Anwalt Honorar

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TG
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Anwalt Honorar

Beitrag von TG » 24.06.15, 10:29

Hallo,
ist es üblich, dass ein Anwalt zuerst die Begleichung seiner Vergütung fordert, bevor er überhaupt tätig wird? Gibt es evtl. unterschiedliche Regelungen der Bundsländer?
Danke für Antwort
Gruß TG

questionable content
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Re: Anwalt Honorar

Beitrag von questionable content » 24.06.15, 10:34

Das RVG sieht Vorschüsse/Vorauszahlung vor, die Entscheidung liegt im freien Ermessen des Anwalts.


Wieso sollte man als Anwalt ohne Absicherung einem Mandanten monate- wenn nicht jahrelange Vorschussleistungen erbringen?
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.

TG
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Re: Anwalt Honorar

Beitrag von TG » 24.06.15, 10:46

danke für die Antwort.

Gibt es in Hamburg eine Möglichkeit, vergünstigt einen Anwalt in Anspruch zu nehmen? Es geht um Kindesunterhalt Berechnung.
Gruß TG

questionable content
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Re: Anwalt Honorar

Beitrag von questionable content » 24.06.15, 11:01

Wurde schon beim Jugendamt (Schlagwort Beistandschaft) vorgesprochen?
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rabenthaus
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Re: Anwalt Honorar

Beitrag von rabenthaus » 24.06.15, 11:02

Hallo

grundsätzlich und nicht nur in Hamburg kann man sich einen Beratungsschein bei dem zuständigen Amtsgericht holen, soweit die wirtschaftlichen und persönlichen Voraussetzungen vorliegen.

Man könnte auch mit dem Jugendamt ein erstes Gespräch führen.
Wir sind dafür, dass wir dagegen sind.

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Re: Anwalt Honorar

Beitrag von TG » 24.06.15, 18:27

In Hamburg gibt es keine Beraterscheine und Jugendamt ist nicht unbedingt hilfreich.
Gruß TG

questionable content
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Re: Anwalt Honorar

Beitrag von questionable content » 24.06.15, 18:51

Lassen Sie mich raten? Sie haben keine Ahnung, was eine Beistandschaft ist, aber haben mal frisch von der Leber weg entschlossen, dass Sie es trotzdem besser wissen? :)
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Re: Anwalt Honorar

Beitrag von nordlicht02 » 24.06.15, 19:13

TG hat geschrieben:In Hamburg gibt es keine Beraterscheine
Natürlich gibt es die auch in Hamburg.
Zum einen ist das Beratungshilfegesetz ein Bundesgesetz und dem wird sich Hamburg sicherlich nicht entziehen können.
Zum anderen findet man unter justiz.hamburg.de einen Link zu einem Formular zur Beantragung von Prozesskostenhilfe. In den dem Formular vorangestellten Erläuterungen findet sich auch dieser Satz:
Lassen Sie sich dabei auch über das Beratungshilfegesetz informieren, nach dem Personen mit geringem Einkommen und Vermögen eine kostenfreie oder wesentlich verbilligte Rechtsberatung und außergerichtliche Vertretung beanspruchen können.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

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Re: Anwalt Honorar

Beitrag von rabenthaus » 24.06.15, 20:37

Hallo

hier zum nachlesen

https://de.wikipedia.org/wiki/Beratungshilfe

Nach dem Artikel gibt es in Bremen und Hamburg keine Beratungsscheine sondern :

In den Bundesländern Bremen und Hamburg gibt es keine Beratungshilfe, sondern eine öffentliche Rechtsberatung. Dafür eingerichtete Institutionen (Rechtsauskunfts- und Vergleichsstellen) erteilen rechtliche Beratung. Der Gang zu einem Anwalt wird nicht unterstützt. In Berlin hat der Rechtssuchende ein Wahlrecht zwischen einer öffentlichen Beratung und einer anwaltlichen Beratungshilfe. (§ 12 BerHG)
Wir sind dafür, dass wir dagegen sind.

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Re: Anwalt Honorar

Beitrag von nordlicht02 » 24.06.15, 21:24

rabenthaus hat geschrieben: Nach dem Artikel gibt es in Bremen und Hamburg keine Beratungsscheine
:oops: Das hätte ich nun nicht gedacht.
rabenthaus hat geschrieben:In Berlin hat der Rechtssuchende ein Wahlrecht zwischen einer öffentlichen Beratung und einer anwaltlichen Beratungshilfe. (§ 12 BerHG)
Nicht nur in Berlin. Bei uns auch. :shock:
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Re: Anwalt Honorar

Beitrag von TG » 24.06.15, 21:48

Ich wußte ja, dass es in HH keinen Beratungsschein gibt. Deshalb hier meine Ausgangsfrage.

Wäre es möglich, in einem angrenzenden Bundesland, in dem es den Beratungsschein gibt, einen Anwalt zu beauftragen? Oder muß das immer am Wohnort sein?
Gruß TG

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Re: Anwalt Honorar

Beitrag von questionable content » 24.06.15, 21:54

Gehen Sie zur Beistandschaft bzw. googeln sie erstmal, was das ist.

Die igibt es in Hamburg defintiv auch.

Abgesehen davon bedeutet das oben erörterte Fehlen des Beratungshilfescheins nur, dass es statt dessen die öffentliche Rechtsberatung gibt, zu der man dann statt dessen marschieren muss.

Ich tippe allerdings darauf, dass die auch nur wieder auf die Beistandschaft verweisen wird.
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Re: Anwalt Honorar

Beitrag von Nordlicht14 » 24.06.15, 21:58

Als Hamburgerin,,die schon aufgrund des Fachgebiets nicht bei der ÖRA tätig ist, darf ich einmal Klarheit hinein bringen:

In Hamburg findet die Beratungshilfe nicht in niedergelassenen Kanzleien statt, sondern bei der Öffentlichen Rechtsauskunft am Dammtorwall zentral Bzw wohl auch manchen Stadtteilen.

Nachteile entstehen dem Interessenten nicht, da die Rechtsberatung dort in selber Weise durch Rechtsanwält/-innen durchgeführt wird, die dort ehrenamtlich tätig sind.

Der Interessent geht dort genauso hin mit seinen Einkommens- und Vermögensunterlagen als Nachweis der Beratungshilfebedürftigkeit, wie er es andernorts tut z Amtsgericht für dort den Erwerb eines Beratungshilfescheins.

Auch bei der ÖRA wird zunächst seine Bedürftigkeit und Berechtigung geprüft, sowie die Frage wie sonst bei den Rechtspflegern in anderen Ländern, ob Beratungsbedarf durch Rechtsanwälte erforderlich ist, oder ob dies andere ehrenamtliche Stellen wie etwa Sozialorganisationen oder eben das Jugendamt etwa, tun können.

Wenn Beratungsbedarf durch einen Rechtsanwalt/in gegeben ist sowie Bedürftigkeit vorliegt, darf er sich setzen und kommt in der zeitlichen Reihenfolge dann zum jeweils nächsten frei werdenden diensthabenden Rechtsanwalt/in und erhält dort seine Beratung.

Es ist also dasselbe, nur eben konzentriert und professionell organisiert.

Wenn ein gerichtliches Verfahren nötig wird, darf nicht der dort jeweils beratende Kollege dies übernehmen, um Mandats-Fishing auf diese Weise der Beratungshilfe-Tätigkeit dort zu verhindern, sondern wird ein anderer der dort tätigen Kollegen empfohlen. Diesen buw diese mehrere kann der Beratungssuchende dann fragen, ob er das Mandat zu PKH-Konditionen zu übernehmen bereit ist und beauftragen.
Da die dort arbeitenden Anwälte sehr gern die ehrenamtliche Beratung übernehmen, sind sie auch sehr gern bereit, PKH Mandate gerichtlich gegen doe geringen Staatsentschädigungen zu erledigen und damit zusätzliche Mandate und neue Mandanten zu erlangen. Sofern PKH bewilligt wird, was zunehmend herunter gefahren wird von den Gerichten.

Es ist also dasselbe wie woanders, nur bei der ÖRA konzentriert.
Zuletzt geändert von Nordlicht14 am 24.06.15, 22:17, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Anwalt Honorar

Beitrag von TG » 24.06.15, 22:17

Danke für die ausführliche Beantwortung.

Es geht weniger um eine mündliche Beratung, sondern darum, ein Schreiben zwecks Auskunftseinholung Einkommen wegen Kindesunterhalt zu verfassen und ggf. gerichtlich einzuklagen sowie einen neuen vollstreckbaren Titel bei Gericht zu erwirken. Das Einkommen des KV hat sich wesentlich nach oben verändert.
Das ganze "Spiel" gab es schon mal und die Auskunft dauerte über 1 Jahr.

Und nein, das soll nicht über das Jugendamt gehen.
Gruß TG

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Re: Anwalt Honorar

Beitrag von Nordlicht14 » 24.06.15, 22:21

Die Anwälte bei der ÖRA schreiben auch einen Brief und senden ihn ab auf dem Briefbogen der ÖRA, keine Sorge.
Genau wie in anderen Ländern auch bei Beratungshilfe.

Wenn dann ein gerichtliches Verfahren erforderlich werden sollte, werden Kollegen genannt, die das dann zu PKH -Konditionen übernehmen und an die man sich dann wenden darf.

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