Ungültige Lizenz - Schadenersatz?

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Hagebutte
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Ungültige Lizenz - Schadenersatz?

Beitrag von Hagebutte » 07.06.15, 18:59

Hallo, vielleicht kann mir jemand hier helfen und sagen wie die Rechtslage ist.
Was passiert ist:
Ich habe einem Freund von mir ein Engagement in einem professionellen Sportwettkampf verschafft. Er kommt aus dem Ausland und da er weder Deutsch spricht noch hier jemanden in dem Sport kennt, helfe ich ihm Engagements zu bekommen, bin aber kein professioneller Agent (also weder registriert noch nehme ich Geld dafür).
Er hat nun den Wettkampf gewonnen, jedoch stellte sich im Nachhinein heraus, dass seine Lizenz nicht gültig war bzw er gar keine mehr hatte. Er was sich dessen nicht bewusst, und ging davon aus das seine Lizenz noch bis Mitte des Jahres gültig sei. Im vergangenen Jahr war er als Profisportler im Ausland tätig und dort lizenziert. Zu dem Zeitpunkt als er die Lizenz erhielt, sprach er die Landessprache noch nicht so gut, und in dem Land wird auch nicht so gut Englisch gesprochen... Auf der Lizenz ist abgedruckt (soweit ich weiß, habe dies von jemandem erfahren der im selben Sport in dem Land lizenziert ist), dass diese bis zu einem bestimmt Datum gültig ist. Im Falle von dem Freund von mir müsste da also soundsovielter des Monats ... (ein Monat der erst noch kommt, will ihn an dieser Stelle nur nicht genau nennen) draufstehen. Die Crux an der Sache ist, dass man die Lizenz dennoch zum Ende des Jahres erneuern muss. Und das wusste er nicht. Also das Datum was auf der Lizenz abgedruckt ist, besagt bis wann man spätestens ein neues ärztliches Attest haben muss um weiter den Sport ausüben zu dürfen. Dass er die Lizenz trotzdem noch zum Endes Jahres verlängern lassen muss, wusste er nicht bzw hat er falsch verstanden (also das Datum auf der Lizenz als effektives Gültigkeitsdatum angesehen).
Dieses Engagement was er hatte, war für einen Trainer der sein Pferd an einem Sportwettkampf teilnehmen ließ, und er ist es geritten. Er hat wie gesagt gewonnen, jedoch stellte sich hinterher heraus das seine Lizenz eben zum Ende des letzten Jahres abgelaufen war und er somit eigentlich gar nicht hätte reiten dürfen. Als Folge dessen wurde das Pferd disqualifiziert und aus der Wertung genommen, sprich der Trainer/Besitzer erhält kein Geld.
Nun hat mir der Trainer eine sms geschickt, dass sie auf jeden Fall Schadenersatz haben wollen und ich hätte wissen müssen, dass er gar nicht reiten darf, und das sie sonst gar nicht soweit gefahren wären (bis zum Veranstaltungsort, einige hundert km).
Kann mir jemand sagen, wie es mit der Rechtslage aussieht?
- Durch welches Recht wird das genau geregelt und woran wird festgemacht wie hoch der Schaden nun wirklich ist? (Ich habe erst gefragt, ob dieser Freund von mir das Pferd reiten kann, als es für den Wettbewerb bereits angemeldet war, also gehe ich davon aus, dass sie schon vor hatten dorthin zu fahren, zumal in deren näherer Umgebung keine derartigen Wettkämpfe stattfinden; zudem kann man doch nicht sagen, dass es mit einem anderen Reiter auch definitiv gewonnen hätte, zumal der Besitzer unter damaligen Umständen davon ausging, dass es nicht gewinnen würde)
- Und wie wird ein Schadenersatz geltend gemacht? Reicht da jetzt im Grunde die sms aus, oder muss sowas von offizieller Seite kommen? In der sms stand auch nicht wieviel sie überhaupt wollen.
- Und kann ich als inoffizieller Vermittler auch belangt werden, Schadenersatz zu zahlen?
Die Erklärung zum Sachverhalt soll nur dazu dienen, dass ganze besser zu verstehen, also bitte nur auf meine allgemeinen Fragen antworten. ;-)

j.fugger
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Re: Ungültige Lizenz - Schadenersatz?

Beitrag von j.fugger » 11.06.15, 09:35

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Ich würde erstmal abwarten, bis mehr als eine SMS kommt.
Der verfasste Beitrag stellt meine Meinung zu dem Thema dar. Ich bin kein Rechtsgelehrter.

lottchen
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Re: Ungültige Lizenz - Schadenersatz?

Beitrag von lottchen » 11.06.15, 11:07

Wer hat denn den Jokey beim Veranstalter angemeldet? Der Besitzer des Pferdes?
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

Hagebutte
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Re: Ungültige Lizenz - Schadenersatz?

