Geldwäscheprävention - Bafin will Auskünfte ü. Auslandszahl.

Moderator: FDR-Team

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komo
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Geldwäscheprävention - Bafin will Auskünfte ü. Auslandszahl.

Beitrag von komo »

Hallo!

Nehmen wir mal an, ein Mann lernt in Thailand eine Frau kennen, mit der er seine Zukunft aufbauen will.

Diesbezüglich überweist er ihr (bzw. seinem Bruder) per Western Union mehrere Tausend Euro, damit Sie dort eine Gummibaumplantage aufbauen kann.

Nach einem Jahr bekommt der Mann ein Schreiben von der Bafin, worin steht, dass er in einem Zeitraum von 7 Monaten über 15.000 € nach Thailand überwiesen hat, in einem der Monate allein 6 Tausend Euro. Nun soll er Auskunft darüber erteilen.

Nun hat er Bedenken, dass die Bafin ihm das mit der Frau in Thailand nicht glaubt, auch wenn es gar keine Anhaltspunkte für irgendwelche Straftaten gibt.
Er fürchtet, dass er womöglich wegen Geldwäsche verurteilt wird.

Belastend für ihn kann eigentlich nur sein, dass er selbst nicht soviel verdient hat, wie er überwiesen hat. Einen Großteil des Geldes hat er ja auch von einem Freund geliehen, der das auch bezeugen kann.

Meint ihr, seine Bedenken sind gerechtfertigt?

Vielen Dank schon mal für alle Antworten!

whvceltic
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Re: Geldwäscheprävention - Bafin will Auskünfte ü. Auslandsz

Beitrag von whvceltic »

was steht denn in dem Schreiben drin,nach welchem §§ er einer Meldepflicht unterliegt/unterliegen soll...

wie hoch genau waren die Zahlungen an welchem Zeitpunkt?

komo
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Re: Geldwäscheprävention - Bafin will Auskünfte ü. Auslandsz

Beitrag von komo »

Auskunfts- und Vorlegungsersuchen gem. Paragraph 5 Abs. 1 ZAG

Insgesamt 19 Zahlungen,Gesamtsumme 15.200 €
Davon 6.600 € in einem einzelnen Monat

Das Geld wurde deshalb nicht auf einen Schlag bezahlt, weil der Mann immer sicher gehen wollte nicht zuviel zu bezahlen, und weil er auch nicht soviel auf einmal besorgen konnte.

komo
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Re: Geldwäscheprävention - Bafin will Auskünfte ü. Auslandsz

Beitrag von komo »

achso die Zahlungen waren im Schnitt jeweils 1000€ hoch

curry
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Re: Geldwäscheprävention - Bafin will Auskünfte ü. Auslandsz

Beitrag von curry »

Dieser Paragraf richtet sich aber nur an Unternehmen.
Trifft das zu?

komo
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Re: Geldwäscheprävention - Bafin will Auskünfte ü. Auslandsz

Beitrag von komo »

Nein,es handelt sich um eine Privatperson. Kein Unternehmen.
Was sollte die Person tun?

komo
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Re: Geldwäscheprävention - Bafin will Auskünfte ü. Auslandsz

Beitrag von komo »

Sollte die Person, um gut aus der Sache rauszukommen, sich lieber an einen Anwalt für Steuerrecht oder lieber a einen Steuerberater wenden?

curry
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Re: Geldwäscheprävention - Bafin will Auskünfte ü. Auslandsz

Beitrag von curry »

Wenn man zuviel Geld hat, dann kann man natürlich einen Anwalt beauftragen, auch dann, wenn noch gar nichts "passiert" ist.
Der einzige, der momentan wegen Geldwäsche ermittelt, sind Sie selber, oder nicht?
Ich würde gar nichts machen.

komo
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Re: Geldwäscheprävention - Bafin will Auskünfte ü. Auslandsz

Beitrag von komo »

Natürlich hat die Person nicht allzu viel Geld, wollte sich auch nur anwaltlichen Rat holen, und ihn nicht gleich beauftragen.
Die Person kennt sich mit sowas nicht aus und dachte, dass ihm schon Geldwäsche vorgeworfen wird.

Nur steht in dem Schreiben, dass die BaFin ja auch Nachweise haben will, und sowas ist ja schwer nachzuweisen, zumal die Gummibaumplantage noch gar nicht aufgebaut wurde.

