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Verhalten eines Anwaltes

Verfasst: 22.02.12, 22:41
von Liesbert
Hallo Forumsmitglieder,

vielleicht kann mir jemand hier einen Rat geben.
Mein Sohne hat eine Tochter von 7 Jahren und hatte erhebliche Probleme mit der Mutter (sie leben getrennt). Mein Sohn hat ein gemeinsames Sorgerecht. Die Mutter erschwerte den Kontakt zu dem Kind erheblich und verweigert außer den üblichen Besuchszeiten, dass mein Sohn mit seiner Tochter, bzw. umgekehrt, sie mit ihm, telefonieren durfte.
Das war jedoch nur ein sekundärer Klagegrund.

Das Kind hat starke Neurodermitis und der behandelnde Arzt hat keine andere Methode als Cortisonsalbe zu verschreiben, die in keiner Weise hilft. Ich will hier nicht auf die medizinische Seite eingehen, jedoch muss in einem so wichtigen medizinischen Bereich unbedingt eine zweite Arztmeinung eingeholt werden. Es gibt heute Methoden, Neurodermitis erfolgreich zu behandeln.

Es ist sogar die Pflicht, der Eltern in so einem Fall eine zweite Meinung einzuholen. Jedoch weigert sich die Mutter und auch die Dame vom Jugendamt. Warum sie dies tun, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Eigentlich müsste man hier eine gesonderte Klage wegen Kindeswohlgefährdung anstrengen. Dies ist jedoch eine andere Geschichte.

Jedenfalls wendete sich mein Sohn an einen Anwalt und beauftragte ihn damit, ihm zu helfen die Punkte:

Einholung einer zweiten ärztlichen Meinung bei einem Facharzt für Neurodermitis bei Kindern.

Zusätzlich eine Behandlung bei einem Heilpraktiker zu versuchen:

Das Kind leidet physisch und psychisch so sehr unter der Neurodermitis, dass sie diese Maßnahmen selbst wünscht

Das Besuchsrecht, das zwar bereits geregelt war, aber von der Mutter sabotiert wurde, einzufordern.

das Kind sollte auf Wunsch telefonisch Kontakt mit dem Vater aufnehmen können.

Der Anwalt sagte, das wäre gar kein Problem, da alle geforderten Punkte so oder so bei einem geteilten Sorgerecht gegeben wären.

Auf die Frage meines Sohnes wie hoch die geschätzten Kosten würden, antwortete der Anwalt, dass diese bei einer Verhandlung auf etwa 900 bis 1.200 € kommen würden.

Daraufhin stellte er eine Rechnung für die Erstberatung und schrieb dann einen Brief an die Gegenseite.
Dieser Brief wurde jedoch komplett von mir verfasst und ich führte alle Argumente ausführlich auf 6 Seiten auf. Der Anwalt übernahm meine Argumentation 1:1 durch Copie und Paste

Die Gegenseite widersprach erwartungsgemäß und es wurde Klage eingereicht und ein Gerichtstermin anberaumt.

Nun weigerte sich der Anwalt, einen weiteren Gesprächstermin zu vereinbaren und er telefonierte lediglich ein Mal 20 Minuten und ein Mal 5 Minuten mit meinem Sohn.

Am Tag des Gerichtstermins erschien der Anwalt 5 Minuten zu spät und kam nur daher noch rechtzeitig, da auch die Vorsitzende zu spät war.

Die Anwältin der Gegenseite war bereits 30 Minuten vor der Verhandlung anwesend und besprach sich mit ihrer Mandantin.

Während der Verhandlung sprach die Kindesmutter lange über ihre Klagen über meinen Sohn, als diese dazu Stellung nehmen wollte, fuhr ihm sein Anwalt mit den Worten: "Ach Herr .... hören Sie doch mit diesen alten Karamellen auf, das interessiert doch niemanden, das ist doch einfach nur öde"

Dann weigerte sich die Kindesmutter, einer zweiten ärztlichen Meinung zu zustimmen und der Anwalt meines Sohnes sagte dazu: "Ok, dann lassen wir das mit der zweiten ärztlichen Meinung und das mit dem Heilpraktiker vergessen wir auch gleich.

