Vollmacht / Klageeinreichung

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Rosamunde
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Vollmacht / Klageeinreichung

Beitrag von Rosamunde » 27.07.15, 09:29

Hallo Wissende,

man stelle sich doch mal folgende 'Situation vor. Junger Mann (Sohn) fährt mit dem Auto der Mutter. Seine Nachbarin fährt ihm auf die hintere Stoßstange. Man ist sich einig, dass dies den Versicherungen gemeldet werden soll. Dies geschieht. Die Versicherung der Mutter besteht auf Gutachten. Dies wird erstellt und gegnerischer Versicherung zukommen lassen. Die lässt Gegengutachten erstellen (ohne sich das Fahrzeug anzuschauen). Dieses weicht ab. Der Gutachter des mütterlichen Autos kontaktiert einen ihm bekannten RA. Dieser setzt sich mit dem Sohn in Verbindung. RA kontaktiert nie die Mutter. Nach einigen Telefonaten mit dem Sohn wird von Seiten des RA Klage eingereicht. Mittlerweile hat gegnerische Versicherung entsprechend Ihrem Gutachter gezahlt. Reparatur fällt noch niedriger aus. Der Mutter wird der Kageabweisungsantrag und die damit verbundene Stellungnahme zugestellt. Mutter ruft umgehend beim RA an. Spricht mit der Sekretärin, dass Klage zurück genommen werden soll und bittet darum die Klagerücknahme schriftlich bestätigt zu bekommen. Dies geschah vor sechs Wochen. Bis heute kein Schriftstück des RA eingetroffen. Heute erneuter Anruf. Wieder Sekretärin am Apparat. "Ach ja, RA.. Wollte sich noch mit Ihnen darüber unterhalten. Er ist in 2 Stunden erreichbar." Mutter besteht darauf, dass RA anruft und drückt ihr Unverständnis aus, dass RA sich bisher nicht gemeldet hat. RA ruft an und ist der Meinung, dass man die Klage doch laufen lassen sollte, er nähme das auf seine Kappe, die Versicherungen würden ja letztendlich doch bezahlen etc........ Mutter sollte ihm den Fall abtreten und er mache das schon, Mutter hätte dann nichts mehr damit zu tun. Mutter fragt daraufhin, warum er denn überhaupt tätig geworden wäre, er hätte doch nie eine Beauftragung (Vollmacht) der Mutter erhalten. Ja aber angeblich von dem Sohn. Und er würde jetzt die Rechnung schicken. Nochmals Hinweis auf die fehlende Vollmacht. Nun meine Frage: Wieso kann RA tätig werden, wenn nie eine Vollmacht des Autobesitzers, Versicherungsnehmer ausgestellt wurde.

Vielen Dank für evtl. Antworten.
Soll keine Rechtberatung werden. Notfalls wird Anwalts oder Anwaltskammer über die m.E. unseriöse, verschleppende Vorgehensweise eingeschaltet.

Danke

MFG
Rosamunde

Marie-Luise
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Re: Vollmacht / Klageeinreichung

Beitrag von Marie-Luise » 05.08.15, 06:51

Guten Morgen, Rosamunde,

ehrlich gestanden, verstehe ich die Intention des threads nicht.

In erster Linie scheint die Kommunikation zwischen Mutter und Sohn zumindest nicht störungsfrei zu verlaufen - und überhaupt:
warum Klageabweisung?
Weil die Versicherung gezahlt hat - wenn auch nicht in der Höhe, wie erwartet?

Dazu benötigt es doch keiner Klageabweisung, sondern dies scheint mir eher ein vorgerichtlicher Einigungsvorgang zu sein, der für mein Dafürhalten eine Klagerücknahme, da Klage offenbar (parallel) eingereicht wurde, rechtfertigt.

Ist es so, dass der Rechtsanwalt aufgrund seiner subjektiven Einschätzung, dass Versicherungen sowieso zahlen, aber weitermachen will?
Falls ja:
in dem Fall, dass die - vermutet niedrige(re) Schadensregulierung durch die Versicherung - dennoch im Sinne der Mutter ist, würde ich tatsächlich die zuständige RA-Kammer informieren, wobei generell zu überlegen ist, ob nicht direkt die Rechtsanwaltskammer Berlin informiert werden sollte.

Freundliche Grüße
Marie-Luise

rabenthaus
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Re: Vollmacht / Klageeinreichung

Beitrag von rabenthaus » 05.08.15, 07:01

Hallo

die bisherigen Beiträge ergeben keinen Sinn. Da fehlt doch irgendwo ein Teil des Sachverhaltes.

Der Anwalt hat über den Sohn den Auftrag erhalten die Mutter / Eigentümerin des PKW zu vertreten weil die gegnerische Versicherung auf Grund eines unzulässigen gegengutachtens nicht den vollen Schaden zahlen will.

Wenn der Sohn erzählt hat er handele für die Mutter dann darf der Anwalt von seiner Bevollmächtigung ausgehen.

Ich denke auch das Gespräch mit dem Anwalt wird nicht vollständig wieder gegeben. Die Aussagen machen so überhaupt keinen Sinn. Wahrscheinlich hat der Anwalt auf die Probleme bei der Rücknahme einer Klage hingewiesen (Kostenfolge). Sinnvoll wäre hier eine Erledigung zu erklären und dann über die Kosten zu streiten.

Mutter und Sohn hätten sich halt besser absprechen und vor allem den Anwalt besser informieren sollen. Die Mutter will doch nicht etwa ernsthaft behaupten sie hätte von dem verfahren nichts mitbekommen. Spätestens wenn sie die Kopie der Klage erhält hätte ihr doch klar sein müssen, dass ein verfahren läuft bei dem sie von Anwalt X vertreten wird.

Man muss nicht ständig das große Rad drehen und die Anwaltskammer für jeden Mist einschalten. Ein vernünftiges Gespräch mit dem betroffenen Anwalt bei dem alle Beteiligten ehrlich erzählen was passiert ist hilft viel mehr.
Wir sind dafür, dass wir dagegen sind.

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