Darf man sich immer sofort einen Anwalt nehmen?

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emhxfb
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Darf man sich immer sofort einen Anwalt nehmen?

Beitrag von emhxfb » 10.03.16, 21:05

Guten Abend. Ich frage mich ob man sich immer einfach so einen Anwalt nehmen darf und nie auf die Kosten sitzen bleibt, wenn man das Recht zugesprochen bekommt.
Mir ist nur folgendes bekannt: Man muss erst mal abmahnen damit die Gegenpartei bewusst im Verzug ist. Bei Termingeschäfte (zu Zahlen bis zb 11.01.2016) ist das aber anscheinend nicht mehr notwendig.
Kann man sich dann immer einen Anwalt nehmen der die Sache für einen regelt und wenn die Gegenseite solvent ist, muss man eigentlich nie die Anwaltskosten tragen?

Wie ist die Sache auf der Schuldner Seite? Wenn jemand ganz sicher unberechtigter Weise Geld von einen einfordert (Rechnung, Mahnung, ...), darf man dann auch direkt einen Anwalt nehmen und diesen antworten lassen?
Muss der Rechnungssteller/Mahnungssteller dann die Anwaltsgebühren (gemäß Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) tragen weil er sich vielleicht einfach nur vertan hat und jemandem aus Versehen eine Rechnung geschickt hat?

Danke schon mal für eure Antworten

Nordlicht14
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Re: Darf man sich immer sofort einen Anwalt nehmen?

Beitrag von Nordlicht14 » 12.03.16, 15:35

Gegenfrage: kann man sich bei einem Problem am Auto immer gleich eine Autowerkstatt nehmen, oder bleibt man womöglich auf den Kosten sitzen, wenn nicht ein anderer zahlt ? Kann man, wenn man Hunger hat,immer gleich in den Supermarkt rennen, oder bleibt man auf den Kosten sitzen, wenn nicht ein anderer dafür zahlt ?

Grundsätzlich hat man die Bedarfe seines Lebens, damit auch seinen Anwalt, selbst zu bezahlen! Wieso auch nicht.

Ausnahme zB dann, bei Anwälten, wendet Gegner erstattungspflichtig ist. Das würde hier im Forum schon zig mal aufbereitet.
Erstattungspflichtig heißt, zunächst zahlt der Mandant. Denn er ist der Auftraggeber und muss wie in jedem Lebensbereich den Auftrag bezahlen. Im Fall, dass er einen Erstattungsanspruch hat gegen den Gegner und dieser auch solvent ist, bekommt er es nachträglich erstattet.

In welchen Fällen das eintritt, steht hier : http://dejure.org/gesetze/BGB/286.html

Wenn man selbst als Schuldner zur Abwehr einen Anwalt nehmen und dessen Kosten auch erstattet haben möchte, ist das davon abhängig, ob bei dem betreffenden Rechtsgrund ein sog materieller Schadensersatzanspruch besteht. Das ist die Ausnahme und eine schwierige Rechtsprüfung im Einzelfall, die der Beauftragte Anwalt dann durchführt im Rahmen des erteilten Abwehrauftrages automatisch mit prüft.

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