Drei Klassen - zwei Lehrer

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Stan78
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Stan78 » 25.03.18, 18:14

Günter Schemkes hat geschrieben: Ich kann deren Aufgabe in der Konferenz auch nicht einschätzen. Sind diese Vertreter für meine Familie dabei oder um die Meinung der Mehrzahl der Eltern zu vertreten. Das könnte in der Spitze bedeuten, dass diese Vertreter gar nicht unsere Interessen vertreten dürfen.

Opa Günter
Es ist nicht die Aufgabe der Eltern- und Schülervertreter, irgendwelche Interessen zu vertreten. Sie sind die gewählten Eltern- und Schülervertreter und danach, genau wie die Lehrervertreter, gehalten sich selber ein Bild von der Situation zu machen und so abzustimmen, wie es den Gesamtinteressen der Klasse und der pädagogischen Abwägung ihrer Meinung nach angemessen ist.

fragenfueralle
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von fragenfueralle » 26.03.18, 10:11

Stan78 hat geschrieben:
Es ist nicht die Aufgabe der Eltern- und Schülervertreter, irgendwelche Interessen zu vertreten. Sie sind die gewählten Eltern- und Schülervertreter ....
:?:
Zu den Aufgaben der Elternvertretung gehören unter anderem:die Interessen der Elternschaft zu wahren
Die Schülervertretung[en]... vertreten ... vorrangig die Interessen ihrer Mitschüler.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Elternvertretung
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%BClervertretung
[size=75]Viele Menschen hinterlassen Spuren.
Nur wenige hinterlassen Eindrücke.

Manche aber hinterlassen nur beim Eindrücken Spuren.[/size]

Stan78
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Stan78 » 26.03.18, 13:21

Ich bezog mich auf die vorangegangene Frage des TE, ob die Vertreter in der Konferenz die Interesses seines Enkels vertreten. Davon ist nicht auszugehen.
Wenn man Eltern- und Schülervertreter als Interessenvertreter betrachten möchte, dann höchstens im recht abstrakten Sinne auf die übergeordneten Interessen der Eltern- und Schülerschaft als ganzes bezogen. Nach der Logik sind auch Lehrer Interessenvertreter, weil sie die Interessen der Schule als ganzes zu berücksichtigen haben.
Ich würde den Begriff in diesem Kontext eher nicht verwenden, weil er falsche Erwartungen hervorruft.

fragenfueralle
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von fragenfueralle » 26.03.18, 15:04

In den "übergeordneten Interessen der Eltern- und Schülerschaft als ganzes" kann ich mir auch die Ausführung der Aufsicht im Unterricht vorstellen.
Nicht vorstellen kann ich mir nämlich aus den jetzt gewonnenen Erfahrungswerten, dass im Falle einer wiederholten Konstellation von Schüler-und Aufsichtspersonenzahl erneut ein Zusammenlegen des Sportunterrichtes von 3 Klassen erfolgen würde.
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Nur wenige hinterlassen Eindrücke.

Manche aber hinterlassen nur beim Eindrücken Spuren.[/size]

Celestro
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Celestro » 26.03.18, 15:40

fragenfueralle hat geschrieben: Sie ignorieren völlig, dass beinahe ausnahmslos alle Teilnehmer der Diskussion sich mit Übereifer und ellenlangen Beiträgen auf das Verhalten des Enkels von Opa Günter stürzten und sich der eigentlichen Thematik kaum stellen: 77 Schüler aus 3 Klassen werden von 2 Lehrkräften im Rahmen eines gemeinsamen Sportunterrichtes beaufsichtigt. Könnte da vielleicht doch ein Versagen der Aufsichtsführung durch den Mangel an Aufsichtspersonen vorgelegen haben?
Natürlich könnte das sein. Vorrangig ist hier aber, daß der Enkel von Günter Schemkes in einer Klassenkonferenz landen wird. Und der Meinung der meisten User nach ist es völlig irrelevant für die "Strafe" vom Enkel, ob sich die aufsichtsführenden Personen was auch immer schuldig gemacht haben sollten.

