Drei Klassen - zwei Lehrer

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Luan
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Luan » 31.03.18, 11:41

michael61s hat geschrieben:Für diese Aussage werden Sie sicherlich keine Quelle finden.
http://www.nibis.de/~ps5aur/ErzOrd.html
Schon allein die (alte) Rechtschreibung auf der verlinkten Seite sollte deutlich machen, dass das eine völlig veraltete Information ist.

Dass das keine "offizielle" Information ist, erkennt man an den als schlechte Kopie unprofessionell hineinkopierten Übersichten.

Wenn man ganz genau hinsieht, erkennt man, dass die Seite das letzte Mal im Jahre 2002 verändert wurde. Seitdem hat sich der entsprechende Erlass, auf den dort Bezug genommen wird, verändert.

Die aktuelle Version findet sich hier: http://www.nds-voris.de/jportal/?quelle ... l&max=true , eine kurze Erläuterung hier: https://www.landesschulbehoerde-nieders ... massnahmen .
Auf der letzteren Seite findet man übrigens nach dem Schul-Login auch die entsprechenden Handreichungen, Formularentwürfe etc. Darin wird nochmals auf das hingewiesen, was Eierkopf sehr richtig feststellte: Die gewählte Maßnahme soll die mildeste mögliche Maßnahme sein, die Verhältnismäßigkeit soll gewahrt bleiben, sie soll geeignet, angemessen, erforderlich sein, um auf das Fehlverhalten zu reagieren. (Aber das hatte ich ja schon mal versucht, hier viewtopic.php?f=37&t=278276&start=60#p1804516 anzudeuten.)

winterspaziergang
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von winterspaziergang » 31.03.18, 21:50

michael61s hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben:Nehmen wir einfach an, sie hätte das begünstigt. Begünstigt ist eben nicht verursacht.,
Die Aussage ist schon korrekt. Sie war Ursache aber nicht Anlass.
nein, die Aussage "die Aufsichtspflichtverletzung war Ursache des Streits" ist eben nicht korrekt. Sonst müsste jedes Mal, wenn Lehrer wegschauen und
Schüler ...die sich möglicherweise nur vom Sehen kennen.
aufeinander treffen, gleich eine Schlägerei beginnen. Dem ist nicht so.

Die angenommene Verletzung der Aufsichtspflicht war weder Anlass noch Ursache der Auseinandersetzung.

:arrow: Eine begünstigende Bedingung ist keine Ursache.

Die Ursache ist eine hier nicht bekannte Komponente, die unter anderen Umständen vielleicht nicht zur Schlägerei geführt hätte.
Dass diese schneller hätte beendet werden können, wenn Lehrer vor Ort eingegriffen hätten, steht damit nicht in Frage.

Aber auf die Herleitung, wie die Entfernung der Lehrer die Ursache für den Streit der Schüler war, darf man echt gespannt sein. :engel:

michael61s
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von michael61s » 02.04.18, 09:30

winterspaziergang hat geschrieben:Aber auf die Herleitung, wie die Entfernung der Lehrer die Ursache für den Streit der Schüler war, darf man echt gespannt sein.

Ich mag nicht ganz verstehen wie sie auf diese These kommen.
Von Entfernung wurde von mir nie geschrieben.
Versuchen sie doch mal bei dem zu bleiben was geschrieben wurde.
winterspaziergang hat geschrieben:nein, die Aussage "die Aufsichtspflichtverletzung war Ursache des Streits" ist eben nicht korrekt. Sonst müsste jedes Mal, wenn Lehrer wegschauen und

Es ist schlimm genug, dass Lehrer sehr häufig wegschauen, dies erfährt man insbesondere bei Gesprächen mit Mobbing Opfern in der Schule. Nur die Tatsache, dass man es nicht beweisen kann, führt dazu, dass hier keine Maßnahmen nach kommen. Kommen Sie mir also bitte nicht mit so einer Argumentation.
Eierkopf hat geschrieben:Die Konferenz hat zu prüfen, welchen der Ordnungsmaßnahmen vom Grundsatz her bei dem Fehlverhalten des Schülers in Frage kommen. Dann muss diejenige der möglichen Maßnahme gewählt werden, welche den Schüler am wenigsten trifft.
Das ist auch gut so!
Das hört sich anders an.
Luan hat geschrieben:Darin wird nochmals auf das hingewiesen, was Eierkopf sehr richtig feststellte: Die gewählte Maßnahme soll die mildeste mögliche Maßnahme sein, die Verhältnismäßigkeit soll gewahrt bleiben, sie soll geeignet, angemessen, erforderlich sein, um auf das Fehlverhalten zu reagieren.
Hier wird auf die Verhältnismäßigkeit hingewiesen, welches mir in dem Post von Eierkopf fehlt. Damit hat @Eierkopf es nicht richtig dagestellt.

Eierkopf
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Eierkopf » 02.04.18, 14:42

michael61s hat geschrieben:
Eierkopf hat geschrieben:Die Konferenz hat zu prüfen, welchen der Ordnungsmaßnahmen vom Grundsatz her bei dem Fehlverhalten des Schülers in Frage kommen. Dann muss diejenige der möglichen Maßnahme gewählt werden, welche den Schüler am wenigsten trifft.
Für diese Aussage werden Sie sicherlich keine Quelle finden.
http://www.nibis.de/~ps5aur/ErzOrd.html
Im gesamten Thread fällt auf, dass Ihre Quellen immer wieder unpassend sind.
Wie Luan es später darstellt besteht der Rechtsbegriff der Verhältnismäßigkeit aus den drei Elementen Geeignetheit, Erforderlichkeit und Angemessenheit.
Wenn Sie sich weiter darüber vertiefend informieren möchten, so bieten die Werke von "Böhm, Thomas: Grundriß des Schulrechts in Deutschland" oder "Niehus, Norbert: Schul- und Prüfungsrecht" Grundlagen diesbezüglich.
michael61s hat geschrieben:Alleine die Tatsache Trampolin und Ballspiel in einer Halle ist ein so grober Verstoß gegen die Richtlinien der GUV, dass man hier schon von grob Fahrlässig sprechen kann.
Gegen welche Richtlinie des GUV wird hierdurch verstoßen. Es ist wohl eine Ihrer Meinungen. Selbst in DGUV Heft 202-081 findet man keinen brauchbaren Hinweis auf Ihre Aussage, vielleicht ja in dem Hinweis auf spezifische Länderregelungen, die aber dann als solche hervorgehoben werden sollten.
michael61s hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben:Möglich, dass die Zusammenlegung der Klassen die Schlägerei begünstig hat.
Sie hat sie erst ermöglicht.
In der Tat! Bildet man eine Kleingruppe, z.B. ein Paar aus zwei Personen, so ist die Möglichkeit einer verbelen wie auch nonverbalen Auseinandersetzung zwischen diesen gegeben. Je größer die Gruppe und unter Einbezug möglicher Inhomogenitäten besteht die Notwendigkeit zu besonderer Beurteilung.
Winterspaziergang hat völlig Recht mit der Trennung von Schlägerei und Aufsichtspflicht.
Die Zusammenlegung und Beaufsichtigung dreier Klassen ist vom Grundsatz her keine Ursache einer Schlägerei Die Schüler sind nicht sich selbst überlassen gewesen, sondern zunächst waren sie aktiv und kontinuierlich bei den definierten Aufgeben beaufsichtigt. Inwieweit die Lehrkräfte und welche Aspekte die Lehrkräfte hinsichtlich der präventiven Aufsicht bedacht und/oder ausgetauscht haben, entzieht sich unserer Beurteilung.
Gewiss ist auch der gemeinsame Unterricht kein Anlass für die Schlägerei.
Über einen möglichen Anlass, der von Opa G nicht dargestellt wird, sollte in der Konferenz zu reden sein.
michael61s hat geschrieben: Es ist schlimm genug, dass Lehrer sehr häufig wegschauen, dies erfährt man insbesondere bei Gesprächen mit Mobbing Opfern in der Schule. Nur die Tatsache, dass man es nicht beweisen kann, führt dazu, dass hier keine Maßnahmen nach kommen. Kommen Sie mir also bitte nicht mit so einer Argumentation.
[/quote]
Sie haben also häufig Gespräche mit Mobbing-Opfern, denen nach Rücksprache mit Ihren Lehrern oder Vertrauenspersonen nicht geholfen wird. In welcher Funktion führen Sie diese Gespräche? Haben Sie die gegebenenfalls daraus resultierende Verpflichtungen zu inhaltlicher oder rechtsberatender Unterstützung der Betroffenen wahr genommen. Dann könnte die in einem neuen Thread in fiktiven Fallbeispielen betrachtet werden.

winterspaziergang
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von winterspaziergang » 02.04.18, 15:14

michael61s hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben:Aber auf die Herleitung, wie die Entfernung der Lehrer die Ursache für den Streit der Schüler war, darf man echt gespannt sein.

