Trödelei oder übliche Verzögerungen?

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jelly
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Trödelei oder übliche Verzögerungen?

Beitrag von jelly »

Hallo,

angenommen, ein Anwalt übernimmt Anfang Dezember einen Fall und sagt zu, sich mit der Rechtsschutzversicherung des Mandanten in Verbindung zu setzen. Der Mandant übergibt ihm eine schriftliche Kostenübernahme-Bestätigung seiner Rechtsschutzversicherung und bittet um schnellste Klageerhebung (Mieter hat Eigenbedarfskündigung widersproche, Klage auf Räumung). Ende Februar hakt der Mandant mal nach - der Anwalt meint, noch sei keine Klage erhoben worden, da die Rechtsschutzversicherung sich noch nicht dazu geäußert habe. Der Mandant ruft ein paar Tage später seine Versicherung ein - dort wird ihm aber versichert, man würde jede Anfrage innerhalb von wenigen Tagen beantworten. Da inzwischen vom Anwalt Klage erhoben wurde, vergisst der Mandant den Vorfall.

Endlich wird ein Gerichtstermin zur Güteverhandlung vereinbart - auf Anraten des Anwalts stimmt der Mandant dort zu, die Verhandlung zu vertagen und eine gütliche Einigung zu suchen. Kaum überraschend reisst sich der Prozessgegner nicht darum, einen Termin für ein Gespräch zu finden (geht ja nur um Zeitgewinn ...). Der Anwalt wartet geduldig ab ... und reagiert auch nicht auf EMails des Mandanten. Inzwischen ist wieder ein Monat verstrichen.

Frage: sind solche Verzögerungen allgemein üblich? Wenn nicht - kann der Anwalt für den durch die Trödelei entstandenen Schaden haftbar gemacht werden?

Danke für jeden Hinweis,
Claudia

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