SChweigepficht

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freemont
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Re: SChweigepficht

Beitrag von freemont » 17.01.16, 10:50

chremus hat geschrieben:ich werde ohne anwalt erscheinen und dann das säuminsurteil akzeptieren, ich will ein ende finden.
anwälte ziehen nur alles in die länge. lieber zahle ich als das der gegener eine anzeige wegen prozessbetrug erstattet.
"Prozessbetrug", verstehe ich nicht.

Ich verstehe Ihren Frust. Vor Gericht und auf hoher See, ich will Sie in nichts hineintreiben.

Aber wenn Sie ohne Anwalt gar nicht artikulationsfähig sind, bleibt (verkürzt) alles, was ihr Gegner vorgetragen hat so stehen. Auch wenn es nicht richtig ist. Das ist dann, abgesehen von den Rechtsausführungen, Grundlage der Entscheidungsfindung des Gerichts.

Ich würde mir das noch mal überlegen.

chremus
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Re: SChweigepficht

Beitrag von chremus » 17.01.16, 14:31

mit welchen Kosten muss ich denn rechnen?
die 1. Instanz habe ich gewonnen in die 2. vor dem Landgericht möchte ich nicht mher, weil der kläger mich wegen Prozessbetrug anzeigen möchte. Mit der deutschen Staatsanwaltschaft möchte ich aber nichts zu tun haben

Es geht um eine Rechnung in Höhe von 800€.

freemont
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Re: SChweigepficht

Beitrag von freemont » 17.01.16, 15:21

chremus hat geschrieben:mit welchen Kosten muss ich denn rechnen?
die 1. Instanz habe ich gewonnen in die 2. vor dem Landgericht möchte ich nicht mher, weil der kläger mich wegen Prozessbetrug anzeigen möchte. Mit der deutschen Staatsanwaltschaft möchte ich aber nichts zu tun haben

Es geht um eine Rechnung in Höhe von 800€.

google (o.ä.): Prozesskostenrechner

Wenn das LG das Urt. des AG bestätigt, werden Ihnen die Anwalts-Kosten selbstverständlich zugesprochen.

Die dt. StA will mit Ihnen auch nichts zu tun haben, das ist ja inzwischen fast schon der Normalfall, dass mit Anzeigen gedroht wird. Wenn das ein Anwalt = Volljurist macht, um sich prozessual durchzusetzen ist das ein ziemlich dickes Ding.

Die StA ist völlig unabhängig, objektiv, nach eigener Einschätzung die objektivste Behörde der Welt. Wenn es keine Straftat gibt, wird sie das Verfahren einstellen.

chremus
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Re: SChweigepficht

Beitrag von chremus » 19.01.16, 05:37

es kommt sogar noch schlimmer.
Die Mitarbeiterin der Kanzlei hat damit gedroht meine Handakte weiterzugeben.
Angeblich sei der Anwalt an keine Schweigepflicht gebunden, wenn ich nicht zahlen würde.
Damit sehe ich mich bedroht und denke es ist besser zu zahlen.

Name4711
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Re: SChweigepficht

Beitrag von Name4711 » 19.01.16, 21:01

chremus hat geschrieben:es kommt sogar noch schlimmer.
Die Mitarbeiterin der Kanzlei hat damit gedroht meine Handakte weiterzugeben.
Angeblich sei der Anwalt an keine Schweigepflicht gebunden, wenn ich nicht zahlen würde.
Damit sehe ich mich bedroht und denke es ist besser zu zahlen.
Wie was wo wem ?

(Vor allem: An wen weitergeben?)

chremus
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Re: SChweigepficht

Beitrag von chremus » 20.01.16, 04:39

das wurde nicht gesagt, er könne die handakte an jedem weitergeben.

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Re: SChweigepficht

Beitrag von chremus » 24.01.16, 18:07

DArf mein derzeitiger Anwalt sein Mandat niederlegen?

Da ich mich schon seit 2 Jahren mit dem Mahnverfahren herumärgern muss habe ich meinen Anwalt nun gesagt, dass ich eine Einigung erzielen möchte und keine weiteren Prozesse, lieber zahle ich.

Auch wenn ich einen Prozess vor dem Amtsgericht gewonnen habe, möchte ich den Prozess vor dem Landgericht verhindern.
Jetzt droht mein Anwalt, sein Mandat niederzulegen.
Weitere Prozesse vor dem Amtsgericht stehen noch an, auch hier will ich unbedint die Einigung.

