Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitslose

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helmes63
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Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitslose

Beitrag von helmes63 » 03.12.18, 18:12

Guten Tag,

... für Fortbildungsliteratur kann man bei der Einkommensteuer meines Wissens eine Pauschale von gut 110 € geltend machen.

a) Für mich ist hierbei allerdings unklar, ob dieser Aufwand nur bei Berufstätige in Voll- oder Teilzeit Anwendung findet.

b) Kosten-Belege mit dem schlichten Vermerk "Fachliteratur" sind hierbei natürlich problematisch ; können diese ggf. dennoch im Rahmen der Pauschalregelung anerkannt werden.

c) Anschaffungen zur Gesundheitsvorsorge fallen nach mir vorliegenden Informationen grds. unter der Kategorie (Kosten der Lebensführung bzw. Lebenshaltung) und sind daher prinzipiell nicht absetzbar. Ist das soweit zutreffend ?

d) Unter welchen Bedingungen sind krankheitsvermeidende Maßnahmen (Gymnastik) oder Präparate doch absetzbar ?!

Ich bitte um eine zielführende Auskunft, weil so etwas aus dem "Merkblatt" für einen ESt-Antrag sich nicht beantworten lässt.

SusanneBerlin
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Re: Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitsl

Beitrag von SusanneBerlin » 03.12.18, 18:37

Ein Arbeitsloser, der das ganze Jahr arbeitslos ist und außer ALG1/ALG2 keine Einkünfte hat, zahlt eine Einkommensteuer von null Euro. Diese null Euro Steuerlast lassen sich nicht weiter reduzieren. Es ist dann also ganz egal, wieviel Geld er für Fachliteratur ausgibt, das Finanzamt beteiligt sich daran nicht. Das gleiche gilt dann auch für Ausgaben im Gesundheitsbereich.

Merksatz: Wer keine Steuer gezahlt hat, kann auch nicht mit einer Steuererstattung rechnen.
Grüße, Susanne

ktown
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Re: Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitsl

Beitrag von ktown » 03.12.18, 21:12

Vielleicht hatte Helmes die Hoffnung bei der Steuerbehörde ein Guthabenkonto aufbauen zu können. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

helmes63
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Re: Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitsl

Beitrag von helmes63 » 05.12.18, 11:58

Bitte nicht zu schnell : die Antwort ist m. E. hier viel zu pauschal.
> ich habe nicht gesagt dass der Arbeitslose das ganze Kalenderjahr durchgängig erwerbslos ist.

> außerdem scheinen einige noch nichts vom Verlustabzug gemäß § 10d EStG gehört zu haben.

FM
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Re: Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitsl

Beitrag von FM » 05.12.18, 12:13

Wo genau stehen denn diese 110 Euro als Pauschale?

SusanneBerlin
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Re: Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitsl

Beitrag von SusanneBerlin » 05.12.18, 12:33

Auf eine pauschale Frage gibt es eben nur eine pauschale Antwort.

Wollen Sie das gesamte Steuerrecht erklärt bekommen, um einen speziellen Fall zu verstehen, dessen Details Sie aber nicht verraten? Also wie immer.

Jemand Otternnasen?
Grüße, Susanne

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Re: Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitsl

Beitrag von bavarian tax collector » 05.12.18, 12:44

helmes63 hat geschrieben:> außerdem scheinen einige noch nichts vom Verlustabzug gemäß § 10d EStG gehört zu haben.
Damit hast Du natürlich grundsätzlich recht!
helmes63 hat geschrieben: ich habe nicht gesagt dass der Arbeitslose das ganze Kalenderjahr durchgängig erwerbslos ist.
Dann müsste natürlich mit den tatsächlichen Wk der Betrag des Wk-Pauschbetrages von 1.000 € überschritten werden, damit sie sich tatsächlich auswirken!
helmes63 hat geschrieben:für Fortbildungsliteratur kann man bei der Einkommensteuer meines Wissens eine Pauschale von gut 110 € geltend machen.
Das ist schlicht falsch! die 110 € WAREN(!) grundsätzlich eine sog. Nichtaufgriffsgrenze für Arbeitsmittel, bei der der Bearbeiter auf die Vorlage von Belegen verzichten KONNTE! Auf Nachfrage mussten und müssen auch heute noch die entsprechenden belege vorgelegt werden! Die Kosten mussten und müssen jedoch auch tatsächlich in der geltend gemachten Höhe beim Stpfl. angefallen sein! Eine Geltendmachung ohne dass diese Kosten tatsächlich angefallen sind, erfüllt den Straftatbestand der Steuerhinterziehung!

Zur Verdeutlichung das es sich nicht um eine Pauschale handelt:
FG Münster, Urteil vom 01. Juli 2015 – 9 K 3675/14 E hat geschrieben:Ausführungen dazu, ob der Beklagte zutreffend pauschal 110 € als Aufwendungen für Arbeitsmittel berücksichtigt hat, obwohl ausschließlich die Kosten für die streitgegenständlichen Schuhe in der Einkommensteuererklärung als Aufwendungen für Arbeitsmittel geltend gemacht worden sind, sind entbehrlich, weil im Klageverfahren für das Gericht ein Verböserungsverbot gilt.
helmes63 hat geschrieben:Kosten-Belege mit dem schlichten Vermerk "Fachliteratur" sind hierbei natürlich problematisch
Deswegen ist ja auf jedem Buch ein leicht ablösbares Etikett angebracht, das Namen und ISBN des erworbenen Fachbuches angibt! Die klebt man dann auf die Rechnung, die den Eintrag "Fachliteratur" trägt!
helmes63 hat geschrieben:c) Anschaffungen zur Gesundheitsvorsorge fallen nach mir vorliegenden Informationen grds. unter der Kategorie (Kosten der Lebensführung bzw. Lebenshaltung) und sind daher prinzipiell nicht absetzbar. Ist das soweit zutreffend ?d) Unter welchen Bedingungen sind krankheitsvermeidende Maßnahmen (Gymnastik) oder Präparate doch absetzbar ?!
Diese Kosten sind grundsätzlich nur im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen ansetzbar. Da es hier offenbar aber um Vorsorge bzw. Vermeidung geht, dürfte es hier an der notwendigen Zwangsläufigkeit fehlen!

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Re: Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitsl

Beitrag von helmes63 » 07.12.18, 15:10

Wo genau stehen denn diese 110 Euro als Pauschale?

a) FM : Das ist eine gute Frage !!!
Im Merkblatt / Beiblatt zur Steuer-Erklärung habe ich sie
noch nicht gefunden. Dort müsste das aber ausdrücklich entsprechend aufgeführt sein.

b) Es ist bspw. die Frage, ob ein AN mit teilweise Phasen der Beschäftigungslosigkeit
als Minijob sich auf die von mir angeführten Pauschale berufen kann oder nicht.
> hier wird es erstmals richtig konkret !!!

c) Was mich überdies wundert. Es wird hier offenkundig bestritten dass es überhaupt
eine solche Pauschale gibt. Ein guter Bekannter hat diese bei einer Steuerklärung
nach eigenen Angaben schon einmal erfolgreich geltend gemacht. Wenn das zutrifft
handelt es sich dann doch mehr als nur um ein Gerücht.

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Re: Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitsl

Beitrag von Hertha1892 » 07.12.18, 15:14

Es gibt diese Pauschale rechtlich nicht! Das ist eine stumm geduldete Nichtaufgriffsgrenze, auf die kein gesetzlicher Anspruch besteht. Daher wird man sie nicht in Gesetzen, Verordnungen oder offiziellen Vordrucken finden.

Grüße Hertha1892

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Re: Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitsl

Beitrag von bavarian tax collector » 07.12.18, 18:19

Gib‘s auf @Hertha1892! Da das nicht die Antwort ist, die @helmes63 hören möchte, kann sie nicht richtig sein!

Er vertraut lieber auf seinen steuerlich versierten Bekannten, der wahrscheinlich gar nicht überrissen hat, dass die „Pauschale anerkannt“ wurde, weil §9a EStG nicht überschritten wurde!

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Re: Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitsl

Beitrag von Carrington » 07.12.18, 18:42

helmes63 hat geschrieben: c) Was mich überdies wundert. Es wird hier offenkundig bestritten dass es überhaupt
eine solche Pauschale gibt. Ein guter Bekannter hat diese bei einer Steuerklärung
nach eigenen Angaben schon einmal erfolgreich geltend gemacht. Wenn das zutrifft
handelt es sich dann doch mehr als nur um ein Gerücht.
Selbst wenn der Arbeitnehmerpauschbetrag überschritten wurde, heißt der Erhalt des Bescheides nicht, dass es ein solche Pauschale gibt. Das FA fragt nicht in jedem einzelnen Punkt nach Belegen (in einer Massenverwaltung gar nicht möglich). Technisch einfach möglich wäre es aber, alle Leute mit diesen 110 € auszusteuern, mit automatischen Beleganforderungen anzuschreiben und entsprechende Strafverfahren einzuleiten. Meines Wissens kam so etwas auch schon mal vor, als sich in einem anderen Bereich fiktive Pauschbeträge auf irgendwelchen Webseiten etabliert hatten.

