Anwaltskosten nach Freispruch

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Hoffeaufhilfe
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Anwaltskosten nach Freispruch

Beitrag von Hoffeaufhilfe » 25.09.15, 12:18

Hallo es geht darum das mein Sohn 20 jahre alt, eines Verbrechen beschuldigt wurde.
Der Anwalt war nicht wirklich eine Hilfe und meinte immer mein Sohn solle alles zu geben, das würde die Verhandlung einfacher machen. Mein Sohn hat aber von Anfang an auf seine Unschuld bestanden.
Als die Ladung von Jugendschöffen Gericht kam, haben wir den Anwalt gewechselt. Und uns einen Fachanwalt genommen.Dem alten Anwalt haben wir das Mandart entzogen.
Dieser schrieb dem Gericht das er auch als Pflichtverteitiger arbeiten würde und sie ihn bitte eintragen sollen.
Leider hatte sich das überschnitten und das Gericht hat den alten Anwalt als Pflichtverteidiger eingesetzt.
Auf die Bitte des neuen Anwaltes wurde der alte Anwalt entlassen und der neue eingesetzt.
Die Verhandlung war nun schon und endete in einem glasklaren Freispruch. Alle kosten gehen dan die Staatskasse.
Nur leider nicht die Kosten des ersten Anwaltes, auf die 300€ bleibt nun mein Sohn sitzen. Oder ist dem nicht so ?
Lieben Dank für die Hilfe

Milo
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Re: Anwaltskosten nach Freispruch

Beitrag von Milo » 30.09.15, 09:22

Wurden denn die 300,- € im Vorfeld und vor der Beiordnung als Pflichtverteidiger an den ersten Anwalt bezahlt?

Sofern keine eigenen Zahlungen geleistet wurden, rechnet der beigeordnete Pflichtverteidiger immer mit der Staatskasse ab. Ab der Beiordnung darf der Pflichtverteidiger auch nur noch freiwillige Zahlungen des Mandanten als "Zuzahlung" annehmen.

Wenn nun der erste Wahlanwalt des Angeklagten als Pflichtverteidiger beigeordnet wird, ist die Entpflichtung unter Beiordnung eines neuen Pflichtverteidigers nur unter strengen Bedingungen möglich. Entweder das Vertrauensverhältnis ist nachhaltig erschüttert, was aber mit objektiven Argumenten unterlegt werden muss, oder einer der beiden Anwälte erklärt einen Teilverzicht auf seine Gebühren, damit in der Summe nicht mehr Kosten entstehen als bei einem Anwalt.

Wenn das Gericht ohne Bedingungen den ersten Anwalt entpflichtet und den zweiten Anwalt beigeordnet hat und keine zusätzlichen Zahlungen geleistet wurden seitens des Angeklagten, rechnen beide Anwälte mit der Staatskasse ab.
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

Albert Einstein

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