Verdacht auf Interessenkollision / Interessenkonflikt

Moderator: FDR-Team

Antworten
truther
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 257
Registriert: 22.02.14, 17:04

Verdacht auf Interessenkollision / Interessenkonflikt

Beitrag von truther » 06.02.16, 08:57

Hoffe, das Thema ist in die richtige Rubrik eingeordnet...

Folgender fiktiver Sachverhalt:
A führt Privatklagen gegen B wegen Verleumdung (vor einem Strafgericht).
B wird von Anwalt C verteidigt.
A vertritt die begründete Rechtsauffassung, Anwalt C verfüge nicht über ein gültiges Mandat, da er sich in einer Interessenkollision / in einem Interessenkonflikt befände, der die "Geradlinigkeit der Berufsausübung" kompromittiere.

Unabhängig davon, ob die Rechtsauffassung des A nun zutrifft oder nicht (das ist nicht die Frage):

Wie geht A bzgl. seines Anliegend vor dem Strafgericht vor?
Muss A einen Antrag an das Gericht stellen, zu prüfen, ob Anwalt C ein gültiges Mandat hat?
In welchen Phasen des Prozesses kann A sein Anliegen vorbringen?
Oder muss das gesondert nach dem Strafprozess in einem Zivilprozess geklärt werden, wenn A die Anwaltskosten von B zu tragen hätte?

Wie wäre die Rechtslage?

Danke.

mwjm
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 1019
Registriert: 06.03.07, 13:20
Wohnort: Metropolregion Rhein-Neckar

Re: Verdacht auf Interessenkollision / Interessenkonflikt

Beitrag von mwjm » 12.03.16, 18:36

Das mit der Interessenkollision habe ich nicht verstanden. Welche Geradlinigkeit?
A kann natürlich einwenden, dass C über kein gültiges Mandat verfüge. Das Gericht wird freundlich lächelnd den B fragen, ob er von C vertreten werden möchte und diesem ein Mandat erteilt habe. Vermutlich wird B sagen: natürlich habe ich ein Mandat erteilt und ich möchte ganz dringend, dass C mich vertritt.
Falls sich das Gericht überhaupt auf die Frage einlässt, ob C eine Interessenkollision habe, wird es fragen, ob A damit zu tun hat, also vom Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen begünstigt ist. Falls A das verneint, ist die Diskussion damit zu Ende. Vielleicht wird das Gericht A auch noch sagen, dass in diesem Fall allein C zu entscheiden hat, was er tut und nur B irgendwelche Rechte daraus herleiten kann, dass C hierbei evtl eine falsche Entscheidung getroffen hat.
Falsche Urteile sind schlimm. Schlimmer sind Anwälte, die das nicht erkennen.

Nordlicht14
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 495
Registriert: 19.01.14, 03:39

Re: Verdacht auf Interessenkollision / Interessenkonflikt

Beitrag von Nordlicht14 » 13.03.16, 02:11

C kann keine Interessenkollision haben.

C vertritt B im Ermittlungs-Strafverfahren, welches A durch Snzeige in Lauf gebracht hat

Gegner von B ist somit das Land, vertreten durch die Staatsanwaltschaft. Ich halte es für unwahrscheinlich, da nicht existent, dass sich die StaatsanwLtschaft im Ermittlungsverfahren gegen B bereits zuvor von Anwalt C vertreten oder beraten hat lassen.

Antworten