Rechnung für Nichtleistung

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RH306
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Rechnung für Nichtleistung

Beitrag von RH306 » 09.03.17, 09:09

Guten Tag und vielen Dank im Voraus für Rückmeldungen,

ich habe eine Rechnung von meinem Anwalt erhalten, die mich in einzelnen Punkten verwunderte. Insbesondere waren hier Leistungen aufgeführt, die ich nicht beauftragt habe und aber vor allem auch nicht erhalten habe. Auf meine Bitte, die Rechnung doch um den nicht erbrachten Leistungsbetrag zu kürzen, ging er nicht ein. Statt dessen erbrachte er nun umgehend und still schweigend die Leistung und sendete sie mir zu. Leider wurde aber auf meiner Seite die Leistung nicht mehr benötigt - war also aufgrund der zeitlichen Verzögerung obsolet. Nun pocht er auf den Gesamtbetrag.

Chronologisch stellt sich der Sachverhalt folgendermaßen dar:

- Erste Kontaktaufnahme mit dem Anwalt zur Unterstützung und Prüfung eines Kaufvertrages. Ich habe in diesem Zuge einen ersten Vertrag vorformuliert, in dem meiner Ansicht nach alle relevanten Punkte aufgeführt waren und zur Prüfung dem Anwalt überlassen. Weiterhin war aber meine Bitte noch, evtl nicht bedachtes hinzuzufügen.
- Umgehend (zwei Tage später) erhielt ich auch den geprüften Vertrag inkl ein paar kleinen Ergänzungen und war mit dem Ergebnis auch zufrieden. (Ich bekam nichts weiter zugesandt!)

!Der Vertrag bzw der Kauf wurde vollzogen!

- 8 Monate später habe ich nun die Rechnung erhalten, in der über die Vertragsprüfung und -ergänzung hinaus, auch ein Punkt mit aufgeführt ist, der "Vereinbarung mit den Beteiligten" heißt. Mir kam durch diesen Punkt die Rechnung überhöht vor und ich fragte beim Anwalt nach. Er erklärte, dass diese Vereinbarung notwendig gewesen sei (?!?) und er auch sehr viel Zeit darin investiert habe und daher die Zahlungsaufforderung für diese Vereinbarung ebenfalls bestehen bleibt. Ohne neuem Ergebnis beendeten wir das Gespräch.

- Zwei Tage später erhielt ich nun kommentarlos diese "Vereinbarung mit den Beteiligten" zugeschickt. (Hier sind nun die äußeren Umstände dargelegt, unter denen der eigentliche Kaufvertrag geschlossen wird/wurde). Doch nachdem der Kaufvertrag schon geschlossen und vollzogen wurde, ist diese Vereinbarung nicht mehr von Nöten.

Es drängt sich bei mir auf, dass er vielleicht die Leistung damals schon erbrachte, aber sie mir nicht zugesandt hatte. Weiterhin war mir aber auch nicht bekannt, dass er diese Leistung erbringen musste (für die Gültigkeit des Kaufvertrages oder auch nur um den Kauf "abzurunden"). Wir haben uns darüber nie unterhalten und es erging auch nie ein Aufrag an ihn.

Wir haben uns in der Zeit des Kaufes einmal telefonisch ausgetauscht, alles weitere (inkl die Vertragszusendung) erging per Email. Auch in den Emails war mein Anliegen nochmals aufgeführt (Vertragsprüfung und -ergänzung) und ich bekam auch nur eine Email mit dem revidierten Vertrag zugeschickt.

Es wurde auf Honorarbasis abgerechnet, d.h. Stundensatz.

Daher meine Frage, wie ist die Rechtslage in Bezug auf eine solche Forderung?

Danke und Grüße

Milo
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Re: Rechnung für Nichtleistung

Beitrag von Milo » 09.03.17, 20:16

Wenn nach Stundensatz abgerechnet wurde, wird der Anwalt eine Zeiterfassung haben, aus der hervorgeht, wann er was genau gemacht hat... ohne Kenntnis dieser Zeiterfassung ist alles andere Spekulation
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

Albert Einstein

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