Jedenfalls ist dieser Pauschbetrag für Arbeitsmittel i.H.v. 110 € Unsinn. Es gibt überhaupt keine rechtliche Grundlage hierfür.

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Re: Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitsl

Beitrag von helmes63 » 12.12.18, 11:18

oje - oje !!!

Eine Strafanzeige nur auf Grund einer Vermutung das geht nicht ; eine intensive systematische Belegüberprüfung ist überdies recht aufwendig. Das geht doch vermutlich an der konkreten Arbeitswirklichkeit des einzelnen Finanzbeamten vorbei.

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Re: Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitsl

Beitrag von SusanneBerlin » 12.12.18, 11:45

Natürlich kann man ein Strafverfahren auf einen Verdacht hin einleiten, wenn man das nicht ginge würden ja nur diejenigen bestraft werden, die sich selber anzeigen.

Und bei Steuerstrafsachen gibt es Straffreiheit für diejenigen, die sich selbst anzeigen, also könnte gar keiner mehr bestraft werden und jeder könnte es folgenlos versuchen bei der Steuererklärung falsche Angaben zu machen.
Grüße, Susanne

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Re: Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitsl

Beitrag von bavarian tax collector » 13.12.18, 15:27

helmes63 hat geschrieben:eine intensive systematische Belegüberprüfung ist überdies recht aufwendig. Das geht doch vermutlich an der konkreten Arbeitswirklichkeit des einzelnen Finanzbeamten vorbei.
Soll bitte was heißen? Nur weil die Wahrscheinlichkeit der Entdeckung -deiner Meinung nach!- gering ist, liegt keine Steuerhinterziehung vor! Recht krude Ansicht, oder?

Grundsätzlich sind solche vermeintliche "Pauschalen" immer wieder mal im RMS enthalten, so dass man immer mit einer entsprechenden Beleganforderung rechnen muss!
helmes63 hat geschrieben:Eine Strafanzeige nur auf Grund einer Vermutung das geht nicht ;
Werden dann keine entsprechenden Belege vorgelegt, besteht keine Vermutung, sondern ein Anfangsverdacht, der ausreicht um durch die BuStra ein Strafverfahren einleiten zu lassen! Im übrigen übersehen 99% aller Leute, dass die Einleitung eines Strafverfahrens wegen der Besonderheiten des Steuerrechtes eine Schutzfunktion für den Stpfl. darstellt!

Erfahrungsgemäß nehmen es Leute, die solche "Pauschalen" ansetzen auch sonst nicht unbedingt sehr genau mit ihren steuerlichen Pflichten. Von daher werden natürlich nicht nur diese 110 € genau geprüft werden, sondern letztendlich alle geltend gemachten Aufwendungen! 16 € pauschale Kontoführungsgebühr? Dann hätte ich jetzt gerne mal die Aufstellung der tatsächlichen Kontogebühren von der Bank und die jeweilige Anzahl der beruflichen und privaten Kontobewegungen im Jahr! 230 AT im Jahr? Dann hätte ich gerne mal die Bestätigung des ArbG, dass tatsächlich so viele AT angefallen sind und -da lt. Erklärung immer das eigene Auto genutzt wurde- einen entsprechenden Nachweis, dass die entsprechenden km angefallen sind! Das alles sind nämlich auch Nichtaufgriffsgrenzen und nicht etwa Pauschalen!

Nachdem man, wenn man einmal aufgefallen ist, in die höchste Risikoklasse beim RMS eingestuft wird, kann einem dieses Spielchen natürlich die nächsten 3 bis 5 Jahre blühen!

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Re: Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitsl

Beitrag von whvceltic » 14.12.18, 12:57

@bavarian....

wobei hinsichtlich der Kontoführungsgebühr die 16 Euro ja sogar in der amtlichen Anleitung erwähnt werden, da geht denke ich die Anforderung ins Leere ,-)

Hinsichtlich der Arbeitstage stimme ich zu, der Schuss kann nach hinten losgehen ;-)

Hinsichtlich der "Nutzung eigener PKW" --> bei den meisten Erklärungen werden wohl nicht sooo hohe Fahrtkosten angesetzt, das es einen Unterschied macht, ob eigener PKW; Fußgänger, Mitfahrer oder was auch immer...die Gefahr sehe ich eher in der Anzahl der Arbeitstage, wie erwähnt

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