Abiball-Einnahmen

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stylez
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Abiball-Einnahmen

Beitrag von stylez »

Hallo, der Abiball eines Jahrgangs inwird immer von Schülern veranstaltet und durch die Einnahmen aus Abipartys etc. also durch Jahrgangsgeld subventioniert.

Allerdings unterschreiben den Vertrag für den Abiball bei einem Eventveranstalter einzelne Schüler als Privatperson und verkaufen dann die Karten an die Schülerschaft.
Es ist eine reine privatveranstaltung, die Schule ist hierran nicht beteiligt.

Sollten nun bei besagter Veranstaltung Gewinn anfallen z.B. durch Sponsoren oder Überschüsse. wie ist dann die rechtslage bei diesen gewinnen?

Herzog, Jörg
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Beitrag von Herzog, Jörg »

Vermutlich handelt es sich, auch wenn die Veranstaltung einmalig war, um Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit. Diejenigen, die davon profitieren und die Überschüsse für sich behalten, müssen diese Einnahmen wahrscheinlich wohl dem Finanzamt melden und sie dementsprechend versteuern. Genaueres wissen sicherlich unsere Steuerrechtsexperten, wo das Posting wohl m. E. eher hingehört. :wink:

report
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Beitrag von report »

Na,

dann verschieben wir mal zum Steuerforum.

Gruss
report
Suchet und ihr werdet finden. Fragt und euch wird geantwortet.
Doch verdammt sind jene, die nicht suchen und dennoch fragen. Selig ist der, der suchet und erst fragt, wenn er nichts gefunden hat.

i2330247
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Beitrag von i2330247 »

Also.......

Vorab erstmal eine Geschichte aus dem Leben.....
Die Schwester meiner Freundin sagte mir kürzlich, daß sie und ihre Klasse nur 2,99 Euro Eintritt nehmen dürfen, da sie sonst irgendwelche Abgaben zahlen müssen.
Da ich im Steuerrecht aktiv bin, habe ich nachgeschaut und hierzu jedoch nichts gefunden.

Vielleicht weiß jemand anderes etwas darüber.

Nun zu meinem Lösungsvorschlag:

So eine Abiparty wird ja unter folgenden Gesichtspunkten veranstaltet:

-Gewinn für den Abiball erzielen
-Spaß unter den anderen Schülern verbreiteb die da feiern


Hierzu schhließen sich die angehenden Abiturienten zu einer Gruppe zusammen mit den o.g. Zielen die sie durhc die Abipartys verwirklichen wollen.
Ein schriftlicher Vertrag zwischen den Schülern besteht (so war s bei uns) meist nicht.

Somit handelt es sich m.E. und eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR oder auch BGB Gesellschaft genannt). §705 BGB http://bundesrecht.juris.de/bgb/__705.html
Die Beiträge der Schüler sind die Dienste die sie machen z.B. Eintritt kassieren, Getränke holen und ausschenken, das alles organisieren.
Der Zweck ist die Finanzierung des Abiballes.

Dieser Vertrag bedarf keiner Form.

Somit wird der Gewinn anteilig nach Köpfen verteilt.

Da das ganze mit derf Absicht gemacht wird Gewinn zu machen wären die Einnahmen bzw. der Gewinn aus so einer Feier, Einkünfte aus Gewerbebetrieb§15 Abs. 1 Nr. 1 EStG
Bei den gewerblichen Einkünften kommt es auch auf die nachhaltigkeit an. Wir hier sind uns einig, daß wenn eine ganze Stufe die partys ausrichtet und das ein Jahr lang, daß dies dann nachhaltig ist. Hier kann es aber auch andere Meinungen geben.

Macht jedoch jede Klasse nur eine Party, dann sind das keine gewerblichen Einkünfte da es an der Nachhaltigkeit fehlt.

Theoretisch müßte dann vom Finanzamt (FA) dann eine gesonderte und einheitliche Feststellung gemacht werden. HAt man 2.000 Euro Gewinn gemacht und es sind 200 Schüler, so werden für jeden Schüler 10 Euro Gewinn festgestellt, die dieser versteuern müßte. Da man aber erst ab ca. 7680 Euro Steuern zahlt, ist dies jedoch nicht von praktischer Relevanz für die FAer.

Theoretisch ist die GbR auch Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes. Hier gibt es aber eine Regelung für Kleinunternehmer. Die greift, so lange die Einnahmen unter 17.500 Euro bleiben, also vondaher auch keine Relevanz.