Mein Sohn ist leider sehr unerfahren in solchen Dingen und auch nicht gerade selbstsicher wenn es sich um vermeintliche "Respektspersonen" handelt und war so geschockt, dass er gar nicht mehr reagieren konnte.

das Ergebnis ist: Die enorm wichtige zweite ärztliche Meinung muss nun durch eine Anzeige der Kindesmutter und des zuständigen Jugendamt wegen unterlassener Hilfeleistung durchgesetzt werden. Dazu muss jedoch erst umfangreich der gesundheitliche Zustand des Kindes dokumentiert werden und wenn der nächste Allergieschock eintritt, so lange das Kind bei meinem Sohn ist und der Notarzt gerufen werden musste. Hoffentlich hat das Kind bis dahin noch keinen größeren Schaden erlitten.

Man stelle sich vor, dieser ...Anwalt... ergreift plötzlich einfach Partei für die Gegenseite und übernimmt die Arbeit der gegnerischen Anwältin! Diese musste während der Verhandlung nicht ein einziges Argument vorbringen, das übernahm vollständig der Anwalt meines Sohnes.

Das Einzige was der Anwalt erreichte war die Regelung, dass meine Enkelin meinen Sohn nun anrufen darf, wenn sie das möchte.

Dagegen stellt sich mein Sohn nun beim Besuchsrecht wesentlich schlechter. In der vorangegangenen Regelung war ein flexibles Abholen des Kindes festgeschrieben (das von der Mutter nur sabotiert wurde), diese Regelung ist nun im neuen Vertrag nicht mehr drin, sondern der Abholzeitrahmen ist starr. Entweder hat der Anwalt die bestehende Regelung (die ihm von Anfang an Vorlag)gar nicht gelesen, oder es war ihm sch...egal.

Bleibt noch zu erwähnen, dass der Herr Anwalt mehr als arrogant auftrat. So sprach er mir gegenüber meinen Sohn stets nur in der dritten Person an.

Die Kosten beliefen sich statt auf den zugesagten 900 bis 1.200 € auf 2.400 €, eine Kostenzusage streitet der Herr Anwalt natürlich ab und schriftlich wurde nichts festgehalten, aber das ist nur Nebensache.

Mein Sohn wandte sich dann an mich, damit ich mich der Angelegenheit annehmen soll, da er damit einfach überfordert ist.

Als ich Kontakt mit dem Anwalt aufnahm, drohte er mir mit einem Prozess, wenn ich nicht "still halten sollte". Nun ja, auf Drohungen reagiere ich nicht.

Ein Schreiben an die Zuständige RAK brachte viel Blabla, dass dies wohl nicht so gut gewesen, aber noch.... usw.

Meine Fragen sind nun

1. Macht es Sinn, sich an die Bundesanwaltskammer zu wenden oder kommt dort auch nur Blabla?

2. Kann ich in verschiedenen dafür eingesetzten Portalen eine Bewertung für den Anwalt abgeben, ohne befürchten zu müssen dass er mich mit einer teuren Klageflut überzieht
Wie ist hier die rechtliche Regelung?

3. Wie ist die Situation rechtlich, wenn der eigene Anwalt ganz offensichtlich nur an seinen Gebühren interessiert ist und nichts, aber auch gar nichts für seinen Mandanten tut? Im Gegenteil, er sabotierte regelrecht jedes Anliegen meines Sohnes und machte es so unmöglich die unter Umständen lebenswichtige zweite Arztmeinung von einem Spezialisten einzuholen.

Auf alle Argumente der Gegenseite war der Anwalt vorbereitet durch mein ausführliches Schreiben im Vorfeld, aber die Gegenseite brachte keinerlei Argumente, dazu kam sie gar nicht, da dies der Anwalt meines Sohnes tat. Was kann man gegen solche Anwälte tun? Wie kann man verhindern, dass weitere gutgläubige Ratsuchende in Ihre Fänge geraten?

