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recht.de • Thema anzeigen - Fortbildungsliteratur * Absatzmöglichkeiten für Arbeitslose
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BeitragVerfasst: 03.12.18, 19:12 
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Guten Tag,

... für Fortbildungsliteratur kann man bei der Einkommensteuer meines Wissens eine Pauschale von gut 110 € geltend machen.

a) Für mich ist hierbei allerdings unklar, ob dieser Aufwand nur bei Berufstätige in Voll- oder Teilzeit Anwendung findet.

b) Kosten-Belege mit dem schlichten Vermerk "Fachliteratur" sind hierbei natürlich problematisch ; können diese ggf. dennoch im Rahmen der Pauschalregelung anerkannt werden.

c) Anschaffungen zur Gesundheitsvorsorge fallen nach mir vorliegenden Informationen grds. unter der Kategorie (Kosten der Lebensführung bzw. Lebenshaltung) und sind daher prinzipiell nicht absetzbar. Ist das soweit zutreffend ?

d) Unter welchen Bedingungen sind krankheitsvermeidende Maßnahmen (Gymnastik) oder Präparate doch absetzbar ?!

Ich bitte um eine zielführende Auskunft, weil so etwas aus dem "Merkblatt" für einen ESt-Antrag sich nicht beantworten lässt.


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BeitragVerfasst: 03.12.18, 19:37 
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Ein Arbeitsloser, der das ganze Jahr arbeitslos ist und außer ALG1/ALG2 keine Einkünfte hat, zahlt eine Einkommensteuer von null Euro. Diese null Euro Steuerlast lassen sich nicht weiter reduzieren. Es ist dann also ganz egal, wieviel Geld er für Fachliteratur ausgibt, das Finanzamt beteiligt sich daran nicht. Das gleiche gilt dann auch für Ausgaben im Gesundheitsbereich.

Merksatz: Wer keine Steuer gezahlt hat, kann auch nicht mit einer Steuererstattung rechnen.

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Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 03.12.18, 22:12 
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Vielleicht hatte Helmes die Hoffnung bei der Steuerbehörde ein Guthabenkonto aufbauen zu können. :wink:

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Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe


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BeitragVerfasst: 05.12.18, 12:58 
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Themenstarter
Bitte nicht zu schnell : die Antwort ist m. E. hier viel zu pauschal.
> ich habe nicht gesagt dass der Arbeitslose das ganze Kalenderjahr durchgängig erwerbslos ist.

> außerdem scheinen einige noch nichts vom Verlustabzug gemäß § 10d EStG gehört zu haben.


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BeitragVerfasst: 05.12.18, 13:13 
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Wo genau stehen denn diese 110 Euro als Pauschale?


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BeitragVerfasst: 05.12.18, 13:33 
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Auf eine pauschale Frage gibt es eben nur eine pauschale Antwort.

Wollen Sie das gesamte Steuerrecht erklärt bekommen, um einen speziellen Fall zu verstehen, dessen Details Sie aber nicht verraten? Also wie immer.

Jemand Otternnasen?

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Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 05.12.18, 13:44 
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helmes63 hat geschrieben:
> außerdem scheinen einige noch nichts vom Verlustabzug gemäß § 10d EStG gehört zu haben.
Damit hast Du natürlich grundsätzlich recht!

helmes63 hat geschrieben:
ich habe nicht gesagt dass der Arbeitslose das ganze Kalenderjahr durchgängig erwerbslos ist.
Dann müsste natürlich mit den tatsächlichen Wk der Betrag des Wk-Pauschbetrages von 1.000 € überschritten werden, damit sie sich tatsächlich auswirken!

helmes63 hat geschrieben:
für Fortbildungsliteratur kann man bei der Einkommensteuer meines Wissens eine Pauschale von gut 110 € geltend machen.
Das ist schlicht falsch! die 110 € WAREN(!) grundsätzlich eine sog. Nichtaufgriffsgrenze für Arbeitsmittel, bei der der Bearbeiter auf die Vorlage von Belegen verzichten KONNTE! Auf Nachfrage mussten und müssen auch heute noch die entsprechenden belege vorgelegt werden! Die Kosten mussten und müssen jedoch auch tatsächlich in der geltend gemachten Höhe beim Stpfl. angefallen sein! Eine Geltendmachung ohne dass diese Kosten tatsächlich angefallen sind, erfüllt den Straftatbestand der Steuerhinterziehung!