Wenn Günter Schemkes unbedingt die Lehrer drankriegen will, weil sein Enkel eine Strafe für sein Verhalten bekommt, dann bitte. Aber das muß hier weder jemand gut finden noch unterstützen. Vielleicht hätte der Enkel auch einfach nicht zugeschlagen, dann wäre jegliche Diskussion hier überflüssig.

Luan
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Luan » 26.03.18, 15:52

... und die dazugehörigen Zitate passen in diesem Kontext nicht.
In der Klassenkonferenz vertreten sind die gewählten Konferenzvertreter dieser einen Klasse.
Diese unterscheiden sich in der Person an sich und in den Aufgaben von den verlinkten Eltern- und Schülervertretern.

Es werden aus der Klasse (Schüler) jährlich gewählt:
1 Klassensprecher & 1 Stellvertreter -> diese gehören dann dem übergeordneten Gremium (Schülervertretung) an (aus dem dann wiederum Vertreter für Stadt- und Landesschülervertretungen gewählt werden. [das ist das, was fälschlicherweise verlinkt wurde]

3 Konferenzvertreter (und 3 Stellvertreter) -> diese sind Mitglieder in Klassenkonferenzen (das sind z.B. Zeugniskonferenzen oder Konferenzen zu Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen. Das sind diejenigen, die hier im Thread relevant sind. Und die überhaupt nicht in dem Wikipedia-Artikel erwähnt werden. Ihre Aufgabe besteht z.B. darin, den Blickwinkel zu erweitern, beratend zur Seite zu stehen, Informationen zu geben, die anderen Konferenzmitgliedern vielleicht bisher noch nicht bekannt waren. Sie sind stimmberechtigt (aber nicht, wenn es um Notenvergabe oder Versetzungsentscheidungen geht).

Es werden aus der Elternschaft der Klasse alle zwei Jahre gewählt:
1 Elternsprecher & Stellvertreter -> gehen in die übergeordneten Gremien etc. pp. [falsch verlinkt]

3 Konferenzvertreter & 3 Stellvertreter. (analog zu den Schülervertretern in der Konferenz)

[Das sollte eigentlich "Basiswissen" sein für alle, die in NDS seit einigen Jahren Schüler sind, dort seit einigen Jahren ein Kind im Schulsystem haben, dort im Schulbereich tätig sind - macht man schließlich als "Betroffener" jährlich/alle zwei Jahre mit.]

michael61s
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von michael61s » 27.03.18, 05:53

Celestro hat geschrieben:Natürlich könnte das sein. Vorrangig ist hier aber, daß der Enkel von Günter Schemkes in einer Klassenkonferenz landen wird. Und der Meinung der meisten User nach ist es völlig irrelevant für die "Strafe" vom Enkel, ob sich die aufsichtsführenden Personen was auch immer schuldig gemacht haben sollten.
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts auf die das OVG NRW in seiner Rechtsprechung zu Ordnungsmaßnahmen hinweist, ist bei allen Maßnahmen die Verhältnismäßigkeit zu beachten.

Unabhängig ob Opa Günther rechtliche Schritte nach dem BGB oder StGB gegen die Sportlehrer nach einer Rechtsberatung durch einen Anwalt unternimmt, ist die Aufsichtspflicht Verletzung ursächlich für die Schlägerei.
Die Aufsichtspflicht Verletzung ergibt sich schon durch die Organisation des Sportunterrichts und der damit verbunden Fehlenden Einhaltung der Richtlinien der GUV.
Der Organisationsmangel, ergibt sich aus dem Lärm, den großen Gruppen und die Zusammensetzung der Gruppen in Verbindung mit dem Förderschwerpunkt hören, sowie der Auswahl an Sportgeräten und dem Ballspiel.

Von daher sollte im Sachvortrag in der Konferenz darauf hingewiesen werden.

