegt, wird man über die 2 Jahre wohl deutlich mehr als 20 - 40 € in Materialen investieren müssen.

Re: Finanzielle Ausgaben der Schüler für Projekte rechtens?

Verfasst: 11.01.18, 20:54
von Kazuto
Kurt Knitz hat geschrieben:
Inwiefern die Druckqualität in die Benotung einfließt ist mir jedoch nicht bekannt, doch würde die Druckqualität nicht einfließen, so würde kein Fotobuch gefordert, sondern die Fotos selbst als Datei würden ausreichen, sind aber selbst nicht gefordert.
Das macht auf mich nicht den Eindruck, als ob Sie sich ausreichend Mühe gemacht hätten, die Aufgabenstellung zu klären.

Später wird es zu Ihren Aufgaben gehören, Kunden nach ihren tatsächlichen Anforderungen zu fragen und nicht irgendwas herbeizuspekulieren. Das lernen Sie, wenn Sie erst mal den Lehrer fragen, welche Anforderungen er tatsächlich an das "Fotobuch" stellt.
Der Auftrag erfolgte schriftlich. In diesem Auftrag wurde ein solches Fotobuch nicht erwähnt, ansonsten hätte ich nicht ein Tag nach der Präsentation davon erfahren sondern wüsste dies schon seit mehreren Wochen.

Diese Information über ein Fotobuch wurde jedoch offensichtlich erst nachträglich genannt. Ohne jegliches Wissen über die Aufgabe der Beschaffung eines Fotobuchs ist es unmöglich nach den Anforderungen jenes zu fragen.
Kurt Knitz hat geschrieben: Ihre Unterstellung, er würde eine bessere Druckqualität als Leistung des Schülers bewerten, scheint mir völlig aus der Luft gegriffen. Der Lehrer wird bestimmt unterscheiden können zwischen den Leistungen des Schülers beim Gestalten des Fotobuchs und den Leistungen des Fotolabors beim Ausdruck. Es könnte schon sein, dass Ausdrucke vom Schuldrucker nicht reichen, sondern tatsächlich ein gebundenes Buch verlangt wird. Prinzipiell sollten Sie das auch selbst in Handarbeit machen dürfen, wenn dadurch die Kosten geringer sind.

https://www.schulministerium.nrw.de/doc ... lfreiheit/

https://www.schulministerium.nrw.de/doc ... O_96_5.pdf
Diese Spekulation treffe ich anhand der Tatsache, dass die digitale Kopie der jeweiligen Bilder zur Benotung vollkommen ausreicht. Diese als gedrucktes, physisches Medium zu fordern ist somit vollkommen redundant und ist lediglich mit Mehraufwand und Kosten verbunden, die der Schüler offensichtlich zu tragen hat.

In den verlinkten Texten ist lediglich die Rede von Lernmittel. Bei diesem Fotobuch handelt es sich jedoch keinesfalls um ein Lernmittel.
Desweiteren haben wir als Schüler bereits in dem ersten Jahr 15€ und im zweiten und dritten Jahr jeweils 25€ Lernmittel in Form einer "Kopiegebühr", sowie Marker im Wert von ca. 100€ eigenhändig zahlen dürfen. Somit liegen wir bereits bei ca. 165€ Ausgaben seitens des Schülers.

Re: Finanzielle Ausgaben der Schüler für Projekte rechtens?

Verfasst: 11.01.18, 21:14
von SusanneBerlin
Hat sich der Schüler vor Beginn der Ausbildung nicht erkundigt welche Kosten auf ihn zukommen?

Re: Finanzielle Ausgaben der Schüler für Projekte rechtens?

Verfasst: 11.01.18, 22:06
von Kazuto
SusanneBerlin hat geschrieben:Hat sich der Schüler vor Beginn der Ausbildung nicht erkundigt welche Kosten auf ihn zukommen?
Lediglich die Kosten für die "Kopiergebühr" und Marker wurden genannt.

Das Thema hat sich jedoch nach Rücksprache mit der Bildungsgangleitung geklärt. Trotz vermehrter Aussage der Mitschüler bezüglich der Pflicht des Fotobuchs ist dies nach Aussage der Bildungsgangleitung optional.

Re: Finanzielle Ausgaben der Schüler für Projekte rechtens?

Verfasst: 11.01.18, 22:12
von SusanneBerlin
Das Thema hat sich jedoch nach Rücksprache mit der Bildungsgangleitung geklärt.
Sie haben heute zwischen 19 und 22 Uhr mit der Leitung gesprochen/gemailt? Respekt, die legen sich ja ins Zeug für ihre Auszubildenden und sind nach Feierabend noch ansprechbar!

Re: Finanzielle Ausgaben der Schüler für Projekte rechtens?