Ich mag nicht ganz verstehen wie sie auf diese These kommen.
Erstens ist das keine These, sondern ein Infrage stellen und zweitens
michael61s hat geschrieben:Von Entfernung wurde von mir nie geschrieben.
geht dies logisch aus der vermuteten Verletzung der Aufsichtspflicht hervor. Wenn die Lehrer nicht am Ort des Geschehens waren, dürften sie in räumlicher Distanz zu ihren Schülern gestanden haben. Das muss man nicht dazu schreiben, das geht aus der Darstellung hervor.
michael61s hat geschrieben:Versuchen sie doch mal bei dem zu bleiben was geschrieben wurde.
"doch mal" ? :lol: wie oft hatten wir denn schon die Ehre, dass man meint, hier würde sich ständig irgendwas wiederholen?
:arrow: Wir wärs mit lesen, was da steht und sich an die eigene Bitte halten?
michael61s hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben:nein, die Aussage "die Aufsichtspflichtverletzung war Ursache des Streits" ist eben nicht korrekt. Sonst müsste jedes Mal, wenn Lehrer wegschauen und

Es ist schlimm genug, dass Lehrer sehr häufig wegschauen, dies erfährt man insbesondere bei Gesprächen mit Mobbing Opfern in der Schule. Nur die Tatsache, dass man es nicht beweisen kann, führt dazu, dass hier keine Maßnahmen nach kommen. Kommen Sie mir also bitte nicht mit so einer Argumentation.
Erstens ist das keine Argumentation, sondern der offenbar vergebliche Versuch lediglich die Bedeutung einer "Ursache" zu vermitteln und zweitens und nochmals wäre es gut, man hielte sich an seiner eigenen "Bitte", die da lautete
michael61s hat geschrieben:Versuchen sie doch mal bei dem zu bleiben was geschrieben wurde.
Und schlagen Sie einfach die Bedeutung des Wortes Ursache nach.

Wenn man nicht verstehen will, dass Auslöser und vielleicht auch begünstigende Bedingungen nun einmal faktisch keine Ursache sein können und das eine vom anderen nicht trennen kann, ist jede weitere "Diskussion" überflüssig.
:liegestuhl:

Eierkopf
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Eierkopf » 02.04.18, 17:46

@Michael61s
Kommt zwar etwas spät, aber ...
Im Zusammenhang mit der "Verhältnismäßigkeit" ist mir nachträglich Ihr Link eingefallen, der im Gegensatz zu manch anderen Ihrer Links ein Mal brauchbar ist:
https://www.bezreg-detmold.nrw.de/200_A ... /index.php
Man schaue unter Ordnungsmaßnahmen/Verfahren zu Ordnungsmaßnahmen/Punkt 2 Ermessen nach.

Gruß
Ei

Opa Günter
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Opa Günter » 03.04.18, 22:35

Hallo,
eine Nachfrage zu den Eltern- und Schülervertretern in der Konferenz.
Sollen sie wie eine Art Schöfe fungieren und mit ihrem eigenen "Werteverständnis" über die Situation richten und abstimmen?
Oder sollen sie die Interessen der Mehrzahl der Eltern innerhalb einer Klasse vertreten?
Und mit ihrem Stimmrecht dann denn Elternwillen des Klassenverbandes zum Ausdruck bringen?
Das würde vorraussetzen, dass die Elternvertreter alle Stellungnahmen kennen und sie den Eltern der Klassengemeinschaft neutral vortragen haben um dann das Votum eben dieser Elternschaft in die Konferenz zu tragen.
:shock: :shock:
Meine Tochter und ihr Mann sind auch Mitglied dieser Elternschaft.
Ich kann jetzt keinen Rechtsbruch erkennen, wenn ein Elternteil einen Elternvertreter anspricht, dass es selbst als "seinen" Interessenvertreter in eine solche Konferenz gewält hat.