Bevor ich nun weitere Maßnahmen ergreifen werde, wäre ich sehr dankbar, wenn hier jemand ähnliche Erfahrungen hätte und könnte mir weitere Ratschläge geben.

Mit freundlichem Gruß
Franz

Re: Verhalten eines Anwaltes

Verfasst: 23.02.12, 15:56
von Michael A. Schaffrath
Liesbert hat geschrieben:Die enorm wichtige zweite ärztliche Meinung muss nun durch eine Anzeige der Kindesmutter und des zuständigen Jugendamt wegen unterlassener Hilfeleistung durchgesetzt werden.
Erstens ist so eine Anzeige in dieser Situation sachlich sinnfrei. Unterlassene Hilfeleistung liegt wohl kaum vor, wenn das Kind in ärztlicher Behandlung ist, nur weil ein Elternteil der Laienauffassung ist, die Therapie des Arztes sei "unzureichend". Schon der Vorsatz dürfte da wegfallen.
Zweitens ist das auch prozedural sinnfrei, denn eine solche Anzeige führt nicht dazu, daß damit eine "Zwangsdiagnose" eines zweiten Arztes durchgesetzt werden kann.
Drittens ist es letztlich auch taktisch sinnfrei, denn damit dürfte sich das Wohlwollen des Jugendamtes in Ermessensfragen auf Null reduzieren, wenn man dort der Auffassung ist, da werfe jemand wahllos mit Strafanzeigen um sich.

Re: Verhalten eines Anwaltes

Verfasst: 23.02.12, 16:16
von Liesbert
Vielen Dank für die Stellungnahme,

das mit der Anzeige war auch nur im übertragenen Sinne gemeint.

Die Einholung einer zweiten Arztmeinung entstammt nicht meiner "laienhaften" Vorstellung, sondern wird von nahezu allen Ärzten selbst empfohlen. Jeder gewissenhafte Arzt verweist bei chronischen Erkrankungen, vor allem dann, wenn sie sich nicht bessern, auf eine zweite Diagnose. Zudem ist die Behandlung des Arztes entgegen den Empfehlungen 90% aller Allgemeinärzte und nahezu 100% der Fachärzte für Neurodermitis. Nur der Dorfarzt des Kindes ist so verbohrt, hier die Empfehlungen international anerkannter Kapazitäten in den Wind zu schlagen.

Ich habe mich bei mehreren Instituten, Fachärzten und Fach-Kliniken erkundigt. Alle raten dazu, sich in diesem Fall an einen Arzt in der Nähe zu wenden, der Neurodermitis unter dem derzeitigen Stand der Wissenschaft beurteilt und behandelt.

Darum geht es auch hier gar nicht. ich hätte mir eher eine Meinung dazu erhofft, wie in einem solchen Forum das verhalten eines Anwaltes beurteilt wird, der mitten in der Verhandlung plötzlich die Seiten wechselt und die Gegenseite vertritt.

Trotzdem vielen Dank
Gruß
Franz

Re: Verhalten eines Anwaltes

Verfasst: 23.02.12, 16:21
von Redfox
Liesbert hat geschrieben:Dagegen stellt sich mein Sohn nun beim Besuchsrecht wesentlich schlechter. In der vorangegangenen Regelung war ein flexibles Abholen des Kindes festgeschrieben (das von der Mutter nur sabotiert wurde), diese Regelung ist nun im neuen Vertrag nicht mehr drin, sondern der Abholzeitrahmen ist starr. Entweder hat der Anwalt die bestehende Regelung (die ihm von Anfang an Vorlag)gar nicht gelesen, oder es war ihm sch...egal.
Die flexible Handhabung der Abholzeiten hat sich ja wohl nicht bewährt (und ich wüsste auch nicht, wie sie verbindlich und durchsetzbar vereinbart werden kann). Also steht er sich doch mit den jetzt starren Abholzeiten (die man dann auch durchsetzen kann) besser.

