Ärger über kostenverursachende Anmeldung von Forderungen

Moderator: FDR-Team

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Erwin44
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Ärger über kostenverursachende Anmeldung von Forderungen

Beitrag von Erwin44 » 29.07.16, 11:06

Hallo Forumsgemeinde,

ich ärgere mich gerade über folgende Vorgehensweise bei Anmldung von Forderungen:

Mal angenommen ein Klinikverbund geht in Insolvenz.

Der Klinikverbund ist dem Gläubiger 2.110,30 € schuldig.

Der Rechtsanwalt des Klinikverbunds fordert den Gläubiger aus, die Forderung elektronisch geltend zu machen. Da werden dann scans der Rechnung beigefügt.

Die Originalrechnungen und Belege liegen dem Klinikverbund zwar vor, aber man will sie nochmal sehen.

Jetzt kommt ein Schreiben vom Amtsgericht, daß der Anwalt des Klinikverbunds diese Rechnungen nochmal haben will, weil sämtliche Forderungen pauschal bestritten werden.

Also setzt man sich nochmal hin und kopiert nochmal sämtliche Belege, damit hat der Klinikverbund die zum dritten mal.

Vermutlich liegt die Quote die ausgeschüttet wird, irgendwo zwischen 0 und 0,8 %.

Jeder kleine Hansel, der in finanzielle Schwierigkeiten kommt, muß die Hosen runterlassen und wird auf Jahre hin in irgendwelchen Portalen gebrandmarkt.

Die Kliniken gehen zu einem Rechtsanwalt, der sich natürlich aus dem Restvermögen der Kliniken zuerst bedient, verusacht bei den Geschädigten einen erheblichen Arbeitsaufwand, um am Ende zu erklären, daß nichts zu holen sei. :(

Finde ich nicht in Ordnung. (Jetzt habe ich meinen Frust rausgelassen :) )

Erwin44

webelch
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Re: Ärger über kostenverursachende Anmeldung von Forderungen

Beitrag von webelch » 29.07.16, 11:24

Und die Frage?

Erwin44
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Re: Ärger über kostenverursachende Anmeldung von Forderungen

Beitrag von Erwin44 » 29.07.16, 12:40

Gibt es keine Regeln, die verhindern, daß der Rechtsanwalt unnötige Kosten verursacht?

Hat der Rechtsanwalt, der den schadenverursachenden Klinikverbund vertritt, keine Schadensminderungspflicht?

Für mich als Laie: die nehmen Leistungen in Anspruch, zahlen die Rechnungen nicht und verursachen noch einen Berg von Arbeit.

idem
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Re: Ärger über kostenverursachende Anmeldung von Forderungen

Beitrag von idem » 29.07.16, 13:11

lies §§ 174 ff. InsO

Bestreitet der IV ohne oder ohne hinreichenden Grund, riskiert er halt eine Feststellungsklage, die er womöglich verliert.

Erwin44
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Re: Ärger über kostenverursachende Anmeldung von Forderungen

Beitrag von Erwin44 » 29.07.16, 13:52

Oh danke gibts doch etwas.... :D

Dirty Uschi
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Re: Ärger über kostenverursachende Anmeldung von Forderungen

Beitrag von Dirty Uschi » 01.08.16, 11:20

Wenn der Verwalter der elektronischen Übermittlung der Forderungsanmeldung ausdrücklich zugestimmt hat, sollen die Urkunden unverzüglich nachgereicht werden.

Es ist nämlich nicht Sache des Verwalters in den Unterlagen der Schuldnerin zu wühlen, um dort die anspruchsbegründenden Unterlagen zusammenzustellen. Die o.g. Feststellungsklage ist auch in diesem Fall die Chance, den Schluss nach hinten gehen zu lassen:

1: Der eigene Anwalt reicht die Feststellungsklage nebst der begründenen Unterlagen ein;

2: Der Verwalter bedankt sich artig und erkennt gegen Verwahrung gegen die Kostenlast sofort an, mit der Begründung: Hättest Du die Unterlagen ordnungsgemäß gleich beigebracht, hätte ich ja die Forderung festgestellt.

Im Endeffekt muss eine ordnungsgemäße Forderungsanmeldung das beinhalten, was man auch bei einer Zahlungsklage an Unterlagen beibringen würde.

Zur Quotenaussicht bei einem Klinikverbund: das kann Sekt oder Selters sein. U.U. ist nur eine der Kliniken tatsächlich in die Schieflage gekommen (Bspw. Klinikneubau) man hat dann aber von den anderen Gesellschaften Liquidität abgezogen. M.a.W. Möglich, dass es eine "gesunde" Klinik getroffen hat. Dann gibt es Interessenten, dann sind auch höhere Quoten wahrscheinlich. Gerade hier sind die Banken durchaus bereit, sich auf realistische Erlöse einzustellen, da Krankenhausbauten nur schlecht zu vermarkten sind.
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