Anwalt reagiert nicht

Moderator: FDR-Team

Antworten
Warum
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 59
Registriert: 14.10.08, 05:23

Anwalt reagiert nicht

Beitrag von Warum » 24.06.09, 05:52

Hallo an alle.

Meine Anwältin habe ich vor 2 Wochen noch mal kontaktiert (telefonisch und per Mail) wegen einer Rückfrage die ich habe. Resonanz = 0. Habe dann letzte Woche noch mal nachgefragt. Ohne Antwort. Habe Montag dann noch mal darauf hingewiesen dass ich noch auf Info warte. Mir wurde wie jedes Mal versprochen sich zu kümmern und mich über den Sachstand zu informieren. Es kommt nix. Was tun????

Danke für Eure Tipps

Holzschuher
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 7199
Registriert: 18.02.06, 21:37
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Beitrag von Holzschuher » 24.06.09, 07:31

Hallo,

ist natürlich keine gute/befriedigende Kundenpolitik. Aber evtl. gibt es nachvollziehbare Gründe dafür. Einfach dranbleiben und ggf. nochmal schriftlich nachhaken.

Gibt es denn was dringendes, aktuelles, was besprochen werden sollte? Dann sollte man sich ggf. besser einen Termin geben lassen, soweit das auch aus Sicht der Anwältin notwendig erscheint.
Gruß
Peter H.

kdM
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 4683
Registriert: 27.09.04, 21:40
Wohnort: Raum Flensburg-Regensburg
Kontaktdaten:

Beitrag von kdM » 25.06.09, 20:46

Ein gut ausgelasteter Anwalt hat nicht immer die Zeit und die Möglichkeit, alle Sachstandsanfragen umgehend zu beantworten.

Man mag das aus Gründen der Kundenfreundlichkeit bedauern.

Man mag aber auch wenigstens versuchen, sich in die Arbeitsweise eines Anwalts hereinzuversetzen. Sein Kalender wird diktiert von Gerichtsterminen, und von Schriftsatz- und Klagefristen. Das hat allerhöchste Priorität.

Die verbleibende Zeit steht den Mandanten und der Dezernatsbearbeitung zur Verfügung. Auch hier müssen bestimmte Prioritäten gesetzt werden. Wer zB gerade versucht, mit Eilanträgen eine Familie mit Kleinkindern vor der drohenden Abschiebung nach Afrika zu bewahren, wird vielleicht den Rückrufwunsch des nöseligen Nachbarschaftstreits, dem der Jägerzaun zu hoch gewachsen ist, liegen lassen.

Ein befreundeter Sozialrechtler ist jeden Montag völlig geschafft, weil er nicht zum Arbeiten kommt: "Der Vormittag ist kaputt mit all den Anrufern, die am Sonntag nachmittag Besuch von den Schwiegerkindern hatten, die sich höflich nach der Gesundheit und dem Stand des Schwerbehinderten- oder Rentenverfahrens erkundigten. Jawoll, Schwiegersohn, da rufe ich gleich Montag mal an und mache dem Anwalt mal Dampf!! - Bei einer durchschnittlichen Verfahrensdauer von anderthalb Jahren und mehreren Dutzend derartiger Mandanten kann ich natürlich nicht alles im Kopf haben. Ich habe also die Wahl, den Montag damit zu verbringen, mit die Akten vorlegen zu lassen, entsprechende Telefonate zu führen oder sinnlose Sachstandsanfragen an Behörden oder Gerichte herauszuhauen, damit der Mandant glücklich ist und sich nicht beim Chef beschwert - oder meine Akten wirklich zu bearbeiten."

