Adresse des Mandants herausgeben

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agoose
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Adresse des Mandants herausgeben

Beitrag von agoose » 08.04.15, 16:07

Wann darf ein Anwalt die Adresse seines Mandants ohne seine Zustimmung an den Prozessgeger oder ein Landesjustizkasse herausgeben?

Die Adresse ist vorher nicht bei dem Prozessgegner oder LJK bekannt.

webelch
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Re: Adresse des Mandants herausgeben

Beitrag von webelch » 08.04.15, 18:32

Die Frage verstehe ich nicht. Wenn der Mandant klagt oder verklagt wird, ist doch im ersten Fall sicher und im zweiten Fall wohl auch seine Adresse bekannt. Auch auf der Vollmacht zur Mandatserteilung dürfte sich die Adresse des Mandanten finden.

agoose
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Re: Adresse des Mandants herausgeben

Beitrag von agoose » 09.04.15, 13:51

der Mandant hat eine Adresse in Deutschland gehabt war aber im Ausland und hat über die Ausländische Adresse mit em Anwalt kommuniziert

Nun gab er die Ausländische Adresse an dem Gegner und LJK herausgegeben.

Mandant war vorher nicht informiert

Ronny1958
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Re: Adresse des Mandants herausgeben

Beitrag von Ronny1958 » 09.04.15, 13:57

Wo liegt jetzt das Problem?
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

agoose
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Re: Adresse des Mandants herausgeben

Beitrag von agoose » 09.04.15, 14:08

das der Anwalt Info des Mandants an dem Prozessgeger herausgibt

Ronny1958
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Re: Adresse des Mandants herausgeben

Beitrag von Ronny1958 » 09.04.15, 15:23

Die Anschrift des Mandanten erfährt der Prozeßgegner sowieso durch das Gericht, denn dort muß diese wahrheitsgemäß angegeben werden.
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

agoose
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Re: Adresse des Mandants herausgeben

Beitrag von agoose » 09.04.15, 16:52

nein

Die Adresse für Kommunikation mit dem Anwalt war eine Ausländische Adresse da der Mandant zu dem zeitpunkt des Prozess im Ausland war

Die Adresse die im Kommunikation zw Kläger, beklagte und Gerichte war eine gültige wahrheitsgemäßige deutsche Adresse - dass die PG und Gericht sie bekommen hat war in Ordnung

Der Anwalt hat anschließend den PG und LJK die ausländlische Adresse gegeben.

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Adresse des Mandants herausgeben

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 09.04.15, 17:09

Ronny1958 hat geschrieben:Wo liegt jetzt das Problem?
und
agoose hat geschrieben:das der Anwalt Info des Mandants an dem Prozessgeger herausgibt
Um eine einigermaßen sinnvolle Antwort in Hinblick auf § 203 StGB geben zu können, ist schon die Info wichtig, warum der Anwalt die Adresse nicht herausgeben sollte und ob dies ihm ausdrücklich gesagt wurde.

Nordlicht14
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Re: Adresse des Mandants herausgeben

Beitrag von Nordlicht14 » 09.04.15, 23:55

Und zudem ist die Frage zu stellen, wie die Justizkasse (bitte nehmen Sie hier Abstand von Eigen-Abkürzungen, sondern schreiben zur Verständlichkeit aus) eine Kostenrechnung an den Mandanten schicken soll, wenn der Anwalt dessen Adresse des Aufenthaltsorts nicht weiter geben soll. Das macht keinen Sinn. Die Justizkasse braucht seine Adresse des Aufenthaltsortes dafür, ebenso das Gericht.

Und Verstecken von Adressen des Mandanten könnte für den Anwalt fatale Folgen haben. Ergo kann er ein solches Verbot nicht annehmen, falls es erteilt worden wäre.

all-in
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Re: Adresse des Mandants herausgeben