Wenn sich die Parteien nicht einigen können, muss nun mal eine klare Regelung her.

Re: Verhalten eines Anwaltes

Verfasst: 23.02.12, 17:24
von Liesbert
Hallo Redfox,

vielen Dank für Deine Meldung.

Die flexible Regelung war so, dass mein Sohn die Tochter innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens an einem bestimmten Wochentag zu sich holen durfte. Einseitig kippte die Kindesmutter diese Regelung und bestimmte, dass mein Sohn die Tochter zu einem von ihr festgesetzten Termin zu holen hatte. Wozu vereinbarten sie dann die flexible Regelung? Mein Sohn kann nun mal beruflich nicht sagen, z-B. am Freitag um 12:00 Uhr ist Schicht im Schacht, da gehe ich und basta. Wenn der Beruf es erfordert, muss er eben mal eine oder zwei Stunden länger bleiben, sonst fliegt er raus, so einfach ist das. Das wird wohl jeder vernünftige Mensch, gerade in der heutigen Arbeitswelt verstehen, sollte man zumindest annehmen.

Zudem wäre es kein Problem gewesen, diese Regelung in der Einigung wieder aufzunehmen. der Anwalt meines Sohnes nahm diese nicht mehr auf, die Gegenseite hätte gar nichts dagegen gehabt. Dies zeigt, dass der Anwalt meines Sohnes entweder die bestehende Regelung zuvor gar nicht gelesen hatte, oder dass er nicht alle Tassen im Schrank hat, wenn nicht noch tiefere, unentdeckte Motive dahinter stehen.
Man muss doch von seinem Anwalt erwarten können, dass er positive, bereits bestehende und auch gar nicht von der Gegenseite angefochtene Regelungen wenigsten nicht ins Negative verkehrt.

Aber nochmals: Darum geht es nicht. Mein Anliegen ist es, Meinungen zu einem Anwalt zu bekommen, der ohne jede Not und ohne jede Veranlassung plötzlich in einer laufenden Verhandlung die Gegenseite vertritt und alle Bemühungen, wegen denen er eigentlich konsultiert wurde, mit seinem unsäglichen Verhalten zu nichte macht.

Ich kann mir das einfach nicht erklären. Entweder der Typ stand unter Drogen oder er hatte selbst einen ähnlichen (persönlichen) Fall, den er verlor und sich nun so an irgendjemandem rächen wollte oder er wollte ganz einfach nur schnell die Kohle abziehen und wieder nach Hause.

Ist es nicht so, dass ein Anwalt bei einem Vergleich mehr Geld erhält als bei einer richterlichen Entscheidung? Ich weiß es nicht, ich bin kein Jurist, aber ich las dies irgendwo auf einer Anwaltsseite.

Jedenfalls kann es doch nicht sein, dass ein Anwalt plötzlich die Seiten wechselt. Es war doch nichts ungewöhnliches oder ungebührliches was mein Sohn wollte. Er wollte doch nur in Übereinstimmung mit dem Kind (mit 7 Jahren kann sie das sehr wohl einschätzen) einen Facharzt zu konsultieren. Ich betone EINEN FACHARZT, nicht einen obskuren Wunderheiler! Er hätte alles unternommen, er wäre dort hin gefahren, auf Wunsch mit der Mutter oder auch ohne sie, wie sie das gewünscht hätte. Er hätte auch den Heilpraktiker organisiert und bezahlt. Ob der Heilpraktiker dann Hilfe gebracht hätte oder nicht spielt keine Rolle, es wäre ein Versuch gewesen, der nicht geschadet hätte, aber der Facharzt für Neurodermitis, der hätte zu nahezu 100% Linderung gebracht, wenn nicht sogar eine Heilung. Dank diesem ..........Anwalt ist diese Chance nun dahin.
Leidtragende ist das Kind!