Am allerliebsten sind ihm die Mandanten, die innerhalb von sieben Arbeitstagen gleich dreimal anfragen: "Kaum habe ich die Akte mit dem Telefonvermerk "Bitte Rückruf!" in der Nähe der Bearbeitung, wird sie mir von meiner Bürovorsteherin gnadenlos vom Schreibtisch genommen, weil die eMail "Wo bleibt der Rückruf?!" eingegangen ist. Die Akte wird mir am nächsten Tag wieder neu vorgelegt, im Stapel natürlich jetzt weit nach unten gerutscht. Kaum habe ich sie wieder in Blick, verschwindet sie wieder. Neuer Telefonzettel: "Mandant ist sauer und droht mit Anwaltskammer oder UNO-Kriegsverbrechertribunal, weil kein Rückruf!" Zähneknirschend rufe ich ihn an, und was will er? Fragt mich, ob eigentlich sein Schreiben von vor zehn Tagen angekommen wäre. Ja, natürlich, warum? "Wollte ich nur mal wissen, weil ich noch keine Antwort bekommen habe..."
"Die meisten fortschrittsoptimistischen Leute sind so lange für neue digitale Geschäftsmodelle, bis ihr eigener Job durch eine 99-Cent-App ersetzbar wird." (Sascha Lobo)

Kobayashi Maru
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5743
Registriert: 28.11.05, 20:19

Beitrag von Kobayashi Maru » 26.06.09, 08:02

:D
SusanneBerlin hat geschrieben:Im Forum darf jeder seine unqualifizierte Meinung oder Erfahrungswerte schreiben.

Milo
FDR-Moderator
Beiträge: 2202
Registriert: 13.12.04, 12:44
Wohnort: Ulm
Kontaktdaten:

Beitrag von Milo » 26.06.09, 08:36

@ kdM: Grünes Pünktle geht noch nicht, daher:

DANKE! Ich gedenke ernsthaft, den Thread für Montags als "Hörspiel" auf unseren AB zu sprechen.
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

Albert Einstein

juggernaut
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 7050
Registriert: 10.03.09, 20:37
Wohnort: derzeit: Thüringen
Kontaktdaten:

Beitrag von juggernaut » 10.07.09, 13:15

kdM hat geschrieben:Zähneknirschend rufe ich ihn an, und was will er? Fragt mich, ob eigentlich sein Schreiben von vor zehn Tagen angekommen wäre. Ja, natürlich, warum?
selten so gelacht (und gleichzeitig geweint) :)

ergänzung: man kann sich seine mandanten aber auch "erziehen". ich habe vor langer zeit einmal gelernt: der mandant muß immer wissen, wie´s weitergeht. was hindert also ein schreiben am anfang, in dem es (sinngemäß) heißt, man habe zunächst mal alles erledigt, was zu erledigen sein, wenn man was wolle, würde man sich melden, und im übrigen sei nicht zu erwarten, dass sich vor ablauf von X wochen/monaten/jahren was täte.

dann weiß der mandant das, man kann ihm am telefon dann auch mal sagen, schulligung, habe ich doch schon zu adenauers zeiten an sie geschrieben, und zu guter letzt: ICH habe mandanten auch schon mal gesagt, dass ich - wenn ich noch ein einziges mal angerufen würde, um sich danach zu erkundigen, ob ich ein fax/eine e-mail bekommen hätte - das mandat niederlegen würde, mein büro sei organisiert, und wenn sich der verm$&%$§§ mandant nicht bei der email-adresse oder der faxnummer vertippt habe, dann wäre sein elaborat natürlich auch angekommen, genauso wie die zich faxe und emails von anderen mandanten, die mich NICHT anrufen würden, um sich danach zu erkundigen, weil sie die modernen kommunikationsmittel nutzten, weil sie davon ausgingen, dass sie funktionierten, weil wenn nicht, dann wären sie ja so schlau, sie nicht zu benutzen.

eine kleine standpauke hilft ungemein. lässt man das einreissen, glauben gerade solche mandanten, man wäre so eine art schosshündchen, allzeit bereit, und nach der ersten rechnung in einer nachbarschaftssache mit einem (festgesetzten) wert von 600 geht das spiel erst richtig los, weil "man für soviel geld ja noch ein paar kleine extra-ratschläge" erwarten könne...
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

Warum
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 59
Registriert: 14.10.08, 05:23

Beitrag von Warum » 06.08.09, 10:17

Hallo erst mal,

ich bin im April zu einer Anwältin bzgl. unserer Trennung gegangen. Sie sagte mir dass der Ehevertrag in ihren Augen sittenwidrig ist und sie den "geknackt" kriegt. Daraufhin habe ich ihr das Mandat erteilt.

