§ 19 Besteuerung der Kleinunternehmer

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RoqueSenior
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§ 19 Besteuerung der Kleinunternehmer

Beitrag von RoqueSenior » 03.03.10, 14:31

Hallo,

folgende Situation: Person X erstellt hobiemäßig Webdesigns und möchte diese nun verkaufen. Dazu hat er eine Seite erstellt, auf der er seine Designs anbietet. Mit den Designs macht er im Jahr maximal 500€ Gewinn oder weniger. Muss dies nun steuerlich angemeldet sein, als Unternehmen o.ä.?

Auf einer ähnlichen Seite hat Person X übrigens folgendes gefunden:

Steuerlicher Hinweis
Wir gelten nach §19 Abs. 1 UStG als Kleinunternehmen und sind somit nicht umsatzsteuerpflichtig. Demnach werden unsere Rechnungen ohne MwSt. ausgewiesen.


Ist diese Angabe quatsch, oder gilt man bei geringen Einnahmen wirklich als Kleinunternehmen und ist nicht umsatzsteuerpflichtig?


Wie ist hier theoretisch die Rechtslage?

pepto2601
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Beitrag von pepto2601 » 03.03.10, 14:37

Wenn ein Unternehmer die Umsatzgrenzen des § 19 UStG nicht überschreitet kann er wählen, ob er seine Umsätze (Umsatzsteuer-)pflichtig macht und demnach auch Vorsteuer aus Eingangsrechnungen abziehen kann, oder ob er die Kleinunternehmerreglung in Anspruch nimmt, und damit keine Umsatzsteuer ausweist und keine Vorsteuer abziehen darf.
Das passt also schon wenn es dort steht.
Es kommt immer auf den Einzelfall an, ob es für den Unternehmer günstiger ist die Umsatzsteuer abzuführen oder eben nicht.
Gruß
pepto

RoqueSenior
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Beitrag von RoqueSenior » 03.03.10, 15:17

Sagen wir Person X will nur nebenbei ein paar Euro mit seinen Designs verdienen und der Aufwand für eine steuerliche Anmeldung wäre einfach viel zu groß, kann er dann einfach in sein Impressum schreiben, dass es sich um ein Kleinunternehmen handelt, oder bedarf es noch weiterer Schritte, beispielsweise eine Anmeldung eines solchen Kleinunternehmens?

Ronald
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Beitrag von Ronald » 03.03.10, 16:33

Diese Person ist aus Sicht des Finanzamtes unternehmerisch tätig, da sie offenbar selbständig ist. Somit ist das Vorhaben dem Finanzamt anzumelden.

Darüber hinaus dürfte eine Gewerbeanmeldung fällig sein, da ich annehme, daß die Tätigkeit als gewerblich und nicht als freiberuflich einzustufen ist.

Umsatzhöhen spielen keine Rolle für die Anmeldung.

Mit freundlichen Grüßen

Ronald
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

"Wer Steuergesetze nicht kennt, muß für den zahlen, der sie gut kennt." (Louis Verneuil, 1893 - 1952)

Adamar
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Beitrag von Adamar » 03.03.10, 21:37

Ronald hat Recht.

Wenn man gewerblich tätig ist (und das ist man, wenn man etwas mit Wiederholungs- und Gewinnerzielungsabsicht gegen Entgelt ausführt) muss man zuallererst eine Gewerbeanmeldung tätigen. Letztendlich dient dies auch dem Schutz des Kunden.

Danach folgt unweigerlich die Kontaktaufnahme mit dem FA (das Gewerbeamt meldet den Finanzämtern die Gewerbeanmeldungen). Denn die Umsätze sind, egal in welcher Höhe, erstmal steuerbar (nach UStG). Welche Steuerbefreiungen oder Sonderregelungen im Anschluss greifen ist erstmal unerheblich.

Man kann beim FA dann aber die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und führt keine USt ab. Allerdings entfällt dann die Vorsteuerabzugsberechtigung.

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