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Versteuerung vererbte Forderung

Verfasst: 18.07.16, 06:15
von Julius Stranz
Guten Tag,

angenommen, jemand erbt von seinen Eltern eine titulierte Forderung gegen einen Schuldner, kann diese aber erst Jahre später verwirklichen, wann muss er diese dann vererbschaftssteuern? Wenn der Erbfall eintritt, wenn die Forderung verwirklicht wird oder ist sogar Verjährung oder ähnliches möglich?

Danke

Mfg

Re: Versteuerung vererbte Forderung

Verfasst: 19.07.16, 19:49
von Takwee
Maßgelblich sind die Verhältnisse zum Zeitpunkt des Erbfalls (Stichtagsprinzip).

Zu diesem Zeitpunkt erbt der Erbe durch Erbanfall (§ 3 Abs. 1 Nr. 1 1.Alt. ErbStG) alle positiven und negativen Vermögenswerte des Erblassers. D.h. auf dieses Stichtag ist auch die Forderung zu versteuern.

Interessanter ist die Bewertung der Forderung. Diese ist gemäß § 12 Bewertungsgesetz (BewG) mit dem Nennwert (also dem Forderungsbetrag) anzusetzen, soweit nicht besondere Umstände einen höheren oder niedrigeren Wert der Forderung begründen. Uneinbringliche Forderungen bleiben gemäß § 12 Abs. 2 BewG außer Ansatz. Ist die Forderung nicht uneinbringlich, aber ist zum Stichtag damit zu rechnen, dass der Erwerber die Forderung nur zum Teil realisieren kann, ist die Forderung entsprechend niedriger zu bewerten.

Re: Versteuerung vererbte Forderung

Verfasst: 19.07.16, 22:13
von Julius Stranz
Angenommen eine zunächst als uneinbringlich eingestufte Forderung kann ein paar Jahre später doch noch eingebracht werden, ist dann eine nachträgliche Versteuerung notwendig?