Anwalt reagiert seit 8 Monaten nicht!

Moderator: FDR-Team

Antworten
mix
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 79
Registriert: 17.04.08, 21:11

Anwalt reagiert seit 8 Monaten nicht!

Beitrag von mix » 11.09.18, 11:43

Hatte einen Verkehrsunfall, den zuerst ein Anwalt bearbeitete. Da dieser bald in Ruhestand geht, verzichtete er auf sein Honorar und übergab diese Sache nach Rücksprache und auf Empfehlung an einen Medizinrechtler.

Dieser zeigte die Vertretung im August 2017 dem Gericht und der Rechtsschutzversicherung an.
Letztmalig wurde mir im Dezember 2017 mitgeteilt, daß gleich Anfang 2018 eine Klageerweiterung ( u.a. wegen Folgeschäden ) eingebracht werden würde.

Auf 5 Mails sowie weiteren 5 Telefonaten mit dem Büro erfolgte keinerlei Reaktion.

Inzwischen wurde die Anwaltskammer informiert sowie die Rechtsschutzversicherung gebeten, keinerlei Zahlungen an diesen Anwalt zu leisten.

Bislang erfolgte weder von der Rechtsschutzversicherung noch von der Anwaltskammer eine Nachricht.

Wie sollte man vorgehen, damit die Rechtsschutzversicherung das Honorar eines neuen Anwalts weiterhin übernimmt und wie sollte man gegen den Anwalt vorgehen?

Für den Fall, daß dieser Anwalt bereits eine Gebühr von der RSV bekommen hat, finde ich, daß dies dann schon an Betrug grenzt...

vielen Dank

WHKD2000
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 719
Registriert: 29.06.13, 18:52

Re: Anwalt reagiert seit 8 Monaten nicht!

Beitrag von WHKD2000 » 12.09.18, 09:08

mix hat geschrieben: Dieser zeigte die Vertretung im August 2017 dem Gericht und der Rechtsschutzversicherung an.
Letztmalig wurde mir im Dezember 2017 mitgeteilt, daß gleich Anfang 2018 eine Klageerweiterung ( u.a. wegen Folgeschäden ) eingebracht werden würde.
der Anwalt ist doch weiterhin von Ihnen mandantiert (beauftragt)?

Läuft z.Zt. vllt. ein Gerichtsgutachten zur Feststellung der gesundheitlichen (Unfall-)Schäden?
Gruß

Nordlicht14
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 488
Registriert: 19.01.14, 03:39

Re: Anwalt reagiert seit 8 Monaten nicht!

Beitrag von Nordlicht14 » 13.09.18, 01:30

Es ist regelmässig wie hier auch, nicht gerade geschickt, die Rechtsschutzversicherung anzuweisen, nicht an den aktuell mandatierten Anwalt zu zahlen. Denn dann zahlt man halt selbst. Die rSV ist uU verpflichtet, diese Weisung des Versicherungsnehmers einzuhalten. Die Folge ist, dass man dann als Auftraggeber die Gebühr des Anwalts selbst zu bezahlen hat.

Dass diese entstanden war bereits, wurde ja selbst mitgeteilt, dass sich der Anwalt beim Gericht bestellt hatte aufgrund der Beaiftragung an ihn. Ergo ist es auch zu bezahlen. Wenn die RSV die bis dahin entstandenen und verlangten Gebühren an den Anwalt bezahlt hatte, ist/war es alles andere als Betrug, sondern berechtigt; Betrug ist immer ein grosses Wort und meist sehr rechtswidriger Vorwurf, schnell eben aus der Hüfte geschossen und gerne ein Bumerang dann oft auf einen selbst zurück in gestalt einer Strafanzeige wegen Verleumdung bei zb der Kammer oder StA und wegen strafbarer Falschverdächtigung. Dann dreht sich der Spiess um.

Kobayashi Maru
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5742
Registriert: 28.11.05, 20:19

Re: Anwalt reagiert seit 8 Monaten nicht!

Beitrag von Kobayashi Maru » 13.09.18, 05:26

@Nordlicht14: d'accord.
Aber: Hast du solch einen "Bumerang" tatsächlich mal erlebt?
SusanneBerlin hat geschrieben:Im Forum darf jeder seine unqualifizierte Meinung oder Erfahrungswerte schreiben.

mix
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 79
Registriert: 17.04.08, 21:11

Re: Anwalt reagiert seit 8 Monaten nicht!