Die Mehrheitsverhältnisse der Lehrer werden die Elternvertreter eh nicht kippen.
Wir werden die Elternvertreter nicht ansprechen. Wenn sie sich jedoch melden und nach Hintergrundinfos fragen, dann wird meine Tochter mit ihnen sprechen.

Opa Günter

Sephir0th
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Sephir0th » 03.04.18, 23:46

Die Elternvertreter sind nicht daran gebunden, vor der Ausübung ihres Stimmrechts erst die Mehrheitsverhältnisse in der Elternschaft einzuholen und abzubilden. Das wäre auch sehr praxisfern, dürfen Informationen aus einer Konferenz heraus doch ohnehin nicht nach außen getragen werden. Es ist letztlich auch unnötig, dass die Elternvertreter zunächst das Gespräch mit Ihnen suchen, da die Erziehungsberechtigten der betreffenden Kinder ohnehin die Gelegenheit haben, sich in der entsprechenden Konferenz zum Sachverhalt zu äußern.

Anton Reiser
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Anton Reiser » 04.04.18, 00:08

Günter Schemkes hat geschrieben:eine Nachfrage zu den Eltern- und Schülervertretern in der Konferenz.
Sollen sie wie eine Art Schöfe fungieren und mit ihrem eigenen "Werteverständnis" über die Situation richten und abstimmen?
Ja, sie stellen stellvertretend alle am Bildungs- und Erziehungsprozess Beteiligten dar.
Günter Schemkes hat geschrieben:Oder sollen sie die Interessen der Mehrzahl der Eltern innerhalb einer Klasse vertreten?
Und mit ihrem Stimmrecht dann denn Elternwillen des Klassenverbandes zum Ausdruck bringen?
Nein, selbstverständlich nicht. Oder soll dem von Ihrem Enkel möglicherweise drangsalierten Mitschüler die Einsicht vermittelt werden, dass das nach mehrheitlicher Auffassung der Elternschaft im Sinne einer höheren Ordnung irgendwie gerecht war? Oder natürlich die Schuld der Lehrer...

Abgesehen davon würde mich interessieren, wann und auf welcher Rechtsgrundlage eine fristgerecht eingeladene Elternschaft über diese Fragen entscheiden sollte.
Günter Schemkes hat geschrieben:Meine Tochter und ihr Mann sind auch Mitglied dieser Elternschaft.
Darauf wäre ich jetzt alleine nicht gekommen... Die Eltern der anderen "mitangeklagten" Schüler vielleicht auch? Und gemeinsam könnten sie je nach Beteiligung der Elternschaft
Günter Schemkes hat geschrieben:[...]mit ihrem Stimmrecht dann denn Elternwillen des Klassenverbandes zum Ausdruck bringen?
Günter Schemkes hat geschrieben:Das würde vorraussetzen, dass die Elternvertreter alle Stellungnahmen kennen und sie den Eltern der Klassengemeinschaft neutral vortragen haben um dann das Votum eben dieser Elternschaft in die Konferenz zu tragen.
Sie haben genügend Hinweise auf den konkreten Ablauf der Konferenz erhalten. Ihre hier beschriebene Wunschvorstellung war dabei nicht vertreten.
Günter Schemkes hat geschrieben:Ich kann jetzt keinen Rechtsbruch erkennen, wenn ein Elternteil einen Elternvertreter anspricht, dass es selbst als "seinen" Interessenvertreter in eine solche Konferenz gewält hat.
Nein, das Ansprechen an sich dürfte keinen Rechtsbruch bedeuten, die Andeutung negativer Folgen, die eventuelles Nichtbefolgen des eigentlichen Anliegens dieses Ansprechens haben könnte, möglicherweise schon. Jedenfalls gibt es auch im Schulrecht selbstverständlich kein imperatives Mandat.
Günter Schemkes hat geschrieben:Wir werden die Elternvertreter nicht ansprechen. Wenn sie sich jedoch melden und nach Hintergrundinfos fragen, dann wird meine Tochter mit ihnen sprechen.
Die Elternvertreter haben m.E. keinen Anlass sich bei betroffenen Eltern zu melden. Es sei denn, sie haben einen Hinweis erhalten, das möglichst zu tun... Ob das zur beabsichtigten gewünschten Reaktion führen würde, wage ich allerdings sehr zu bezweifeln. Hier müssten Sie die konkreten Erfahrungen von demjenigen erfragen, der Ihnen zu dieser Strategie geraten hat.