Zur Verdeutlichung das es sich nicht um eine Pauschale handelt:
FG Münster, Urteil vom 01. Juli 2015 – 9 K 3675/14 E hat geschrieben:
Ausführungen dazu, ob der Beklagte zutreffend pauschal 110 € als Aufwendungen für Arbeitsmittel berücksichtigt hat, obwohl ausschließlich die Kosten für die streitgegenständlichen Schuhe in der Einkommensteuererklärung als Aufwendungen für Arbeitsmittel geltend gemacht worden sind, sind entbehrlich, weil im Klageverfahren für das Gericht ein Verböserungsverbot gilt.


helmes63 hat geschrieben:
Kosten-Belege mit dem schlichten Vermerk "Fachliteratur" sind hierbei natürlich problematisch
Deswegen ist ja auf jedem Buch ein leicht ablösbares Etikett angebracht, das Namen und ISBN des erworbenen Fachbuches angibt! Die klebt man dann auf die Rechnung, die den Eintrag "Fachliteratur" trägt!

helmes63 hat geschrieben:
c) Anschaffungen zur Gesundheitsvorsorge fallen nach mir vorliegenden Informationen grds. unter der Kategorie (Kosten der Lebensführung bzw. Lebenshaltung) und sind daher prinzipiell nicht absetzbar. Ist das soweit zutreffend ?d) Unter welchen Bedingungen sind krankheitsvermeidende Maßnahmen (Gymnastik) oder Präparate doch absetzbar ?!
Diese Kosten sind grundsätzlich nur im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen ansetzbar. Da es hier offenbar aber um Vorsorge bzw. Vermeidung geht, dürfte es hier an der notwendigen Zwangsläufigkeit fehlen!

taxpert

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BeitragVerfasst: 07.12.18, 16:10 
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Themenstarter
Wo genau stehen denn diese 110 Euro als Pauschale?

a) FM : Das ist eine gute Frage !!!
Im Merkblatt / Beiblatt zur Steuer-Erklärung habe ich sie
noch nicht gefunden. Dort müsste das aber ausdrücklich entsprechend aufgeführt sein.

b) Es ist bspw. die Frage, ob ein AN mit teilweise Phasen der Beschäftigungslosigkeit
als Minijob sich auf die von mir angeführten Pauschale berufen kann oder nicht.
> hier wird es erstmals richtig konkret !!!

c) Was mich überdies wundert. Es wird hier offenkundig bestritten dass es überhaupt
eine solche Pauschale gibt. Ein guter Bekannter hat diese bei einer Steuerklärung
nach eigenen Angaben schon einmal erfolgreich geltend gemacht. Wenn das zutrifft
handelt es sich dann doch mehr als nur um ein Gerücht.


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BeitragVerfasst: 07.12.18, 16:14 
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Es gibt diese Pauschale rechtlich nicht! Das ist eine stumm geduldete Nichtaufgriffsgrenze, auf die kein gesetzlicher Anspruch besteht. Daher wird man sie nicht in Gesetzen, Verordnungen oder offiziellen Vordrucken finden.

Grüße Hertha1892


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BeitragVerfasst: 07.12.18, 19:19 
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Gib‘s auf @Hertha1892! Da das nicht die Antwort ist, die @helmes63 hören möchte, kann sie nicht richtig sein!

Er vertraut lieber auf seinen steuerlich versierten Bekannten, der wahrscheinlich gar nicht überrissen hat, dass die „Pauschale anerkannt“ wurde, weil §9a EStG nicht überschritten wurde!

taxpert

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BeitragVerfasst: 07.12.18, 19:42 
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Beiträge: 197
helmes63 hat geschrieben:
c) Was mich überdies wundert. Es wird hier offenkundig bestritten dass es überhaupt
eine solche Pauschale gibt. Ein guter Bekannter hat diese bei einer Steuerklärung
nach eigenen Angaben schon einmal erfolgreich geltend gemacht. Wenn das zutrifft
handelt es sich dann doch mehr als nur um ein Gerücht.


Selbst wenn der Arbeitnehmerpauschbetrag überschritten wurde, heißt der Erhalt des Bescheides nicht, dass es ein solche Pauschale gibt. Das FA fragt nicht in jedem einzelnen Punkt nach Belegen (in einer Massenverwaltung gar nicht möglich). Technisch einfach möglich wäre es aber, alle Leute mit diesen 110 € auszusteuern, mit automatischen Beleganforderungen anzuschreiben und entsprechende Strafverfahren einzuleiten. Meines Wissens kam so etwas auch schon mal vor, als sich in einem anderen Bereich fiktive Pauschbeträge auf irgendwelchen Webseiten etabliert hatten.

Jedenfalls ist dieser Pauschbetrag für Arbeitsmittel i.H.v. 110 € Unsinn. Es gibt überhaupt keine rechtliche Grundlage hierfür.


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BeitragVerfasst: 12.12.18, 12:18 
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oje - oje !!!

Eine Strafanzeige nur auf Grund einer Vermutung das geht nicht ; eine intensive systematische Belegüberprüfung ist überdies recht aufwendig. Das geht doch vermutlich an der konkreten Arbeitswirklichkeit des einzelnen Finanzbeamten vorbei.


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BeitragVerfasst: 12.12.18, 12:45 
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Natürlich kann man ein Strafverfahren auf einen Verdacht hin einleiten, wenn man das nicht ginge würden ja nur diejenigen bestraft werden, die sich selber anzeigen.

Und bei Steuerstrafsachen gibt es Straffreiheit für diejenigen, die sich selbst anzeigen, also könnte gar keiner mehr bestraft werden und jeder könnte es folgenlos versuchen bei der Steuererklärung falsche Angaben zu machen.

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Grüße, Susanne


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