Darf mein Anwalt sein Mandat nierderlegen?
Damit droht er nun. Begründung "ich einige mich nicht!"
Und treibt mich gegen meinen Willen von einem in den nächsten Prozess. Ich will eine Einigung er weiter prozessieren.

Vor dem LAndgericht besteht Anwaltszwang. Trägt meine Rechtschutzversicherung die Kosten, wenn ich ohne Anwalt erscheine? Mit ist bekannt, dass ich den Prozess verlieren werde.

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Re: SChweigepficht

Beitrag von Milo » 25.01.16, 12:42

Ein Anwalt darf selbstverständlich sein Mandat niederlegen. Er ist in Zivilsachen daran gehindert, dies zur "Unzeit" zu tun, d.h. so knapp vor einer Frist oder einem Termin, dass der Mandant keine Chance hat, einen Anwalt zu finden, der sich noch in die Sache einarbeiten kann. Sollte er dies doch tun, macht er sich schadensersatzpflichtig - sofern bei ordnungsgemäßer Vertretung ein besseres Ergebnis erzielt worden wäre. Ansonsten kann er jederzeit. Es stellt sich dann nur die Frage, wer das Mandatsende zu verschulden hat. Ggfs. muss der Anwalt dann Schadensersatz leisten in Höhe der Anwaltsgebühren, die durch die Mandatierung eines neuen Anwalts doppelt entstehen.

Ohne Anwalt muss man beim LG nicht erscheinen, da man ohne Anwalt gar nicht anwesend ist. Dann ergeht ein Versäumnisurteil. Wenn Sie die Berufungsinstanz verlieren, tragen Sie auch die Kosten der 1. Instanz. Wenn da die RSV einspringen soll, sollte man das weitere Vorgehen mit der RSV abstimmen.

Generell ist aber das alles nicht geeignet, einen Prozessbetrug zu beseitigen. Vielmehr erhöht ein "Rückzieher" in der 2. Instanz sogar diesen Verdacht. Hier kann auch das Gericht die Akte an die StA geben. Es gibt also keine Garantie, dass strafrechtlich keine Prüfung erfolgt, wenn man jetzt klein bei gibt.
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

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Re: SChweigepficht

Beitrag von chremus » 25.01.16, 16:01

Als unkundiger hat man vor der deutschen justiz keine chance. Mein anwalt hat mir erzählt wenn der gegnerische anwalt keine vollmacht vorlegt, ist der prozess gewonnen. Nun jagt ein prozess den nächsten und meine nerven liegen blank, weil der anwalt mitgeteilt- telefonisch- hat, dass er meine handaktevweitergibt.
Und ich will einfach nur noch die einigung

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Re: SChweigepficht

Beitrag von Name4711 » 25.01.16, 18:18

Worin besteht denn der vermeindliche Prozessbetrug bzw. hängt der Anwalt mit drinnen, dass er unbedingt weiter machen will?

Ist irgendwie eine komische geschichte - dachte Anwälte mögen Eingungen...

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Re: SChweigepficht

Beitrag von chremus » 25.01.16, 23:57

es gibt keinen Prozessbetrug
in einer arbeitsgerichtlichen angelegenheit habe ich 2011 einen Anwalt beauftragt.
der hat alles einzeln abgerechnet (kündigung, Überstunden, Fahrkosten, Urlaub, Gehalt) anstatt das zusammenzuführen.
2014 sendete er Mahnbescheide. Ich sehe das aber als eine Angelgenheit, weil ansonsten alleine 1.200€ für die Selbstbeteiligung anfallen.
Daher habe ich einen weiteren Anwalt beauftragt, mit der Bitte der Prüfung und Einigung. Der verhindert aber eine Einigung und treibt mich ständig in neue Prozesse. Ich weiss ich hätte damals die Schlichtung der Anwaltskammer anrufen sollen

Das schlimmste ist aber, mein damaliger Anwalt will mich nun wegen Prozessbetrug anzeigen und hat telefonische gedroht dass er nicht mehr an die SChweigepflicht gebunden sei und alles an jeden weitergeben darf.

Ich verzweifel, ich will die Einigung und meine Ruhe.

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