Beitrag von mix » 13.09.18, 11:08

nochmals: der Anwalt hat seit über 1 Jahr überhaupt nichts gemacht und auch auf 5 Anfragen per Mail und 5 Telefonate mit dem Sekretariat NULL reagiert.

Es befindet sich auch kein medizinisches Gutachten im Auftrag und das mit der Rechtsschutzversicherung hat der vorige Anwalt empfohlen.

Ich habe auch inzwischen keinerlei Interesse mehr auf eine weitere Zusammenarbeit mit diesem Anwalt.

Und falls Jemand Gelder einstreicht und dafür überhaupt nichts macht bzw. nicht regiert und womöglich Fristen ablaufen, dann drängt sich mir schon der Verdacht auf Betrug auf.

meine Frage war jedoch: wie stelle ich es am besten an, daß ich den künftigen neuen Anwalt von der Rechtsschutzversicherung bezahlt bekommen für den Fall, daß der alte bereits fürs Nichtstun schon eine Gebühr bezahlt hat?

Michael A. Schaffrath
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 18784
Registriert: 25.09.04, 23:37
Wohnort: Usedom, Köln

Re: Anwalt reagiert seit 8 Monaten nicht!

Beitrag von Michael A. Schaffrath » 13.09.18, 14:39

mix hat geschrieben:auf 5 Anfragen per Mail und 5 Telefonate mit dem Sekretariat NULL reagiert.
Zum Thema Mail kann ich eine Anekdote aus dem Bekanntenkreis beisteuern:
Da hatte der Mandant zwei Mailadressen gekannt - <anwaltsname>@ und kanzlei@. Auf erstere bekam er 3 Monate lang keine Antwort, bis er auf die Idee kam, mal die zweite zu verwenden. Noch am selben Tag kam der Rückruf des Anwalts. Da war also interne Organisation schuld, daß eine Mailadresse einfach abgeschaltet wurde, ohne sich um die Konsequenzen zu scheren.
DefPimp: Mein Gott
Biber: Nö, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

Chabos wissen, wer der M.A.S. ist.

Nordlicht14
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 488
Registriert: 19.01.14, 03:39

Re: Anwalt reagiert seit 8 Monaten nicht!

Beitrag von Nordlicht14 » 14.09.18, 01:01

Kobayashi: ja, sicher! Selbst gemacht für einen Mandanten gegen falschverdächtigte Anzeige wg angeblicher sexueller Belästigung eines Mädchens, was diese dann später zugab, war reine Rache für abgelehnte Beziehung, miterlebt bei Kollegen, der es gegen eine Strafantrag gegen gemeinsame mandantin einlegte und auch der Strafanzeigende zu Recht deswegen verurteilt wurde, und in mehreren anderen Fällen bei Kollegen erlebt. Würde das selbst auch jederzeit sofort gegen eine Anzeige gegen den Anzeigenden sofort diesen gegenläufigen Strafantrag einlegen. Denn eine strf anzeige bzw Strafantrag gegen jemanden einzureichen, ist ein dermassen scharfes und übles Schwert (sehr hohe Anwaltsverteidigerkosten, da dies selten in RVG nur gemacht wird, sondern deutlich höher vereinbart wird); sorgen, oft beruflich wie bei den jungen Mann oben, dessen Karriere als Polizeianwärter damals damit beendet worden wäre, Folgen im Fall einer -oftmals falschen -Verurteilung, seelischer extremer Stress, der dadurch oft auch zu Krankheiten führt); dass man sich das äusserst gründlich überlegen sollte und vor allen auch vor Einreichung erst vorher Rechtsberatung dazu anwaltlich fachlich prüfen lassen sollte, und nicht eben aus empfundenem Ärger oder Wut oder laienhaftem Rechtsansichten von Delikten so „aus dem Bauch“ einfach raus hauen sollte. Die entsprechende Quittung ist dann mehr als verdient.

Nordlicht14
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 488
Registriert: 19.01.14, 03:39

Re: Anwalt reagiert seit 8 Monaten nicht!

