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Bearbeitungszeit nach Erhalt von Schriftverkehr

Verfasst: 30.11.17, 11:15
von Blindflieger
Guten Morgen,

angenommen man hat einem Anwalt ein Mandat übertragen. Man schickt dem Anwalt im August ein eingegangenes Schreiben per Fax, in dem eine Behörde angibt, dass die Akte wegen laufender Widersprüche zu einem Bescheid, in die Rechtsabteilung weitergeleitet wurde.
Der Mandant schreibt auf das Schreiben für den Anwalt den Hinweis: Bitte prüfen, ob die in dem Schreiben benannten Widersprüche damit ruhen, bis eine Gerichtsentscheidung gibt. Ansonsten bitte tätig werden.

Die Sache liegt mittlerweile 4 Jahre beim Anwalt. Man wartet seit 3 Jahren auf einen Gerichtstermin. In der Zeit sind halbjährlich immer wieder neue Leistungen beantragt worden, damit also 2 mal im Jahr ein neuer Bescheid, dem immer wieder mit der selben Grundlage widersprochen wurde. Irgendwann hat man sich mit der Gegenseite verständigt, dass man die Gerichtsentscheidung abwartet.
Es wurde dem Mandanten jedoch nicht mitgeteilt, ob man dann noch grundsätzlich Widersprüche zu den neuen Bescheiden einlegen muss oder nicht. Der Mandant hat jeden neuen Bescheid immer zum Anwalt geschickt, hat dann teilweise selbst vorsichtshalber Widerspruch eingelegt.
Für die Bescheide von Dezember 16 und Juli 17 hat der Anwalt gar nichts gemacht. Der Mandant hat selbst Widerspruch eingelegt und dann, nachdem der Anwalt auf das Fax mit der Bitte um Tätigwerden im August 17 nicht reagiert hat, selbst das Amt angeschrieben und darum gebeten, dass die zwei Widerspruchverfahren ebenso ruhen gelassen werden, bis eine Gerichtsentscheidung getroffen wurde. Das Amt hat dem Mandanten das dann auch so bestätigt.

Nun findet der Mandant es doch sehr skuril, dass der Anwalt bald 4 Monate benötigt, um nachzufragen, was er mit dem Schreiben anfangen soll. Hat er nicht eine bestimmte Bearbeitungszeit einzuhalten?
Wenn der Mandant nicht selbst tätig geworden wäre, hätte die Behörde unter Umständen die beiden Widersprüche trotz laufenden Verfahren entschieden.

Wie soll der Mandant sich hier verhalten? Was antworten. Gegenwärtig ist er sehr aufgebracht über diese lange Zeit, die der Anwalt sich Zeit gelassen hat.

Danke für Informationen.

Re: Bearbeitungszeit nach Erhalt von Schriftverkehr

Verfasst: 30.11.17, 11:36
von webelch
Der Anwalt oder dessen Kanzlei ist in der gesamten Zeit telefonisch nicht erreichbar?

Re: Bearbeitungszeit nach Erhalt von Schriftverkehr

Verfasst: 30.11.17, 11:40
von Blindflieger
webelch hat geschrieben:Der Anwalt oder dessen Kanzlei ist in der gesamten Zeit telefonisch nicht erreichbar?
Wenn man anruft, wird man nicht durchgestellt, der Anwalt ist nicht da und ähnliches.

Re: Bearbeitungszeit nach Erhalt von Schriftverkehr

Verfasst: 30.11.17, 21:30
von Name4711
webelch hat geschrieben:Der Anwalt oder dessen Kanzlei ist in der gesamten Zeit telefonisch nicht erreichbar?
...wobei ich mittlerweile davon ausgehe, dass ein Anwalt sich an telefonische Absprachen bei denen der Anrufer beweisbelastet wäre ohnehin keine oder eher eine andere Erinnerung hätte :mrgreen: