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recht.de • Thema anzeigen - Verkauf von GWG und die Umsatzsteuer
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 Betreff des Beitrags: Verkauf von GWG und die Umsatzsteuer
BeitragVerfasst: 27.09.18, 03:06 
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Fiktiver Fall:

A sei umsatzsteuerpflichtiger Einzelunternehmer.
A hat im Jahr x für seinen Betrieb ein GWG (Geringwertiges Wirtschaftsgut unter 150 €) von einem Privatmann gebraucht gekauft, somit ohne Vorsteuerabzug.
Der Einkauf war damit im Jahr X eine Betriebsausgabe für A.
Im Jahr X+Y verkauft A das GWG wieder.
Der Käufer ist wiederrum ein Privatmann, der auch keine Quittung will, somit kann derjenige so oder so auch keinen Vorsteuerabzug machen.

Es handelt sich somit nicht um einen Verkauf von "Ware" sondern von "Erlös aus dem Verkauf von Anlagegütern" oder sowas in der Richtung.

Ist der Verkauf des GWG in dieser Konstellation nun umsatzsteuerpflichtig, so dass in dem genannten Verkaufspreis 19% USt enthalten sind, oder ist der Verkauf umsatzsteuerfrei (weil Käufer Privatmann und mangels Quittung kein Vorsteuerabzug erfolgen kann) und der Verkaufspreis wäre durch A nur "netto" als Betriebseinnahme im Jahr X+Y zu verbuchen?

Variante:
A hätte in einem Jahr Z wie oben ein Wirtschaftsgut gebraucht von einem Privatmann gekauft und sei im Jahr Z obendrein auch noch unter die Kleinunternehmerregelung gefallen, so dass sowieso kein Vorsteuerabzug möglich war.
Im Jahr Z+Y, wenn er das Wirtschaftsgut wiederrum an einen Privatmann verkauft, ist A aber wegen Überschreiten der Umsatzgrenzen nicht mehr Kleinunternehmer, sondern umsatzsteuerpflichtig.
Muss A für den Verkauf von diesem Wirtschaftsgut, für das er selbst im Jahr Z keinen Vorsteuerabzug machen konnte, dann aber im Jahr Z+Y Umsatzsteuer abführen?

Danke vorab für Rechtsmeinungen.


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BeitragVerfasst: 27.09.18, 11:41 
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In beiden Fällen ist die Antwort "JA".

Für die Umsatzsteuerpflicht kommt es nicht darauf an, ob der Leistungsempfänger vorsteuerabzugsberechtigt ist, sondern darauf ob es sich um einen umssatzsteuerpflichtigen und steuerbaren Umsatz handelt.
Das ist hier der Fall.


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BeitragVerfasst: 27.09.18, 13:24 
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Es ist mir schon bewußt, dass es bei der Umsatzsteuerpflicht generell und "regulär" nicht darauf ankommt, ob der Käufer vorsteuerabzugsberechtigt ist (sonst wäre für Verkauf an Endkunden ja generell niemals Umsatzsteuer abzuführen),
aber bei dem Verkauf von GWG (kein "regulärer Warenhandel" im Sinne der Geschäftstätigkeit des Betriebs) und vorherigem Einkauf ebenfalls ohne Vorsteuerabzug (da von Privatmann gebraucht gekauft bzw. unter Kleinunternehmerregelung) könnte es ja ggf. irgendwelche Sonderregeln geben.
Dass man jedenfalls selbst Umsatzsteuerabführen muss, obwohl man selbst keinen Vorsteuerabzug machen konnte wäre doch irgendwie "ungerecht".


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BeitragVerfasst: 27.09.18, 17:15 
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truther hat geschrieben:
Dass man jedenfalls selbst Umsatzsteuer abführen muss, obwohl man selbst keinen Vorsteuerabzug machen konnte wäre doch irgendwie "ungerecht".


Es war doch beim Erwerb bereits umsatzsteuerfrei, also war keine Vorsteuer im Kaufpreis enthalten, die man geltend machen könnte. Das kommt doch aufs selbe raus.

Grüße Hertha1892


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BeitragVerfasst: 27.09.18, 18:41 
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Verstehe den Einwand leider nicht.


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BeitragVerfasst: 27.09.18, 19:36 
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Beiträge: 376
Ein Unternehmer verkauft das gebrauchte GWG für 150 Euro zzgl 19% USt = 28.50 Euro, insgesamt 178,50 Euro. Der kaufende Unternehmer zieht 28,50 Vorsteuer.

Die Privatperson verkauft das gebrauchte GWG für 150 Euro. Ohne USt. Der kaufende Unternehmer kann keine Vorsteuer ziehen, da die Privatperson keine USt in Rechnung stellen darf.

Der kaufende Unternehmer hat in beiden Fällen einen Nettowert von 150 Euro erworben und dadurch keinen Nachteil, wenn er das GWG umsatzsteuerpflichtig weiterverkauft.

Grüße Hertha1892


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