Ich habe ihr schon mal 500,- € überwiesen weil sie drum bat.

Dann hat sie vor 2 Monaten bei Gericht PKH-Antrag gestellt, Klage eingereicht auf Offenlegung der Vermögensverhältnisse meines EX und Klage auf Trennungsunterhalt.

Jetzt habe ich am 13.08. einen Gerichtstermin in der über die Scheidung gesprochen werden soll !

Es ist noch nichts entschieden bzgl. der PKH, des Trennungsunterhaltes und der Vermögensverhältnisse. Meine Anwältin sagte mir gestern dass sie den Ehevertrag doch nicht geknackt kriegt.

1. Ich hätte niemals die Anwältin beauftragt wenn sie mir nicht zugesichert hätte den Vertrag geknackt zu kriegen. Habe ihr auch eine Mail damals geschrieben das sie die Angelegenheit nur weiterbetreiben soll wenn sie sich diesbezüglich SICHER ist

2. Wie kann es jetzt schon zum evtl. Scheidungstermin kommen wenn weder über PKH noch über die Klagen entschieden ist?

3. Kann ich den Anwalt wechseln ohne zusätzliche Kosten? Ich fühle mich so schlecht beraten, auf Fragen erhalte ich KEINE Auskünfte! [/b]NEIN-ich rufe nicht ständig an! :wink:

4. Kann man den Gerichtstermin am 13. irgendwie canceln
4. Wenn Anwaltswechsel möglich ist: Wird der Termin dann verschoben?

Fühle mich so vera.... von der Anwältin. Und ich habe nicht das Geld um 2 x komplett alles zu bezahlen.

Es wäre total nett wenn mir jemand Tipps geben kann. Danke schon mal.

jelly
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1091
Registriert: 30.05.06, 08:16

Beitrag von jelly » 06.08.09, 13:02

Schöne Darstellung :lol:

Aber was macht man als Mandant denn nun, wenn

- der Anwalt nach 10 Wochen, nachdem er versprochen hat, kurzfristig einen Termin mit dem gegnerischen Anwalt zu machen, immer noch nichts von sich hören lässt

- der Anwalt zusagt, bei Gericht die Fortsetzung des Verfahren umgehend zu beantragen, jedoch auch hier nichts weiter passiert

- Emails generell unbeantwortet bleiben bzw. auch schon mal verloren gehen oder ignoriert werden

- eine Sekretärin nicht existiert

:?: :?: :?:

Vor allem, wenn durch die Verzögerung nicht unbeträchtliche Kosten entstehen ....

Warum
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 59
Registriert: 14.10.08, 05:23

Beitrag von Warum » 14.09.09, 05:27

Sooo, wie ihr sehen könnt, habe ich Anfang Juni meiner Anwältin eine dringende Frage mit der Bitte um Klärung gestellt. Ich erhalte keine Antwort. Die Anwältin äußert sich in keinster Weise. Jetzt habe ich mir doch (nach über 2 Monaten) noch mal erlaubt Anfang letzter Woche dort anzurufen (Sekretariat) und um Klärung gebeten. Antwort: Wir melden uns umgehend bei Ihnen (wie immer). Natürlich kommt nix. Erst recht keine Antwort.

Ist das "normal"? Es geht hier um einiges an Geld! Und ich bin finanziell nicht gesegnet so dass ich darauf verzichten oder es über Jahre aussitzen kann.

Ratlose Grüße

Holzschuher
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 7199
Registriert: 18.02.06, 21:37
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Beitrag von Holzschuher » 14.09.09, 12:02

Hallo,

und was ist am 13.08.2009 rausgekommen? War da die Anwältin nicht dabei?
Gruß
Peter H.