Gruß
Franz

Re: Verhalten eines Anwaltes

Verfasst: 23.02.12, 17:39
von Redfox
Liesbert hat geschrieben:Aber nochmals: Darum geht es nicht. Mein Anliegen ist es, Meinungen zu einem Anwalt zu bekommen, der ohne jede Not und ohne jede Veranlassung plötzlich in einer laufenden Verhandlung die Gegenseite vertritt ....
Siehe § 356 StGB (Parteiverrat) --> http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__356.html

Re: Verhalten eines Anwaltes

Verfasst: 23.02.12, 18:14
von Liesbert
Hallo Redfox,

vielen Dank für den Link. Daran habe ich auch schon gedacht. Allerdings, wie soll man das nachweisen? Reicht es da, wenn der Anwalt erkennbar plötzlich (aus welchem Grund auch immer) die Seite wechselte, oder müssen da finanzielle Interessen dahinter stehen?

Ich sage es ehrlich, ich traue momentan keinem Anwalt mehr, vor allem, da es hier gegen einen "Kollegen" geht. Zwar ist mir klar, dass die meisten Anwälte hier offen und ehrlich sind und auch gegen einen Kollegen vorgehen, aber was, wenn meine Sohn und ich wieder an so einen .... das darf ich nicht sagen... geraten?

Gruß
Franz

Re: Verhalten eines Anwaltes

Verfasst: 24.02.12, 09:32
von Redfox
Liesbert hat geschrieben:Ich sage es ehrlich, ich traue momentan keinem Anwalt mehr, vor allem, da es hier gegen einen "Kollegen" geht. Zwar ist mir klar, dass die meisten Anwälte hier offen und ehrlich sind und auch gegen einen Kollegen vorgehen, aber was, wenn meine Sohn und ich wieder an so einen .... das darf ich nicht sagen... geraten?
Für die Verfolgung von Straftaten sind nicht Anwälte, sondern die Strafverfolgungsbehörden zuständig.

Ein Strafverfahren kann man durch Strafanzeige in Gang bringen: "Eine Strafanzeige .... ist die Mitteilung eines Sachverhaltes an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden, der nach Auffassung des Mitteilenden einen Straftatbestand erfüllen könnte." --> http://de.wikipedia.org/wiki/Strafanzeige

Re: Verhalten eines Anwaltes

Verfasst: 24.02.12, 11:57
von Liesbert
Vielen Dank nochmals für Deine Hilfe,

ich hatte mich eigentlich bereits darauf eingestellt, eine Privatklage gegen den Anwalt anzustrengen. Ich werde nun Strafantrag gegen ihn stellen.

Es geht darum, dass dieser Anwalt den Eindruck erweckt hatte, die Forderungen meines Sohnes wären so oder so von Gesetz wegen verankert. Das sind sie auch tatsächlich, wie ich im Nachhinein erfahren habe. Bei Fragen wesentlicher medizinischen Behandlungen des Kindes ist bei geteiltem Sorgerecht immer eine Entscheidung beider Elternteile. Es war ja nur so, dass die Kindesmutter dieses nicht akzeptieren wollte. Durch den "Vertrag", den dieser "Anwalt" nun verbrochen hat, hat mein Sohn nun dieses Recht aufgegeben.

Die Gründe des Anwalts liegen hier, wie bereits von mir erwähnt entweder darin, dass er den Fall durch einen Vergleich gewinnträchtiger für ihn gestalten wollte, oder er hatte einfach kein Interesse daran. Daraus resultierte auch die Verschlechterung des Besuchsrechtes, das durch die zuvor bestehende Einigung mit den Eltern und dem Jugendamt, für meinen Sohn wesentlich besser gestaltet war.

Für die Variante, dass der Anwalt nur am Gewinn interessiert war spricht die Tatsache, dass er bei der Erstbesprechung meine Sohn gegenüber definitiv von einer Höchstgrenze der Kosten bei einem Prozess von 900,- bis 1.200,- € sprach, aber betonte, dass die Wünsche meines Sohnes so selbstverständlich seien, dass es hier gar nicht erst zum Prozess kommen würde.

