Zwischenrechnung RA?

Moderator: FDR-Team

Antworten
Marianna
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 72
Registriert: 19.01.05, 09:04

Zwischenrechnung RA?

Beitrag von Marianna » 12.07.15, 12:24

Hallo zusammen,

ich bitte um Ihre Meinung zu folgendem Sachverhalt:

Ein junger Mann besorgt sich beim örtlichen Amtsgericht einen Beratungshilfeschein und konsultiert einen Anwalt um sich im Widerspruchsverfahren gegen seine Krankenkasse (Kostenübernahme für eine Behandlung) durch diesen vertreten zu lassen.

Das Widerspruchsverfahren wird leider durch die Krankenkasse mit einer ablehnenden Entscheidung beendet und der Anwalt ist der Meinung, daß in einem Klageverfahren sehr gute Erfolgsaussichten bestehen.
Der junge Mann vertraut dem Anwalt und dessen ausführlicher Beratung, unterschreibt eine Vollmacht bei ihm und läßt durch den Anwalt auch die Prozeßkostenhilfe beantragen.

Es kommt zur Klageeinreichung und wenigen Schriftverkehr zwischen Gericht und Anwalt. Dann teilt das Gericht dem Anwalt mit, daß es beabsichtigt die Prozeßkostenhilfe aufgrund momentaner schlechter Erfolgsaussichten abzulehnen.
Zwischenzeitlich ergeben sich neue Erkenntnisse und es wird beantragt, daß das Verfahren bis Ende des Jahres ruhen zu lassen.

Nach paar Wochen übersendet nun aber der Anwalt dem jungen Mann eine Rechnung (Vorschußrechnung) für seine bisher angefallenen Kosten.

Die Frage nun: Ist dies so korrekt oder sollte nicht bis Ende des Jahres und die dann auch entschiedene Prozeßkostenhilfeentscheidung abgewartet werden?
Kann man dies dem Rechtsanwalt vorschlagen/bitten?

Viele Grüße

Marianna

Kobayashi Maru
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5743
Registriert: 28.11.05, 20:19

Re: Zwischenrechnung RA?

Beitrag von Kobayashi Maru » 13.07.15, 08:34

Marianna hat geschrieben:Die Frage nun: Ist dies so korrekt oder sollte nicht bis Ende des Jahres und die dann auch entschiedene Prozeßkostenhilfeentscheidung abgewartet werden?
Das ist korrekt. Der Anwalt kann so lange einen Vorschuss auf seine Gebühren verlangen, bis PKH bewilligt wurde. Erst nachdem der Bewilligungsbeschluss vorliegt, ist er daran gehindert, sein Honorar gegenüber dem Mandanten geltend zu machen.
Kann man dies dem Rechtsanwalt vorschlagen/bitten?
Das kann man natürlich machen. Ob der Anwalt sich darauf einlässt, ist allerdings fraglich: Schließlich hat er bislang umsonst für Sie gearbeitet. Warum sollte er dies auch weiterhin tun?
SusanneBerlin hat geschrieben:Im Forum darf jeder seine unqualifizierte Meinung oder Erfahrungswerte schreiben.

Antworten