Sollte es zu einer Ordnungsmaßname kommen, dann hat der Bescheid dazu eine Begründung zu liefern, warum die Maßnahme und keine andere genommen worden ist. Hierbei ist ach die Abwägung der Maßnahme auf ihre Verhältnismäßigkeit zu begründen. (BVerfG)
Abhängig mit welchem Gefühl dann aus der Konferenz gegangen wird, kann Opa den Bescheid akzeptieren oder sich Anwaltlich beraten lassen.

Die letzten drei Beiträge von Stan78 sollte man beachten, da er als Lehrer aus Niedersachsen den Ablauf wohl kennt.

Eierkopf
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Eierkopf » 29.03.18, 21:45

michael61s hat geschrieben: Das Verhalten des Elternvertreters kann und sollte in einem Gespräch vorher ausgelotet werden.
Auf die vorherigen Bemerkungen Ihrerseits möcht ich mich nicht weiter beziehen, da Ihnen offensichtlich der Sachbezug nicht weiter präsent ist.

Was wollen Sie aber Opa G hier raten? Eine fragwürdige Kontaktaufnahme und eventuelle Beeinflussung der Eltern- und Schülervertretung?
Rechtsbrechung?
fragenfueralle hat geschrieben:In den "übergeordneten Interessen der Eltern- und Schülerschaft als ganzes" kann ich mir auch die Ausführung der Aufsicht im Unterricht vorstellen.
Nicht vorstellen kann ich mir nämlich aus den jetzt gewonnenen Erfahrungswerten, dass im Falle einer wiederholten Konstellation von Schüler-und Aufsichtspersonenzahl erneut ein Zusammenlegen des Sportunterrichtes von 3 Klassen erfolgen würde.


Die Aufsichtpflicht orientiert sich grundsätzlich nicht an spezifischen Eltern- oder Schülerinteressen, aber notwendigen Rechtsbedingtheiten.
Ich bleibe dabei, Opa G sollte energisch nachfragend, den tatsächlichen Ablauf der Geschehnisse hinterfragen.

Gruß
Ei

michael61s
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von michael61s » 30.03.18, 07:41

Eierkopf hat geschrieben:Auf die vorherigen Bemerkungen Ihrerseits möcht ich mich nicht weiter beziehen, da Ihnen offensichtlich der Sachbezug nicht weiter präsent ist.
Ihnen Anscheinend nicht.
Eierkopf hat geschrieben:Was wollen Sie aber Opa G hier raten? Eine fragwürdige Kontaktaufnahme und eventuelle Beeinflussung der Eltern- und Schülervertretung?
Rechtsbrechung?
Sie scheine da etwas weltfremd zu seien.
Eine Kontaktmöglichkeit zu den Elternvertretern / Schülervertretern ist nicht nur Erlaubt, sondern oftmals von den Vertretern auch gewünscht.
Einige Elternvertreter / Schülervertreter nehmen auch von sich aus Kontakt auf mit den Eltern /Schüler.
Auch um mal im Vorfeld die Sichtweise der Eltern / Schüler zu hören.
Ob Elternvertreter /Schülervertreter diese dann übernehmen wird sich in der Konferenz zeigen.
Und ein Verstoß gegen geltendes Recht ist dies auf keinem Fall, da es ja von den Eltern bzw. Schülern gewählte Vertreter sind.
Auch wenn es Ihnen nicht passt, werden Sie mir keine Quelle nennen können, die die Kontakt Aufnahme verbietet.
Ich glaube sie träumen noch von dem Schulgesetz aus zwei Paragraphen.
1. Der Lehrer hat immer recht und 2. Sollte dies mal nichtzutreffen tritt 1 in Kraft. .:)

