Krank im Pflichtpraktikum

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Kurt Knitz
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Re: Krank im Pflichtpraktikum

Beitrag von Kurt Knitz » 13.06.18, 04:57

Wenn es eine Mittelschule ist, dann handelt es sich um Bayern?
Sind die Großeltern die Sorgeberechtigten des Schülers oder haben Sie Auftrag der Eltern, sich um diese Lehrerin zu kümmern?
Hatten die Großeltern jemals ein persönliches Gespräch mit dieser Lehrerin oder kennen sie von den Elternabenden?

In keinem Bundesland darf einfach ein Lehrer Attestpflicht anordnen, sondern das ist Sache des Schulleiters. Ansonsten haben die Lehrer die Krankheitsentschuldigungen der Eltern zu akzeptieren.

Einfach eine Leistungsverweigerung zu behaupten und eine Sechs zu geben, wenn krankheitsbedingt eine Teilnahme nicht möglich war, ist ungefähr so intelligent wie alle Lehrer pauschal als faule Säcke zu bezeichnen oder zu behaupten, alle Hauptschullehrer seien zu blöd gewesen, um eine Ausbildung zum Realschul- oder Gymnasiallehrer zu machen. Wenn es sogar ärztliche Atteste gibt, ist es ganz einfach nachzuweisen, dass die Lehrerin hier außer dem Faustrecht des Stärkeren überhaupt keine Rechtsgrundlage hat. Was sie macht ist Amtsanmaßung, Nötigung und willkürliche Demütigung.

Es ist aber auch keine gute Idee, deshalb gleich einen Anwalt zu beauftragen, weil der nämlich viel Geld nimmt für etwas, was man auch selbst erreichen kann, z.B. mit einer Gesprächsvereinbarung mit der Schulleitung. Da braucht man nicht auf irgendwelche Schreiben zu warten, sondern da kann man im Schulsekretariat anrufen und einen Termin vereinbaren.

Der Mittelschüler wird wohl für seine frühe Berufsorientierung auch noch möglichst kooperative Lehrer brauchen, insofern ist es auch fraglich, ob da mit einem Anwalt nicht gleich verbrannte Erde produziert wird.
Die Schulgesetze der einzelnen Bundesländer und vieles mehr kann man finden über den Deutschen Bildungsserver:
https://www.bildungsserver.de/Schulrecht-72-de.html#Schulrecht_der_Laender

Dummerchen
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Re: Krank im Pflichtpraktikum

Beitrag von Dummerchen » 13.06.18, 07:05

schaf1111 hat geschrieben:Mein Enkel sagte ,ein paar Sätze hatte er am Anfang noch geschrieben aber nur so was er sich vorstellt wie es im Praktikum sein wird etc.aber dadurch das die Lehrerin ihm so Druck gemacht hatte,hat er dieses Blatt dann auch nicht abgegeben, da sie ja alles vollständig haben wollte und er das ja nicht hatte.
Es gab anscheinend einen Berichtsheftteil, der vor dem Praktikum gemacht werden konnte, aber dennoch nicht abgegeben wurde. Wenn er aber das, was er in seinem Berichtsheft trotz Krankheit machen konnte, nicht abgibt, was erwarten dann die Großeltern? Eine Belobigung für gute Mitarbeit? Mir scheint da die schlechte Note für die Arbeitsverweigerung nicht ganz unverständlich.
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fragenfueralle
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Re: Krank im Pflichtpraktikum

