Frage zum Insolvenzgeld

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Frank Oseloff
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Frage zum Insolvenzgeld

Beitrag von Frank Oseloff »

Hallo zusammen.

Ein AG stellt einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Der vorläufige Insolvenzverwalter teilt den AN mit, dass ihr Nettogehalt für die nächsten 3 Monate über das -vorschüssig gezahlte- Insolvenzgeld gesichert ist. So weit, so gut.

Insolvenzgeld ist steuerfrei. Wenn der AN nun Insolvenzgeld in Höhe seines Nettogehalts bekommt, wo bleibt denn der Lohnsteueranteil, den er bei einem normalen Nettogehalt gezahlt hätte?

Führt Insolvenzgeld als Lohnersatzleistung dann bei der nächsten Einkommensteuererklärung ggfs. zu erheblichen Steuernachzahlungen?

Freue mich über jeden Hinweis.

Gruss
FO
 

funny
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Re: Frage zum Insolvenzgeld

Beitrag von funny »

Hallo,

Insolvenzgeld zählt zu den steuerfreien Lohnersatzleistungen und fällt unter den Progressionsvorbehalt § 32 b Abs 1a EStG. Es erhöht somit bei der nächsten Einkommensteuererklärung den Steuersatz und führt, abhängig von den andere Einkünften ggfs. zu einer Steuernachzahlung.
Lieben Gruss
funny
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William Lyon Phelps, amerik. Schriftsteller, 1865 - 1943

Frank Oseloff
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Re: Frage zum Insolvenzgeld

Beitrag von Frank Oseloff »

Erstmal danke für den Link, doch davon habe ich so ziemlich genau so viel verstanden wie eine Kuh von der Relativitätstheorie. Was bedeutet, dass ein besonderer Steuersatz anzuwenden ist?
 

bavarian tax collector
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Re: Frage zum Insolvenzgeld

Beitrag von bavarian tax collector »

Frank Oseloff hat geschrieben: Was bedeutet, dass ein besonderer Steuersatz anzuwenden ist?
 
Das bedeutet, dass dieses Geld zwar nicht steuerpflichtig ist, also hierauf keine Steuer zu entrichten ist, es aber den Steuersatz für die Steuerpflichtigen Einkünfte erhöht!

Beispiel:

A erzielt Einkünfte in Höhe von 15.000 € und zusätzlich 15.000 € Einkünfte, die steuerfrei sind, aber dem Progressionvorbehalt unterliegen.

Bei 15.000 € sei auf grund des Grundfreibetrages z.B. keine Steuer festzusetzen. Bei einem steuerpflichtigen Einkommen von 30.000 € wäre ein Steuersatz von 20% erreicht. Der Steuersatz von 20% wird jetzt auf die 15.000 € steuerpflichtig angewendet.

taxpert
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Frank Oseloff
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Re: Frage zum Insolvenzgeld

Beitrag von Frank Oseloff »

Danke taxpert.

Ich hoffe, ich habe das richtig verstanden. Der AG bescheinigt dem AN über die Lohnsteuerbescheinigung Bruttoeinkünfte von z.B. 30.000€. Hieraus ergibt sich ein Steuersatz x mit der entsprechenden Steuerlast. Zusätzlich erhält der AN z.B. 10.000€ Lohnersatzleistungen, was insgesamt dann 40.000€ ausmacht.

Bei 40.000€ ergibt sich ein Steuersatz y mit der entsprechenden Steuerlast. Die Differenz wäre dann die Steuernachzahlung, richtig?

Gibt es bei Bezug von Lohnersatzleistungen besondere Freibeträge?
 

funny
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Re: Frage zum Insolvenzgeld

Beitrag von funny »

Frank Oseloff hat geschrieben:Danke taxpert.

Ich hoffe, ich habe das richtig verstanden. Der AG bescheinigt dem AN über die Lohnsteuerbescheinigung Bruttoeinkünfte von z.B. 30.000€. Hieraus ergibt sich ein Steuersatz x mit der entsprechenden Steuerlast. Zusätzlich erhält der AN z.B. 10.000€ Lohnersatzleistungen, was insgesamt dann 40.000€ ausmacht.

Bei 40.000€ ergibt sich ein Steuersatz y mit der entsprechenden Steuerlast. Die Differenz wäre dann die Steuernachzahlung, richtig?
Nicht so ganz richtig. Der Steuersatz y würde in Ihrem Beispiel auf die 30.000 € angewandt und daraus ergibt sich ggfs eine Nachzahlung
Frank Oseloff hat geschrieben: Gibt es bei Bezug von Lohnersatzleistungen besondere Freibeträge?
 
Nein gibt es nicht
Lieben Gruss
funny
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Frank Oseloff
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Re: Frage zum Insolvenzgeld

Beitrag von Frank Oseloff »

funny hat geschrieben:Nicht so ganz richtig. Der Steuersatz y würde in Ihrem Beispiel auf die 30.000 € angewandt und daraus ergibt sich ggfs eine Nachzahlung
Ah, verstehe. Das ist also mit dem besonderen Steuersatz gemeint.

Danke.
 

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