Also steuerlich (es sei denn es werden Champagner, Kaviar und sehr teure Weine verkauft und die Schüler haben auch das Geld das zu bezahlen) sind Abipartys für die FAer nicht von Bedeutung.

Also keine Sorge....
Gruß

i2330247

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jayb
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Beitrag von jayb »

i2330247 hat geschrieben:Theoretisch müßte dann vom Finanzamt (FA) dann eine gesonderte und einheitliche Feststellung gemacht werden. HAt man 2.000 Euro Gewinn gemacht und es sind 200 Schüler, so werden für jeden Schüler 10 Euro Gewinn festgestellt, die dieser versteuern müßte. Da man aber erst ab ca. 7680 Euro Steuern zahlt, ist dies jedoch nicht von praktischer Relevanz für die FAer.
Der Gewinn für die GdbR beträgt in diesem Beispiel 2000 Euro. Dies ist NICHT anteilig aufteilbar auf die Gesellschafter. Die GdbR ist Steuerschuldner und etwaig anfallende zu zahlende Steuern sind von jedem Gesellschafter (Schüler) einzeln eintreibbar in voller Höhe bis zur Tilgung der Steuerschuld.

towel day
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Beitrag von towel day »

jayb hat geschrieben:Die GdbR ist Steuerschuldner ...
Welcher Steuern?
Gruß

towel day

i2330247
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Beitrag von i2330247 »

jayb hat geschrieben:
i2330247 hat geschrieben:Theoretisch müßte dann vom Finanzamt (FA) dann eine gesonderte und einheitliche Feststellung gemacht werden. HAt man 2.000 Euro Gewinn gemacht und es sind 200 Schüler, so werden für jeden Schüler 10 Euro Gewinn festgestellt, die dieser versteuern müßte. Da man aber erst ab ca. 7680 Euro Steuern zahlt, ist dies jedoch nicht von praktischer Relevanz für die FAer.
Der Gewinn für die GdbR beträgt in diesem Beispiel 2000 Euro. Dies ist NICHT anteilig aufteilbar auf die Gesellschafter. Die GdbR ist Steuerschuldner und etwaig anfallende zu zahlende Steuern sind von jedem Gesellschafter (Schüler) einzeln eintreibbar in voller Höhe bis zur Tilgung der Steuerschuld.
Das ist so nicht ganz korrekt, bzw. es müßten Einschränkungen gemacht werden.
Ersteinaml wurde gerichtlich (nicht im Gesetz) festgfestellt, daß auch eine GdbR rechtsfähig sein kann. Sie ist aber nicht vollrechtsfähig, sondern nur teilrechtsfähig.

Einkommensteuersubjekt können nur natürliche Personen (Menschen) sein (vgl. §1 EStG) http://bundesrecht.juris.de/estg/__1.html

Somit ist die GdbR nicht Einkommensteuersubjekt. Der Gewinn den die GdbR macht, wird gem. §180 Abs. 1 Nr. 2 a) AO http://bundesrecht.juris.de/ao_1977/__180.html gesondert festgestellt, da er mehreren Personen (allen Schülern der teilnehmenden Klassen) zuzurechnen ist.

Mit dieser gesonderten Feststellung wird lediglich der Gewinnanteil am Gesamtgewinn der GdbR für jeden einzelnen Gesellschafter festgestellt. Der Feststellungsbescheid den die Schüler erhalten gibt nur Aufschluß darüber, wie hoch ihr steuerlicher Gewinn aus der GdbR ist. Bekommen alle das gleiche (Gewinn verteilt nach Köpfen) bekommt jeder Schüler einen Bescheid in dem steht:
Schüler Müller hat Einkünfte aus Gewerbetrieb (Gewinn) aus der GdbR in Höhe von 10 Euro. [Wenn man bei dem Beispiel bleibt, daß die GdbR 2.000 Euro Gewinn macht und es 200 Schüler sind]

In diesem Bescheid wird keine Steuer festgesetzt.

Der Feststellungsbescheid wird dann vom Wohnsitzfinanzamt ausgewertet und dieses sagt dann, daß der Schüler einen Gewinn von 10 Euro hat und den versteuern muß.
Da die Freigrenze aber bei über 7.000 Euro liegt, wird keine Steuer festgesetzt. [es sei denn der Schüler hat hohe andere Einkünfte]

Schüler A muß aber nicht die Einkommensteuer vom Schüler B zahlen!!!!!!!!