Dagegen spricht für die Variante, dass der Anwalt verdeckte Ziele verfolgte, dass er meinen Sohn während der Verhandlung in höchstem Maße vor allen Prozessbeteiligten verächtlich machte indem er ihn an jeglicher Richtigstellung der Vorwürfe der Gegenseite hinderte. Bereits beim ersten Versuch einer Stellungnahme unterbrach ihn der Anwalt mit den Worten: "Ach, Herr .... hören Sie doch auf mit diesen alten Karamellen, das interessiert doch niemanden, das ist doch einfach nur öde"
Damit nahm er die Vorsitzende eindeutig gegen meinen Sohn ein.

Dummerweise war ich nicht bei der Verhandlung zugegen. Ich hätte meinem Sohn sofort empfohlen diesem Herrn das Mandant zu entziehen. Mein Sohn war nervlich wegen der Krankheit seiner Tochter und seiner Hilflosigkeit wegen der Verweigerungshaltung der Mutter so angegriffen, dass er durch dieses Verhalten des eigenen Anwaltes so geschockt war, dass er nicht mehr in der Lage war, dem weiteren Treiben dieses Herren zu folgen.
Daraufhin begann der Anwalt sofort, ohne Eingriff der Gegenseite und ohne jede Notwendigkeit, dafür zu plädieren, dass weder ein zweiter Arztbesuch, noch ein Besuch bei einem Heilpraktiker (was auch nicht so wichtig gewesen wäre wie die dringend geboten zweite ärztliche Meinung), als unnötig und unzumutbar (für wen? Das Kind wollte diese ja selbst in seiner Verzweiflung und die Mutter hätte keinerlei Mühe gehabt, da mein Sohn dies alles organisiert hätte) abzulehnen.

Er übernahm also den Part der Gegenseite und schmetterte das Anliegen meines Sohnes, seines eigenen Mandanten ab.

Dass mein Sohn nicht übertrieb, erfuhr ich selbst, als nach der Verhandlung der Anwalt meines Sohnes diesen in meiner Gegenwart permanent in der dritten Person ansprach.

"ER hat sich in der Verhandlung gut gehalten...." "ER ist nun vielleicht nicht so ganz zufrieden....."

Ich wunderte mich, dass mein Sohn diesem Herren nicht über den Mund fuhr. Ich wusste nicht, dass mein Sohn wie gelähmt war in Anbetracht der Geschehnisse und gar nicht reagieren konnte.
Hätte ich dort die ganze Tragweite erkannt, hätte ich anders reagiert.

Als ich dann später (nach der sofortigen Bezahlung der Rechnungen, etwa 2.400 €) per Mail ankündigte, dass wir zwar die Rechnungen begleichen würden, jedoch mein Sohn und ich die Geschehnisse so nicht stehen lassen würden, rief dieser Herr bei mir an und drohte unverhohlen damit, uns "ein Schreiben zu senden, natürlich kostenpflichtig, und uns darüber hinaus mit Klage belegen würde.

Es geht hier nicht um das investierte Geld, das doppelt so hoch ausgefallen war als die zugesicherte Höchstgrenze, es geht darum dafür zu sorgen, dass andere Menschen gewarnt werden, solchen "Anwälten" in die Hände zu fallen.

Das wollte ich nur noch einmal los werden. Nun werde ich die Unterlagen durchsehen und eine weitere Erläuterung unserer Sichtweise für die Strafverfolgungsbehörden verfassen. Mal sehen, ob diese sich unserer Sicht der Dinge anschließen wird, dass hier auf die eine -betrügerische Abzocke- ich weiß, das steht so nicht im Gesetz, oder eine andere Art - Parteiverrat - anschließen wird.

