Umsatzsteuererklärung jetzt ganz "papierlos" ??

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tomtom4645
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Umsatzsteuererklärung jetzt ganz "papierlos" ??

Beitrag von tomtom4645 »

Hi zusammen,

wenn ich meine Umsatzsteuererklärung für 2012 mit elektronischer Signatur online beim FA einreiche, muss ich dann trotzdem zusätzlich noch die "komprimierte" Erklärung ausdrucken, unterschreiben und mit der gelben Post senden?

Mir ist aufgefallen, dass mein Steuer-Programm eine Version für das FA erst gar nicht ausdruckt, sondern nur eine Version mit dem Vermerk "für Ihre Unterlagen, nicht an das FA senden" :-(

Vielen Dank für Eure Hilfe,
Thomas

Ronald
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Re: Umsatzsteuererklärung jetzt ganz "papierlos" ??

Beitrag von Ronald »

tomtom4645 hat geschrieben:wenn ich meine Umsatzsteuererklärung für 2012 mit elektronischer Signatur online beim FA einreiche, muss ich dann trotzdem zusätzlich noch die "komprimierte" Erklärung ausdrucken, unterschreiben und mit der gelben Post senden?
Nein.

Es ist wie mit Überweisungen per Internet mit z. B. TAN. Die schickt man doch auch nicht nochmal hinterher mit der Post!

Mit freundlichen Grüßen

Ronald
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tomtom4645
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Re: Umsatzsteuererklärung jetzt ganz "papierlos" ??

Beitrag von tomtom4645 »

Vielen Dank, aber nun noch ein "Nachhaker" ;-)

Bei der Einkommensteuererklärung ist es aber doch so, dass man die online abgibt (abgeben kann) und trotzdem nochmal die komprimierte Form per Post ans FA schicken muss.....

Irre ich mich da???

Oder wird die Abgabe der USt-Erklärung (nicht der Voranmeldung), und der ESt-Erklärung verschieden gehandhabt?

Viele Grüße,
Thomas

Ronald
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Re: Umsatzsteuererklärung jetzt ganz "papierlos" ??

Beitrag von Ronald »

tomtom4645 hat geschrieben:Bei der Einkommensteuererklärung ist es aber doch so, daß man die online abgibt (abgeben kann) und trotzdem nochmal die komprimierte Form per Post ans FA schicken muß.....Irre ich mich da???
Ja. Sofern man sie authentifiziert übermittelt.

Authentifiziert bedeutet, daß man quasi elektronisch unterschrieben hat. Macht man dies nicht so, muß man den ausgedruckten Stapel (u. a. wegen Telenummer) unterschrieben ans FA schicken.

Mit freundlichen Grüßen

Ronald
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Kris99
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Re: Umsatzsteuererklärung jetzt ganz "papierlos" ??

Beitrag von Kris99 »

Hallo,

ich habe zu der ganzen Sache auch mal eine Frage.

Mein Mann hat ein Nebengewerbe und ich mache die Umsatzsteuererklärung für ihn.
Ohne Authentifizierung musste er ja unterschreiben und ich mach das ja quasi jetzt?

Und bei der Einkommensteuererklärung mussten wir ja beide unterschreiben und das würde ich ja jetzt auch alleine machen?

Schöne Grüße
Kris

Ryuk
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Re: Umsatzsteuererklärung jetzt ganz "papierlos" ??

Beitrag von Ryuk »

Ihre Frage ist super.

Genau dazu habe ich mir auch schon einige Gedanken gemacht. Denn ein Steuerberater der jetzt die Erklärungen authentifiziert übermittelt "unterschreibt" ja quasi für seine Mandanten.

Hier ist er aber der Bevollmächtigte und ich gehe davon aus das es deswegen nicht zu einem Problem kommt. Sie sind wohl auch von Ihrem Mann "bevollmächtigt", auch wenn das normalerweise nicht funktioniert (bei eigenhändiger Unterschrift).

Mir stellt sich allerdings noch eine Frage, was ist wenn der Mann später behauptet, er hätte davon nichts gewusst ? Wer trägt hier die Beweislast und vorallem, wie will ich das beweisen ???

Ronald
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Re: Umsatzsteuererklärung jetzt ganz "papierlos" ??

Beitrag von Ronald »

Ryuk hat geschrieben:Mir stellt sich allerdings noch eine Frage, was ist, wenn der Mann später behauptet, er hätte davon nichts gewußt?
Bei Zweifeln sollte der Ehegatte seine Signatur nicht aus der Hand geben. Und gegen Steuerbescheide kann man noch 1 Monat Einspruch einlegen.

