Hausverkauf durch Nießbrauch Inhaber

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ILEMax
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Hausverkauf durch Nießbrauch Inhaber

Beitrag von ILEMax » 10.05.19, 07:54

Moin *all
angenommen die Eltern E von den Geschwistern G haben 2013 Ihr Haus an beide, zu gleichen teilen vererbt (Überschrieben ...)
Allerdings haben die E ein Nießbrauchrecht.
Nun wollen E das Haus verkaufen um sich von dem Geld eine kleine, barrierefreie ETW zu kaufen.
Beide G befürworten das.
Da aber die G im Grundbuch stehen, müssen Sie verkaufen.

Müssen G den Verkaufspreis versteuern, obwohl Sie das Geld gar nicht bekommen sondern es von E zum Wohnungskauf verwendet wird?
Wie ist die SteuerRechtslage?

Danke

hambre
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Re: Hausverkauf durch Nießbrauch Inhaber

Beitrag von hambre » 10.05.19, 08:58

Da für die Berechnung der Spekulationsfrist die ursprüngliche Anschaffung durch die Eltern E relevant ist, nehme ich an, dass die Spekulationsfrist von 10 Jahren bereits abgelaufen ist.

Allerdings liegt eine Schenkung von den Geschwistern G an die Eltern E vor und dafür gilt ein Freibetrag von nur 20.000€ für jedes Geschwisterkind an jeden Elternteil. Wenn es sich um 2 Geschwister handelt und beide Elternteile noch leben ergibt sich also insgesamt ein Freibetrag von 20.000€.

Nicht als Schenkung gilt zudem die Ablösung des Nießbrauchrechtes, für das die Eltern E einen Anspruch auf Entschädigung haben. Der Wert des Nießbrauchrechtes wird im wesentlichen aus der statistischen Restlebensdauer der Eltern E und die Mietwert des Hauses ermittelt.

Ob sich unter diesen Umständen ein verbleibender Betrag ergibt, der der Schenkungssteuer unterliegt, kann nur anhand konkreter Zahlen geprüft werden.

ILEMax
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Re: Hausverkauf durch Nießbrauch Inhaber

Beitrag von ILEMax » 10.05.19, 09:13

Ok, danke

ist das ein Schreibfehler?
Allerdings liegt eine Schenkung von den Geschwistern G an die Eltern E vor und dafür gilt ein Freibetrag von nur 20.000€ für jedes Geschwisterkind an jeden Elternteil. Wenn es sich um 2 Geschwister handelt und beide Elternteile noch leben ergibt sich also insgesamt ein Freibetrag von 20.000€.
müsste das nicht 80.000 heissen?

Kennt ein Notar diesen steuerlichen Sachverhalt oder muß ein StBer hinzu gezogen werden?
(geplanter VK-Preis: 330.000 Eur)

cherokee
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Re: Hausverkauf durch Nießbrauch Inhaber

Beitrag von cherokee » 10.05.19, 09:32

Warum verkaufen die G nicht und kaufen dann den E von dem Geld die ETW?

SusanneBerlin
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Re: Hausverkauf durch Nießbrauch Inhaber

Beitrag von SusanneBerlin » 10.05.19, 09:39

Wenn das ursprüngliche Ziel, die Immobilie zu Lebzeiten an die Kinder zu übergeben, beibehalten werden soll, könnten die Kinder die neue Wohnung kaufen und den Eltern als Ausgleich für die Löschung des Nießbrauchs am Haus, wieder Nießbrauch an der Wohnung eintragen.

Die Eigentümer- und Nießbrauchkonstellation bliebe also wie gehabt, nur tauscht man das Haus gegen eine Wohnung.
Grüße, Susanne

cherokee
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Re: Hausverkauf durch Nießbrauch Inhaber

Beitrag von cherokee » 10.05.19, 09:40

Mein Reden 8) :lol:

ILEMax
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Re: Hausverkauf durch Nießbrauch Inhaber

Beitrag von ILEMax » 10.05.19, 09:41

Gute Idee, das wäre dann steurlich komplett neutral?
Bisher soll die neue ETW weniger kosten (es gibt noch keine) und der Rest soll den Lebensabend verbessern ...

SusanneBerlin
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Re: Hausverkauf durch Nießbrauch Inhaber

Beitrag von SusanneBerlin » 10.05.19, 10:01

ILEMax hat geschrieben:Gute Idee, das wäre dann steurlich komplett neutral?
hambre hat geschrieben: Ob sich unter diesen Umständen ein verbleibender Betrag ergibt, der der Schenkungssteuer unterliegt, kann nur anhand konkreter Zahlen geprüft werden.
Bisher soll die neue ETW weniger kosten (es gibt noch keine) und der Rest soll den Lebensabend verbessern ...
Wenn der überschüssige Betrag an die Eltern geht, wäre das wieder eine Schenkung.

Man bräuchte außerdem die Werte der Nießbrauchsrechte, die sich daraus ergeben, wieviel Miete man für eine gleichwertige Immobilie bezahlen müsste multipliziert mit der statistischen Lebenserwartung des jüngeren Elternteils.
Grüße, Susanne

hambre
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Re: Hausverkauf durch Nießbrauch Inhaber

Beitrag von hambre » 10.05.19, 11:15

ist das ein Schreibfehler?
müsste das nicht 80.000 heissen?
Ja, richtig, es muss 80.000€ heißen.
Kennt ein Notar diesen steuerlichen Sachverhalt oder muß ein StBer hinzu gezogen werden?
Ein Notar darf keine Steuerberatung durchführen. Die wäre hier aber wohl erforderlich um keine böse Überraschung zu erleben.

Wie man den bisherigen Antworten bereits entnehmen kann ist durchaus eine Gestaltung denkbar, bei der keine Steuern anfallen.

ILEMax
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Re: Hausverkauf durch Nießbrauch Inhaber

Beitrag von ILEMax » 10.05.19, 12:39

Danke.
E wird sich an einen StBer wenden, G geht mit hin!


Danke!

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