Beitrag von fragenfueralle » 13.06.18, 12:42

Dummerchen hat geschrieben:
schaf1111 hat geschrieben:Mein Enkel sagte ,ein paar Sätze hatte er am Anfang noch geschrieben aber nur so was er sich vorstellt wie es im Praktikum sein wird etc.aber dadurch das die Lehrerin ihm so Druck gemacht hatte,hat er dieses Blatt dann auch nicht abgegeben, da sie ja alles vollständig haben wollte und er das ja nicht hatte.
Es gab anscheinend einen Berichtsheftteil, der vor dem Praktikum gemacht werden konnte, aber dennoch nicht abgegeben wurde. Wenn er aber das, was er in seinem Berichtsheft trotz Krankheit machen konnte, nicht abgibt, ...
Das geht aus keinem Teil des geschilderten Sachverhaltes hervor. Die Schilderung des TE ist in seinem Umfang widerspruchsfrei, einen Grund zur Annahme, der Schüler hätte vorher schon was machen können, gibt es nicht.
Dummerchen hat geschrieben:...was erwarten dann die Großeltern? Eine Belobigung für gute Mitarbeit?....
Sie müssen den Text des TE lesen: der Schüler war krank. Da gibt es weder Belobigungen für entschuldigte Leistungen noch Tadel für's Kranksein!
Dummerchen hat geschrieben:..Mir scheint da die schlechte Note für die Arbeitsverweigerung nicht ganz unverständlich.
Es gibt absolut keinen Grund die "schlechte Note" -hier kann eigentlich gar nichts benotet werden- zu verteidigen, auch nicht ansatzweise. Offenbar scheint die Lehrkraft dasselbe Mißverständnis zu entschuldigten Leistungen zu haben wie Dumm erchen, zumal der TE schrieb:
schaf1111 hat geschrieben:...Nun bekam er für seine nichtabgegebene Mappe eine 6 und die zählt gleich drei mal....
-Also dreimal eine "6" für Vorgeplänkel?
Was auch immer "drei mal" heißt; wahrscheinlich einmal für die entschuldigte Mitarbeit im Betrieb, einmal für das entschuldigte Führen der Berichtsmappe und einmal dafür, dass er seinen Hintern- Entschuldigung: Rücken nicht hingehalten hat :ironie: Jetzt fehlt nur noch der Rohrstock als Motivationsverstärker.
Den gab's wohl beim Praktikum zum Thema "wie motiviere ich 13jährige, sich erwartungsvoll auf die Berufswahl vorzubereiten":
schaf1111 hat geschrieben:...da dort die Kinder beschimpft wurden und geschubst und auf den Rücken geschlagen wurden von den dortigen Mitarbeitern, wenn sie nicht so arbeiteten wie die Mitarbeiter es sich vorstellten.Es war wirklich schlimm was die kInder /Eltern erzählt haben.
@TE: was sagt denn die werte Schule dazu? Wurde das schonmal an die Schule herangetragen? Was hat denn die Lehrkraft unternommen, als sie von den Vorfällen im Rahmen des Praktikums erfuhr? Die Schüler werden der Lehrerin das doch bestimmt während der Praktikumswoche erzählt haben?
Das ist ein Thema für den Anwalt -in erster Linie mit Blick auf die Mitarbeiter des Betriebes!
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Nur wenige hinterlassen Eindrücke.

Manche aber hinterlassen nur beim Eindrücken Spuren.[/size]

Dummerchen
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Re: Krank im Pflichtpraktikum

Beitrag von Dummerchen » 13.06.18, 14:29

fragenfueralle hat geschrieben:
Dummerchen hat geschrieben:
schaf1111 hat geschrieben:Mein Enkel sagte ,ein paar Sätze hatte er am Anfang noch geschrieben aber nur so was er sich vorstellt wie es im Praktikum sein wird etc.aber dadurch das die Lehrerin ihm so Druck gemacht hatte,hat er dieses Blatt dann auch nicht abgegeben, da sie ja alles vollständig haben wollte und er das ja nicht hatte.
Es gab anscheinend einen Berichtsheftteil, der vor dem Praktikum gemacht werden konnte, aber dennoch nicht abgegeben wurde. Wenn er aber das, was er in seinem Berichtsheft trotz Krankheit machen konnte, nicht abgibt, ...
Das geht aus keinem Teil des geschilderten Sachverhaltes hervor. Die Schilderung des TE ist in seinem Umfang widerspruchsfrei, einen Grund zur Annahme, der Schüler hätte vorher schon was machen können, gibt es nicht.
Doch, ich habe die TE doch sogar zitiert. Stammt direkt aus dem Eröffnungsbeitrag.
Jetzt fehlt nur noch der Rohrstock als Motivationsverstärker.
Man kann die Augen auch vor den Teilen verschliessen, die einem nicht ins Weltbild passen. Ob du der TE damit hilfst?
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fragenfueralle
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Re: Krank im Pflichtpraktikum

Beitrag von fragenfueralle » 13.06.18, 15:06

Dummerchen hat geschrieben:...Doch, ich habe die TE doch sogar zitiert. Stammt direkt aus dem Eröffnungsbeitrag.
Aber das hier
schaf1111 hat geschrieben:....Mein Enkel sagte ,ein paar Sätze hatte er am Anfang noch geschrieben aber nur so was er sich vorstellt wie es im Praktikum sein wird etc.....
verstehe ich nicht darunter.
Mit "Anfang" ist wohl eher der Versuch gemeint, einen Text zusammenzudichten, ohne Hintergrundwissen, der beschreiben soll, was denn in so einem Praktikum eigentlich alles gemacht werden soll -als Ersatz für den Bericht, nicht als Vorab-Arbeit. Der TE hat nicht geschrieben, dass dieser Text vor dem Start des Praktikums fertiggestellt werden sollte. Und während des Praktikums war der Schüler ja bekanntlich krank.
Aber Sie könen mir auch gerne erklären was das
schaf1111 hat geschrieben:...Nun bekam er für seine nichtabgegebene Mappe eine 6 und die zählt gleich drei mal...
hier dann bedeutet?
Dummerchen hat geschrieben:...
Jetzt fehlt nur noch der Rohrstock als Motivationsverstärker.
Man kann die Augen auch vor den Teilen verschliessen, die einem nicht ins Weltbild passen...
Ganz und gar nicht! Der Teil, den die Lehrerin spielt passt nicht ins Weltbild. Eine entspr. der Darstellung des TE's hieb- und stichfeste "Entschuldigung" in Form eines Atestes schulseitig zu ignorieren und in überheblichem Maße eine ungerechtfertigte Note als Demotivation zu verteilen.
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Re: Krank im Pflichtpraktikum

Beitrag von lisa63 » 13.06.18, 17:19

schaf1111 hat geschrieben:....Mein Enkel sagte ,ein paar Sätze hatte er am Anfang noch geschrieben aber nur so was er sich vorstellt wie es im Praktikum sein wird etc.....
Es gibt in den Berichtsheften oft eine Seite wo man aufschreiben soll "wie man sich das Praktikum vorstellt". Das macht der Schüler normalerweise "vor" dem Praktikum.
Ich denke das hat schaf1111s Enkel eben noch geschafft bevor er krank wurde.

