Unterhaltsleistung an bedürftige Person (Tochter)

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normanescio
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Unterhaltsleistung an bedürftige Person (Tochter)

Beitrag von normanescio » 28.12.13, 18:07

Ein Vater hat für seine Tochter, die sich nach Beendigung des Studiums in einer Facharztausbildung befindet, einen Teil der Weiterbildungskosten übernommen. Das Bruttogehalt der Tochter von ca. 1000 € reichtgerade für ihren Lebensunterhalt. Nun möchte er die Kosten in der Steuererklärungüber die Anlage Unterhalt geltend machen. Hier wird nun unter "Einkünfte derunterstützten Person" nach dem Bruttoarbeitslohn und den Werbungskosten gefragt. Das irritiert ihn: sollte bei der Ermittlung der Bedürftigkeit nicht der Nettolohn zugrundegelegt werden?

Hanomag
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Re: Unterhaltsleistung an bedürftige Person (Tochter)

Beitrag von Hanomag » 28.12.13, 23:07

normanescio hat geschrieben:Ein Vater hat für seine Tochter, die sich nach Beendigung des Studiums in einer Facharztausbildung befindet, einen Teil der Weiterbildungskosten übernommen. Das Bruttogehalt der Tochter von ca. 1000 € reichtgerade für ihren Lebensunterhalt. Nun möchte er die Kosten in der Steuererklärungüber die Anlage Unterhalt geltend machen. Hier wird nun unter "Einkünfte derunterstützten Person" nach dem Bruttoarbeitslohn und den Werbungskosten gefragt. Das irritiert ihn: sollte bei der Ermittlung der Bedürftigkeit nicht der Nettolohn zugrundegelegt werden?
Ein fragwürdiges Unterfangen: Die maximal mögliche Unterstützungssumme wird durch das um die Werbungskosten reduzierte Bruttoeinkommen der unterstützten Person reduziert. Die Werbungskosten werden aber nicht von der unterstützten Person geleistet.

Zur Beruhigung: Für die Zahlung der Werbungskosten kann der abgekürzten Zahlungsweg geltend gemacht werden, so dass sie dennoch das Einkommen des Unterstützten reduzieren. Aber, ob es im vorliegenden Fall zu einem steuerlichen Effekt kommt, ist fraglich.

Beispielsrechnung, die eine Unterstützungshöchstleistung von 1.628 € aufzeigt:

8.004 € Unterhaltshöchstbetrag abzüglich 7.000 € Einkünfte (Jahresbruttolohn 12.000 € abzügl. Werbungkosten über 5.000 €) zuzüglich Anrechnungsfreibetrag über 624 € ) = 1.628 €

Das bedeutet, wenn 8.004 € an Unterstützungsleistungen erbracht werden, dann wirken sich davon beim Unterstützer nur 1.628 € steuermindernd aus.
Wenn der Vater für seine Tochter nur die Werbungskosten über 5.000 € übernimmt, dann werden diese von den Einkünften der unterstützten Person auf 0 reduziert, so dass der Unterstützer keinen steuerlichen Effekt hat.

PS: Um Unterstützungsleistungen geltend machen zu können, muss der Vater nicht irgendwelche Kosten übernehmen. Er muss nur den Nachweis erbringen, dass er einen Betrag überweisen hat.

normanescio
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Re: Unterhaltsleistung an bedürftige Person (Tochter)

Beitrag von normanescio » 29.12.13, 14:26

Tatsächlich hat die Tochter den Großteil der Werbungskosten getragen, der Vater hat nur einen Unterstützungsbeitrag von ca. 800 € geleistet.
Was ich nicht einzusehen vermag ist, dass vom Bruttoeinkommen nur die Werbungskosten abgezogen werden, aber nicht die Sozialversicherungsbeiträge. Das ist doch vollkommen ungerecht?

Opa
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Re: Unterhaltsleistung an bedürftige Person (Tochter)

Beitrag von Opa » 30.12.13, 13:26

Wir können Gesetze nicht ändern nur erläutern.
Aber vielleicht hilft dies: BFH VI R 66/13 (wenn es denn mal entschieden wird)

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