Rechtsschutzversicherung Streitwert

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charles1
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Rechtsschutzversicherung Streitwert

Beitrag von charles1 »

A. hat einen Anwalt bzgl. seiner Schwierigkeiten beauftragt und die
Rechtsschutzversicherung hat für diesen Fall eine Deckungszusage
erteilt.

Der RA ist aussergerichtlich tätig geworden und hat ein Schreiben an
die Gegenseite verfasst. Danach hat er seine Rechnung an die
Rechtsschutzversicherung geschickt. Die Rechtsschutzversicherung
erkennt die Höhe des Streitwerts nicht an und hat daher den
Rechnungsbetrag nur anteilig überwiesen.


Welche Konsequenzen hat dies für A.?
Nordlicht14
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Re: Rechtsschutzversicherung Streitwert

Beitrag von Nordlicht14 »

Ganz einfach: A ist der Auftraggeber des R und zahlt die Differenz.
Es ist ja halt nun mal der - schlechte - Rechtsschutzversicherer des A, den er sich gewählt hat und Vertrag geschlossen hat, nicht der des R. Zumal das eine der zahlreichen altbekannten bekannten Standardtechniken der Rechtsschutzversicherer ist, um Geld einzusparen.
A kann froh sein, wenn er einen Anwalt gefunden hat, der überhaupt noch bereit ist heutzutage, ein Mandat in die Vertretung anzunehmen, wenn dort ein Rechtsschutzversicherer vom Mandanten eingebunden wird.
A zahlt also als Auftraggeber die Differenz und erhält vom R eine Prozessvollmacht, dies ggf bei Wunsch gesondert einzuklagen gegen RSV.
ExDevil67
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Re: Rechtsschutzversicherung Streitwert

Beitrag von ExDevil67 »

Nordlicht14 hat geschrieben: 27.10.21, 23:55 A zahlt also als Auftraggeber die Differenz und erhält vom R eine Prozessvollmacht, dies ggf bei Wunsch gesondert einzuklagen gegen RSV.
Das macht für mich jetzt wenig Sinn.
Wenn A die Differenz aus eigener Tasche zahlt, warum sollte A dann von R eine Vollmacht erhalten? Würde es nicht mehr Sinn machen wenn A R das Mandat erteilt die Differenz beim Versicherer einzuklagen?
Was anscheinend viel zu selten passiert, weil das für den Versicherer nämlich teurer wird als das was er meint mit der Kürzung sparen zu können.
Nordlicht14
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Re: Rechtsschutzversicherung Streitwert

Beitrag von Nordlicht14 »

Das ist doch gemeint, die Differenz gesondert einzuklagen, wenn gewünscht.
charles1
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Re: Rechtsschutzversicherung Streitwert

Beitrag von charles1 »

A. möchte jedoch die RSV nicht verklagen, weil diese ihn dann kündigt...
ExDevil67
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Re: Rechtsschutzversicherung Streitwert

Beitrag von ExDevil67 »

Da wird sich A wohl schon entscheiden müssen. Gewaschen werden oder trocken bleiben, beides geht nun mal nicht.
charles1
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Re: Rechtsschutzversicherung Streitwert

Beitrag von charles1 »

A. kann gegenüber dem RA das Argument geltend machen, dass die RSV den Streitwert der Höhe nach nicht akzeptiert und er sich der Meinung der RSV anpasst.

Sollte der RA darauf nicht eingehen und von A. Geld fördern, wird A. sein Mandat bei diesem RA beenden.
FM
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Re: Rechtsschutzversicherung Streitwert

Beitrag von FM »

Auf Kunden die nicht zahlen wollen verzichten viele Unternehmer ganz gerne.

Es ist natürlich auch denkbar, dass die Versicherung Recht hat, oder keiner von beiden - das wird aber nur geklärt, wenn jemand klagt.
Nordlicht14
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Re: Rechtsschutzversicherung Streitwert

Beitrag von Nordlicht14 »

charles1 hat geschrieben: 28.10.21, 14:00
Sollte der RA darauf nicht eingehen und von A. Geld fördern, wird A. sein Mandat bei diesem RA beenden.
Dafür wird R dann dankbar sein, denn dann bleibt es dem R erspart, seinerseits dem A zu kündigen wegen Zahlungsverweigerung - in beiden Fällen kann R dann den verweigerten Differenzbetrag bei A einklagen.
charles1 hat geschrieben: 28.10.21, 13:18 A. möchte jedoch die RSV nicht verklagen, weil diese ihn dann kündigt...
Es ist übrigens bei anderen R‘s weithin unbekannt, dass die A‘s den R‘s deren Vergptung streitig machen wollen und diese Differenzen verweigern wollen, wenn die RSVen der A‘s kürzen, was dort ja Standard und Plan ist. Ein Vorgehen wie hier bei diesem A beabsichtigt, seinen R aufzufordern mit der von der RSV gekürzten Vergütung nicht nur leben zu sollen, sondern dann sogar auch noch dafür den Fall dann weiter zu bearbeiten (!!), ist schon ungewöhnlich, denkwürdig und erstaunlich (zumal es weit bekannt ist, dass die meisten der RSVen solche Versuche standardmässig anwenden, die Namen dieser RSVen kann auch jeder R jederzeit herunter beten), und bis dato in der Erfahrung unbekannt. R wird dann feststellen, dass A offenbar ihn nicht respektiert und wertschätzt uns seine Arbeit für den A und erwartet vom R, dass jener unter Tarif für den A arbeiten soll - das quittiert jeder ordentliche R, der sich selbst wertschätzt und respektiert, üblicherweise mit Mandatsbeendigung, die ein R jederzeit machen kann und damit auch einen von der Rechtsprechung langjährig anerkannten Grund geliefert bekommt.

A könnte dieser RSV auch selbst ja kündigen. Er sieht ja, was er von seinem Verein zu erwarten hat. Der R jedenfalls kann am Wenigsten etwas für den Wahlpartner des A.
ExDevil67
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Re: Rechtsschutzversicherung Streitwert

Beitrag von ExDevil67 »

Das einzige was mich hier etwas irritiert ist das die RSV den Streitwert moniert. Üblicherweise kenne ich das eher das die RSV meint der Fall sei einfacher gewesen und der Anwalt hätte deswegen nur einen geringeren Faktor bei den Gebühren abrechnen dürfen.
Wurde mal bei der RSV nachgefragt wie die zu dem abweichenden Streitwert kommen? Völlig ausschließen kann man ja nicht das sich der Anwalt tatsächlich bei der Berechnung des Streitwertes verrechnet hat.
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