Denn die Einkommensteuer betrifft nicht die GdbR als solche, sondern die einzelnen Personen, daher keine Gesamtschuldnerschaft.


Umsatzsteuer = USt


Bei der USt (sollten die Schüler auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung verzichten wollen) ist jedoch die GdbR Unternehmer und somit auch Steuersubjekt. Wird hier USt geschuldet, so kann das FA an jeden einzelnen Gesellschafter um die USt einzutreiben.
Die Schulden hat nicht jeder einzelne, sondern die GdbR. Für Schulden der GdbR muß jeder einzelne gerade stehen.
Gruß

i2330247

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i2330247
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Beitrag von i2330247 »

towel day hat geschrieben:
jayb hat geschrieben:Die GdbR ist Steuerschuldner ...
Welcher Steuern?
Die GdbR ist Steuerschuldner der Umsatzsteuer (nicht der ESt)
Gruß

i2330247

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Bob Loblaw
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Beitrag von Bob Loblaw »

Hier wird das ganze idR über eingetragene Vereine organisiert.

stylez
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Beitrag von stylez »

es geht weniger um die steuern als um den rechtmäßigen besitz des gewinns

i2330247
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Beitrag von i2330247 »

Der Gewinn wird, wenn nichts anderes vereinbart ist, nach Köpfen verteilt.

Das bedeutet jeder bekommt den gleich Anteil am Gewinn und Verlust.
Gruß

i2330247

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Bernd S.
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Beitrag von Bernd S. »

Wenn es niemand anderes macht, dann sags halt ich:

Diese GdbR ist nicht nachhaltig tätig, ist deshalb kein Unternehmer und aus diesem Grund fällt auch überhaupt keine Umsatzsteuer an.

Gruß
Bernd

i2330247
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Beitrag von i2330247 »

i2330247 hat geschrieben:Bei den gewerblichen Einkünften kommt es auch auf die nachhaltigkeit an. Wir hier sind uns einig, daß wenn eine ganze Stufe die partys ausrichtet und das ein Jahr lang, daß dies dann nachhaltig ist. Hier kann es aber auch andere Meinungen geben.

Macht jedoch jede Klasse nur eine Party, dann sind das keine gewerblichen Einkünfte da es an der Nachhaltigkeit fehlt.
Ich hatte oben schon einmal auf die Nachhaltigkeit hingewiesen :lol:

Aber wie gesagt hierüber läßt sich streiten. Machen ein und dieselben immer das ganze jahr oder gar 1,5 Jahre Abipartys, so sind die Schüler meiner Ansicht nach nachhaltig tätig. Macht jeder Klassensaal eine oder 2 Partys, dann sind sie nicht nachhaltig tätig, aber hierüber läßt sich wie gesagt streiten.

Bei Grundstücken reicht es aus, wenn man 3 Objekte innerhalb von 5 Jahren verkauft (stark vereinfach ausgedrückt). Daher kann nicht muß die Tätigkeit alle 2 Wochen oder auch alle 4 Wochen eine Abiparty zu veranstalten durchaus eine nachhaltige Tätigkeit sein
Gruß

i2330247

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goi
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Beitrag von goi »

Ich hänge das mal hier mit dran, weil die Fragestellung eine ähnliche ist:

Wie ist das rechtlich zu bewerten, wenn ein Jahrgang (genauer eine lose Gruppe von ca. 15 Schülern für den Jahrgang) 1 Jahrgang lang Abipartys (öffentlich zugänglich) organisiert um damit Geld für den Abiball zu bekommen? Der Gewinn liegt auf einem privaten Konto von Schüler A. Der Jahrgang arbeitet kostenlos, z.B. als Thekencrew.

Genau interessieren mich folgende Fragen:
-ist der Gewinn zu versteuern? Wenn ja wie genau?
-kann Schüler A steuerlich belangt werden für dieses Geld, dass ihm eigentlich ja nicht gehört?
-wenn ja, gibt es eine Möglichkeit das zu umgehen (die Erklärungen bezüglich GbR habe ich noch nicht so ganz durchschaut)

Die üblichen Genehmigungen (Schankgenehmigung etc.) liegen in dem Gedankenspiel natürlich vor.

Ich verstehe da die Rechtslage nicht, bitte klärt mich auf. :-)

goi
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Beitrag von goi »

Kann mir niemand helfen?

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