Beitrag von all-in » 10.04.15, 00:52

Und zudem ist die Frage zu stellen, wie die Justizkasse (bitte nehmen Sie hier Abstand von Eigen-Abkürzungen, sondern schreiben zur Verständlichkeit aus) eine Kostenrechnung an den Mandanten schicken soll, wenn der Anwalt dessen Adresse des Aufenthaltsorts nicht weiter geben soll. Das macht keinen Sinn. Die Justizkasse braucht seine Adresse des Aufenthaltsortes dafür, ebenso das Gericht.
Die Rechnung kann sie doch an die Meldeadresse schicken.
Kann mich dunkel an eine Reportage erinnern, da hat ein untergetauchter (NS-)Verbrecher erfolgreich seine Rente eingeklagt.
Und Verstecken von Adressen des Mandanten könnte für den Anwalt fatale Folgen haben. Ergo kann er ein solches Verbot nicht annehmen, falls es erteilt worden wäre.
Welche Folgen kann das denn im hiesigen Fall haben? Und müsste der Anwalt bei einem möglichen Konflikt nicht vielmehr sein Mandat niederlegen?
Um eine einigermaßen sinnvolle Antwort in Hinblick auf § 203 StGB geben zu können, ist schon die Info wichtig, warum der Anwalt die Adresse nicht herausgeben sollte und ob dies ihm ausdrücklich gesagt wurde.
Ich musste weder meinem Anwalt noch Arzt je erklärem, dass und wieso sie ihnen bekannt gewordene Daten nicht weiterzugeben haben. Dies ist gesetzlich geregelt, und es ist den betroffenen Personenkreisen eigentlich auch bekannt.
Die Verschwiegenheitspflicht ist sehr weitreichend.

Cicero
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Re: Adresse des Mandants herausgeben

Beitrag von Cicero » 20.05.15, 08:02

Nordlicht14 hat geschrieben:Und zudem ist die Frage zu stellen, wie die Justizkasse (bitte nehmen Sie hier Abstand von Eigen-Abkürzungen, sondern schreiben zur Verständlichkeit aus) eine Kostenrechnung an den Mandanten schicken soll, wenn der Anwalt dessen Adresse des Aufenthaltsorts nicht weiter geben soll.
Kann sie die nicht einfach dem Anwalt als Vertreter des Mandanten schicken?

Kobayashi Maru
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Re: Adresse des Mandants herausgeben

Beitrag von Kobayashi Maru » 20.05.15, 08:43

Cicero hat geschrieben:
Nordlicht14 hat geschrieben:Und zudem ist die Frage zu stellen, wie die Justizkasse (bitte nehmen Sie hier Abstand von Eigen-Abkürzungen, sondern schreiben zur Verständlichkeit aus) eine Kostenrechnung an den Mandanten schicken soll, wenn der Anwalt dessen Adresse des Aufenthaltsorts nicht weiter geben soll.
Kann sie die nicht einfach dem Anwalt als Vertreter des Mandanten schicken?
Ja, könnte sie. Ist auch nicht unüblich.

Und im Übrigen ist "LJK" eine gängige Abkürzung für Landesjustizkasse. Zumindest unter den Leuten, die häufig damit zu tun haben. :roll:
SusanneBerlin hat geschrieben:Im Forum darf jeder seine unqualifizierte Meinung oder Erfahrungswerte schreiben.

Marie-Luise
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Re: Adresse des Mandants herausgeben

Beitrag von Marie-Luise » 20.05.15, 09:21

Guten Morgen, agoose,

wünsche Ihnen, dass Ihre Frage (ausreichend) beantwortet wurde.

Rein Interesse halber habe ich unter dieser Frage mitgelesen und bin (selbst) immer wieder überrascht, welche Interpretationsmöglichkeiten sowie z. T. unsinnige Reglementierungen sich immer wieder ergeben;o).

Von daher angenehm, wirklich zielführende Antworten - wie von Kobayashi Maru und all-in - zu erhalten.

Inwiefern Ihr Anwalt durch die Weitergabe Ihrer im Ausland gültigen Adresse haftbar zu machen ist (und wodurch genau = Bezifferung?), dürfte bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer oder der Bundesrechtsanwaltskammer Berlin beantwortet werden können.

Freundliche Grüße
Marie-Luise

Cicero
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Re: Adresse des Mandants herausgeben

Beitrag von Cicero » 21.05.15, 08:47

Meiner Ansicht nach ist die Schweigepflicht für Rechtsanwälte weder unsinnig noch in diesem Punkt interpretationsbedürftig. Der Anwalt hätte die bisher unbekannte Zweitanschrift des Mandanten nicht herausgeben dürfen.

Roni
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Re: Adresse des Mandants herausgeben

Beitrag von Roni » 21.05.15, 17:21

Cicero hat geschrieben:Meiner Ansicht nach ist die Schweigepflicht für Rechtsanwälte weder unsinnig noch in diesem Punkt interpretationsbedürftig. Der Anwalt hätte die bisher unbekannte Zweitanschrift des Mandanten nicht herausgeben dürfen.
zumal eine deutsche Meldeadresse besteht. Es ist nocht so, dass er nicht erreichbar wäre.

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