Bleibt noch ein weit wichtigerer Kampf. Den um die Gesundheit meiner Enkelin. Wenn sie wieder bei meinem Sohn im Wochenende ist und es wird wegen eines allergischen Schocks ein Einsatz des Notarztes fällig, versuche ich dort die Bescheinigung eines Arztes zu bekommen, dass für das Kind so Lebensgefahr besteht. Dann erfolgt eine Dienstaufsichtsbeschwerde (da lasse ich mich dann beraten) gegen die Mitarbeiterinnen des Jugendamtes, die die Situation kennen und nichts gegen die Ignoranz der Mutter unternehmen.

Sorry wegen der ausführlichen Beschreibung, aber ich musste das einfach mal "laienhaft" los werden, bevor ich mich nun dran mache, für die Strafverfolgungsbehörden dies sachlich aufzubereiten.

Gruß
Franz

Re: Verhalten eines Anwaltes

Verfasst: 24.02.12, 12:11
von Redfox
Liesbert hat geschrieben:Nun werde ich die Unterlagen durchsehen und eine weitere Erläuterung unserer Sichtweise für die Strafverfolgungsbehörden verfassen. Mal sehen, ob diese sich unserer Sicht der Dinge anschließen wird, ....
Und was sollen die Strafverfolgungsbehörden damit?

Ich habe oben doch ausdrücklich zitiert: "Eine Strafanzeige .... ist die Mitteilung eines Sachverhaltes..." (diesmal in Hervorhebung!)

Es geht um die Mitteilung eines Sachverhaltes, nicht um eine "weitere Erläuterung unserer Sichtweise".

Re: Verhalten eines Anwaltes

Verfasst: 24.02.12, 12:22
von Liesbert
ja klar, aber ich gehe davon aus, dass die Strafverfolgungsbehörde die Unterlagen von uns benötigt.

Ich kann ja nicht dort auftauchen und sagen: "so war es". Woher wollen die Wissen, dass da überhaupt ein Gerichtstermin stattfand?

Oder meinst Du, die fordern das alles an? Ich kenne mich hier nicht aus. Ich gehe davon aus, dass ich denen alle Unterlagen vorlegen muss und auch eine Stellungnahme aus unserer Sicht.

Ich fasse mal zusammen, wie ich Dich verstanden habe: Mein Sohn und ich marschieren zur Polizeistation, ohne jede Unterlagen und erstatten Anzeige gegen den RA. Alles andere machen dann die Behörden. Ist das richtig?

Verzeih mir, wenn ich blöd frage, aber ich habe damit keinerlei Erfahrung.

Gruß
Franz

Re: Verhalten eines Anwaltes

Verfasst: 24.02.12, 12:29
von Liesbert
alles klar, ich habe es verstanden. Ich habe unter dem Link etwas zu vorschnell gelesen und den Begriff "Strafantrag" in den falschen Hals bekommen.

Nun habe ich es kapiert.

Danke nochmals
Franz

Re: Verhalten eines Anwaltes

Verfasst: 24.02.12, 12:34
von Redfox
Den Gang eines Ermittlungsverfahrens bis zur Anklageerhebung kann man z.B. hier nachlesen: --> http://th-h.de/infos/jura/strafverfahren.php

Die Staatsanwaltschaft entscheidet, was wie zu ermitteln ist. Wenn Unterlagen fehlen, wird sie sie ggf. anfordern, wenn Zeugen befragt werden sollen, wird sie sie vorladen.
Liesbert hat geschrieben:alles klar, ich habe es verstanden. Ich habe unter dem Link etwas zu vorschnell gelesen und den Begriff "Strafantrag" in den falschen Hals bekommen.
:?:

Re: Verhalten eines Anwaltes

Verfasst: 24.02.12, 12:48
von Liesbert
Danke, für den weiteren Link. Nun habe ich es kapiert. :D

Ich habe nur bei Deinem ersten Link den Begriff "Strafantrag" aufgeschnappt, bin dem gefolgt und habe dort gelesen und dabei das Wesentliche, die "Strafanzeige", die Du angesprochen hattest, völlig aus den Augen verloren.

Gruß
Franz