Home Office

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windalf
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Home Office

Beitrag von windalf »

Firma A wächst im Moment sehr stark. Das Geschäftsmodell sieht so aus, dass ein Großteil der Mitarbeiter unter der Woche auf Dienstreise ist. Freitags sind aber ca. 80% der Mitarbeiter im Büro. Das ist auch wichtig um sich auszutauschen. Nun ist es aber noch, dass die Firma weitere 10 Mitarbeiter eingestellt hat und die Plätze Freitags im Büro reichen meist nicht mehr aus. Ein Umzug wird nicht geplant, weil es sich nicht lohnt für einen Tag in der Woche noch mehr Büroraum anzumieten.

Geschäftsführer X der Firma A führt daher folgende Regelung ein. Wer Freitags im Büro sein möchte, muss sich online in eine Liste eintrage. Sind alle Plätze voll muss Urlaub oder Home Office gemacht werden.

In wieweit sind solche Home Office Tage für die Mitarbeiter der Firma A zu Hause einen Schreibtisch usw. bereithalten müssen für Mitarbeiter der Firma A von der Steuer absetzbar?

Wie ist ein solcher Fall Steuerrechtlich zu bewerten?
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.
Evariste
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Re: Home Office

Beitrag von Evariste »

Meines Wissens kann Miete etc. bis zu einer Höhe von 1250 Euro pro Jahr abgesetzt werden. Siehe § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b und § 9 Abs. 5 EStG. Arbeitsmittel (z. B. Drucker, PC) können zusätzlich abgesetzt werden.

Voraussetzung ist allerdings, dass der Arbeitgeber bestätigt, dass kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Ob er das tut? Das ist hier
windalf hat geschrieben: Sind alle Plätze voll muss Urlaub oder Home Office gemacht werden.
ist nämlich arbeitsrechtlich nicht in Ordnung. Kein Mitarbeiter kann gezwungen werden, Urlaub zu nehmen oder ins Home Office zu gehen, nur weil der Arbeitgeber nicht genug Arbeitsplätze zur Verfügung stellt.
windalf
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Re: Home Office

Beitrag von windalf »

Voraussetzung ist allerdings, dass der Arbeitgeber bestätigt, dass kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.
Das kann er ja nicht, weil er das nicht weiß. Es kann sein muss aber nicht...

Genaugenommen steht ja ein Arbeitsplatz zur Verfügung nur gibt es keine 100% Verfügbarkeit, so dass sich die Mitarbeiter für ein paar Fälle im Jahr einen Ausweicharbeitsplatz suchen müssen...
ist nämlich arbeitsrechtlich nicht in Ordnung. Kein Mitarbeiter kann gezwungen werden, Urlaub zu nehmen oder ins Home Office zu gehen, nur weil der Arbeitgeber nicht genug Arbeitsplätze zur Verfügung stellt.
Nehmen wir einfach an, die Mitarbeiter können sich mit dieser Regelung arangieren und haben nichts dagegen bzw. es wurde so im Arbeitsvertrag vereinbart...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.
Evariste
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Re: Home Office

Beitrag von Evariste »

Wenn es tatsächlich die freiwillige Entscheidung der Angestellten ist, von zu Hause zu arbeiten, kann nichts abgesetzt werden (Arbeitsmittel natürlich schon). Allerdings ...
windalf hat geschrieben: Genaugenommen steht ja ein Arbeitsplatz zur Verfügung nur gibt es keine 100% Verfügbarkeit, so dass sich die Mitarbeiter für ein paar Fälle im Jahr einen Ausweicharbeitsplatz suchen müssen...
Ich würde sagen, genaugenommen heißt das, es steht an bestimmten Tagen im Jahr kein Arbeitsplatz zur Verfügung.
Oktavia
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Re: Home Office

Beitrag von Oktavia »

Mittlerweile ist es ja schon für Lehrer, die häufig keinen Arbeitsplatz haben schwierig Arbeitszimmer und Ausstattung abzusetzen. Und bei einem Tag mal irgendwann wird nichts anerkannt.

Eigentlich ist der AG für die Ausstattung von Homeoffice zuständig und selbst die Arbeitssicherheit und der betriebliche Datenschutz müssten einbezogen werden.
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windalf
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Re: Home Office

Beitrag von windalf »

Ich würde sagen, genaugenommen heißt das, es steht an bestimmten Tagen im Jahr kein Arbeitsplatz zur Verfügung.
Genau das heißt es. Da das Jahr ja nur ca. 52 Freitage hat würde es im Ergebnis nur ca. 10-20 Tage im Jahr betreffen. Interessant dabei ist noch, dass es bei diesem Spiel auch noch vom einzelen Mitarbeiter direkt abhängt wie er sich verhält. Wartet er immer bis Donnestag bis er sich in die Liste einträgt wird er wohl in ca. 50 Tagen im Jahr keinen Arbeitsplatz haben. Trägt er sich direkt am Freitag um 24:00 Uhr für den nächsten Freitag ein hat er wohl in 100% aller Fälle einen Arbeitsplatz.
Eigentlich ist der AG für die Ausstattung von Homeoffice zuständig und selbst die Arbeitssicherheit und der betriebliche Datenschutz müssten einbezogen werden.
Das ist kein Problem. Dazu ist der Arbeitgeber bereit. Trotzdem muss der Mitarbeiter ja mindestens Raum, Heizung und Strom stellen..
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.
Evariste
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Re: Home Office

Beitrag von Evariste »

Oktavia hat geschrieben:Mittlerweile ist es ja schon für Lehrer, die häufig keinen Arbeitsplatz haben schwierig Arbeitszimmer und Ausstattung abzusetzen.
Das war mal so, bis ein Lehrer erfolgreich dagegen geklagt hat. In der Folge wurde das Gesetz geändert und die 1250-Euro-Grenze eingefügt.

In Bezug auf den Sachverhalt würde ich sagen, auch wenn es nur ein paar Tage im Jahr sind, es muss grundsätzlich anerkannt werden. Aber natürlich nur, wenn der Raum nicht auch privat genutzt wird. Und da dürfte das Problem liegen...
Oktavia
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Re: Home Office

Beitrag von Oktavia »

Evariste hat geschrieben:Aber natürlich nur, wenn der Raum nicht auch privat genutzt wird. Und da dürfte das Problem liegen...
Theoretisch könnte man dem AG für die wenigen Tage Miete+Nebenkosten in Rechnung stellen und der setzt das als Betriebskosten ab.
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windalf
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Re: Home Office

Beitrag von windalf »

In Bezug auf den Sachverhalt würde ich sagen, auch wenn es nur ein paar Tage im Jahr sind, es muss grundsätzlich anerkannt werden. Aber natürlich nur, wenn der Raum nicht auch privat genutzt wird. Und da dürfte das Problem liegen...
Meint das genutzt wird oder genutzt werden könnte? Ab wann wird denn so ein Raum privat genutzt. Angenommen Herr X hat z.B. ein Haus mit 8 Zimmern. 3 davon werden eigentlich aktuell nicht genutzt. Ab wann nutzt Herr X denn diese Räume privat im Sinne des Steuerrechtes?
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.
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