Beitrag von Nordlicht14 » 14.09.18, 01:29

@mix: nur so: den Anwaltswechselabsicht der RSV ankündigen und fragen, ob es genehnigt wird. Der Antwort folgen, die zu 99% gemäss Vertrag sein wird:
Bezahlen wir gern auch für dieselbe Verfahrensabschnitt Ihren neuen Anwalt, gleich nachdem Sie hier uns unsere Auslagen an Ihren ersten Anwalt eingezahlt und erstattet haben (entspricht vertrag und VVG!), und Ihr neuer uns seine Vorschussnote sendet.
Als Tipp geben wir Ihnen gern noch mit auf den Weg, dass Sie dann den ersten Anwalt verklagen und dort Ihre Ansicht der nachhaltigen Untätigkeit vertreten können, auf Aufrechnung mit einem Schadensersatzanspruch gleicher Höhe oder anteilig kausal, und beweisen dort im Prozess, dass dieser tatsächlich nachhaltig untätig war, jedoch hätte tätig werden müssen (und nicht nur nach Ihrer Vorstellung vom Tempo von Reaktionen sollen), und sich das Geld dort zurück holen dann.

So geht der Weg.
Selten Ausbahme davon. Ich selbst hatte 2010 meinen beauftragten Fachanwalt f. Verkehrsrecht pfeffern wollen wegen extrem länger Untätigkeit, dann noch nach Beginn endlich damit extrem mieser Klage. Wäre so nie der Prozess gewonnen worden. Same procedure wie oben, mit der Ausbahme: können Sie nicht den Käse da selbst an Landgericht und Oberlandesgericht zu Ende führen, Sie haben hier in unserem Computer doch schon selbst für Mandanten 6 Verkehrsunfallschöden gewonnen. Dann fällt ja auch keine neue Gebühr an. Genau das war ja aich das Ziel, wechsel durch selbst fortführen. Nur hötte ich einen anderen gewollt, hätte auch ich den ersten erst wie alle dort erstatten müssen, egal wie untätig der war.

Nächster Tipp: die doppelte Gebühr halt mal selbst tragen, nicht ärgern und abhaken und sich freuen, dass man nun nen Guten hat.

Nächster Tipp:
Untigkeitsbeschwerde bei seiner Anwaltskammer. Das ist mittlereseile ein ahndungsföhiger berufsverstoss, Verfahren dazu sibd oft ubd werden auch susgeurteilt bei den kammern mit Massnahmen in krassen Fällen.

Nächster Tipp:
Beschwerdeeingabe bei der Schlichtungsstelle der Anwaltschaft in Berlin Rauchstrasse. Die ist exakt gerade nur für solche Konflikte gegründet wirden und da, und wird von der Anwaltschaft im Ganzen zwangsweise bezahlt. Für Mandanten ist das Verfahren kostenfrei. In dem Rahmen kann es eine Einigung geben auf Wechsel und dass er alles oder etwas oder die Hälfte oder oder erstattet.

Der Wege gibt es mehrere, nur ist eine Strafanzeige oder auch das Wort Betrug zu formulieren in einer Beschwerde zu führen, der garantierte Weg ins Aus. Wer einigt sich noch mit einem Mandanten, wenn der ihn als Betrüger betitelt, gar sogar anzeigt.da ist die Geduld zu Ende und Aus die mais und dann werden alle Messer gewetzt, weil sowas auch definitiv wirklich zu weit geht. Wenn man das macht, muss man auch zu Recht mit dem gesamten Instrumentarium rechnen: Gegenanzeige wegen Falschverdöchtigung und Verleumdung und Nötigung, plus zivilrechtliche Klage auf Unterlassung solcher Formulierungen künftig wo auch immer, plus Schadensersatzklage/Schnerzensgeldklage/Kreditgeföhrdubgsklage ggf, je nach Sachverhalt, sowie Wiedegutmachungsklage für die Leiden wegen des Vorwurfs, ebenso: Schadensersatzklagebauf Erstattung seiner eigenen verteidigergebühreb, und da in Strafrecht hohe Stundensötze üblich sind bei guten Fachanwälten, sind das rasch 12-25.000. . Und: nix mit Kulanz und Vergleich. Also nur zu mit ner Strafanzeige, wenn Sie gute Nerven und ein gut gefülltes Portemonnaie haben.