Eierkopf
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Eierkopf » 30.03.18, 21:36

michael61s hat geschrieben: Unabhängig ob Opa Günther rechtliche Schritte nach dem BGB oder StGB gegen die Sportlehrer nach einer Rechtsberatung durch einen Anwalt unternimmt, ist die Aufsichtspflicht Verletzung ursächlich für die Schlägerei.
Sie sehen also begründete Möglichkeiten im vorliegenden Fall einen Strafantrag zu stellen? Auf welcher Grundlage nach Darstellung von Opa G?
michael61s hat geschrieben: Die Aufsichtspflicht Verletzung ergibt sich schon durch die Organisation des Sportunterrichts und der damit verbunden Fehlenden Einhaltung der Richtlinien der GUV.
Der Organisationsmangel, ergibt sich aus dem Lärm, den großen Gruppen und die Zusammensetzung der Gruppen in Verbindung mit dem Förderschwerpunkt hören, sowie der Auswahl an Sportgeräten und dem Ballspiel.
Diese Schlussfolgerungen sind nicht zwingend, da die Darstellung der unterrichtlichen Kontinuität fehlt. Wir haben nur die Darstellungen des TE, die gegebenenfalls erklärend zu ergänzen wären.
michael61s hat geschrieben: Sollte es zu einer Ordnungsmaßname kommen, dann hat der Bescheid dazu eine Begründung zu liefern, warum die Maßnahme und keine andere genommen worden ist. Hierbei ist ach die Abwägung der Maßnahme auf ihre Verhältnismäßigkeit zu begründen. (BVerfG)
Abhängig mit welchem Gefühl dann aus der Konferenz gegangen wird, kann Opa den Bescheid akzeptieren oder sich Anwaltlich beraten lassen.
Stellen Sie doch genauer dar, was unter dieser Verhältnismäßigkeit zu verstehen ist.
Die Konferenz hat zu prüfen, welchen der Ordnungsmaßnahmen vom Grundsatz her bei dem Fehlverhalten des Schülers in Frage kommen. Dann muss diejenige der möglichen Maßnahme gewählt werden, welche den Schüler am wenigsten trifft.
Das ist auch gut so!
michael61s hat geschrieben: Die letzten drei Beiträge von Stan78 sollte man beachten, da er als Lehrer aus Niedersachsen den Ablauf wohl kennt.
Zustimmung! Aber AHA!

@Opa G

Die Kontaktaufnahme zu den Eltern- bzw. Schülervertretern kann nach hinten los gehen. Bitte überdenken.
Denken Sie an die Möglichkeit der Person des Vertrauens, die in der Konferenz zu Wort kommen kann, darf intensif nach.

@Michael61s
Es wird doch wohl hoffentlich jedermann bekannt sein, dass in jedem beruflichen Umfeld die Palette vom grandiosen Vertreter bis zum absoluten Dilettanten normal verteilt ist.
Sollte den Lehrkräften aus dem Fall des TE eine grobe Fahrlässigkeit nachweisbar sein, so gilt es dies energisch zu verfolgen.
Mir reichen die Informationen des TE insgesamt wegen ihrer tw Unschlüssigkeit nicht aus.
Sie beurteilen und urteilen schon, ohne weitere Kenntnis des unterrichtlichen Vorlaufs. Das geht so nicht.

@Opa G
Wägen Sie ab!
Gruß
Ei

Stan78
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von Stan78 » 31.03.18, 07:05

Mal ein Hinweis ganz nebenbei:
Nicht die Lehrkräfte werden die Situation herbeigeführt haben, auch wenn bei den Schülern vielleicht der Eindruck entstanden ist. Kein Lehrer ist scharf darauf, eine zusätzliche Klasse mit zu betreuen und im Alltagsgeschäft haben Lehrer auch nicht immer die Möglichkeit gegen so eine Situation zu remonstrieren, da sie oft spontan entstehen und dann erst mal gehändelt werden müssen.

Wenn die zwei Sportlehrer die dritte Klasse mit beaufsichtigt haben, dann haben nicht die das "spontan selber" entschieden, so wie vom TE am Anfang dargestellt, sondern der Vertretungsplaner. Und der vermutlich auch nicht aus Jux, sondern weil es ihm als die beste Möglichkeit zur Betreuung der Klasse unter den gegebenen Umständen erschien. Vor den Osterferien war der grippebedingte Krankenstand in Niedersachsen extrem hoch und vermutlich war schlicht kein Kollege mehr verfügbar, der die Vertretung hätte übernehmen können. In solchen Situationen ist es nicht vermeidbar, dass ein Kollege mal zwei Klassen betreut.

Wer hier von "rechtliche Schritte nach dem BGB oder StGB gegen die Sportlehrer" fabuliert, sollte sich als erstes mal klar machen, dass der Anspruchsgegner, wenn es denn einen Anspruch geben sollte, nicht der einzelne Lehrer ist, sondern der Dienstherr. In diesem Fall also das Land Niedersachsen. Auch eine direkte Anzeige gegen die Lehrkräfte würde zu diesem Zeitpunkt ins Lehre laufen. Erst wenn ein Verfahren gegen das Land ergeben hätte, dass die Lehrkräfte grob fahrlässig gehandelt hätten, würden diese anschließend wiederum vom Dienstherr in Regress genommen.

winterspaziergang
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von winterspaziergang » 31.03.18, 08:15

Stan78 hat geschrieben:Mal ein Hinweis ganz nebenbei:
Nicht die Lehrkräfte werden die Situation herbeigeführt haben, auch wenn bei den Schülern vielleicht der Eindruck entstanden ist. Kein Lehrer ist scharf darauf, eine zusätzliche Klasse mit zu betreuen und im Alltagsgeschäft haben Lehrer auch nicht immer die Möglichkeit gegen so eine Situation zu demonstrieren, da sie oft spontan entstehen und dann erst mal gehändelt werden müssen.
...
Wer hier von "rechtliche Schritte nach dem BGB oder StGB gegen die Sportlehrer" fabuliert, sollte sich als erstes mal klar machen, dass der Anspruchsgegner, wenn es denn einen Anspruch geben sollte, nicht der einzelne Lehrer ist, sondern der Dienstherr. In diesem Fall also das Land Niedersachsen. Auch eine direkte Anzeige gegen die Lehrkräfte würde zu diesem Zeitpunkt ins Lehre laufen. Erst wenn ein Verfahren gegen das Land ergeben hätte, dass die Lehrkräfte grob fahrlässig gehandelt hätten, würden diese anschließend wiederum vom Dienstherr in Regress genommen.
Wichtiger Punkt.

Zudem darf man annehmen, dass die beiden Aspekte- angenommene Verletzung der Aufsichtspflicht und Schüler, die sich so prügeln, dass Verletzungen entstehen, Brillen beschädigt werden etc., getrennt voneinander behandelt würden.
Es dürfte/sollte bei der etwaigen disziplinarischen Maßnahme gegen die beteiligten Schüler darum gehen, wie sie es künftig vermeiden, in solche Situationen zu geraten usw.

Anders als hier ein paar Mal dargestellt, ist die angenommene Verletzung der Aufsichtspflicht nicht die "Ursache", im Sinne einer direkten Kausalität, der Schlägerei.

:arrow: Möglich, dass die Zusammenlegung der Klassen die Schlägerei begünstig hat.
:arrow: Möglich, dass der Lehrer, der nicht gleich habe kommen können, bei einem früheren Eingreifen Schlimmeres verhindert hätte.
:arrow: Aber, selbst wenn man eine eindeutige Verletzung der Aufsichtspflicht feststellen würde, kann diese, anders als auf Seite 1 als "eindeutig" postuliert und auch hier auf Seite 7 wiederholt, nicht die Ursache sein.

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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von michael61s » 31.03.18, 08:39

Eierkopf hat geschrieben:Sie sehen also begründete Möglichkeiten im vorliegenden Fall einen Strafantrag zu stellen? Auf welcher Grundlage nach Darstellung von Opa G?
Ich sehe zumindest einen Anfangsverdacht und deshalb verweise ich auf "nach einer Rechtsberatung durch einen Anwalt".
Stan78 hat geschrieben:Wer hier von "rechtliche Schritte nach dem BGB oder StGB gegen die Sportlehrer" fabuliert, sollte sich als erstes mal klar machen, dass der Anspruchsgegner, wenn es denn einen Anspruch geben sollte, nicht der einzelne Lehrer ist, sondern der Dienstherr. In diesem Fall also das Land Niedersachsen.
Das das Land als Dienstherr die Haftung nach dem BGB übernimmt ist klar. Aber diese wird dann ein Anwalt dem TE erklären.
Eierkopf hat geschrieben: Wir haben nur die Darstellungen des TE
Eine andere werden wir wohl kaum bekommen. Also sind die Fakten von dem TE so zu nehmen wie diese sind.

Eierkopf hat geschrieben: Stellen Sie doch genauer dar, was unter dieser Verhältnismäßigkeit zu verstehen ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Verh%C3%A ... utschland)
Eierkopf hat geschrieben:Die Konferenz hat zu prüfen, welchen der Ordnungsmaßnahmen vom Grundsatz her bei dem Fehlverhalten des Schülers in Frage kommen. Dann muss diejenige der möglichen Maßnahme gewählt werden, welche den Schüler am wenigsten trifft.
Für diese Aussage werden Sie sicherlich keine Quelle finden.

http://www.nibis.de/~ps5aur/ErzOrd.html
Eierkopf hat geschrieben:Die Kontaktaufnahme zu den Eltern- bzw. Schülervertretern kann nach hinten los gehen. Bitte überdenken.
Das hörte sich aber hier noch ganz anders an.
Eierkopf hat geschrieben:Was wollen Sie aber Opa G hier raten? Eine fragwürdige Kontaktaufnahme und eventuelle Beeinflussung der Eltern- und Schülervertretung?
Rechtsbrechung?
Natürlich kann ein Gespräch nach hinten los gehen. Aber nur sprechenden Menschen kann geholfen werden.
Eierkopf hat geschrieben:Sie beurteilen und urteilen schon, ohne weitere Kenntnis des unterrichtlichen Vorlaufs. Das geht so nicht.
Alleine die Tatsache Trampolin und Ballspiel in einer Halle ist ein so grober Verstoß gegen die Richtlinien der GUV, dass man hier schon von grob Fahrlässig sprechen kann. Die anderen von mir genannten Punkte, u.a. mit dem Förderschwerpunkt hören machen die Sache noch schlechter. Mit Abstand betrachtet haben die beiden Lehrkräfte billigend in Kauf genommen, dass es möglicherweise zu Verletzungen kommt. (siehe Verletztes Mädchen)
winterspaziergang hat geschrieben:Möglich, dass die Zusammenlegung der Klassen die Schlägerei begünstig hat.
Sie hat sie erst ermöglicht.
winterspaziergang hat geschrieben:Aber, selbst wenn man eine eindeutige Verletzung der Aufsichtspflicht feststellen würde, kann diese, anders als auf Seite 1 als "eindeutig" postuliert und auch hier auf Seite 7 wiederholt, nicht die Ursache sein.
Denken Sie mal über inklusiven Unterricht nach. Das warten vor dem Sportgerät in Verbindung mit der Beeinträchtigung beim Hören, sowie dem Lärmpegel in der Halle. Dazu kommt, dass hier Schüler aus drei Klassen warten, die sich möglicherweise nur vom Sehen kennen.
Eine Aufsichtspflicht hat kontinuierlich zu sein. Abhängig davon, wie gut man die Gruppe kennt, ist die Aufsichtspflicht vorzunehmen.
Das da nicht mehr passiert ist, da können die Lehrkräfte von Glück reden. Dieser Sportunterricht hat eine mögliche Prügelei und Unfälle begünstigt.
Und diese Schlägerei ist nach der Lebenserfahrung mit Jugendlichen vorhersehbar.
Ich habe schon oben geschrieben, dass es auch möglich gewesen wäre den Sportunterricht anders zu gestallten.
Dann wäre die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls(Mädchen) geringer und eine Schlägerei unwahrscheinlicher.

