Entscheidungshoheit im Rechtsfall

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mhelli
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Entscheidungshoheit im Rechtsfall

Beitrag von mhelli » 05.04.15, 11:58

Hallo,

eine kleine Frage: Darf der Anwalt alleinig entscheiden, wie weiter vorgegangen wird? Berechtigt ihn dazu das Mandat?
Oder sollte er nicht zumindest Rücksprache mit dem Mandanten halten. Speziell Einspruch-Rückziehung bzw. Schuldeingeständnis? Vielen Dank.

Michael A. Schaffrath
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Re: Entscheidungshoheit im Rechtsfall

Beitrag von Michael A. Schaffrath » 20.04.15, 14:48

mhelli hat geschrieben:Darf der Anwalt alleinig entscheiden, wie weiter vorgegangen wird? Berechtigt ihn dazu das Mandat?
Das kommt auf die konkrete Mandatsvereinbarung an. In der Regel enthält sie eine umfangreiche Bevollmächtigung.
mhelli hat geschrieben:Oder sollte er nicht zumindest Rücksprache mit dem Mandanten halten. Speziell Einspruch-Rückziehung bzw. Schuldeingeständnis? Vielen Dank.
"Sollte" wäre ja eine rein moralische Bewertung. Interessant ist ja, was rechtliche Verpflichtung ist. §11 BORA normiert nur eine Informationspflicht, aber keine Genehmigungspflicht.
Der RA kann sich aber schadensersatzpflichtig machen, wenn er ohne Rücksprache mit dem Mandanten und ohne Not eine Handlung vornimmt, die nachweislich einen Schaden auslöst (etwa auf einen eigentlich bestehenden Anspruch im Namen des Mandanten verzichtet).
DefPimp: Mein Gott
Biber: Nö, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

Chabos wissen, wer der M.A.S. ist.

Nordlicht14
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Re: Entscheidungshoheit im Rechtsfall

Beitrag von Nordlicht14 » 20.04.15, 16:44

Ergänzend sei auf die AGB des Anwalts hingewiesen.

Was der Anwalt darf und muß, steht zum einen in der Vollmacht, was Herr Schaffrath erwähnte, und zum anderen in seinen Allgemeinen Mandatsbedingungen, die der Mandant entweder zu Beginn ausgehändigt bekam, oder die in der Kanzlei zur Mitnahme auslagen (bei uns beides).

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