Michael A. Schaffrath
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 18784
Registriert: 25.09.04, 23:37
Wohnort: Usedom, Köln

Re: Anwalt reagiert seit 8 Monaten nicht!

Beitrag von Michael A. Schaffrath » 14.09.18, 13:49

Nordlicht14 hat geschrieben:können Sie nicht den Käse da selbst an Landgericht und Oberlandesgericht zu Ende führen, Sie haben hier in unserem Computer doch schon selbst für Mandanten 6 Verkehrsunfallschöden gewonnen.
Die Story kommt mir doch sehr bekannt vor... :?
DefPimp: Mein Gott
Biber: Nö, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

Chabos wissen, wer der M.A.S. ist.

mix
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 79
Registriert: 17.04.08, 21:11

Re: Anwalt reagiert seit 8 Monaten nicht!

Beitrag von mix » 16.09.18, 13:00

@ Nordlicht 14

Vielen Dank, genau das wollte ich wissen ( und hatte ich auch vor )

der erste Anwalt will in Ruhestand und der 2. Anwalt macht praktisch seit über 1 Jahr überhaupt nichts
die Mails wurden mir von den Sekretärinen jeweils als erhalten bestätigt und auf Anrufe wurden mir jeweils Antworten/Reaktionen versprochen

Auf solche Anwälte kann man pfeifen.....
Anwaltskammer wurde benachrichtigt, aber Antwort steht noch aus

beste Grüße

Nordlicht14
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 488
Registriert: 19.01.14, 03:39

Re: Anwalt reagiert seit 8 Monaten nicht!

Beitrag von Nordlicht14 » 16.09.18, 20:10

Das dauert. Das geht da seinen regulären Gang. Etwas Geduld bis zur Info zwischen 3 und 24 Monaten sollte man dafür schon haben. Je nachdem, ob die Eingabe dort als schlüssig gewertet wird (nur dann eird sie bearbeitet, sonst zeitnah zurück gewiesen), dann Stellungnahme angefordert, dem Eingabeführer evtl zur Kenntnis geleitet (nur wenn der Anwalt dem zustimmt), dann entschieden darüber. Da die Bearbeiter das dort ehrenamtlich neben ihrem Anwaltsjob in der Kanzlei machen, braucht das etwas Zeit. Wenn die Beschwerde begründet erscheint, wird eine Massnahme getroffen (bei nachhaltiger Untätigkeit ohne Gründe dafür meist missbilligende Erklärung, Verweis oder Rüge), und die Rechtsmittelfrist abgewartet. Lässt der Betroffene das so stehen und in Rechtskraft erwachsen, werden Sie informiert, dass eine Massnahme getroffen worden war (nicht: welche). Das könnte bis dahin in 4-5 Monaten schon ggf erledigt sein. Legt der Anwalt dagegen Widerspruch bzw Antrag auf anwaltsgerichtliche Entscheidung ein, gehts zum Anwaltsgericht. Dann kann es rund 6-18Monate dauern, da auch dort die Anwälte des Anwaltsgericht ehrenamtlich arbeiten. Auch dann werden Sie danach informiert.
Am besten Sache seibst mit Geduld für eine Info erst mal 1 Jahr weglegen.

In der Sache wird Sie allerdings natürlich keine Beschwerde weiter bringen - nur ein Anwaltswechsel.
Der Anwalr, gegen den Beschwerde bei der Kammer eingelegt wurde, wird ohnehin das Mandat aller Wahrscheinlichkeit nach bei Ihnen niederlegen wegen Vertrauensbruchs des Mandanten - ein Kammerverfahren nimmt man als Anwalt natürlich nicht hin ohne Mandatsbeendigung, da man zu dem mandanten nun natürlich kein Verrauensverhältnis mehr hat. Sie werden daher so oder so sich dann einen neuen suchen müssen.

mix
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 79
Registriert: 17.04.08, 21:11

Re: Anwalt reagiert seit 8 Monaten nicht!

Beitrag von mix » 17.09.18, 12:42

ich will den auch gar nicht mehr. Und eine evtl. erste Gebühr werde ich dann ggf. der Rechtsschutz erstatten und versuchen, diese wieder einzuklagen.


kann mir Jemand einen guten und erfolgreichen Medizinrechtler in Süd-Bayern empfehlen?

GERNE AUCH PER PM!!!!

Danke

Antworten