Eine Trennung von Schlägerei und Aufsichtspflicht ist in diesem Fall sicherlich falsch.

winterspaziergang
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von winterspaziergang » 31.03.18, 08:50

michael61s hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben:Möglich, dass die Zusammenlegung der Klassen die Schlägerei begünstig hat.
Sie hat sie erst ermöglicht.
Sie hat vielleicht die Bedingungen geschaffen, unter denen die Schlägerei überhaupt möglich war, ja.
Aber sie war nicht die Ursache.
michael61s hat geschrieben:Dazu kommt, dass hier Schüler aus drei Klassen warten, die sich möglicherweise nur vom Sehen kennen.
und das soll was geradezu herausfordern?
michael61s hat geschrieben:Eine Aufsichtspflicht hat kontinuierlich zu sein. Abhängig davon, wie gut man die Gruppe kennt, ist die Aufsichtspflicht vorzunehmen.
Das da nicht mehr passiert ist, da können die Lehrkräfte von Glück reden. Dieser Sportunterricht hat eine mögliche Prügelei und Unfälle begünstigt.
Nehmen wir einfach an, sie hätte das begünstigt. Begünstigt ist eben nicht verursacht. Die Aussage
die Aufsichtspflicht Verletzung ursächlich für die Schlägerei.
ist nun mal nicht aufrechtzuerhalten.
michael61s hat geschrieben:Eine Trennung von Schlägerei und Aufsichtspflicht ist in diesem Fall sicherlich falsch.
Wenn man den Schülern vermitteln möchte, dass man seine Konflikte anders austragen sollte, ist eine solche Trennung notwendig.
Wenn man vermitteln möchte, dass man bei eigenem Fehlverhalten erstmal schaut, wem man die Schuld zuschieben kann, natürlich nicht.

michael61s
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Re: Drei Klassen - zwei Lehrer

Beitrag von michael61s » 31.03.18, 09:28

winterspaziergang hat geschrieben:Nehmen wir einfach an, sie hätte das begünstigt. Begünstigt ist eben nicht verursacht.,
Die Aussage ist schon korrekt. Sie war Ursache aber nicht Anlass.
winterspaziergang hat geschrieben:Wenn man den Schülern vermitteln möchte, dass man seine Konflikte anders austragen sollte,
Dieser Ansatz ist grundsätzlich richtig.
Dies zu trennen, ist bei der Ermittlung einer Verhältnismäßigen Ordnungsmaßnahme nicht, zumal „unter Androhung von härtesten Strafen hat nun der Klassenlehrer zu einer Klassenkonferenz eingeladen“ wurde.
Umstehende Schüler haben zunächst versucht durch Rufe an die Lehrkräfte auf die Situation aufmerksam zu machen. Nach dem das kein Erfolg hatte (Lärmpegel in der Halle war insgesamt sehr hoch), ist zuerst die Lehrkraft am Trampolin angesprochen worden. Diese hat dann an die beiden Schülerinen an die andere Lehrkraft verwiesen. Da sie selbst das Trampolin nicht verlassen dürfe. Die andere Lehrkraft konnte dann aufgrund der Verletzung des Mädchens auch nicht eingreifen. Diese Infos habe ich im Moment von der Klassenleitung mündlich bekommen.
Zumindest die Lehrkraft am Trampolin kennt die Gefahren am Trampolin.

Warum wurde der Unterricht, wie es in den Richtlinien der GUV steht nicht sofort abgebrochen?
Der geschädigte Schüler ist der Enkel des TE. (Brille und Hörgerät)
Von daher könnte ich mir eine harte Ordnungsmaßnahme nicht vorstellen.

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