Mit freundlichem Gruß
Anton Reiser

Opa Günter
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Opa Günter » 04.04.18, 10:27

:roll: :roll:
Was für ein Mumpitz.
Wir werden die Elternvertreter nicht ansprechen.
Was wir tun werden steht hier doch.

Meine Frage war eine theoretische Annahme.
Ihnen hat es jedoch gefallen gegen meinen Enkel zu stänkern.
Drangsalieren.
Aufklärend ist ihr Beitrag für mich nicht.


Opa Günter

Luan
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Luan » 04.04.18, 16:41

Günter Schemkes hat geschrieben:Die Mehrheitsverhältnisse der Lehrer werden die Elternvertreter eh nicht kippen.
Welche Mehrheitsverhältnisse?
Es gibt drei Schülervertreter.
Es gibt drei Elternvertreter.
Macht insgesamt sechs Vertreter.
"Die Lehrer" sind die Lehrkräfte, die einen Schüler in dem aktuellen Schuljahr unterrichten. Wenn da ein oder zwei Lehrkräfte zwei Fächer in der Klasse unterrichten, dann sind in der Konferenz ganz schnell 50% Lehrkräfte und 50% gewählte Vertreter...

(Und ich kann es nur wiederholen: Diese Konferenzen zu Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen sollen nicht bestrafen, sondern erziehen & den Schulfrieden wiederherstellen. Die beschlossenen Maßnahmen werden so "niedrig" wie möglich angesetzt. Und zuvor mit allen Konferenzmitgliedern diskutiert / abgewogen. Das wird dann keine "Kampfabstimmung" zwischen Eltern & Schülern vs. Lehrkräften.)

Roderik
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Roderik » 04.04.18, 19:54

Wieso reden wir hier von Stimmrecht der Eltern in einer Ordnungsmaßnahmenkonferenz?

Das ist meines Wissens nicht vorgesehen. Die Entscheidung wird nach Beratung (sic!) durch Eltern- und Schülervertreter durch die stimmberechtigten Mitglieder (Schulleitung, in der Klasse unterrichtende Lehrer) gefällt.
Insofern verstehe ich die Diskussion um eventuelle Beeinflussung der Elternvertreter nicht.

Viele Grüße
Roderik

Luan
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Luan » 04.04.18, 20:33

Roderik hat geschrieben:Wieso reden wir hier von Stimmrecht der Eltern in einer Ordnungsmaßnahmenkonferenz?

Das ist meines Wissens nicht vorgesehen. Die Entscheidung wird nach Beratung (sic!) durch Eltern- und Schülervertreter durch die stimmberechtigten Mitglieder (Schulleitung, in der Klasse unterrichtende Lehrer) gefällt.
Doch. Das Stimmrecht gibt es in dieser Situation für Schüler- und Elternvertreter.
Vergleiche NSchG (hier gekürzte, hervorgehobene Auszüge)
§ 35
(2) 1Für jede Klasse ist eine Klassenkonferenz zu bilden. 2Diese entscheidet im Rahmen der Beschlüsse der Gesamtkonferenz über die Angelegenheiten, die ausschließlich die Klasse oder einzelne ihrer Schülerinnen und Schüler betreffen, insbesondere über [...]
die Beurteilung des Gesamtverhaltens der Schülerinnen und Schüler,

§ 36
(3) 1Den Teilkonferenzen gehören als Mitglieder mit Stimmrecht an:
die in dem jeweiligen Bereich tätigen Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
die Referendarinnen und Referendare sowie die Anwärterinnen und Anwärter, die in dem jeweiligen Bereich eigenverantwortlich Unterricht erteilen, und
mindestens je eine Vertreterin oder ein Vertreter der Erziehungsberechtigten sowie der Schülerinnen und Schüler.

