Anwaltskosten.

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pcwilli
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Anwaltskosten.

Beitrag von pcwilli » 04.09.13, 14:06

Hallo, zum Thema.

Mandant nimmt einen Anwalt der eine Kündigungsschutzklage und erweiterte Zahlungsklage einreichen und durchsetzen soll.
Für diese Klage bekommt er sein Honorar. Während auf einen Gütetermin gewartet wird, wird von der Beklagten eine Widerklage eingereicht.
Beim anschließenden Gütetermin kommt es zu einem Vergleich. Der Kläger sieht von seiner Kündigungsschutzklage und erweiterte Zahlungsklage ab und die Beklagte zieht ihre Widerklage zurück.

Der Anwalt sendet dem Mandanten vor dem Termin eine Vorausrechnung für die Bearbeitung der Widerklage in einem erheblichen Umfang, da es in der Widerklage um einen etwas höheren Betrag ging.

Nun die Frage. Ist dies richtig, da diese Widerklage nicht direkt, sondern in einer anderen Sache schon geklärt wurde und nicht direkter Gegenstand der Verhandlung war, also als Nebeneffekt mitbehandelt wurde.

Wäre die Widerklage nicht, wäre es vielleicht auf einer anderen Basis zu einem Vergleich gekommen, also ein Vergleich wäre immer möglich gewesen.

Über Sachliche Antworten würde ich mich freuen.
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juggernaut
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Re: Anwaltskosten.

Beitrag von juggernaut » 04.09.13, 15:23

pcwilli hat geschrieben:Der Anwalt sendet dem Mandanten vor dem Termin eine Vorausrechnung für die Bearbeitung der Widerklage in einem erheblichen Umfang, da es in der Widerklage um einen etwas höheren Betrag ging. Nun die Frage. Ist dies richtig, ...
grundsätzlich erhöht die widerklage den streitwert (§ 45 I Satz 1 GKG) und damit die bemessungsgrundlage der gebühren, die der gerichtlichen streitwertfestsetzung folgt (§ 23 I Satz 1 RVG). ob der anwalt allerdings das ganze wie "zwei einzelne" sachen abrechnen kann, dürfte eher fraglich sein, denn es handelt sich wohl eher um "eine" sache. aber ich gehe anhand ihrer schilderung davon aus, dass der anwalt nur eine sache, die aber aus dem höheren wert abgerechnet hat.


beispiel:

a) kündigungsschutzklage, streitwert 3 gehälter, sagen wir 3 * 5000 = wert 15.000
b) zahlungsklage, wahrscheinlich rückständiger lohn, sagen wir 3.000 = wert 3.000
c) widerklage, sagen wir auf schadenersatz in höhe von 20.000, wert = 20.000
d) streitwert des verfahrens: 15.000 + 3.000 + 20.000 = 38.000.

daraus werden die 3 angefallenen gebühren berechnet, also die 1,3er prozessgebühr, die 1,2er terminsgebühr und die 1,0er vergleichsgebühr.
macht 3,5 gebühren aus 38.000 -> macht 3,5 * 902,00 -> macht 3.157,00 netto (!), zzgl pauschale und steuer macht ~3.800,00 insgesamt.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

pcwilli
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Re: Anwaltskosten.

Beitrag von pcwilli » 04.09.13, 15:57

Danke erst einmal für die Antwort.
Das sich der Streitwert erhöht, sehe ich ein. Nur für den ersten Teil, also für die Kündigungsschutzklage und die erweiterte Zahlungsklage wurde schon Honorar gezahlt.
Es scheint jetzt, das aus einer Sache zwei Sachen gemacht wurden, da jetzt ja eine Vorschusszahlung für die Widerklage gefordert wird, obwohl diese wie die anderen beiden Klagen durch den Vergleich behandelt wurden und wenn dieser Vergleich durch ist, alles erledigt ist. Also es war ein Abwasch, sodass, wenn sich der Streitwert erhöht hat vom höheren Wert ausgegangen werden kann und bei einem Honorar von angenommen 3800 € das im voraus gezahlte Honorar in Abzug gerechnet werden müsste.

Ich sage mal 7500 € + 7500 €= 15000 € Streitwert Gebürhren plus Pauschale und Steuern wären = 1900 € in etwa an Honorar.
Dieser Betrag müsste von den 3800 € abgezogen werden, dann blieben noch 1900 € über.

Oder sehe ich da was falsch ?

Gruß
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