ausländische Gesellschaft als Sonderbetriebsvermögen ?

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Backgammon
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ausländische Gesellschaft als Sonderbetriebsvermögen ?

Beitrag von Backgammon »

Guten Tag.

Wie sieht es rechtlich in folgendem fiktiven Fall aus ?

In Deutschland gibt es die A-GmbH & Co. KG.

An dieser ist Herr B 100%-iger Kommanditist und auch 100%-iger Anteilseigner an der Komplementär-GmbH.

Herr B hält in seinem Privatvermögen 100% an einer ausländischen Kapitalgesellschaft namens C.

Die A-GmbH & Co. KG verkauft laufend Waren ins Ausland an die Firma C. Diese verkauft die Waren weiter an fremde Kunden.

Die ausländische Firma C wirtschaftet schlecht, ist inzwischen überschuldet und bezahlt die Waren von A nur sehr schleppend, teilweise mehrere Monate zu spät.


Stellt der Anteil des Herrn B an der ausländischen C-Kapitalgesellschaft für ihn Sonderbetriebsvermögen bei seiner inländischen A_GmbH & Co. KG dar ?

Oder ist der Anteil nicht dem Sonder-BV zuzurechnen, weil es sich (erwiesen) um ein Risikogeschäft handelt ?

TidoZett
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Re: ausländische Gesellschaft als Sonderbetriebsvermögen ?

Beitrag von TidoZett »

Zum (notwendigen) Sonderbetriebsvermögen I werden alle einem Mitunternehmer gehörenden Wirtschaftsgüter gezählt, die dem Betrieb der Gesellschaft unmittelbar in der Weise dienen, dass sie objektiv erkennbar zum unmittelbaren Einsatz im Betrieb der Personengesellschaft selbst bestimmt sind (ständige Rechtsprechung: z.B. BFH vom 13.10.1998, BStBl II 1999, 357; vom 18.12.2001, BStBl II 2002, 733; vom 10.3.2016, BFH/NV 2016, 1438 unter Rn. 29). Dazu gehören insbesondere solche Wirtschaftsgüter, die ein Gesellschafter der Personengesellschaft zur betrieblichen Nutzung überlässt und die von ihr für ihre eigengewerbliche Tätigkeit eingesetzt werden.

Notwendiges Sonderbetriebsvermögen II ist anzunehmen, wenn die dem Mitunternehmer gehörenden Wirtschaftsgüter zur Begründung oder Stärkung seiner Beteiligung eingesetzt werden (ständige Rechtsprechung: z.B. BFH vom 14.1.2010, BFH/NV 2010, 1096, unter II.3.a m.w.N.; vom 16.4.2015, BStBl II 2015, 705 und vom 12.10.2016, BFH/NV 2017, 685 unter Rn. 12).


Also es ist kein SBV I und II (Anteil an Komplementärin) mE auch nicht.

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