(5) Die Konferenzen beschließen mit der Mehrheit der abgegebenen, auf ja oder nein lautenden Stimmen, sofern nicht durch Rechts- oder Verwaltungsvorschriften etwas anderes bestimmt ist. Bei Entscheidungen über
Grundsätze der Leistungsbewertung und Beurteilung,
Zeugnisse, Versetzungen, Abschlüsse, Übergänge, Überweisungen, Zurücktreten und Überspringen,
allgemeine Regelungen für das Verhalten in der Schule (Schulordnung) und
Ordnungsmaßnahmen (§61)
dürfen sich nur Vertreterinnen und Vertreter der Erziehungsberechtigten sowie der Schülerinnen und Schüler der Stimme enthalten.


(7) In den Teilkonferenzen haben bei Entscheidungen über die in Absatz 5 Satz 2 Nr.2 genannten Angelegenheiten [das sind Zeugnisse, Versetzungen, Abschlüsse, Übergänge, Überweisungen, Zurücktreten und Überspringen] nur diejenigen Mitglieder Stimmrecht, die die Schülerin oder den Schüler planmäßig unterrichtet haben. Die übrigen Mitglieder wirken an der Entscheidung beratend mit.

§61
(5) 1Über Ordnungsmaßnahmen entscheidet die Klassenkonferenz unter Vorsitz der Schulleitung.

-> bei Entscheidungen zu Ordnungsmaßnahmen sind Schüler- und Elternvertreter stimmberechtigt. Sie dürfen sich enthalten (Lehrkräfte nicht).

Roderik
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Roderik » 04.04.18, 21:45

Danke für die Hervorhebung. Ich hatte vor meinem Beitrag die entsprechenden Paragraphen gelesen, jedoch daraus nicht eindeutig entnehmen können, dass in Ordnungsmaßnahmenkonferenzen Eltern und Schüler Stimmrecht haben.

§36 zufolge dürfte jedoch die Zahl der Eltern- und Schülervertreter begrenzt sein. Eine Stimmmehrheit von Schülern und Eltern wird ja explizit nicht ermöglicht bzw. expressis verbis ausgeschlossen.
Wenn bei dieser Konferenz alle den Schüler unterrichtenden KollegInnen anwesend sein sollten, dann ist der Einfluss der Eltern und der Schüler in diesem Gremium eher überschaubar.

Viele Grüße
Roderik

Luan
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Luan » 04.04.18, 23:46

Roderik hat geschrieben:§36 zufolge dürfte jedoch die Zahl der Eltern- und Schülervertreter begrenzt sein. Eine Stimmmehrheit von Schülern und Eltern wird ja explizit nicht ermöglicht bzw. expressis verbis ausgeschlossen.
Wenn bei dieser Konferenz alle den Schüler unterrichtenden KollegInnen anwesend sein sollten, dann ist der Einfluss der Eltern und der Schüler in diesem Gremium eher überschaubar.
Stimmt. Eine Stimmenmehrheit der Schüler- und Elternvertreter ist ausgeschlossen.
Ein "bedeutender" Einfluss ist dennoch möglich.
Zum einen ist da die vorherige Beratung, bei der vielleicht wichtige Aspekte mit eingebracht werden können in die Diskussion / Abwägung.
Zum anderen kann es ja durchaus sein, dass eine Lehrkraft nicht dem einen, sondern dem anderen Vorschlag zustimmt - und somit Mehrheiten sich in die eine oder andere Richtung bewegen können.
(Oder auch, dass sich Eltern oder Schüler eher dem einen als dem anderen Vorschlag anschließen können.)

Im Interesse aller betroffenen Schüler fände ich es eigentlich wichtig, dass es in einer solchen Konferenz nicht zu einer "Kampfabstimmung" kommt, sondern dass so lange und so ausgiebig abgewogen wird, dass zum Schluss alle mit dem Ergebnis "leben" können. (Das Abstimmungsergebnis wird anschließend nicht mitgeteilt und unterliegt der Verschwiegenheit aller Konferenzteilnehmer. Aber genau dann, wenn ein für alle Teilnehmer sehr konsensfähiger Vorschlag einer Maßnahme abgestimmt wird, kann man hoffen, dass die Entscheidung in alle "Richtungen"/Vorgaben "passt".)

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