Anwalt hat Prozessbetrug begangen

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Balu1970
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Anwalt hat Prozessbetrug begangen

Beitrag von Balu1970 » 10.12.15, 14:12

Hallo zusammen,
folgende Situation: Meine Ex will sich von mir trennen. Seit März zahle ich Trennungsunterhalt für zwei Kinder und der Ex in Höhe von 620€. Sie hat einen Rechtanwalt mit der Berechnung des Trennungsunterhaltes beauftragt. Bei der Berechnung wurden von dem Anwalt gravierende Fehler gemacht. Mein Netto wurde zu hoch angesetzt und bei den gemeinsamen Schulden und Belastungen zu niedrig angesetzt. Das Ergebnis war, ich solle 1377€ Unterhalt zahlen. Habe einen Widerspruch inkl. aller Anlagen von Verträgen und Kontoauszügen, Einnahmen und sonstige Unterlagen, die zur Berechnung des Unterhalst entscheidend sind verfasst und auf die Fehler der Berechnung hingewiesen. Ferner war ich zweimal im Büro der gegnerischen Seite und habe meine konstruktive Zuarbeit angeboten, was ich auch mit den oben genannten Dokumenten getan habe. Beim zweiten schreiben vom gegnerischen Anwalt wurde die Berechnung wieder fehlerhaft erstellt. Bei der Unterhaltsberechnung wurden lediglich gemeinsame monatliche Lebensversicherungen und Spareinlagen berücksichtigt. Gemeinsame Schulden z.B. Hausfinanzierungen, Grundsteuer und dergleichen wurden vom Anwalt ignoriert. Ergebnis 1300€. Ich wieder ein Widerspruch geschrieben und nochmal auf die Fehler hingewiesen. Danach hat der Anwalt, das Verfahrenskostenhilfeprüfverfahren inkl. Titel zur Lohnpfändung für rückständigen Unterhalt bis 1300€ monatlich beim Amtsgericht eingereicht. Bei den eingereichten Unterlagen, wurde der gesamte Schriftverkehr eingereicht. Entscheidende Anlagen für gemeinsame Schulden und Belastungen die im Schriftverkehr damals zu den Widersprüchen von mir zur Verfügung gestellt wurden, hat der Anwalt absichtlich dem Amtsgericht, beim Einreichen der Unterlagen, für das Verfahrenskostenhilfeprüfverfahren weggelassen. Lediglich die Unterlagen wo es Geld gibt, Lebensversicherung usw. waren Bestandteil der eingereichten Unterlagen. Ferner wurde absichtlich wieder eine fehlerhafte Unterhaltberechnung mit eingereicht. Ich habe über meinen Anwalt absichtlich keine Unterlagen für das Verfahrenskostenhilfeprüfverfahren dem Amtsgericht zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis ist, dass das Amtsgericht eine Entscheidung Aufgrund der falschen Behauptungen und Berechnungen der gegnerischen Seite getroffen hat. Ergebnis, stumpfes Abschreiben 1300€ monatlich Unterhalt. Habe dann über meinem Anwalt, Widerspruch erhoben und das mündliche Verfahren eingeleitet. Und siehe da, das Ergebnis ist, dass die von mir erbrachen 620€ monatlichen Unterhaltzahlungen noch über dem liegen wozu ich gesetzlich verpflichtet wäre. Es sind 606€ die ich monatlich an Unterhalt zahlen müsste. Das mündliche Verfahren hat die gegnerische Seite verloren und muss die gesamten Kosten übernehmen. Meine Frage ist nun, ob hier ein Prozessbetrug seitens des Anwalts vorliegt. Der wissentlich und absichtlich fehlerhafte Angaben gemacht hat.

Fragen zum Prozessbetrug:

1. Liegt hier schon eine betrügerische Absicht des Anwalts vor, das Amtsgericht zu täuschen, um ein finanziellen Vorteil für die Mandantin und für sich selbst zu schaffen?

2. Kann der generische Anwalt zu Rechenschaft gezogen werden, obwohl von vorneherein abzusehen war, dass der Prozess kein Erfolg haben wird?

3. Kann ich gegen den gegnerischen Anwalt nach §138 ZPO Prozessbetrug vorgehen und eine Anzeige erstatten.(öffentliches Recht)?

4. Kann ich zusätzlich Schadenersatzansprüche an den gegnerischen Anwalt als Nebenkläger stellen?

5. Wie kann ich mich sonst noch zu Wehr setzten, z.B. Anwaltskammer, Staatsanwaltschaft)?

Wie ist die Rechtslage

webelch
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Re: Anwalt hat Prozessbetrug begangen

Beitrag von webelch » 10.12.15, 15:21

Balu1970 hat geschrieben:4. Kann ich zusätzlich Schadenersatzansprüche an den gegnerischen Anwalt als Nebenkläger stellen?
Welcher Schaden soll denn entstanden sein?

SusanneBerlin
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Re: Anwalt hat Prozessbetrug begangen

Beitrag von SusanneBerlin » 10.12.15, 15:29

webelch hat geschrieben:
Balu1970 hat geschrieben:4. Kann ich zusätzlich Schadenersatzansprüche an den gegnerischen Anwalt als Nebenkläger stellen?
Welcher Schaden soll denn entstanden sein?
Eine Nebenklage auf Schadensersatz ist imho ohnehin nur möglich im Strafprozess. Hier geht es aber nicht um einen Strafprozess gegen den Anwalt, sondern eine familienrechtliche Klage auf Unterhalt.
Grüße, Susanne

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