Verfasst: 12.01.18, 06:16
von Kurt Knitz
Diese Spekulation treffe ich anhand der Tatsache, dass die digitale Kopie der jeweiligen Bilder zur Benotung vollkommen ausreicht.
Ein Fotobuch ist etwas anderes als eine Aneinanderreihung von Fotos. Dabei kommt es wesentlich auf die Auswahl der Fotos für die Umschlagvorderseite und -rückseite, die Auswahl aus der zur Verfügung stehenden Fotosammlung für die zur Verfügung stehenden Seiten, evtl. Hinzufügung von Abbildungen beispielsweise aus dem Internet, die Anordnung der Fotos auf den Buchseiten, die Gestaltung von Hintergründen, Textkommentierung etc. an.

All diese Leistungen kann heutzutage auch ein völliger Laie erbringen, aber möglicherweise nicht in der Qualität und Originalität wie ein Gestaltungstechnischer Assistent oder ein Mediengestalter aus einer dualen Ausbildung oder ein Studienabsolvent. Eine höhere Ausdrucks-Qualität durch Bestellung eines teureren Fotobuchs kann hingegen jeder gleich erreichen. Die erbrachte Eigenleistung eines Schülers lässt sich in diesem Fall m.E. von einem durchschnittlichen Lehrer an einfachen Farbausdrucken in gleicher Weise beurteilen wie an einem ausgedruckten Buch. Der Schüler hat dann lediglich keine Zusatzerfahrung im Umgang mit Fotobuchlieferanten und hinterher kein Fotobuch, das er sich ins Regal stellen, Bekannten vorzeigen und bei einer Bewerbung für eine duale Ausbildung oder ein Studium vorlegen kann.

Ein Schüler, der behauptet, Kopien der Foto-Dateien würden ausreichen, hat jedoch die Aufgabenstellung nicht verstanden. In diesem Fall offensichtlich nicht, weil er nicht verstehen könnte, sondern weil er nicht verstehen will.

Bei diesem Fotobuch handelt es sich jedoch keinesfalls um ein Lernmittel.
In Deutschland besteht das Recht auf freie Meinungsäußerung, auch wenn andere andere Meinungen haben.

Desweiteren haben wir als Schüler bereits in dem ersten Jahr 15€ und im zweiten und dritten Jahr jeweils 25€ Lernmittel in Form einer "Kopiegebühr", sowie Marker im Wert von ca. 100€ eigenhändig zahlen dürfen. Somit liegen wir bereits bei ca. 165€ Ausgaben seitens des Schülers.
Danke für die Zusatzinformation. Demnach handelt es sich um inzwischen überwiegend volljährige Schüler?

Das Thema hat sich jedoch nach Rücksprache mit der Bildungsgangleitung geklärt. Trotz vermehrter Aussage der Mitschüler bezüglich der Pflicht des Fotobuchs ist dies nach Aussage der Bildungsgangleitung optional.
Ihre Mitschüler haben falsche Informationen, Sie zu wenige. Waren Sie im Unterricht nicht anwesend und Ihre Mitschüler nicht aufmerksam?

Re: Finanzielle Ausgaben der Schüler für Projekte rechtens?

Verfasst: 12.01.18, 19:03
von Kazuto
Kurt Knitz hat geschrieben:
Diese Spekulation treffe ich anhand der Tatsache, dass die digitale Kopie der jeweiligen Bilder zur Benotung vollkommen ausreicht.
Ein Fotobuch ist etwas anderes als eine Aneinanderreihung von Fotos. Dabei kommt es wesentlich auf die Auswahl der Fotos für die Umschlagvorderseite und -rückseite, die Auswahl aus der zur Verfügung stehenden Fotosammlung für die zur Verfügung stehenden Seiten, evtl. Hinzufügung von Abbildungen beispielsweise aus dem Internet, die Anordnung der Fotos auf den Buchseiten, die Gestaltung von Hintergründen, Textkommentierung etc. an.
Da liegen Sie leider falsch. Das Fotobuch hätte lediglich aus den gleichen Bildern bestanden welche auch für die Präsentation genutzt worden sind. Die Selektion wäre daher nicht anders gewesen. Ebenso wäre das Hinzufügen von Abbildungen aus dem Internet nicht erlaubt gewesen, da ein solches Buch rein von den Fotos handelt.
Kurt Knitz hat geschrieben:All diese Leistungen kann heutzutage auch ein völliger Laie erbringen, aber möglicherweise nicht in der Qualität und Originalität wie ein Gestaltungstechnischer Assistent oder ein Mediengestalter aus einer dualen Ausbildung oder ein Studienabsolvent. Eine höhere Ausdrucks-Qualität durch Bestellung eines teureren Fotobuchs kann hingegen jeder gleich erreichen. Die erbrachte Eigenleistung eines Schülers lässt sich in diesem Fall m.E. von einem durchschnittlichen Lehrer an einfachen Farbausdrucken in gleicher Weise beurteilen wie an einem ausgedruckten Buch. Der Schüler hat dann lediglich keine Zusatzerfahrung im Umgang mit Fotobuchlieferanten und hinterher kein Fotobuch, das er sich ins Regal stellen, Bekannten vorzeigen und bei einer Bewerbung für eine duale Ausbildung oder ein Studium vorlegen kann.
Mit Diensten wie von Firmen wie z.B. Cewe, Saal-Digital o.Ä. ist dies auch einem Laien möglich, da diese eine sogenannte "Drag & Drop" Software besitzen, sprich Bild reinziehen, auf das gewünschte Format skalieren oder zuschneiden und fertig. Oft sind diese Ergebnisse nicht von professionellen Gestaltern zu unterscheiden, da diese Firmen lediglich Aufträge über diese Software akzeptieren und somit Laie und Profi von den Möglichkeiten gleich gestellt sind. Nichts mit teurer Layout Software von Adobe und Co.