Kurt Knitz
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Re: Krank im Pflichtpraktikum

Beitrag von Kurt Knitz » 14.06.18, 06:48

Dummerchen hat geschrieben:
schaf1111 hat geschrieben:Mein Enkel sagte ,ein paar Sätze hatte er am Anfang noch geschrieben aber nur so was er sich vorstellt wie es im Praktikum sein wird etc.aber dadurch das die Lehrerin ihm so Druck gemacht hatte,hat er dieses Blatt dann auch nicht abgegeben, da sie ja alles vollständig haben wollte und er das ja nicht hatte.
Es gab anscheinend einen Berichtsheftteil, der vor dem Praktikum gemacht werden konnte, aber dennoch nicht abgegeben wurde. Wenn er aber das, was er in seinem Berichtsheft trotz Krankheit machen konnte, nicht abgibt, was erwarten dann die Großeltern? Eine Belobigung für gute Mitarbeit? Mir scheint da die schlechte Note für die Arbeitsverweigerung nicht ganz unverständlich.
Ach ja? Da zieht man einen Aspekt heraus, wo ein Siebtklässler einem Irrtum unterliegt, weil ihn diese Terrorbraut so eingeschüchtert hat? Und das nimmt man dann zum Anlass, die Sechs für Arbeitsverweigerung als "nicht ganz unverständlich" hinzustellen und das gesamte Engagement der Großeltern zu diskreditieren?

Der Siebtklässler hat nicht das Bearbeiten der Seite versäumt, die schon vor dem Praktikum ausgefüllt werden kann, sondern die Abgabe des gesamten Berichts. Dem beschriebenen Sachverhalt nach hat er das nicht aus Faulheit oder Starrsinn getan, sondern aus Angst vor der Terrorbraut. Es wird für seine Großeltern ein Einfaches sein, ihn über seinen Irrtum aufzuklären. Am besten wäre es, sie würden die Seite fotokopieren und mit der Lehrerin einen persönlichen Gesprächstermin vereinbaren, um ihr das Original nachzureichen.

Wesentliche Rechtsfehler der Lehrerin blenden Sie einfach aus?

Sind Sie Angehöriger der Abmahnindustrie oder sonstiges Mitglied der PSSR (Partei staatsschmarotzender Rechtsanwälte)?
Die Schulgesetze der einzelnen Bundesländer und vieles mehr kann man finden über den Deutschen Bildungsserver:
https://www.bildungsserver.de/Schulrecht-72-de.html#Schulrecht_der_Laender

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Re: Krank im Pflichtpraktikum

Beitrag von Dummerchen » 14.06.18, 17:40

Kurt Knitz hat geschrieben: Sind Sie Angehöriger der Abmahnindustrie oder sonstiges Mitglied der PSSR (Partei staatsschmarotzender Rechtsanwälte)?
Ach Kurt, wenn du dich so öffentlich echauffieren musst, dass ausser Polemik und Beleidigungen von dir nichts kommt, kann es mit deinen Sachargumenten aufgrund deines hervorragenden Sachverstands nicht weit her sein.

Keiner von uns war dabei, wir haben alle nur die Darstellung der TE und da finden sich nun mal Wiedersprüche.
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Re: Krank im Pflichtpraktikum

Beitrag von mitternacht » 03.12.18, 01:14

Kurt Knitz hat geschrieben: In keinem Bundesland darf einfach ein Lehrer Attestpflicht anordnen, sondern das ist Sache des Schulleiters. Ansonsten haben die Lehrer die Krankheitsentschuldigungen der Eltern zu akzeptieren.
Nein. In der BaySchO § 20 steht:
BaychO hat geschrieben:(2) 1Die Schule kann die Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses verlangen

1. bei Erkrankung von mehr als drei Unterrichtstagen oder am Tag eines angekündigten Leistungsnachweises oder
2. wenn sich krankheitsbedingte Schulversäumnisse einer Schülerin oder eines Schülers häufen oder Zweifel an der Erkrankung bestehen.
Wie "die Schule" das intern regelt, ist ihre Sache. Bei uns legt das der "Klassleiter" fest, nicht der Schulleiter.
mitternächtliche Grüße.


Gott weiß alles - Lehrer wissen alles besser. :devil:

Bin kein Jurist: Wer mir glaubt, ist selber schuld.
[size=42]Meine Damen und Herren, heute Abend sinkt für Sie: das Niveau![/size]

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