Warum
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 59
Registriert: 14.10.08, 05:23

Beitrag von Warum » 14.09.09, 12:31

Der Termin wurde verschoben auf Oktober, weil die Anwältin terminlich nicht konnte.

rechtrichtig
FDR-Mitglied
Beiträge: 33
Registriert: 10.10.09, 08:43
Wohnort: Im sonnigen Schwarzwald

Beitrag von rechtrichtig » 25.10.09, 19:19

) heißt, man habe zunächst mal alles erledigt, was zu erledigen sein, wenn man was wolle, würde man sich melden, und im übrigen sei nicht zu erwarten, dass sich vor ablauf von X wochen/monaten/jahren was täte.

Wir LACHEN, ....habe noch gar nicht weiter gelesen,da einfach gnadenlos gut beschrieben/geschrieben.( Von Anfang an....) und ...eben: KLASSE.

dermax
FDR-Mitglied
Beiträge: 96
Registriert: 02.09.05, 00:09

Re: Anwalt reagiert nicht

Beitrag von dermax » 16.08.17, 16:19

Ich benutze mal dieses Thema für mein Anliegen.

Ich habe für einen zivilrechtlichen Fall (ein Kontozugang ist gesperrt und ich erhalte keine Rückmeldung des Unternehmens warum) eine Anwaltskanzlei kontaktiert.

Der Verlauf der Angelegenheit bisher:

08.05. Anfrage an die Kanzlei
09.05. Bestätigung des Mandats und Übersendung meinerseits der RSV-Unterlagen
10.05. Bestätigung der Kanzlei und "wir kommen ungefragt auf die Angelegenheit zurück"
09.06. Rückfrage meinerseits, da ich gedacht hätte, dass mir z. B. Schriftverkehr in Form der Deckungsanfrage zugestellt wird (wäre nett, aber gut, muss nicht sein) - keine Reaktion
21.06. erneute Rückfrage bei der Kanzlei, jetzt Antwort am gleichen Tag, die Deckungsanfrage (ein Zweizeiler) wurde am 13.06.2017 gestellt (fast 5 Wochen nach Mandatszusage)
19.07. Rückfrage meinerseits, da zwar keine Gerichtsfristen verstreichen, ich das Konto aber schlichtweg benötige - Rückmeldung am gleichen Tag mit Deckungszusage der RSV vom 18.07., die sich aber auf ein Schreiben vom 12.07. beziehen, das ich nicht kenne - es gab also Schriftverkehr zwischendurch

Bis heute ist nach meinem Kenntnisstand nichts passiert. Jetzt wieder nachzufragen ist mir auch zu blöd.

Bin ich also auch ein nerviger Mandat? Ist das zur Verfügung stellen des angefallenen Schriftverkehrs per E-Mail schon zuviel verlangt? Es ist eine größere Kanzlei, die auch "im Internet präsent" ist, die Ressourcen das einigermaßen zu handlen sollten da sein. Natürlich beschleunigt das den Fall nicht, aber der Mandat ist zufriedener, als wenn augenscheinlich nichts passiert.
Oder ist es normal für eine Kanzlei, dass wenn der Fall (Streitwert ~ 2.000 EUR) nicht hochlukrativ ist, er ganz unten auf dem Schreibtisch liegt? Wenn ich nun Anwalt spiele, hätte ich als erstes Schreiben einen Zweizeiler aufgesetzt, warum das Konto gesperrt wurde.

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Anwalt reagiert nicht

Beitrag von SusanneBerlin » 16.08.17, 17:47

Rückmeldung am gleichen Tag mit Deckungszusage der RSV vom 18.07., die sich aber auf ein Schreiben vom 12.07. beziehen, das ich nicht kenne - es gab also Schriftverkehr zwischendurch
Ist das zur Verfügung stellen des angefallenen Schriftverkehrs per E-Mail schon zuviel verlangt?
Was ist denn für Sie so wichtig an dem Schriftverkehr zwischen dem Anwalt und Ihrer Rechtsschutzversicherung? Da gab es halt Nachfragen von der RSV, letzendlich wurde die Deckungszusage erteilt.
Grüße, Susanne

Antworten