Beitrag von Hagebutte » 11.06.15, 19:45

@ j.fugger: Aber kann ich denn dafür belangt werden, dass der Jockey keine Lizenz hatte? Der Trainer will ja Schadenersatz von mir (sorry, habe ich in meinem Text nicht ganz deutlich ausgedrückt). Ich habe den Jockey gefragt, ob er den Ritt annehmen kann und er hat ja gesagt. Ich als Vermittler gehe dann in dem Augenblick davon aus, dass der Reiter alle Anforderung wie z.B. eine gültige Lizenz erfüllt.
@ lottchen: Der Trainer hat den Jockey beim Veranstalter als Reiter angegeben. Die Namen der Pferde, die in einem Rennen laufen sollen werden ein paar Tage vorher veröffentlicht. Als ich gesehen habe, dass dieses Pferd laufen soll, habe ich also den Trainer gefragt ob dieser Jockey es reiten könnte. Der Trainer hat zugestimmt und den Jockey dann als Reiter angegeben. Er hätte auch genügend Zeit gehabt, sich bei dem Dachverband zu erkundigen ob der Jockey eine gültige Lizenz hat. Es ist möglich eine sogenannte "Clearance" anzufordern, dass der ausländische Verband der die Lizenz ausgestellt hat, bestätigt, dass diese gültig ist. In der Regel macht das soweit ich weiß der Jockey, aber hierzulande ist es anscheinend eher unüblich, da die ausländischen Reiter normalerweise stattdessen ein Formular unterschreiben, dass sie eine gültige Lizenz haben etc welches dann an den Dachverband weitergeleitet wird. Der Trainer kann aber durchaus sagen, dass er gerne möchte, dass der Jockey eine Clearance anfordert, bzw den Dachverband selber kontaktieren. In der Rennordnung steht, dass das Pferd nur zum Rennen zugelassen ist wenn es u.a. von einem Reiter mit gültiger Lizenz geritten wird (was dann ja der Disqualifikationsgrund war). Ich kenn mich nun mit diesen Regeln nicht so gut aus, aber für mich klingt es als läge es auch in der Verantwortung des Trainers bzw Besitzers, sicherzugehen, dass der Reiter lizenziert ist. Ich will jetzt nicht die Schuld auf den Trainer schieben, aber meiner Meinung nach trägt er zumindest eine Mitschuld. Aber das ist vielleicht nur meine Interpretation.
Der Trainer will mich dran kriegen, weil ich ihnen den Jockey zweimal vermittelt habe. Beim ersten Mal ist er allerdings gar nicht geritten, weil er am morgen des Rennens aus privaten Gründen absagen musste.
Ich habe den Jockey als Privatperson vermittelt, sozusagen als Freundschaftsdienst. Dafür habe ich kein Geld oder anderweitige Entlohnung bekommen, weder vom Jockey noch vom Trainer oder Besitzer. Im Gegenteil, ich habe noch einen Teil der Reisekosten selber getragen, damit es nicht ganz so teuer wird für den Trainer/Besitzer. :evil: Ich weiß auch gar nicht ob ich als Privatperson berechtigt wäre, beim Dachverband nachzufragen ob die Lizenz noch gültig ist (Datenschutz etc?). Aber da ich mit diesem Jockey befreundet bin, wäre es für mich persönlich wie eine Art Vertrauensbruch ihm gegenüber hinter seinem Rücken mich zu erkundigen ob er alles richtig gemacht hat mit seiner Lizenz. Er ging davon aus, dass seine Lizenz gültig ist, und davon bin ich dann auch ausgegangen.

j.fugger
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Re: Ungültige Lizenz - Schadenersatz?

Beitrag von j.fugger » 12.06.15, 13:55

Ich würde einer Klage gelassen entgegen sehen.

Meiner Meinung nach haben hier Personen vom Fach (Reiter und Trainer) Fehler gemacht und suchen im Privatmann nun den Schuldigen.

Meiner Meinung nach, da der Trainer den Reiter angemeldet hat, trägt er auch die Verantwortung.

Meiner Meinung nach kann die Verantwortung nicht auf einen ehrenamtlichen Vermittler abgewälzt werden.

Ich würde allem gelassen entgegen sehen und mich auch auf keine Diskussionen, auch nicht per SMS, einlassen; auch keine etwaige Teilschuld eingestehen (was wohl der Zweck der hier genannten SMS war).
Der verfasste Beitrag stellt meine Meinung zu dem Thema dar. Ich bin kein Rechtsgelehrter.

Hagebutte
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Re: Ungültige Lizenz - Schadenersatz?

Beitrag von Hagebutte » 12.06.15, 15:02

Vielen lieben Dank für Ihre Meinung! Ich werde mal abwarten was passiert, vielleicht war diese Androhung mich zur Verantwortung ziehen zu wollen nur aus dem Entsetzen heraus, dass das Pferd disqualifiziert wurde. Den Ärger des Trainers kann ich ja verstehen, wäre nur schöner gewesen wenn man die Sache auf andere Art und Weise angegangen wäre. Der Trainer hat meines Wissens nach noch nicht mal versucht, den Reiter bezüglich dieser Sache zu kontaktieren um eine Lösung zu finden.

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