Ebenso wäre das Fotobuch in Besitz der Schule geblieben. Ansonsten hätte ich nicht davon gesprochen, der Schule dies in Rechnung zu stellen wenn ich es schlussendlich wieder mit nach Hause nehmen dürfte.
Kurt Knitz hat geschrieben:Ein Schüler, der behauptet, Kopien der Foto-Dateien würden ausreichen, hat jedoch die Aufgabenstellung nicht verstanden. In diesem Fall offensichtlich nicht, weil er nicht verstehen könnte, sondern weil er nicht verstehen will.
Wie mehrfach erwähnt wurde dieses Fotobuch nicht auf dem schriftlichen erwähnt und war somit kein Bestandteil der Aufgabenstellung. Die, optionale, Beschaffung eines solches wurde also verbal übermittelt und bei 40 Schülern kann dann der ein oder andere nicht anwesend gewesen sein.

Und doch, die Qualität der Fotos lässt sich an einem Computer besser beurteilen als bei einem Ausdruck, denn bei einen Ausdruck hängen viel mehr Faktoren beim Druckerzeugnis zusammen als bei der Darstellung auf digitalen Endgeräten.

Druckfarbe, Rasterweite, Rasterwinkelung, Stärke und Oberflächenbeschaffenheit des Papiers um nur ein paar aufzuzählen.
Bei der Darstellung an digitalen Endgeräten sind nur die Farbverbindlichkeit und die Pixeldichte der Anzeige Faktoren, wobei Ersteres günstig kalibriert werden kann und letzteres ab einer Auflösung von 72dpi zu keinem signifikantem Unterschied führt.
Kurt Knitz hat geschrieben:
Bei diesem Fotobuch handelt es sich jedoch keinesfalls um ein Lernmittel.
In Deutschland besteht das Recht auf freie Meinungsäußerung, auch wenn andere andere Meinungen haben.
Ich verstehe unter Lernmittel Dinge die für den Unterricht zwingend erforderlich sind so z.B. Blöcke, Stifte, Lineale, Taschenrechner, Lehrbücher usw. Keinesfalls ein Buch welches hier besprochen wird, da es dem Schüler nichts lehrt.
Kurt Knitz hat geschrieben:
Desweiteren haben wir als Schüler bereits in dem ersten Jahr 15€ und im zweiten und dritten Jahr jeweils 25€ Lernmittel in Form einer "Kopiegebühr", sowie Marker im Wert von ca. 100€ eigenhändig zahlen dürfen. Somit liegen wir bereits bei ca. 165€ Ausgaben seitens des Schülers.
Danke für die Zusatzinformation. Demnach handelt es sich um inzwischen überwiegend volljährige Schüler?
Mittlerweile ja, zu beginn war der Großteil noch minderjährig.
Kurt Knitz hat geschrieben:
Das Thema hat sich jedoch nach Rücksprache mit der Bildungsgangleitung geklärt. Trotz vermehrter Aussage der Mitschüler bezüglich der Pflicht des Fotobuchs ist dies nach Aussage der Bildungsgangleitung optional.
Ihre Mitschüler haben falsche Informationen, Sie zu wenige. Waren Sie im Unterricht nicht anwesend und Ihre Mitschüler nicht aufmerksam?
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Ich konnte keine Informationen über etwas einholen von dem ich wochenlang nichts wusste.

Das Projekt lief über das gesamte letzte Schulhalbjahr, sprich ungefähr 26 Schulwochen abzüglich der Ferien.
Desweiteren lässt die Organisation an dieser Schule zu wünschen übrig. Schriftliche Arbeitsaufträge fiktiver Firmen erhalten mittendrin verbale Änderungen ohne sicher zu stellen, dass diese Änderung jeden Schüler erreicht wie z.B. in schriftlicher Form.

Über einen solchen Zeitraum etwas nicht mitzubekommen oder sich an etwas falsch zu erinnern ist nicht verwunderlich bei der Anzahl an verschiedenen Fächern mit gleichen Lehrern und keinen schriftlichen Notizen welche man nachlesen könnte.

Dies hätten Sie jedoch auch alles aus meinen bisherigen Antworten rauslesen können.