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Weiterreichnung eines Darlehens: Zinsen= Einnahmen?

Verfasst: 10.07.19, 17:36
von Stephan1
Folgender fiktiver Fall:

A bekommt mangels Bonität kein Kredit bei der Bank, sein Freund B hingegen schon.
B nimmt ein Darlehen bei der Bank auf und vergibt seinerseits ein Privatdarlehen an seinen Freund A. Für ihn also ein Nullsummenspiel.

Die monatlichen Raten werden seitens der Bank von Bs Konto eingezogen und A zahlt monatlich an B.

Jetzt müsste B ja die von A erhalteten Zinszahlungen für das Pribvatdarlehen als Einnahme in der Anlage KAP angeben, auf der anderen Seite kann er die Zinsen, die er selbst an die Bank zahlen muss, ja nicht als Werbungskosten absetzen, man kann ja z.B. auch keine Aktien auf Kredit kaufen und die Kredizinsen mit den Aktiengewinnen verrechnen, auch liegt seitens B ja auch keine Gewinnerzielungsabsicht vor, was weiterhin gegen eine Absetzbarkeit seiner Kosten in Form von Kreditzinsen spricht.

Aber ist es wirklich so, dass im Fall des oben skizzierten Freundschaftsdienstes, B die Zins"einnahmen" versteuern muss wohingegen seine Zins"ausgaben" nicht steuerlich geltend machen kann oder gibt es wohlmöglich irgendeinen Passus, der in dieser Konstellation des Durchreichens eines Darlehens keine Besteuerung erfordert?

Re: Weiterreichnung eines Darlehens: Zinsen= Einnahmen?

Verfasst: 10.08.19, 15:55
von Stephan1
Niemand eine Idee?

Re: Weiterreichnung eines Darlehens: Zinsen= Einnahmen?

Verfasst: 10.08.19, 16:23
von SusanneBerlin
Zinserträge bis zu 801 € / Jahr sind steuerfrei (§ 20 Abs 9 EStG).

Re: Weiterreichnung eines Darlehens: Zinsen= Einnahmen?

Verfasst: 10.08.19, 16:26
von Stephan1
Das ist klar, aber die Frage zielte natürlich auf Zinsen oberhalb dieser Bagatellgrenze ab.

Re: Weiterreichnung eines Darlehens: Zinsen= Einnahmen?

Verfasst: 10.08.19, 17:49
von SusanneBerlin
B muss einfach von A höhere Zinsen nehmen als er an die Bank zahlt um die Kapitalertragssteuer wieder reinzubekommen.

Ansonsten ist es eben kein "Nullsummenspiel" für B sondern ein "Verlustgeschäft".