Fitnessstudio - Beitragsrückerstattung -rückdatiertes Attest

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Frau M
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Fitnessstudio - Beitragsrückerstattung -rückdatiertes Attest

Beitrag von Frau M » 25.06.15, 13:43

Hallo,

zu folgendem Sachverhalt hätte ich sehr gerne eine Auskunft:

Frau X hat einen Fitnessvertrag für 12 Monate abgeschlossen.
Im Fitnessvertrag ist nicht schriftlich festgehalten, was passiert wenn Frau X erkrankt und daher die Leistung des Studios nicht in Anspruch nehmen kann. (Sie weiß nur, dass dies bislang so gehandhabt wurde, dass der Beitrag für den Monat erstattet worden ist und sich die Laufzeit um einen Monat verlängert)

Frau X legt nun am 7.2.2015 ein Attest vor, welches am 1.2.2015 ausgestellt wurde und in welchem der Arzt die Sportunfähigkeit vom 1.1.2015 - 31.1.2015. attestiert.
Sie bittet rückwirkend um die Erstattung des Fitnessbeitrags für den Monat Januar.

Das Fitnessstudio lehnt die Erstattung ab, mit der Begründung eine rückwirkende Beitragserstattung sei nicht möglich und dem Hinweis die Kundin hätte sich zu Beginn der Erkrankung (Anfang Januar) schriftlich bzw. zumindest telefonisch melden sollen.

Folgende Fragen ergeben sich nun:

1. Darf das Studio die Erstattung ablehnen? Wenn ja, mit welcher Begründung? Wenn, nein warum nicht?
2. Darf der Arzt ein Attest über die Sportunfähigkeit 4 Wochen rückdatieren?
3. Welche Frist zur Krankmeldung hätte Frau X einhalten müssen?
4. Hätte Frau X innerhalb einer bestimmten Tagefrist nach Ausstellung des Attests diesen im Studio vorlegen müssen (es vergingen 6 Tage)
5. Ist die Beitragsfreistellung im Fitnessstudio gesetzlich geregelt oder wird diese auf Kulanz gehandhabt, wenn nicht anders im Vertrag fixiert?


Vielen Dank im Vorraus, ich hoffe mir kann jemand Auskunft über die oben beschriebene Rechtslage geben.

Viele Grüße
Frau M

ExDevil67
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Re: Fitnessstudio - Beitragsrückerstattung -rückdatiertes At

Beitrag von ExDevil67 » 25.06.15, 14:21

Wenn im Vertrag nix geregelt ist für den Fall das der Kunde aus gesundheitlichen Gründen die Leistungen nicht nutzen kann/darf, dann dürfte das bisherige Verfahren (Angebot den Vertrag zu ändern) reine Kulanz gewesen sein.
Gesetzlich dürfte es da keine Regelung bekannt sein, zumindest ist mir ein Fitnessstudiogesetz nicht bekannt.

questionable content
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Re: Fitnessstudio - Beitragsrückerstattung -rückdatiertes At

Beitrag von questionable content » 25.06.15, 15:07

Das Fitnessstudio hat seine Leistung in der Zeit erbracht, das Studio stand zur Verfügung.

Das Risiko, dass man erkrankt, und daher eine bereits "gekaufte" Dienstleistung vorübergehend nicht nutzen kann, liegt grds. beim Kunden des Studios und nicht beim Studio. Etwas salopp formuliert: Man kann auch nicht vom Vermieter die Miete zurückfordern, nur weil man einen Monat im Krankenhaus war und deshalb die Wohnung nicht aktiv nutzen konnte.

Dafür spielt deshalb auch ein Attest keine Rolle, denn der Kunde trägt grds. das Krankheitsrisiko völlig unabhängig von einem eigenen Verschulden. Der Verhinderungsgrund kommt aus dem Rechtskreis des Kunden und das Studio kann für die Erkrankung nun mal Nichts.

Die Leistungen des Studios dürften die ganze Zeit zur Verfügung gestanden haben. Sollten hingegen individuelle Leistungen mit persönlichen Terminen gebucht worden sein, hätte man noch die Frage aufwerfen können, ob das Studio nun hätte versuchen müssen, die Termine neu zu vergeben.

Das ist aber durch die nachträgliche Meldung von Vorne herein nicht möglich gewesen, so dass sich auch diese Frage nicht stellt.
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.

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