Soll jetzt also in einem Standard-Schreiben ohne Nachweise das erzählt werden,wie es ist?

hws
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Re: Geldwäscheprävention - Bafin will Auskünfte ü. Auslandsz

Beitrag von hws »

komo hat geschrieben:..und sowas ist ja schwer nachzuweisen, zumal die Gummibaumplantage noch gar nicht aufgebaut wurde.
Aus Erfahrung (und ein anderes Rechtsgebiet betreffend :twisted: )..
Es besteht zu (meiner Einschätzung nach) eine 80%ige Wahrscheinlichkeit, dass die Plantage nie aufgebaut wird bzw sie nie Rechte daran bekommen und einfach "rausgeschmissen" werden (aus der Plantage und dem Leben ihrer Frau)
Wie lange kannten sie die Frau schon vorher? Irgendwelche notariellen Verträge gemacht?
Und es war nichtmal ihr eigenes Geld? :roll: manoman - hab ich aber schon öfter erlebt.
Sie wissen, dass sie als Ausländer kein Land erwerben können?

Aber all das ist (noch) nicht ihre Frage.

hws

komo
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Re: Geldwäscheprävention - Bafin will Auskünfte ü. Auslandsz

Beitrag von komo »

Ja da mögen Sie Recht haben,da haben
schon viele
ihr Geld so verloren. Aber ich kenne sie schon seit 3 Jahren, wir sind beide gleich alt (25 Jahre), sie ist nicht ungebildet, und ich habe einfach nicht das Gefühl dass sie mich ausbeutet. Davon abgesehen bin ich mit deutschen Frauen auch ganz schön auf die Nase gefallen.

Meine Frage war eigentlich, dass ich das schlecht nachweisen kann, da wir nicht mal das Land gekauft haben. Ich könnte nur nachweisen, dass ich das Geld geliehen habe. Aber wird das dem Finanzamt genügen? Bzw. müsste ich da was nachversteuern?
Immerhin fordern die Belege, und ich weiß nicht wie hartnäckig das Finanzamt sein kann.

PurpleRain
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Re: Geldwäscheprävention - Bafin will Auskünfte ü. Auslandsz

Beitrag von PurpleRain »

komo hat geschrieben:müsste ich da was nachversteuern?
Falls Sie schon solche Gedanken machen, haben Sie möglicherweise ein Problem. Das wäre noch ernster falls der Nachweis
komo hat geschrieben:Ich könnte nur nachweisen, dass ich das Geld geliehen habe.
ergibt, dass das Geld von, möglicherweise sogar aus Thailand stammenden, Personen kommt, die Verbindung zu Dienstleistungsunternehmen mit Bargeldumsatz haben.
Knapp gesagt: Es wird vermutet, dass Sie das Schwarzgeld eines Thailändischen Imbisses mit dem Vorwand der Verlobten mit der Gummibaumplantage waschen.
In solchen Fällen wird wohl desöfteren ermittelt. Gerade Unternehmer aus dem asiatischen Kulturbereich unterschätzen die Effizienz des Fangnetzes der Deutschen Behörden :mrgreen:
komo hat geschrieben:Immerhin fordern die Belege, und ich weiß nicht wie hartnäckig das Finanzamt sein kann.
Das ist das kleinere Problem. Soweit sie nicht ein Geldwäsche-Dienstleister sind, müssen Sie keine Belege aufbewahren.
Soweit sie tatsächlich die Zahlungen aus eigenem und wirklich geliehenem Vermögen aufgebracht haben, ist Ihre Idee
komo hat geschrieben:Soll jetzt also in einem Standard-Schreiben ohne Nachweise das erzählt werden,wie es ist?
sicherlich der beste Weg.
"Das ganze Problem mit der Welt ist, dass Dummköpfe und Fanatiker der Richtigkeit ihrer Sicht immer so sicher, weise Menschen aber so voller Zweifel sind." Bertrand Russel

alder
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Re: Geldwäscheprävention - Bafin will Auskünfte ü. Auslandsz

Beitrag von alder »

Mit seinem Ersparten oder geliehenem Geld darf man machen was man will, also auch wegschmeissen.
Das positive an solchen Zahlungen ist dass man in der Regel halt wirklich ein gutes Werk getan hat.
Das Geld ist ja nicht weg, es hat nur einen anderen Besitzer.

PurpleRain
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Re: Geldwäscheprävention - Bafin will Auskünfte ü. Auslandsz

Beitrag von PurpleRain »

alder hat geschrieben:Das Geld ist ja nicht weg, es hat nur einen anderen Besitzer.
Die Steuerfahnder vermuten, dass es am Ende der Transaktion, weissgewaschen, wieder den ursprünglichen Besitzer hat - das wäre aber kein gutes Werk :?
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