Für die UStVA ist es weniger tragisch, da sie aufgrund des Vorbehalts der Nachprüfung praktisch jederzeit geändert werden kann. Zudem 'berichtigt' die Umsatzsteuer-Jahreserklärung fehlerhaft UStVA.

Mit freundlichen Grüßen

Ronald
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Ryuk
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Re: Umsatzsteuererklärung jetzt ganz "papierlos" ??

Beitrag von Ryuk »

Ronald hat geschrieben: Bei Zweifeln sollte der Ehegatte seine Signatur nicht aus der Hand geben. Und gegen Steuerbescheide kann man noch 1 Monat Einspruch einlegen.
Was Sie sagen ist mir alles klar und im Regelfall auch kein Problem.

Wenn aber doch eine Zusammenveranlagung bei der Einkommensteuer stattfindet gibt es nur eine Signatur. Macht die Ehefrau die Erklärung ohne wissen des Mannes und die Einspruchsfrist läuft ab ohne das der Mann es merkt, was dann ?
Wie will ich das als Mann beweisen ?
Wie weiß das Finanzamt ob nun tatsächlich beide Ehegatten "unterschrieben" haben ? Grundsätzlich müssen ja beide unterzeichnen, faktisch kann das nicht geprüft werden. Wer trägt hier die Verantwortung ?

Kris99
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Re: Umsatzsteuererklärung jetzt ganz "papierlos" ??

Beitrag von Kris99 »

Ronald hat geschrieben:
Ryuk hat geschrieben:Mir stellt sich allerdings noch eine Frage, was ist, wenn der Mann später behauptet, er hätte davon nichts gewußt?
Bei Zweifeln sollte der Ehegatte seine Signatur nicht aus der Hand geben.
Mein Mann hat ja keine Signatur :)

Also verstehe ich das so, wenn beide damit einverstanden sind, kann die Ehefrau unterschreiben.

Vielen Dank und schöne Grüße
Kris

Ryuk
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Re: Umsatzsteuererklärung jetzt ganz "papierlos" ??

Beitrag von Ryuk »

§ 25 (3) S 5 Einkommensteuergesetz :

Eine gemeinsame Einkommensteuererklärung ist von beiden Ehegatten eigenhändig zu unterschreiben.

Also hier gibts nichts mit Einverständnis

Kris99
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Re: Umsatzsteuererklärung jetzt ganz "papierlos" ??

Beitrag von Kris99 »

Hallo,

habe dann gerade mal gegoogelt und lt. dem bekannten Internet-Lexikon darf man mit Zertifikat für den Ehegatten (bei Zusammenveranlagung) mitabgeben. Also keine 2 Unterschriften mehr, wie sollte das auch machbar sein?

Schöne Grüße
Kris

Ryuk
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Re: Umsatzsteuererklärung jetzt ganz "papierlos" ??

Beitrag von Ryuk »

Kris99 hat geschrieben:Hallo,

habe dann gerade mal gegoogelt und lt. dem bekannten Internet-Lexikon darf man mit Zertifikat für den Ehegatten (bei Zusammenveranlagung) mitabgeben. Also keine 2 Unterschriften mehr, wie sollte das auch machbar sein?

Schöne Grüße
Kris

Das dies so gemacht wird und auch vom Finanzamt so akzeptiert wird ist mir klar.

Der Steuerberater darf auch für seine Mandaten abgeben. Dieser muss sich jedoch vom Mandanten die Richtigkeit auf anderem Wege bestätigen lassen (hierzu liegen mir auch die gesetzlichen Vorschriften vor. Hier geht es ja auch um die Haftung).

Ich stelle mir jedoch die Frage wie einer der Ehegatten im Zweifel beweist, das er keine Zusammenveranlagung wollte. Oder ob umgekejrt das Finanzamt beweisen muss, das beide Ehegatten Kenntnis von der Zusammenveranlagung hatten. Im Prinzip müsste sich der übermittelnde Ehegatte doch, wie ein Steuerberater auch, sich bestätigen lassen das der andere Ehegatte einverstanden ist und auch die Angaben für vollstänig und richtig hält (Ich denke hier auch an die Frage der Steuerhinterziehung). Aber hier müssen wir wohl abwarten wie die Gerichte in Zukunft entscheiden werden :roll:

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